Belkin stolpert über Empfehlungsmarketing-Fake

Veröffentlicht am 20. Januar 2009 um 20:33 Uhr von Mark Pohlmann

Ein US-Student hatte letzte Woche aufgedeckt, dass ein Belkin-Mitarbeiter über Amazons Service Mechanical Turk Leute gesucht hatte, die gegen Bezahlung eine positive Bewertung über einen Router schreiben, der von den bisherigen Käufern bei Amazon fast durchgängig schlecht beurteilt wurde. Pro positive Bewertung wurden 65 US-Cent geboten.

Der Schaden dürfte deutlich über dem hier investierten Budget liegen. Was man wunderschön an einer Suche nach dem Wort "Belkin" bei Google sehen kann. Dort ist der kleine Fauxpas schon auf Platz vier. Und das ist erst der Anfang. Das ist nicht nur häßlich, unnötig und teuer. Sondern vor allem: irreversibel.

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Qype: Stephan Uhrenbacher wechselt in Aufsichtsrat

Veröffentlicht am 12. Januar 2009 um 15:49 Uhr von Mark Pohlmann

Stephan war mein erster "Web-2.0-Kunde", beim ersten Gespräch Ende 2005 brühte er mir seinen Teebeutel ein zweites mal auf, weil es in seinem nicht vorhandenen Boro keinen frischen gab (Tische sowieso nicht). Heute ist Qype in Deutschland, England und Frankreich Marktführer, hat 50 Mitarbeiter, 8 nationale Ableger und 7 Mio. Besucher im Monat. Zuviel für einen Gewohnheitsgründer, mag sich Stephan gedacht haben - das, was jetzt kommt, können andere besser. Und mit Stephen Taylor, ehemaliger Managing Director bei Yahoo und Overture, nicht nur einen würdigen Nachfolger gefunden, sondern jemanden, der genau diese Erfahrung mitbringt, die jetzt notwendig ist. Allen beiden einen herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg für ihr weiteres Wirken.

Ergänzung: Mittlerweile hat Stephan selbst darüber geschrieben, was kommen wird: eine Auszeit, dann Business Angel spielen und vielleicht eine der eigenen Ideen umsetzen. Neu anfangen. Was man halt so macht als Gründer ;-)

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Ist Twitter belanglos und mächtig zugleich?

Veröffentlicht am 10. Dezember 2008 um 22:05 Uhr von Anna Friedrich

Der Berliner PR-Berater Florian Siepert hat sich ein Experiment erlaubt. Mit einem falschen Twitter Account des Frankfurter Suhrkamp-Verlages hat er monatelang seine Follower im Glauben gelassen, dass die Nachrichten tatsächlich von der Kommunikationsfrau des Unternehmens stammen. Die Recherche eines Lesers ließ die Lüge dann gestern auffliegen. Prompt ließ der Verlag das Suhrkamp-Konto löschen. Harsche Kritik zum Mirco-Blogging-Wahn kommt Fake-Twitterer selbst. Er mokiert sich über die zahlreichen Belanglosigkeiten, die Nutzer von sich geben:

Es ist Unsinn, so zu tun, als wäre das Internet vom Beelzebub persönlich erfunden worden - aber es ist genauso albern zu denken, man müsse alle zehn Minuten ein Foto von dem Brot, das man gerade isst, ins Internet stellen, um modern zu sein.

Sascha Lobo, Twitter-Pionier und Aushängeschild der Web 2.0-Szene, dagegen sieht in der Zwitscherwelt einen mächtigen Kanal, um eine Masse an Menschen zu bewegen. Denn die, die einem zuhören, könne man von seiner Meinung überzeugen und sie mobilisieren, so Lobo gegenüber der Süddeutschen:

Mikro-Blogging hat einen ganz besonderen Charme. Es ist ein privater Nachrichtenticker und ein Privatnachrichten-Ticker, in den Mitteilungen vermischen sich persönliche und weltpolitische Nachrichten. Man hat das Gefühl, ein Teil des pulsierenden Lebens im Internet zu sein und nichts zu versäumen.

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Jeder ist sich selbst der Nächste

Veröffentlicht am 9. Dezember 2008 um 12:40 Uhr von Anna Friedrich

Narzissmus wird im Internet zur Medienregel. Wert legen die Nutzer alle nur auf eines: Ich, ich und nochmal ich. Je peinlicher der Auftritt online, desto sicherer die Aufmerksamkeit der anderen. Das Web ist ein Paradies zur Selbstinszenierung, zur (Neu-)Konstruktion des eigenen Ichs.

Über Klickraten, Bewertungen und Kommentare bekommen die Selbstdarsteller Feedback vom Zuschauer - das legitimiert alles. Von einer Hemmschwelle, wer welche Informationenvon Fotos über Filme hin zu Status-Updates sehen kann, keine Spur. Ironisch bezeichnet Welt-Redakteurin Silke Wichert diese "Lohnabrechnung" als gerecht. "Nie war Egopflege einfacher und transparenter", schreibt sie.

Menschen, die ohne erkennbare Begabung berühmt werden, sind ein Phänomen. Gerade sie nutzen das Internet perfekt. Vom Obama-Girl, einer US-Schauspielerin, die die Obamania erfolgreich als Karriereschub einsetzen konnte, haben wir bereits berichtet (--> Obama sammelt Wähler im Netz). Britney Spears versucht verzweifelt, durch ihre Aktivitäten online ihre alte Bekanntheit wieder zu beleben.

Auf MySpace "tourt" Tila Tequila. Die vorher unbekannte bi-sexuelle Asiatin hat es über MySpace geschafft, eine ganze MTV-Serie ins Leben zu rufen, die besser ankommt als die von Britney Spears. Hier hat sie jetzt schon die zweite Staffel namens "A Shot in Love II" gestartet: eine Reality Soap, in der Sie die Liebe ihres Lebens sucht. Ob Mann oder Frau? Das weiß sie natürlich noch nicht. Die kürzlich im deutschen Kanal ausgestrahlte achte Folge der Staffel zeigt einmal mehr die unglaubliche Exhibitionsbereitschaft der Mitwirkenden. Alle Serien sind selbstverständlich online.20narc-500.jpg

US-Psychologin Jean Twenge von der University of San Diego bezeichnet die heutige Generation amerikanischer Jugendlicher und Studenten als die selbstverliebteste überhaupt. Sie hat mit einem Fragebogen im Jahr 2006 den Grad des Narzissmus unter amerikanischen College-Studenten gemessen. Die Werte lagen um fast ein Drittel höher als vor 25 Jahren. Nach ihrem Buch "Generation Me" veröffentlicht sie bald das nächste, in dem sie das Phänomen der Selbstverherrlichung thematisiert: "The Narcissism Epidemic".

Georg Franck, der die Bücher "Ökonomie der Aufmerksamkeit" und "Mentaler Kapitalismus" geschrieben hat erklärt die Motivation der Online-Exhibitionisten so:

Aufmerksamkeit von anderen erhöht unsere eigene Wertschätzung, so sind wir von Natur aus Egoisten und soziale Wesen zugleich. (...) Aufmerksamkeit ist in einer Mediengesellschaft die kostbarste Währung. Jetzt aber hat theoretisch jeder die Möglichkeit, massenhaft davon einzusammeln und - siehe Paris Hilton - man muss nicht einmal besonders viel dafür können!

Damit sei, so Franck gegenüber der Welt, die Sozialdemokratie doch noch beim Volk angekommen. Ganz unrecht hat er damit nicht. Die Webwelt kann aber auch echte Talente zum Vorschein bringen: die Sängerin Ingrid Michaelson wurde ebenfalls über ihr MySpace-Profil berühmt. Ihre Entdeckerin hat ihre Musik für die beliebte Arztserie "Grey's Anatomy" lizenzieren lassen und machte sie damit über Nacht zum Star.

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Die Lehre des Zuviel: Wie Leser und Medien zurück zu mehr Qualität finden.

Veröffentlicht am 2. Dezember 2008 um 16:44 Uhr von Anna Friedrich

In Foren, Communities, auf Newsportalen und Blogs werden Unmengen an Informationen geboten. Wir alle nehmen immer mehr auf, verarbeiten aber immer weniger. Gibt es einen Ausweg aus dem Informationsüberfluss?

Die The Associated Press (AP) hat junge Konsumenten befragt, welche Rolle digitale Medien für sie spielen. Fast alle gaben an, dass sie sich zwar mehr detaillierte Nachrichten wünschen, jedoch nicht wissen, wie sie an sie heran kommen. Im Ergebnis waren die Jugendlichen überfordert von der Anzahl und Häufigkeit der Nachrichten. Die Masse an Informationen ermüde sie. Umso mehr werden die befragten Jugendlichen laut AP passiv und hilflos:

The irony in news fatigue is that these consumers felt helpless to change their news consumption at a time when they have more control and choice than ever before. When the news wore them down, participants in the study showed a tendency to passively receive versus actively seek news.

Heute gibt es gut 70 Millionen Blogs und 150 Millionen Webseiten. Täglich werden 210 Billionen Emails verschickt. Während 2006 noch 161 exabytes Daten im Netz versendet wurden ist, werden es bis 2010 vermutlich bereits 988 exabytes sein.

Gegen das "lost in translation"

Die unvorstellbaren Datenmengen haben drastische Auswirkungen darauf, wie Nachrichten erstellt und konsumiert werden. Dabei sind die Vorteile von Nachrichten im Internet - Transparenz, Zugänglichkeit und Demokratisierung nach den Prinzipien der "öffentlichen Meinung" - unbestritten.

Trotzdem ergab eine andere Befragung in den USA, dass Leser nicht besser informiert sind als vor der Internet-Ära. Unsere Aufmerksamkeit ist limitiert. Das wissen Kognitionspsychologen schon lange. Im Zeitalter der digitalen Information gilt es für Anbieter, um dieses selten gewordene Gut zu kämpfen - wenn sie nicht untergehen wollen.

Unsere Lösung im Informationsdschungel lautet Multitasking. Wir öffnen unzählig viele Tabs im Browserfenster, chatten nebenbei, schauen fern und schreiben gleichzeitig auch noch eine Email. Torkel Klingenberg vom Karolinska Institut in Schweden betont aber, dass wir nur durch gezielte Aufmerksamkeit Dinge lernen können:

If we do not focus our attention on something, we will not remember it.

Damit wir neue Informationen aufnehmen können, müssen wir es also schaffen, uns auf eine Sache zu fokussieren und "Störquellen" zu ignorieren. Ansonsten haben wir zwar von allem schonmal etwas gehört, aber verstanden haben wir es längst nicht. Effizient aufnehmen können wir nur das, was wir mit ganzer - und nicht wie beim Multitasking mit geteilter - Aufmerksamkeit beachten.

Die Qualität im Netz wahren

Für Medien heißt das, dass sie Inhalte liefern müssen, die so gut sind, dass wir sie im überladenen Internet überhaupt wahrnehmen.

Viele Nachrichtenkanäle bieten dagegen immer MEHR Informationen. Sie produzieren viel Inhalt auf immer mehr Unterseiten und Kategorien. Ein Teufelskreis, der es für den Konsumenten nur noch schlimmer macht, die Orientierung zu wahren.

Interessant ist, was Pablo Boczkowski, Kommunikationswissenschaftler der Northwestern University, herausgefunden hat. Seine Studien zeigen, dass wir sehr viel weniger Zeit für Nachrichten im Internet aufwenden als wir dies für gedruckte Inhalte tun. Ausserdem wird online mehr nutzergenerierter Content konsumiert. Noch komplizierter machen es die ganzen Werbebanner, so der Forscher. Und selbst, wenn wir es schaffen, diese auszublenden sind wir angesichts der zahlreichen Artikel, Schlagzeilen, Video- und Audio-Feeds überfordert. Wohin mit der Aufmerksamkeit, diese Frage stellt sich der Konsument.

Nachrichtenmedien kämpfen dagegen um genau diese. Sie konkurrieren nicht nur untereinander, sondern auch mit den Werbeanzeigen, ohne die sie ironischerweise nicht überleben können. Dass die Medienlandschaft sich im kompletten Wandel befindet, steht außer Frage.

Niklas Hofmann spricht heute in der Süddeutsche Zeitung am Beispiel der Berichterstattung zu den Anschlägen in Mumbai davon, dass durch den Microbloggingdienst Twitter eine völlig neue Nachrichtenkultur entsteht. Den Umbruch verdeutliche auch die Online-Berichterstattung zur Finanzkrise und natürlich die zur US-Präsidentschaftswahl.

Journalismusexperte und -dozent Stephen B. Shepard will mit seiner "Graduate School of Journalism" den Qualitätsjournalismus in Amerika fördern. Er propagiert den "interaktiven Journalisten" Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung macht er klar, dass ein mögliches Ende der gedruckten Zeitungsausgabe ja nicht bedeutet, dass Journalisten aufhören zu arbeiten - im Gegenteil:

Wir haben hunderte Möglichkeiten, einen zukunftsfähigen Journalismus zu betreiben - einen multimedialen Journalismus, einen interaktiven Journalismus, einen Journalismus, der das Publikum mit einbezieht. Dieser neue Journalismus wäre ein Prozess, nicht mehr nur ein Produkt, er würde zu einem Gespräch zwischen Produzenten und Nutzern.

Shepard lehnt Bürgerjournalismus und -beteiligung nicht ab. Trotzdem ist der digitale Konsum von Nachrichten anders. Hier ist kein Platz für qualitativ hochwertige, ausführlich recherchierte Features und Hintergrundgeschichten, so der Wissenschaftler.

Jeder, der denkt, Qualitätsjournalismus beschränke sich auf's Wörterzählen, hat nichts kapiert. (...) Journalismus mit Fließbandproduktion gleichzusetzen, ist eine fundamentale Verkennung dessen, was er sein kann und auch sein sollte.

Der Journalismusguru will seine Journalisten in einem Hybrid-Modell - Online- und Offline-Kompetenzen - ausbilden. Sie sind dann eine Art Allrounder und:

(...) müssen beides beherrschen: Das traditionelle Schreiben und die technische Seite, also Bilderstrecken, Interaktivität, Video. Wir akzeptieren keine Trennlinien.

Um den Qualitätsjournalismus zu finanzieren, dass die Preise für Werbung erhöht werden. Wer die Inhalte weiterverarbeitet, solle zudem dafür bezahlen - also auch Suchmaschinen. Am Ende des Tages ist er überzeugt davon, dass sich Finanzierungsmechanismen ergeben werden. Denn:

Das Bedürfnis nach Informationen, Verständnis und Selbstbestimmung wird nicht verschwinden. Und genau deshalb wird auch der Journalismus nicht verschwinden.

Anstatt sich in den Sog zu begeben, Nachrichten für den digitalen "Müllhaufen" zu produzieren, beginnen die Medien, die Digitalisierung ihrer Inhalte als Chance zu verstehen. "hybridfähig" ist das Zauberwort: Nachrichten verändern ihr Wesen je nach Trägermedium.

Ein schönes Beispiel für die Darstellung von News online ist die neue Website von BBC News. Geht man hier auf den Artikel Top Thai court ousts PM Somchai, fällt die Interaktivität ins Auge: BBC News liefert nicht nur einen Text, sondern gleichzeitig den dazugehörigen Video- und ein Audio-Cast. Am Ende des Artikels wird der Leser direkt nach seinen Erfahrungen zu den Protesten in Thailand gefragt. Sie können dann in der Kommentarfunktion berichtet werden. Bilder zur Lesergeschichte können dann an die angegebene Mail-Adresse geschickt oder direkt hochgeladen werden.

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Internet erzwingt Paradigmenwechsel

Veröffentlicht am 27. November 2008 um 11:48 Uhr von Anna Friedrich

Bis 2018 wird sich fast ein Drittel der Leser von den Tageszeitungen ab- und dem Internet hinwenden. Außerdem werden die Werbeeinnahmen im Internet höher als im Print sind. Dies behauptet die Trendstudie "Mediennutzungsverhalten in der Web-Gesellschaft 2018" initiiert von den Mainzer Forschern Prof. Dr. Lothar Rolke und Johanna Höhn.

Insgesamt nahmen bei der Zweituntersuchung bereits vorhandener Studien weitere 600 Probanden von 15 bis 19 Jahren, 20 bis 25 Jahren sowie 35 bis 50 Jahren teil. Rolke von der FH Mainz fasst das überraschende Ergebnis über die rasante Durchsetzung des Internets so zusammen:

Besonders erstaunt hat uns zum einen die Selbstverständlichkeit, mit der die jüngere Generation die verschiedenen Online-Angebote nutzt, und zum anderen die Geschwindigkeit, mit der die 35- bis 50-Jährigen gelernt haben, die neuen Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten zu gebrauchen.

Die Studienteilnehmer gaben an, sich drei mal so häufig per Internet zu informieren als sie das über klassiche Medien wie Fernsehen, Tages- und Publikumszeitungen tun. Alle befragten Altersgruppen sehen das Internet als attraktives Informationsmedium an: die qualifizierten Informations-, Unterhaltungs- und Einkaufmöglichkeiten können einfach mit wenigen Klicks abgerufen werden.

Ganz besonders als Recherchetool bei Kaufentscheidungen wird viel gesurft. Mit mehr als 70 Prozent ist das World Wide Web klarer Spitzenreiter bei der Informationssuche zu Produkten. Damit ist das Netz eine sehr viel wichtigere Informationsquelle als Familie, Bekannte und Printmedien.


Zeitungsleser sollten mehr vom Web profitieren als Nicht-Zeitungsleser

Der Professor für Betriebswirtschaftslehre und Kommunikationswissenschaften Lothar Rolke betont jedoch, dass das Web die übrigen Medien braucht. Die traditionellen Medien seien also keinesfalls abgeschrieben. Nur sollten Zeitungen, Zeitschriften und Rundfunk verstärkt Kooperationen eingehen und die Internetnutzer unterstützen. Rolke sagt:

Es mag paradox klingen, aber weil das Internet ein so großer gesellschaftlicher Veränderer ist und vorläufig bleiben wird, müssen die traditionellen Medien zu Begleitern für die Menschen werden: Ihnen Orientierung geben, Lernhilfen anbieten und ihnen zeigen, wie sie an die Benefits im Internet kommen können. (...)


Online die Energie des Kunden nutzen

Für Firmen heißt die "Internetisierung" vor allem eines: Sie müssen sich mit den Umgangsregeln und Werten der Web-Generation auseinandersetzen. Um in Dialog zu treten mit ihren Kunden müssen sie diese anerkennen:

Gleichwertigkeit der Kommunikationspartner, Transparenz des eigenen Tun aufgrund der archivierten, aber jedem zugänglichen Aktualität und dem stärkeren verlangen nach ungezwungener Partizipation.

Ähnlicher Meinung ist auch der Marketing-Guru Philip Kotler. Für ihn ist Online-Kommunikation eine kostengünstigere und effektivere Alternative, die gerade in Krisenzeiten genutzt werden sollte. Marketingstrategen sollten sich, so der Wirtschaftswissenschaftler, die Social Communities zu Nutzen machen.

Sein Schlagwort ist "Customer Empowerment": Anstelle der von Watzlawick geprägten einseitigen Sender-Empfänger-Kommunikation müssen Firmen die Energie der Kunden für sich nutzen, indem sie mit ihnen interagieren. Dazu gibt es im Web vielfältige Anwendungen, wie virale Marketingkampagnen, Produktcommunities, (Mitarbeiter-)Blogs, Twitter-Accounts, Podcasts oder Webseminare. Kotler erklärt gegenüber der FTD:

Wenn es eine Website gibt, auf der sich Experten für Verpackungstechnik austauschen, dann muss man als Hersteller dort präsent sein.

Beherrschen die Marketiers also erst einmal die Klaviatur der Web 2.0-Szene, haben Sie "Kontrolle" über ihre Kunden? Kotler empfiehlt Herstellern, über Mundpropaganda ihre Produkte testen zu lassen. Auch, wenn die Kunden sich im Internet kritisch dazu äußern, wirkt die Marke plausibel. "Kritik ist ein Geschenk!", so der Wissenschaftler.

Dazu müssen über einen Web Monitoring Service allerdings auch die Meinungen zu Produkten in Blogs und Foren überwacht werden. Laut Kotler nutzt in USA nur jedes zehnte Unternehmen Web Monitoring - in Deutschland ist es lediglich jedes fünfzigste!

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Das Internet ist der Sauerstoff der Europäer

Veröffentlicht am 21. November 2008 um 10:31 Uhr von Anna Friedrich

Inzwischen sieht ein Großteil der Europäer das Internet als festen Bestandteil ihres Alltags an, ihr Lebensstil orientiert sich mehr und mehr am Web. Dies ist das Fazit der Mediascope Europe 2008 Studie, die sich das Mediennutzungs-Verhalten der europäischen Bevölkerung im Auftrag der European Interactive Advertising Association (EIAA) unter die Lupe genommen hat. Dazu wurden im September diesen Jahres europaweit über 9.000 Internetnutzer interviewt, davon auch gut 1.000 Deutsche.

Innerhalb von einer Woche sind 60 Prozent der Probanden, das entspräche 178 Millionen Europäern, im Netz unterwegs. 55 Prozent der Befragten sind täglich online. Dabei ist die Internet-Nutzung nicht nur beruflich mehr geworden. Auch privat wird mehr gesurft: Während 2007 noch 67 Prozent auch abends im Internet waren, sind es heute bereits drei Viertel der europäischen Studienteilnehmer. Mehr als die Hälfte (51 Prozent) surft regelmäßig am Wochenende. 2007 waren es gerade einmal 38 Prozent.

Was wird gesurft?

Ein Großteil der Befragten, 83 Prozent finden, dass das Web ihre Lebensqualität steigert. 73 Prozent bleiben über Netzwerke & Co. mit Freunden und Verwandten in Kontakt. 54 Prozent buchen ihre Reisen online. Weiterhin sammeln 51 Prozent Produktinformationen im Internet, die ihre Kaufentscheidungen beeinflussen.

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Entscheidend bei der Kaufentscheidung online sind zu 64 Prozent persönliche Empfehlungen. Die Hälfte der Europäer nutzt Online-Preisvergleiche und 49 Prozent nutzen Hersteller-Seiten als Informationsquelle.

Zu 64 Prozent surfen sie auf Seiten, die Kundenbewertungen enthalten - das heißt, Emfephlungen im Netz spielen bei knapp der Hälfte der Käufer eine Rolle, wenn es um die Kaufentscheidung geht! Expertenurteile zu Produkten spielen bei 45 Prozent der Konsumenten eine Rolle. Der Trend scheint also zu sein, dass mehrere Komponenten zur Kaufentscheidung hinzugezogen werden.


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Und die Deutschen?

Laut Ergebnissen kaufen 36 Prozent der Deutschen innerhalb von 12 Monaten bis zu fünf Mal im Internet ein. Jeder Zweite gibt an, mehr als sechs Einkäufe zu tätigen sogar mehr als 6 Einkäufe. Beliebtes Kaufobjekt sind mit 69 Prozent Reisetickets. Sie sind dicht gefolgt von Urlaubsangeboten, die von 68 Prozent recherchiert und von 28 auch online gebucht werden. Den dritten Platz belegen mit 55 Prozent Bücher, gefolgt von Elektronikartikeln, Konzertkarten, Kleidung, CDs, Autos und Mobiltelefonen.

Auch ergibt die Untersuchung, dass die Informationen aus dem Internet auch für Offline-Käufe genutzt werden. Immerhin geben 70 Prozent der deutschen Surfer an, für ihre Kaufentscheidungen Suchmaschinen zu Rate zu ziehen. Nur 65 Prozent informieren sich über den "realen" Verkäufer. Erst an dritter Stelle liegen werden von 63 Prozent der Befragten klassische Medien wie Zeitungen und Zeitschriften zur Produktinformation hinzugezogen.

Die "goldene" Jugend

Am stärksten ist die zunehmende Internetnutzung geprägt von der "Generation Online", der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen, die seit der Schulzeit mit dem Web vertraut ist. Von ihnen sind 36 Prozent "Heavy User" und 63 Prozent surfen täglich. Knapp die Hälfte kommuniziert über soziale Netzwerke mit anderen Nutzern - sie haben sich die nutzergenerierten Inhalte zu eigen gemacht.

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Alison Fennah, Executive Director der EIAA, fasst das Fazit der Studie so zusammen:

Das Internet hat sich für die Nutzer in den vergangenen fünf Jahren von der reinen Informationsquelle zu einem effektiven Tool entwickelt, mit dem sie ihren gesamten Lifestyle ausleben und ihren Alltag organisieren können - sei es bei der Kommunikation, Unterhaltung, Informationsrecherche oder dem Termin-Management. Vor allem die Generation Internet der 25- bis 34-Jährigen nutzt diese Vorteile bereits aktiv für ihren Alltag. Für werbetreibende Unternehmen und Media-Agenturen in Europa bedeutet dies eine äußerst attraktive Zielgruppe, die sie online effizient erreichen und interaktiv in ihre Markenwelten einbinden können.

Marketiers sollten sich die Ergebnisse genauer anschauen. Die zunehmende Bedeutung des Internets bietet für sie eine große Spielwiese. Nur wer versteht, womit welche Konsumenten ihre Zeit online verbringen, hat auch die Möglichkeit, mit der Zielgruppe in Dialog zu treten.

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Social Media Myths

Veröffentlicht am 20. November 2008 um 17:25 Uhr von Mark Pohlmann

Das englischsprachige "Socialmediamagazine" hat eine interessante Liste der größten Vorurteile über den Einstieg in die Welt der Social Media geschrieben. Hier eine kurze, frei übersetzte Zusammenfassung.

1. Gut sein reicht nicht. Nicht alles, was gut ist, wird automatisch auch geklickt. Ohne eigene Reputation und aktive Vermarktung geht auch der beste Artikel ungelesen den Bach runter.

2. Klare Regeln. Die Community sieht genau, wer peinlich übertreibt , falsch zitiert oder grob bei der Konkurrenz klaut. Und zeigt mit dem Finger schamlos auf den Delinquenten.

3. Es gibt sie: Digitale Beziehungen. Wer glaubt, das über das Internet kein Vertrauen aufzubauen ist, irrt. Das Gegenteil ist der Fall: Gerade im vernetzten und transparenten Internet wird klar, wer vertrauenswürdig ist.

4. Je mehr Freunde, umso besser. Tausende Freunde sind ein Faktor von vielen, die eine digitale Reputation ermöglichen. Aber bei weitem nicht die entscheidendste. Die Qualität schlägt glücklicherweise weiter die Quantität.

5. Social Media Marketing ist einfach. Siehe Punkt eins: Foren und Communities kann jeder bauen. Begeisterte Nutzer anzulocken und anzusiedeln, ist harte Arbeit. Das kann vor allem dann frustrierend sein, wenn über die ersten Wochen sich kaum jemand für das eigene Angebot interessiert. Hier hilft nur: Besser werden, aktiver kommunizieren.

6. Vergeudete Zeit. Die Fähigkeit, sich mit Kunden auszutauschen ist keine Zeitverschwendung, sondern eine zukünftig elementare Kulturtechnik für jedes Unternehmen. Je eher es anfängt, umso einfacher wird dieser Adaptionsprozess.

7. Social Media ist das Ende klassischen Marketings. Hierzu nur ein Wort: Quatsch.
Aber seine Bedeutung wird noch viel zu wenig erkannt.

8. Online-Kommunikation löst alle Probleme verfehlter Marketingpolitik, da es sich quasi von selbst verbreitet. Ist natürlich auch nicht richtig. (Hier würde ich allerdings sagen, das behauptet auch niemand). Die oft zu hörende Hoffnung, dass virales Marketing Media-Budgets unnötig macht, träumen viele Unternehmen. Das schaffen vielleicht ein Prozent.

9. Web 2.0 - das ist für die nächste Generation, die "Digital Natives". Natürlich ist die heutige Teenager-Generation schon komplett digital sozialisiert und nutzt die Techniken in der Mehrheit viel intensiver als jede andere. Aber Fakt ist, dass die Hauptnutzung in absoluten Zahlen derzeit bei den über 30-Jährigen liegt. Und die meisten Reisen werden heute online gebucht - und das bestimmt nicht von Vierzehnjährigen.

10. Digg ist alles, was es braucht. Digg zeigt von Lesern empfohlene Texte und Webseiten an und ist im englischsprachigen Raum sehr verbreitet. Aber welches Marketingtool auch immer: Es gibt nicht "die" eine Lösung. Aber es gibt viele Wege, Aufmerksamkeit im Internet zu erzeugen. Das ist das Schöne am Internet: Die Anzahl der Marketinginstrumente hat exponential zugenommen. PR, Virale Videos, Blogs, Communities, Twitter, YouTube... die Liste ließe sich unendlich verlängern. Jetzt muss man nur noch wissen, welches zu den eigenen Zielen passt.

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Facebook-Zensur in Italiens Firmen

Veröffentlicht am 19. November 2008 um 18:25 Uhr von Anna Friedrich

Kein Zugang zu Facebook am Arbeitsplatz - das ist in Italien ab sofort eher die Regel als die Ausnahme. Von mehr Effizienz am Arbeitsplatz durch soziale Netzwerke wollen italienische Unternehmen anscheinend nichts wissen.

Wie die Poste Italiane verbieten viele Unternehmen ihren Mitarbeitern ab sofort, Facebook zu nutzen. Sie vergeuden, so die Begründung, nur ihre Arbeitszeit. Die Stadt Neapel erlaubt eine eingeschränkte Facebook-Benutzung von einer Stunde pro Tag - sechs "Rationen" à zehn Minuten. Da fragt man sich, ob die Stadtverwaltung auch die Toiletten-Pausen regelt?

Anders ist die Einstellung beim Automobilproduzenten Fiat. Hier wird der Netzwerk-Gigant für Online-Marketingzwecke eingesetzt - alle Fiat-Modelle sind auch auf Facebook.

Von den 120 Millionen registrierten Benutzern weltweit zählt Facebook allein in Italien 4,2 Millionen (Stand: September). Dabei ist das Wachstum gigantisch: Die Nutzerzahlen haben sich von Mai bis September 2008 mehr als vervierfacht!

Warum sind Verbote schlecht? Netwerke verbessern die interne Kommunikation, die Arbeitsorganisation und geben ein Gefühl der Zugehörigkeit. Warum darauf verzichten? (s. Blogeintrag Soziale Netzwerke machen das Arbeiten effizienter)

Und, was noch viel wichtiger ist: werden Web 2.0-Anwendungen wie Facebook intern verwehrt, dann können sie auch schlecht für die Kommunikation nach außen mit der Zielgruppe genutzt werden. Die Videobotschaft von Axel-Springer-Vorstand Mathias Döpfner, in der er seinen Angestellten die Umstellung der Betriebs-IT auf Mac erklärt, ist doch ein schöner Anfang. Oder die Telekom-Kampagne "Die neue Telekom", in dem Vorstand René Obermann Stellung zum Umbau im Unternehmen nimmt. Wenngleich bei der Telekom-Seite die Kritik laut wurde, dass keine Kommentar-Funktionen vorhanden sind.

Glaubt man einer Studie der Sales-Firma Xenagos, dann verpassen Vertriebsfirmen große Verkaufschancen in sozialen Netzwerken. Denn im Internet stecke, "großes Potential für die Geschäftsanbahnung - hierzulande bleibt es jedoch weitgehend ungenutzt." Mehr dazu im Whitepaper „Social Networks im Vertrieb - Nutzung und Perspektiven". Darin rät Xing-Evangelist Joachim Rumohr jedoch davon ab, Konten auf sozialen Netzwerken ausschließlich für Firmenzwecke einzurichten:

Ein Soziales Netzwerk besteht aus einzelnen Personen mit persönlicher Geschichte, Erfahrungen und auch persönlichen Zielen. Privates und Berufliches ist kaum zu trennen. Persönliches und die Ansprüche des Unternehmens können im Widerspruch stehen. Corporate Accounts halte ich daher in der Ausgestaltung für schwierig.

Tatsächlich sind doch die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben im Web 2.0 fließend. Von Xing über Twitter bis hin zu Facebook - gibt es Accounts die wir tatsächlich nur für "das Eine" benutzen?

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Soziale Netzwerke machen das Arbeiten effizienter

Veröffentlicht am 14. November 2008 um 11:07 Uhr von Anna Friedrich

Die Begeisterungen um das Web 2.0 dreht sich immer um den B2C-Bereich, dabei liegt gerade im Einsatz von solchen Applikation innerhalb von Unternehmen großes Potential. Damit, ob und wie soziale Netzwerke in Firmen Einsatz finden, hat sich eine Studie von Dynamic Markets befasst. Die vom US-Telekommunikationsunternehmen AT&T in Auftrag gegebene Untersuchung beweist, dass Unternehmen mit dem Einsatz von sozialen Netzwerken ihre Effizienz steigern.

Dies ergab die Auswertung der Antworten von 2.500 teilnehmenden Angestellten aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Ähnliche Ergebnisse lieferten auch schon Studien von Psychonomics und Demos (s. Blogeintrag Online-Vernetzung macht Firmen produktiver).

Am häufigsten an europäischen Arbeitsplätzen eingesetzt werden demnach:

  • Firmeneigene Plattformen zur Zusammenarbeit im Intranet (39 Prozent)
  • Foren innerhalb des Unternehmens (20 Prozent)
  • Vom Unternehmen produziertes Videomaterial, das über Intranet zugänglich ist (16 Prozent)
  • Online-Netzwerke wie LinkedIn, Facebook etc. (15 Prozent)
  • Externe Kooperations-Tools wie Wikis und interne Blogs (jeweils 11 Prozent)

Laut Ergebnissen sehen rund zwei Drittel der teilnehmenden Angestellten soziale Netzwerke als Teil ihrer Arbeitskultur an. Außerdem zeigte die Studie, dass gerade in deutschen Unternehmen am häufigsten Web 2.0-Technologien im Arbeitsalltag eingesetzt werden - und zwar von 72 Prozent der Befragten. Von den Briten hingegen nutzen nur 59 Prozent die Plattformen am Arbeitsplatz. Insgesamt sehen 74 Prozent der befragten Europäer soziale Netzwerken und Online-Communities große Vorzüge für die Arbeit.

1CC8FF27DEFA382A4872C8DAB4D1E342_800x600.jpgAls besonders vorteilhaft nennen sie zu je 38 Prozent die Erweiterung des Wissenshorizonts und der Zugang zu Problemlösungen. 36 Prozent sehen Vorteile in der Nutzung des kollektiven Wissens von Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten und weitere 32 Prozent geben an, dass soziale Netzwerke die Teambildung und die interne Zusammenarbeit erleichtern.

Aber kein Trend hat nur gute Seiten: 79 Prozent der Befragten sehen auch die Nachteile der neuen Arbeitsweise mit sozialen Netzwerken. Knapp die Hälfte der europäischen Arbeitnehmer nennt hier die Punkte. 45 Prozent äußern zudem Bedenken zur Sicherheit, da über soziale Netzwerke vertrauliche Daten aus dem Unternehmen in die Öffentlichkeit gelangen können. 30 Prozent der befragten deutschen Angestellten geben an, negative Erfahrungen gemacht zu haben. Verglichen mit anderen europäischen Ländern ist die Gefahr damit in Deutschland am größten. Dabei muss berücksichtigt werden, dass in Deutschland soziale Netzwerke am stärksten genutzt werden (72 Prozent).

Der AT&T Vice President für Deutschland und Zentraleuropa, Joachim Kathmann, betont, dass in Europa ein klarer Trend vorherrscht, soziale Netzwerke im Arbeitsalltag einzusetzen. Sie fördern, so der Vice President, die Zusammenarbeit im Unternehmen und steigern die Leistungsfähigkeit und Produktivität der Arbeitnehmer:

Die Nutzung von sozialen Netzwerken und anderen Kollaborations-Tools verändert die Art und Weise, wie Unternehmen kommunizieren. Es ist wichtig, genau zu analysieren, für welche Bereiche diese Anwendungen in Unternehmen einen Nutzen bringen.

An welchen Kriterien kann man aber messen, ob die Arbeit mit den neuen Anwendungen wirklich einen Mehrwert bringt? Ein Viertel der Studienteilnehmer ist sich da nicht sicher. Kathmann sagt weiter:

Die Veränderung ist eher soziologisch als technologisch, deshalb ist es schwierig, die Kriterien traditioneller ROI-Berechnungen auf die Arbeit mit sozialen Netzwerken anzuwenden.

IT-Manager bezweifeln häufig, dass sich der Einsatz der Web-2.0-Techniken positiv auf das operative Geschäft auswirkt. Einer Forrester-Untersuchung zufolge, werden nicht nur soziale Netzwerke, sondern auch der Einsatz von Wikis für Unternehmen eine Rolle spielen. "Wikis haben mehr als alle anderen Web-2.0-Tools bewiesen, wie viel ihr Einsatz bewirken kann", so der Autor der Studie, Gil Yehuda.

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E-bama: Der erste ePräsident Amerikas

Veröffentlicht am 11. November 2008 um 17:54 Uhr von Anna Friedrich

Obama hat sich in seinem Wahlkampf als Marke etabliert und damit das Weiße Haus erobert. Sein digitales Marketingkonzept war es, das ihn dahin gebracht hat, wo er jetzt steht: an der Spitze Amerikas. Er ist zwar das 44. Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten, aber der erste ePräsident der Welt. Er hat sich die Macht der sozialen Medien zu Nutze gemacht. Obama erreichte über die Web 2.0 Anwendungen seine Nachricht und seine Spendenaufrufe an ein sehr viel bereiteres Publikum richten. Seine Facebook-Seite ist nur ein Beispiel hierfür.

Nun hat Obama die Wahl gewonnen. Doch die Direktkommunikation - vor allem über regelmäßige E-Mails und SMS - mit seiner riesigen Fandatenbank, kann jetzt nicht einfach gebrochen werden. Die Ära der politischen Online-Kommunikation, in der ein x-beliebiger Bürger eine E-Mail an Obama schicken kann, bricht gerade an. Wenngleich die Website des neuen US-Präsidenten dies aktuell noch nicht ermöglicht, so werden die Kampagnen-Manager nicht darum herumkommen, Dialogfunktionen einzubauen - ähnlich den sozialen Netzwerken.

Vorschaubild für Bild 5.pngÜber den Verlauf seiner Transitionsphase bis zum 20. Januar will Obama auf seiner neuen Regierungsseite Change.gov berichten. Diese Transition, wie die Amerikaner sie nennen, findet interaktiv statt. Unter der Rubrik "Open Government" fordert er die US-Bürgerinnen und Bürger auf, ihre persönliche Obama-Geschichte zu veröffentlichen: "An American Moment". Indem Obama seinen Wahlsieg zum Sieg der Bürger macht, gibt er jedem einzelnen das Gefühl, dass er direkt mit dem virtuellen Präsidenten verbunden ist.


Die Macht der Wähler ist gleich die Macht der Konsumenten

Vom Obama-Prinzip sollten auch Unternehmen lernen. Sie müssen ihre Kommunikation mit den Endkunden überdenken - Massenmarketing wird abgelöst von einem kontinuierlichen Dialog mit der Zielgruppe. Der Marketingerfolg Obamas unterscheidet sich nämlich nicht wesentlich von Marken wir Nike oder Apple. Diese dienten den Marketiers aus dem demokratischen Team vielleicht als Inspiration.

Rapp-Chef Paul Price sagt gegenüber der AdAge:

You saw mass-microtargeting discriminating on the basis of people's issues, concerns, geographies and demographics. It was a remarkably powerful demonstration of the power of database marketing and data-driven marketing.

Price betont jedoch, dass Obamas Erfolg nicht ganz so einfach auf Konsumentenwerbung übertragen werden kann:

It was for a very high purpose. The motivation of people to join and be part of that is at an extraordinary high level.

In Norwegen zeigt eine E-Mail-Kampagne gegen Shell (Video), wie stark der Einfluss von digitalem Direktmarketing auf Konsumenten wirklich ist. Und Konsumenten sind Wähler. Die E-Mail erreichte Millionen Autofahrer erreichte, führte dazu, dass keiner mehr bei dem Ölgiganten tanken wollte.

Von einem solchen Boykott, ausgelöst von einer kleinen E-Mail, ist heute kein Unternehmen mehr sicher. Dieses Machtpotential lässt sich auf die Politik übertragen. Obamas Datenbank unterstützt seine politischen Intentionen - schaden soziale Netzwerke auch. Gleichzeitig schlägt Begeisterung schnell ins Gegenteil. Oder ist die Marke Obama so stark, dass sie vor der Macht des Konsumenten geschützt ist?


Die Marke Obama muss ihre Versprechen nicht halten

Justin Kingsley stellt eine interessante These auf darüber, wie sich unser Verhältnis zu Marken verändert hat. Heute glauben Konsumenten der Werbung nicht mehr. Diese Generation bezeichnet Kingsley als "Obsoletisten". Gemeint ist mit den übersetzt "Unmodernen" eineneue Generation: sie sehnt sich immer nach dem neuesten Trend, während sie schon genau weiß, dass der gleich wieder "out" sein wird:

An obsoletist, therefore, is prepared to accept that a brand promise can differ from what a brand delivers. It's about the relationship a consumer has with a name, not a product. It's living on the cutting edge.

Übertragen auf die Obama-Marke bedeutet das, dass sich die Erwartungen an die Veränderungen auch wieder ändern werden. Das gute daran ist, dass es eine neue Ausgabe von Obama erst wieder in vier Jahren geben wird ;-). Aus Kingsleys Sicht überraschend dabei ist, dass der gleiche Markt zuvor zwei mal George W. Bush zum Präsidenten gemacht hat. Auch die anderen Länder haben Erwartungen an die neue Weltmacht: um diese Märkte für sich zu gewinnen, muss Obama aber andere Strategien beherzigen.

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"Selling Obama: A brand new man", so tituliert der Canwest Newsservice das Foto der "Wackeldackel"-Figur von Obama, die im Souvenirladen neben dem Weißen Haus verkauft wird. (Quelle: Getty Images)

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Gruppen für japanische Twitter-Fans

Veröffentlicht am 5. November 2008 um 11:10 Uhr von Anna Friedrich

Nachdem die berühmte Microblogging-Plattform erst im April diesen Jahres in Japan gestartet ist, launcht der japanische Twitter-Partner Digital Garage jetzt die Twitter-Community Twicco.

Endlich gibt es eine Seite, auf der Twitter-Maniacs Gruppen gründen bzw. ihnen beitreten können. Denn trotz der Millionen Nutzer auf Twitter sind die einzelnen Zwitscher-Communities vergleichsweise klein. Dies soll sich jetzt ändern - zumindest in Japan. Bisher ist Twicco nämlich nur auf japanisch verfügbar. Ein Launch in weiteren Sprachen ist in Planung.

Twicco JP klein.jpg

Zur Zeit nutzen einige Twitterer Tweetdeck, um sich gruppenähnlich zu organisieren. Trotzdem ist ein Gruppen-Feature von den meisten gewünscht. Stan Schröder von Mashable vermutet aber, dass die Twitter-Entwickler Angst haben, die Einfachheit von des 140-Zeichen-Wunders mit einer Gruppen-Community "kaputt" zu machen. Fraglich ist sowieso, warum die Anwendung nicht direkt auf Twitter integriert wird?

Loic Le Meur von seesmic hat zu Twicco ein Demo-Video veröffentlicht.

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Online-Vernetzung macht Firmen produktiver

Veröffentlicht am 30. Oktober 2008 um 18:03 Uhr von Anna Friedrich

60 Prozent der deutschen Internetnutzer sind in mindestens einer Netzwerk-Community aktiv. Dies vermeldet das Marktforschungsinstitut Psychonomics im heute veröffentlichten "Social Network Barometer". Besonders beliebt bei den Befragten sind dabei die Netzwerke StayFriends mit 37 Prozent, studiVZ mit 29 Prozent und MySpace mit 22 Prozent. Die drei Motive, die am häufigsten als Nutzungsgrund genannt werden sind: Unterhaltung, Meinungsaustausch und Arbeitsleben.

In Deutschland sind also fast zwei Drittel in Social Networks. Gleichzeitig verbringen wir aber in der Regel mindestens die Hälfte des Tages (im Wachzustand) auf der Arbeit. Damit, ob Social Networks auch am Arbeitsplatz Sinn machen, hat sich die Studie "Network Citizens" befasst.

Die britischen Marktforscher von Demos belegen darin, dass soziale Netzwerke die Kommunikation innerhalb einer Firma positiv beeinflusst. Außerdem stellen Facebook und Co. laut Studienergebnissen - entgegen der allgemein gültigen Haltung der meisten Arbeitgeber - keine Zeitverschwendung dar. Deshalb sei es mehr als kontraproduktiv, Verbote aufzustellen - dies könnte dem Unternehmen sogar schaden. Besser für die sei es, die Mitarbeiter zu motivieren, soziale Netzwerke stärker zu nutzen. Denn, so die Begründung der Forscher, sowohl im Privat- als auch im Berufsleben teilen sich Menschen bevorzugt über diese Online-Portale mit.

Viele Firmen nutzen die Möglichkeiten des Netzes bereits, z.B. zum Dokumentenaustausch. Dabei werden vor alle Business-Portale wie LinkedIn oder das deutschen Xing genutzt. Die Netzwerke Facebook, MySpace etc. werden meist vernachlässigt. Die Autoren Peter Bradwell und Richard Reeves von Demos glauben, dass hier viel Potenzial brach liegt:

These online platforms (...) promote new kinds of connection and exchange. They help encourage more collaboration, and open up new spaces for innovation. They help make our sense of personal identity and our relationship to others more pronounced. The technologies that help this happen have become embedded in everyday life. (...) As this has happened, it has exacerbated the need to look past the question of how networks interrupt or contradict an organisation's way of working. We should ask what the logic of networks, as it unfolds in everyday life, means for how an organisation can and should work.

Diskussionen um die Sinnhafitgkeit sind also laut Demos-Forscher mehr als überflüssig. Im Gegenteil müssten Social Networks als Teil der internen Kommunikation in Unternehmen anerkannt werden. So können die Networks es erleichtern, mit ehemaligen Mitarbeitern oder Kollegen und auch mit Kunden in Kontakt zu bleiben und potenzielle Kunden auf sich aufmerksam zu machen. All das steigert die Produktivität eines jeden Unternehmens.

Werden Networking-Seiten eingesetzt, so raten die Autoren den Firmen aber, klare Regeln zu etablieren. Den Mitarbeitern muss klargemacht werden, dass soziale Netzwerke während der Arbeitszeit in erster Linie beruflich zu nutzen sind. Dennoch sollte auch ein gewisser Freiraum gegeben werden, sich online zu orientieren und zu entwickeln.

Sogar der alteingefahrene Branchenverband BITKOM beginnt, die Vorteile von sozialen Netzwerken für den Geschäftsbereich zu erkennen und lässt in einer Pressemitteilung kommunizieren:

Blogs, Wikis & Co. erhöhen die Produktivität der Unternehmen und haben ihren festen Platz in den Arbeitsabläufen gefunden. (...) Unternehmen können Informationen schneller und einfacher recherchieren und somit besser auf neue Markttrends reagieren.

Das Research-Unternehmen Gartner berichtete bereits im Juli von Studienergebnissen, die zeigen, dass das Potenzial von Social Networks im Geschäftsleben stark unterschätzt wird. Gartner-Projektmanagerin Julia Lin zufolge sind die sozialen Netzwerke Ausdruck des sich seit Jahren entwickelten menschlichen Verhaltens, immer mehr Kommunikationstechnologien zu schaffen:

Social networking is arguably as old as humanity, not something new that has been invented for so-called 'digital natives'. However, social networking has found new forms of expression on the Internet which has helped to reshape the purpose and protocols of social networking in the online world and beyond. How to apply this in a corporate environment will be the next major challenge.

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Twittern oder nicht Twittern - ist das (noch) eine Frage?

Veröffentlicht am 17. Oktober 2008 um 14:54 Uhr von Anna Friedrich

Twitter, das Zwitscher-Tool, ist und bleibt ein Kommunikations-Phänomen. Zweieinhalb Jahre nach dem Launch des ersten Microblogging-Systems zählen Beobachter gut drei Millionen Nutzer auf Twitter - eine offizielle Zahl gibt es nicht. Mit der 140-Zeichen-Welt sollten sich PRler und Strategen intensiver befassen und sie für ihre Zwecke einsetzen. So zumindest die Meinung von APR-Autor und Medienanalyst Ryan Zuk.

Bei Twitter dreht sich alles um diese Kurznachrichten derer, die sie lesen ("Followers") und derer, denen man selbst folgt ("Following"). Neben der regulären Webseite www.twitter.com gibt es zahlreiche Drittapplikationen, darunter auch netvibes, Twitbin oder Twitteriffic. Natürlich kann man seinen Status auch per Sms oder Messenger aktualisieren. Twitter ist flexibel und ist über alle möglichen Kanäle erreichbar - immer und überall (s. Hyper, Hyper immer weiter???).

Nicht-Twitterer vom Zusatznutzen zu überzeugen, ist schwierig. Nach dem Motto "Barfuß oder Lackschuh" ist man entweder völlig verzaubert und süchtig nach "Gezwitschere" oder man kann diese mitteilungsbedürftigen Menschen, die sich online rumtreiben oder von unterwegs berichten, einfach nicht verstehen.

Zwitschernde präsentieren sich selbst, ihres Marke oder ihren Kunden - nicht umsonst wird Twitter die Plattform der Selbstdarsteller genannt. Nutzer setzten die kurze und prägnante Micro-Nachricht aus unterschiedlichsten Motivationen und für alle möglichen Ziele ein. Von einflussreichen Industriellen, über Journalisten, Analysten, Prominente, Autoren, Politiker, Unternehmen, Konsumenten bis hin zu Kommunikationsprofis sind alle Gruppierungen bei Twitter vertreten. Sie beschäftigen sich mit den Fragen, wie sie sich fühlen und was sie gerade tun oder bringen andere aktuelle Themen in den Newsstream, mit denen sie sich gerade beschäftigen.

Bendikt Köhler, Sozialwissenschaftler an der Universität der Bundeswehr in München, packt den Twitter Mythos in schöne Worte:

Mikro-Blogging ist wie ein dauerhaftes Flurgespräch, bei dem es ständig etwas Neues zu erfahren gibt und in das man sich beliebig ein- und ausklinken kann.
Durch den dialogischen Charakter von Twitter verändert sich das Informationsverhalten. Nachrichten werden nicht mehr bloß rezipiert, sondern diskutiert und weitergegeben. Jeder ist ein Knoten in einem nahezu weltumspannenden Netz von Informationen.

Das wirklich spannende an Twitter ist, dass es zusätzlich zum ursprünglichen Kommunikationsradius weitere Reichweiten schafft. Und gerade das ist es, was dieses unscheinbare, aber phänomenale Tool so wichtig und interessant für PRler macht.

Social Media Experte Paul Greenberg, sieht es nicht mehr als Frage an, ob Twitter relevent ist. Nein, das Microblogging-Wunder ist aus seiner sicht unumgänglich für PRler:

PR professionals not using Twitter really need to get out there. The days of just putting out great press releases are long past, and the 'who you know' aspects of business are now amplified. Twitter emphasizes the 'how,' and much like other social media success stories can lift an individual or client to higher stature.

Die Goldenen Twitter-„Regeln"
- Auch bei Twitter gibt es eine Etiquette. Erst sollte man zuhören, bevor man schreibt. Wie auch bei anderen sozialen Medien der Fall, muss auch bei Twitter die gleiche Kommunikationsstrategie eingehalten werden: wissen, was andere über einen bereits kommuniziert haben - sei es die eigene Firma oder Kunden. Und die Zielgruppen kennen, die sich mit dem Unternehmen, der Marke o.ä. beschäftigen. So kann sich Twitter als wertvolles Kommunikationstool etablieren. Beziehungen im "Knoten" werden gepflegt und der Dialogprozess beschleunigt.

- Es ist ein Geben und Nehmen im Twitter-Netzwerk: die Community davon, dass man auf die geteilten An- und Einsichten das Feedback der anderen bekommt oder auch Nachrichten von anderen „retweetet", wenn man sie für wichtig hält. Richtig akzeptiert wird man erst, wenn an mit de Community in Dialog tritt, glaubt Greenberg. Mit Twitter etabliere ich mich als "Marke", mein Ratschlag wird wertvoll und ich mache eine Vielzahl von Nutzern auf meien Themen aufmerksam.

- Einige Nutzer halten es für sinnvoll, auch persönliche Nachrichten zu tweeten - damit kann auch der Business-Kontakt etwas privater werden. So auch Scott Nelson von Gartner:

So Twitter creates a middle ground where I can learn more about them on a personal level which nurtures our business along the way.

Natürlich sollten persönliche Nachrichten gewählt sein. Im Hinterkopf sollten Twitterer haben, wen oder was sie repräsentieren. Nelson berichtet, dass viele seiner Kontakte, CIOs und Unternehmen nun sehr viel häufiger mit ihm in Kontakt treten, da seine Tweets eine art Komfortlevel geschaffen haben.

Twitter als Netzwerkpflege
Mit Twitter kann man sich profilieren und dabei Kontakte pflegen und vorantreiben.
Diese Art des „Microsharing" macht es auch möglich, Neuigkeiten sehr viel früher anzukündigen und schneller in Kontakt mit der Zielgruppe zu treten. Dies bestätigt auch Laura Fitton von Pistachio Consulting:

Twitter became the quickest way to get the word out and direct people to more details.

Leiter von Ubiquity Public Relations Aly Saxe ist ebenfalls davon überzeugt, dass Twitter Beziehungen stärkt:

I've come to rely on Twitter to help form and strengthen relationships with the press and bloggers. It's much easier to start conversations with them based on what they tweet, as opposed to leading with my clients' products. When I do have a story to share with them, they already know who I am and are open to listening. This approach has helped me land briefings for my clients with some of the most influential technology bloggers.

Twitternachrichten schaffen unmittelbare Wahrnehmung
Mit Twitter ist es so einfach, die öffentliche Meinung einzuholen. Ein Tweet mit einer Frage ermöglicht es, sich mit anderen auszutauschen. Gerade in Krisensituationen, sei es das Erdbeben in China oder der Hurricane Gustav finden sich innerhalb von wenigen Sekunden Menschen, dir vor Ort sind und berichten. Daher auch die Kategorisierung mit den "Hashtags" (#).

Ähnlich ist das Microblog-Wunder auch für Marken und Unternehmen. So könnte es sein, dass eine Firma ihr Produkt zurückrufen muss. Oder ein Journalist schreibt, dass er mit dem Vorstand XY ein Interview führen wird und will von der Community wissen, was sie von ihm gerne wissen würden. Von der kurzen Meinungsumfrage profitiert der Journalist genauso wie die Community. Und mit Twitter erreicht er großen Radius an Menschen, für die diese Nachricht oder Frage relevant ist. Stowe Boyd hat auf der next08 sehr treffend gesagt: "The news will find you".

Manche schreiben ständig jeden Gedanken auf und nutzen Twitter, um mit bestimmten Menschen zu kommunizieren. Aus Fitton's Sicht ist Twitter das beste Tool für PRler, um mit Führungskräften aus dem Bereich der sozialen Medien in Kontakt zu treten:

You might have someone who isn't a great speaker or writer, yet Twitter's micro aspect may be just the thing for them. A short tweet a few times a week suits the executive lifestyle well.

Auch während Konferenzen können Teilnehmer über Twitter einfach kommunizieren und in Kontakt bleiben. Auf den Twitter-Walls der Konferenzen kann man die Online-Kommunikatin dann verfolgen, sofern die Autoren Hashtags benutzen. So auch auf dem BarCamp München letzten Samstag: ich hatte mein Ladegerät vergessen und erhielt über Twitter innerhalb von wenigen Minuten eine Antwort darauf, wer ein Sony Ericsson Ladekabel dabei hat.

Um erst einmal mit dem twittern anzufangen, macht es Sinn, so Ryan Zuk, den führenden PRlern der "Szene" auf Twitter zu folgen. So bekommen Twitterneulinge ein gutes Gefühl für die Anwendung. Vielleicht sollte man aber die Punkte betrachten, die laut Klaus Eck gegen Twitter sprechen.

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Deutsche Internetnutzer googlen wie die Weltmeister

Veröffentlicht am 25. September 2008 um 17:50 Uhr von Anna Friedrich

Wer sucht, der findet - in Deutschland am liebsten über Google. 80 Prozent der 3,8 Milliarden Suchanfragen der Deutschen im Monat Juli kommen dem Suchmaschinengiganten Google zugute. Das entspricht gut drei Milliarden Suchanfragen. Dies ergibt eine Messung des Marktforschers Comscore. Allerdings ist laut Holger Schmidt der Marktanteil von Google sogar noch höher - er schätzt ihn auf rund 90 Prozent. Denn Webseiten wie T-Online und AOL haben die Google-Suchmaschine auf ihren Portalen integriert.

Vom großen Kuchen lässt Google wenig übrig für die restlichen Anbieter. eBay landet im Suchreport mit einem Anteil von 6,1 Prozent auf dem zweiten Platz. 3,4 Prozent entfallen auf die Yahoo-Suche innerhalb von StudiVZ, die zur Georg von Holzbrink-Verlagsgruppe gehört. ProSiebenSat1-Seiten werden bei 2,1 Prozent der Suchanfragen genutzt. Microsoft kann gerade mal ein Prozent Marktanteil für sich behaupten und Yahoo nur 0,9 Prozent.

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Japanerinnen daten Avatare

Veröffentlicht am 24. September 2008 um 10:21 Uhr von Anna Friedrich

Skurril ist der neueste Hype: auf Webkare erobern Japannerinnen digitale Herzen. Das Internetportal kombiniert eine Dating-Simulation mit einem sozialen Netzwerk. Übersetzt heißt Webkare soviel wie "Internetfreund". Sensationell sind die Userzahlen - bereits fünf Tage, nachdem die Site live ging, nutzen 10.000 Mädchen und junge Frauen das kostenlose Netzwerk. Im gleichen Zeitraum werden 3,5 Millionen Page Views gezählt. Die Hälfte der Nutzerinnen ist zwischen 20 und 30 Jahre alt.

Ziel des Dating-"Spiels" ist es, bei den digitalen Partnern so gut anzukommen, dass sie eine Beziehung mit ihnen eingehen. Virtuell. Hierzu reden sie mit den vier zur Auswahl stehenden Charakteren. Sie versuchen, einen der vier Typen, den Sportlichen, Intellektuellen, Frauenschwarm oder den Softie zu treffen. Dabei arbeiten sie auch mit anderen Mitgliedern zusammen, um dann optimalerweise das Herz des Schwarms zu erobern. Die Erfinder von Webkare haben eine Highschool zum Ort der Geschehnisse gemacht. Dort findet der erste Kontakt statt.

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Allerdings sind die Möglichkeiten, mit den Wunschdates zu interagieren, beschränkt. Die jungen Damen können keinen Text eingeben oder tatsächlich mit den Comicfiguren sprechen. Webkare spielt einen kurzen Cartoon ab, sobald man auf den Jungen klickt, den man mag. Von da an nimmt die prätentiöse Liebesgeschichte ihren Lauf. Wichtige Erlebnisse in der Entwicklung der "Beziehung" kann man dann in einer Art Poesiealbum speichern. Insgesamt ist die Plattform einfach gestrickt.

Ähnlich einem regulären Netzwerk haben die Webkare-Fans ein eigenes Profil. Dort können sie Nachrichten verschicken, in Foren diskutieren und Kurznachrichten veröffentlichen (à la Twitter). Selbstverständlich wird auf der Profilseite der jeweilige digitale Freund angezeigt.

TechCrunch lobt die Geschäftsidee von Webkare:

It's pretty weird but clever. Dating simulations have been popular in Japan for quite a while now, but Webkare marks the first time the concept has been brought online and combined with social networking functionality.

Clever deshalb, weil Webcare sich mit Online-Werbung finanziert. Und je mehr Klicks die Nutzerinnen produzieren, desto mehr Geld lässt sich mit der - bisher - für Frauen kostenlosen Plattform machen. Webkare bietet nach Einschätzung von TechCrunch vielfältige Möglichkeiten: etwa durch virales Merchandising oder den Verkauf virtueller Ware (z.B: Klamotten, um den Schwarm zu beeindrucken). Ausserdem könnte bald eine gebührenpflichtige mobile Version mit mehr Funktionen angeboten werden.

Dass Webkare auch in Amerika, Europa oder Deutschland einschlagen könnte, wie eine Bombe, wage ich zu bezweifeln. Eine Seite für simuliertes Dating würde hierzulande sicherlich sehr viel mehr moralische Kritik erzeugen.

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Soziale Netzwerke sind sexy

Veröffentlicht am 19. September 2008 um 9:26 Uhr von Anna Friedrich

Sex sells? Im Internet stimmt das wohl nicht mehr so ganz. Anstatt auf Pornoseiten zu surfen, sind Internetnutzer viel lieber in sozialen Netzwerken unterwegs. Dies will Bill Tancer, Manager beim Researchunternehmen Hitwise und selbsternannter Datenfreak herausgefunden haben. Er analysierte über 10 Millionen Internetnutzer mit dem Fazit, dass das Online-Nutzerverhalten widerspiegelt, wie wir (auch offline) kommunizieren und wie sich die Gesellschaft verändert. Anhand seiner Ergebnisse betrachtet er daher in seiner neuesten Veröffentlichung "Click: What Millions of People are Doing Online and Why It Matters" die Veränderung des gesellschaftlichen Verhaltens.

Auffällig bei der Datenanalyse ist laut Tancer vor allem das gesunkene Interesse an pornographischen oder sonstigen Unterhaltungsseiten für Erwachsende. Insbesondere die Altersgruppe zwischen 18 und 24 sucht weniger nach Pornos. Insgesamt fallen nur rund 10 Prozent auf Suchen nach Pornos. Vor 10 Jahren ging es noch bei jeder fünften Internetrecherche um "das Eine". Dagegen surfen Nutzer heute nun stark nach sozialen Netzwerkseiten. Diesen Wandel führt Tancer auf die steigenden Userzahlen zurück:

As social networking traffic has increased, visits to porn sites have decreased. (...) My theory is that young users spend so much time on social networks that they don't have time to look at adult sites.
Interessant ist, dass Tancer hierin ein Zeichen für den Wandel der Gesellschaft in den letzten fünf Jahren sieht. Vor allem Marketiers sollten dem Beachtung schenken...

Die Daten ergaben auch, womit sich Menschen beschäftigen - je nach aktuellen Ereignissen. So stieg die Suchanzahl nach tropischen Stürmen seit Katrina rasant in die Höhe. Ausserdem scheinen sich viele Internetnutzer für Hollywood-Berühmtheiten und deren Lebensstil zu interessieren. Diese "Celebrity-Mentalität" habe sich auch im aktuellen Wahlkampf stark gezeigt - die Suchen nach den Präsidentschaftskandidaten und VizepräsedentschaftskandidatInnen haben stark zugenommen. In der Regel ginge es den Suchenden vor allem um bildliche Darstellungen, optische Aspekte und familiäre Hintergründe der Kandidaten.

Wichtig aus meiner Sicht ist Tancer's Feststellung, dass vor allem die Nutzer es sind, die innerhalb von kurzer Zeit Informationen im Netz verbreiten. Die Rolle der Medien ist es dann, diese - bereits zirkulierten - News zu dokumentieren und Fakten zu liefern. Eine Art offizielle Berichterstattung zu dem, was wir bereits erfahren haben? Oder eher eine Richtigstellung dessen?

Tancer warnt vor der Verbreitung von Falschinformationen im Netz der unbegrenzten Möglichkeiten:

With the explosion of this type of false information on the Internet I think we will see someone come forward and develop a new type of software that can filter for the most accurate information. (...) Maybe accuracy is the next thing we will all search for.

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Einfach wunderschön: News Feeds

Veröffentlicht am 10. September 2008 um 15:28 Uhr von Anna Friedrich

Aus simplen Ideen entstehen meist die größten Dinge. Irgendwie erinnert die Geschichte von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, die die NYT darstellt, an weltbewegende Erfindungen wie den Buchdruck, das Internet oder vielleicht noch treffender an die Erfolgsgeschichte von Google. Zum jüngsten Milliardär hat es aber nur Mark Zuckerberg geschafft.

"Sehr primitiv" sei das Netzwerk laut Zuckerberg gewesen. Ursprünglich mussten Nutzer seiner Seite jedes einzelne Freundesprofil besuchen, um zu erfahren, was der jeweilige Kumpane gerade zu berichten hat. Seine Idee, einen News Feed einzurichten, schlug ein wie eine Bombe: nicht nur die registrierten Nutzer waren begeistert. Massen von neuen Nutzern registrierten sich bei der Studentencommunity, die dann innerhalb von kurzer Zeit auch für die breite Öffentlichkeit zugänglich war.

Ein viraler Effekt, der schier unglaublich erscheint. Heute, zwei Jahre später, zählt Facebook 100 Millionen Mitglieder. Die bahnbrechende Entwicklung ist dem amerikanischen Filmemacher Michael Moore sogar einen Blockbuster wert.

Der News Feed, darin ist sich Zuckerberg sicher, war das entscheidende Detail zum Erfolg. Er hat sich zum Freundesmedium entwickelt, das uns zu allen relevanten News aus unserem Netzwerk am Laufenden hält.

Trotzdem war es nicht so, dass sich die Nutzer diesen News Feed wünschten - im Gegenteil. Der junge Gründer glaubt, dass sie erst eine Hemmschwelle überwinden mussten, um sich für diese konstanten Mininachrichten darüber, was ihre Freunde gerade tun oder was sich verändert hat, zu interessieren. Dann aber wurden sie süchtig danach. Zuckerberg erklärt:

Facebook has always tried to push the envelope. And at times that means stretching people and getting them to be comfortable with things they aren't yet comfortable with. A lot of this is just social norms catching up with what technology is capable of.

Facebook ist mittlerweile längst nicht allein unter den sozialen Netzwerken. Im letzten Jahr hat sich ein Schwarm von neuen Applikationen entwickelt: Allen voran das Microblogging-Tool Twitter. Dann gibt es Dopplr und Tumblr, Loopt und viele mehr - viele sind in das Gigantennetz Facebook als Widgets eingebettet. Über die anderen großen Netzwerke haben wir hier schon ausführlich berichtet.

Allein in Deutschland sind laut eMarketer knapp 16 Prozent der Bevölkerung und damit 8,2 Millionen in sozialen Netzwerken aktiv. Die USA stellt im Vergleich dazu gute 23 Prozent und 43 Millionen Einwohner. Von den Holländern nutzen mehr als ein Drittel (36,4 Prozent und 3,7 Millionen) soziale Netzwerke.

Gar nicht so beeindruckend sind die Zahlen, wenn man sich allein den Hype um Facebook anschaut. Der Grund liegt auf der Hand: Social Networking und die damit verbundene digitale Offenheit und Vertrautheit sind auch eine Generationenfrage. Viele über 30-Jährige können sich mit den Tools nicht identifizieren. Viele sehen keinen Sinn darin, einfach so ihre Privatsphäre online zu publizieren und ihre Hemmschwelle ist entsprechend höher. Eine weltweite Studie von Synovative will herausgefunden haben, dass Web 2.0-Communities bei knapp 60 Prozent der Bevölkerung gar nicht bekannt sind.

Was interessiert es "die Anderen" also, wer was wann wo und mit wem...immer und überall? (s. Blogeintrag Hypervernetzte in der Welt des Micro-Blogging). NYT-Author Clive Thompson hat eine schöne Erklärung für dieses Paradoxon. Nicht die einzelne unbedeutende Nachricht ist es, die den Unterschied macht. Veränderung bringt der gesamte aggregierte Nachrichtenstrom:

This is the paradox of ambient awareness. Each little update -- each individual bit of social information -- is insignificant on its own, even supremely mundane. But taken together, over time, the little snippets coalesce into a surprisingly sophisticated portrait of your friends' and family members' lives, like thousands of dots making a pointillist painting.

Marc Davis, leitender Wissenschaftler bei Yahoo und ehemaliger Professor der Informationswissenschaften an der University of California at Berkeley erklärt weiter:

No message is the single-most-important message. It's sort of like when you're sitting with someone and you look over and they smile at you. You're sitting here reading the paper, and you're doing your side-by-side thing, and you just sort of let people know you're aware of them.

Deswegen, so Thompson weiter, kann man das Phänomen auch nur verstehen, wenn man es selbst erlebt hat. Interessant werden News Feeds und Twitter-Updates erst dann, wenn man ihnen kontinuierlich folgt. Nach einem Tag bereits ergeben sie eine Art Kurzgeschichte.

Unser Bedürfnis, ständig mit unseren Freunden online in Kontakt zu stehen, bezeichnen Sozialforscher als "Umgebungsbewusstsein". In der Offline-Welt nehmen wir aus dem Augenwinkel Stimmungen wahr, die Köpersprache, Seufzen etc. Online sind es eben die Kurznachrichten unserer Freunde darüber, was sie gerade tun oder wie sie sich fühlen.

Dieses Bewusstsein unterstützt uns dabei, schwache Bindungen aufrecht zu erhalten. Ein großes Netzwerk mit schwachen Kontakten ist in der Regel nützlicher, als ein kleines mit starken Bindungen, so die Sozialwissenschaftler.

Many maintained that their circle of true intimates, their very close friends and family, had not become bigger. Constant online contact had made those ties immeasurably richer, but it hadn't actually increased the number of them; deep relationships are still predicated on face time, and there are only so many hours in the day for that.
But where their sociality had truly exploded was in their "weak ties" -- loose acquaintances, people they knew less well. It might be someone they met at a conference, or someone from high school who recently "friended" them on Facebook, or somebody from last year's holiday party. In their pre-Internet lives, these sorts of acquaintances would have quickly faded from their attention. But when one of these far-flung people suddenly posts a personal note to your feed, it is essentially a reminder that they exist.

Dieser Mix aus Microupdates, Umgebungsbewusstsein und schwachen Bindungen macht es - ganz nebenbei - fast unmöglich, sich neu zu erfinden. Die Vergangenheit ist immer "da" und wir definieren uns mit über unsere Online-Präsenzen. Tantek Çelik hat auf der dConstruct gesagt, dass nach der Frage "Wer bist du?" direkt die Frage "Was ist dein Twittername?" folgt.

Eigentlich ist die Vorstellung beängstigend, wie viel "Datenmüll" sich mit all den Updates ansammelt und was vielleicht andere damit anfangen bzw. anfangen könnten. Und, wenn wir aufhören, unsere sozialen Netzwerkprofile zu nutzen, sterben wir den digitalen Tod.

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Wie Blogs und Co. den US-Wahlkampf verändern

Veröffentlicht am 29. August 2008 um 13:59 Uhr von Anna Friedrich

Always on und zwar auf dem gesamten Globus - das sind zur Zeit auch die US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain. Nie waren Diskussionen zu Politikern so präsent in Weblogs, Foren und Netzwerken wie in den aktuellen Wahlen in den Vereinigten Staaten.

Die Wahlkampfmanager setzen eifrigst Web 2.0-Anwendungen als Kommunikationsmöglichkeit mit den Wählern ein. Gleichzeitig sehen sie sich durch die nutzergenerierten Webinhalte konfrontiert mit einer vorher nie da gewesenen Macht von Wählern, die ihre Meinung online in Blogs und Co. kund tun. Digitale Mundpropaganda von Tagebuchschreibern beeinflusst die Stimmung sehr viel stärker als die Berichterstattung - vermeintlich neutraler - klassischer Journalisten. US-Wähler informieren sich bevorzugt über "inoffizielle" Quellen, die Meinung der Anderen im Web. Das ist bei den Wahlkampfstrategen angekommen.

Auf dem Parteitag in Denver beispielsweise wurde eigens für Blogger ein Zentrum errichtet. Ein Symbol für das Ausmaß der Macht der Blogschreiber, aber auch für die Legitimierung des Mediums "Blog" für die Berichterstattung. Einer der ersten und einflussreichsten Blogs in den USA ist POLITICAL WIRE. Weitere politische US-Blogger sind unter anderem Amanda Michel, Mayhill Fowler oder Adam Doster. Auch in Deutschland schenkt man den beiden US-Kandidaten reichlich Beachtung im Netz. Dass das ZDF für den amerikanischen Wahlkampf einen Blog eingerichtet hat, ist nur eines von vielen Beispielen.

Die Marktforscher von Ethority haben das Phänomen "US-Wahlkampf 2.0" in ihrer aktuellen Analyse genauer unter die Lupe genommen. Dazu haben sie etwa 90.000 Nutzermeinungen zu den beiden US-Kandidaten im Web untersucht. Sie wollten wissen, wie Wahlkampfthemen in Blogs, Foren und sozialen Netzwerken wahrgenommen und reflektiert werden und wie hoch das Gesamtgesprächsaufkommen, der Buzz, je Kandidat ist. Auch analysierten sie, ob die Personen Barack und McCain sowie deren Inhalte in diversen Sprachräumen unterschiedlich wahrgenommen werden.

Demokrat Obama wird, so die Ergebnisse der Untersuchung, in Weblogs, Online-Foren und Newssites aus dem deutsch-, englisch- und spanischsprachigen Raum stärker diskutiert als sein Konkurrent, Republikaner John McCain. Was die Tonalität der Gespräche angeht, so liegt McCain unter den Deutsch- und Spanischsprachigen nur geringfügig hinter Obama. Anders bei den Angelsachsen: sie sehen beide potentielle US-Präsidenten positiver.

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Insgesamt finden die digitalen Kommunikationskanäle für politische Diskussionen zur US-Präsidentschaftswahl vor allem in den USA Anklang, doch auch der deutsch- und Spanischsprachige Raum setzt die Web 2.0 Tools intensiv ein. Sicherlich werden deutsche Wahlkampfstrategien sich zukünftig stärker an nutzergenerierten Kommunikationskanälen orientieren müssen, um ihre Zielgruppen zu erreichen. Mehr zu den Ergebnissen berichtet die FTD.

Die USA liefern ein gutes Exempel für den Anbruch einer neuen Ära: der Einsatz von Weblogs, Online-Foren und Newssites schafft neue, vorher nicht da gewesene Partizipationsmöglichkeiten. Neutrale Berichterstattung wird zum Beiwerk bei politischen Diskussionen. Die "neue" Art Wahlkampf und die Einstellung der Wähler wird getrieben von nutzergenierten Meinungenn und Inhalten im Netz. Ethority-Sprecher David Nelles erklärt weiter:

Internetnutzer bewegen sich heute jenseits der Reichweitengrenzen klassischer Medien wie Print oder TV. War es in der Zeit vor dieser digitalen Kommunikation nur sehr schwer außerhalb klassischen Medien, Familie und Freundeskreis seine politische Meinung zu bilden, erweitert sich das willensbildende Forum durch YouTube & Co. exponentiell.

Diese Verschiebung in der Medienlandschaft, das Wichtigerwerden von nutzergenerierten Inhalten, könnte einen Wandel in der Demokratie bewirken. Die Leiterin des Instituts für Politik, Demokratie und Internet an der George-Washington-Universität, Julie Germany unterstreicht gegenüber dem ZDF:


Viele Spezialisten glauben, dass das Internet den politischen Prozess weiter demokratisiert, indem es den Wählern erlaubt, mit den Kandidaten zu kommunizieren, sich selbst einzubinden und ohne Mittelsmänner an Informationen zu kommen.

An diese Veränderung müssen sich die Wahlkampfstrategien und die Kandidaten - auch in Deutschland - anpassen, um bei ihren Wählern anzukommen. Allem voran geht SPD-Generalsekretär Hubertus Heil, der im Namen seiner Partei für neue Standards im Online-Wahlkampf sorgen will. Deshalb ist er eigens zum Parteitag nach Denver angereist, um über Twitter seine ganz persönliche Berichterstattung abzuliefern. Innerhalb der letzten vier Tage stieg die Anzahl seiner Follower von 12 auf 927! Daran zeigt sich doch, dass wir sie auch höeren wollen, diese indiskreten Kommentare von den Großen der Politik.

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Web 2.0 als Erfolgsstrategie: Kleine Unternehmen folgen Technologietrends am schnellsten

Veröffentlicht am 18. August 2008 um 19:31 Uhr von Anna Friedrich

Das amerikanische Business-Magazin Inc. hat seine Inc. 500-Studie aus dem Jahr 2007 in diesem Jahr wiederholt. Die Untersuchung erforscht, wie sich die am schnellsten wachsenden US-Firmen, genannt Inc. 500, an digitale Kommunikationsmittel anpassen.

Wie bereits im Vorjahr wurden die Unternehmen nach ihrem Nutzerverhalten und ihrer Vertrautheit mit Sozialen Medien befragt. Dabei stellte Gartner Fragen zu den sechs wichtigsten Medien: Blogs, Podcasts, Online Videos, Soziale Netzwerke und Wikis. Die Ergebnisse sind eindeutig:

Vertrautheit mit sozialen Medien

Soziale Medien haben in der Tat bereits Teile der US-Wirtschaft erfasst - und das mit einer enormen Geschwindigkeit. Laut Studie hat sich die Bekanntheit von sozialen Medien in den Inc. 500 Unternehmen im Laufe der letzten 12 Monate fast verdoppelt. Noch 2007 lagen Wikis ganz hinten, was die Vertrautheit angeht - in diesem Jahr überholen sie die Podcasts.

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Strategische Rolle von Web 2.0-Technologien in Unternehmen

Je vertrauter Organisationen mit den Applikationen sind, desto häufiger setzen sie sie logischerweise ein. 44 Prozent der 209 der befragten Inc. 500 Firmen sehen die sozialen Medien als zentralen Bestandteil ihrer Geschäftsstrategie und damit als entscheidenden Erfolgsfaktor. Das sind 25 Prozent mehr als im letzten Jahr. Soziale Netzwerkseiten wurden, wie bereits im vorangegangenen Jahr, als die am häufigsten genutzte Anwendung genannt.

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Von der Vertrautheit hin zur Anwendung
Rund 40 Prozent der teilnehmenden Unternehmen betreiben Blogs - wohingegen nur 10 Prozent der Fortune 500 Unternehmen dies tun. Insgesamt bloggen rund 20 Prozent mehr Inc. 500-Firmen als im Jahr 2007 (Quelle: NYT). Selbst Podcasts, die das am wenigsten vertraute Medium sind, werden von 21 Prozent der Befragten eingesetzt. Insgesamt werden alle sechs Formen der sozialen Medien sehr viel häufiger eingesetzt und zwar zu 77 Prozent verglichen mit den Ergebnissen aus 2007.

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Der Hype-Zyklus neuer Technologien

Eine Studie des Marktforschungsinstituts Gartner beschäftigt sich mit dem Hype-Zyklus neuer Technologien. Wenn die Ergebnisse die Geschäftsstimmung richtig widerspiegeln, dann ist die Einführung von Web 2.0-Anwendungen nicht gleichzustellen mit der Zufriedenheit.

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Die Gartner-Forscher sagen 27 Technolgietrends voraus, die sich in den nächsten zwei bis fünf Jahren in Organisationen etablieren werden. Acht davon sollen sich besonders stark auf Unternehmen auswirken. Dazu gehören unter anderem: Green IT, Web 2.0, Cloud Computing, Virtuelle Welten, Soziale Netzwerke, Videokonferenzen und Microblogging. Mehr dazu lesen Sie hier.

Viele der Technologien kommen allerdings erst bei den Endkonsumenten an, bevor sie im Unternehmen angewendet werden, dies prognostiziert Jackie Fenn. Die Vizepräsidentin des Marktforschungsinstitutes glaubt an das Platzen der Web 2.0-Blase. Trotzdem sieht sie, dass diese Technologien im Unternehmen einen immer höheren Stellenwert erlangen. Firmen sammeln Erfahrung im Einsatz der Technologien, spüren den Erfolg und die kulturellen Auswirkungen spüren werden. Sie kommentiert die weitere Entwicklung wie folgt:


Later -- in between two and five years -- cloud computing and service-oriented architecture (SOA), which is moving up the Slope of Enlightenment, will deliver transformation in terms of driving deep changes in the role and capabilities of IT. Finally, public virtual worlds, which are suffering from disillusionment after their peak of hype in 2007, will in the long term represent an important media channel to support and build broader communities of interest.

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Die Welt ist klein und Netzwerke sind mächtig

Veröffentlicht am 7. August 2008 um 17:33 Uhr von Anna Friedrich

Spätestens mit dem Boom der Sozialen Netzwerke sind die "Six degrees of seperation" bekannt. Geprägt hat sie bereits Ende der 60er Jahre der Sozialforscher Stanley Milgram mit einem Experiment zum Kleine-Welt-Phänomen. Er versandte Briefe, die keine genaue Anschrift hatten und daher über Bekannte weitergeleitet werden mussten. Im Ergebnis lag die durchschnittliche Verbindungskette bis zum tatsächlichen Adressaten bei 6,2 Personen - das heißt, dass jeder jeden über sechs Ecken kennt.

Applikationen wie MySpace, Facebook, Friendster, Xing und Co. helfen, die eigenen Verbindungen sichtbar zu machen. Facebook bietet die Ansicht der "6 Degrees of Seperation" Applikation gegen Bezahlung. Bei Xing sieht man kostenlos, über wieviele Ecken man wen kennt.

Dieser Sechs-Grad-These sind Eric Horvitz und Jure Leskovec, Wissenschaftler bei Microsoft, in einer umfangreichen Studie auf den Grund gegangen. Ihre Ergebnisse aus der erstmaligen Untersuchung eines sozialen Netzwerkes weltweit bestätigen im Kern, dass die Milgram-Theorie auch im Web 2.0 Gültigkeit hat.

Sie analysierten 30 Milliarden (!) anonymisierte Nachrichten, die 240 Millionen Nutzer im Juni 2006 über den Microsoft Messenger verschickt haben. Dies sei ungefähr 50 Prozent der Instant-Messenger-Kommunikation weltweit. Insgesamt sei das größte soziale Netzwerk erstellt worden, das in diesem Umfang jemals empirisch untersucht worden ist. Durchschnittlich sind es 6,6 Schritte, die zwischen zwei beliebigen Nutzern liegen. Bei knapp der Hälfte der Personen ergibt sich eine Verbindung in 6 Schritten, bei rund 80 Prozent in sieben - allerdings lagen manchmal auch 29 Schritte zwischen einer Verbindung. Deshalb schlagen die Wissenschaftler Horvitz und Leskovec als Fazit "Seven degrees of separation" vor.

Im Vordergrund der Analyse standen demografische Faktoren wie Alter, Geschlecht und Herkunft/Ort, Sprache und IP-Adresse. Die Studie fand heraus, dass Menschen mehr miteinander kommunizieren, wenn sie einander in vielen Punkten ähnlich sind. Geschlechterübergreifende Unterhaltungen kommen sehr viel häufiger vor und sind länger, als mit dem gleichen Geschlecht.

Deshalb korrigieren die Wissenschaftler die These von der kleinen Welt dahingehend, dass die räumliche Distanz nicht egal ist. Je größer sie ist, desto niedriger die Kommunikationsdichte. Interessant ist, dass bei größere Entfernung häufiger und länger gechattet wird. Weitere Details gibt es in der vollständigen Studie selbst.

Zurecht fragt sich die Washington Post, warum überhaupt wichtig sein soll, dass Menschen auf dem Globus so eng miteinander verbunden sind. Die Wissenschaftler geben an, dass das Wissen z.B. für politische Organisationen, Caritas-Aktionen, Naturkatastrophen und für die Suche nach vermisste Personen angewendet werden kann. Eric Horvitz erklärt, warum die Macht der "Seven degrees of seperations" nicht unterschätzt werden sollte:

They could create large meshes of people who could be mobilized with the touch of a return key.

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Was bringen Online Communities wirklich und wie?

Veröffentlicht am 29. Juli 2008 um 19:29 Uhr von Anna Friedrich

Eine Umfrage von Deloitte, Beeline Labs und der New Communications Research The 2008 Tribalization of Business hat nach dem Mehrwert von Online Communities geforscht. Neben der Mundpropaganda (35%) steigt die Wahrnehmung der Marke (28%), fließen Ideen schneller in das Unternehmen ein (24%) und verstärkt sich auch die Kundentreue (24%).

Befragt wurden 140 Organisationen aus dem B2B, B2C und Non-Profit-Bereich, die Online Communities einsetzen. Deren Größe variiert zwischen 100 bis mehr als 10.000 Mitgliedern.

Was eine gut funktionierende Community im Ergebnis ausmacht, sind nicht technologischen oder finanzielle Probleme. Vielmehr müssen Menschen (51%) involviert werden, Zeit investiert werden, um die Community zu organisieren (45%) und Nutzer auf die Plattform zu kriegen (34%).

Einige Führungskräfte allerdings weigern sich aus Angst, sich in der Community transparent zu zeigen. Allerdings geben nur 9% an, dass sie mit dieser Herausforderung zu kämpfen haben. Ein Partner von Beeline Labels betont:

Ganz klar liegt die größere Herausforderung darin, die Community zu einem Zweck zu positionieren, an dem sich die Leute beteiligen wollen und involviert werden wollen - und darin, die richtigen Ressourcen zu investieren, um die Community zu vermarkten und zu unterstützen.

Insgesamt deutet Alles darauf hin, dass Firmen angefangen haben, Soziale Medien effektiv für sich einzusetzen, um mit Kunden, Angestellten zu interagieren und zu diskutieren. Trotzdem zeigt die Umfrage, dass Marketiers ihre gesetzten Ziele mit den Online Communities nicht erreichen. Das wahre Potential der Portale haben sie noch nicht ausgeschöpft.

Aus den Ergebnissen ergeben sich acht Ratschläge, wie man eine Online Community aufbaut:

1. Fangen Sie von hinten an: Zuerst muss eine Geschäftsstrategie genau definieren, was mit der Community erreicht werden soll. Das Portal braucht eine klare Zielsetzung, die zum Geschäftsziel passt.

2. Fokus auf der Wertschätzung der Mitglieder: Sie sollten der anvisierten Zielgruppe mit der Community einen klaren Mehrwert liefern. Neue Mitglieder müssen den bereits existierenden ähnlich sein. Im Kern müssen Sie die Motiviationsgründe verstehen, warum Menschen mitmachen wollen.

3. Die Technologie kommt zum Schluß: Gedanken zur Web 2.0-Technologien sollten nicht den Blick auf das Wesentliche versperren. Mit der falschen Anwednung können die Ziele unter Umständen nie erreicht werden.

4. Einfache und intuitive Bedienung: Eine einfache Naviation und leicht beidenbare Anwendungen sollen den Nutzern eine komfortable Community bieten. Sie haben keine Zeit, um sich die Funktionen erst zu erschließen - diese müssen selbsterklärend sein.

5. Frisch und aktiv: Die Community darf nicht still stehen: es muss konstant etwas passieren auf der Plattform. Das A und O sind die Inhalte! Um den Mitgliedern mehr Anreiz zu bieten, kann man Events ins Leben rufen, die mit der Plattform in Verbindung stehen.

6. Holen Sie sich dynamische Community-Manager: Um die Community zu verwalten, muss man genug Zeit investieren. Sie darf nicht "vor sich hin brodeln" - dann ist es besser, keine Community zu gründen. Dennoch muss die Gemeinschaft den Mitgliedern gehören. Der Community Manager soll teilnehmen, aber nicht den Ton angeben.

7. Wer soll involviert werden, wer nicht: Die Führungsebene muss eingebunden werden in eine Regelkommunikation. Rechtsthemen, Öffentlichkeitsarbeit und Design sollten an Externe gegeben werden.

8. Vor dem Launch eine Hand voll Enthusiasten gewinnen: Ein Kern von leidenschaftlichen Nutzern sollte bereits im Vorfeld des Launchs vorhanden sein. Wichtig sind Mitglieder, die gute Beiträge liefern - sie sind Maßstab für die Community, die daraus entsteht.

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Im Informationsdschungel des Netzes geht die Aufmerksamkeit verloren

Veröffentlicht am 23. Juli 2008 um 14:40 Uhr von Anna Friedrich

Das Internet hat ein Aufmerksamkeitsproblem, so Norbert Bolz gestern in einem Interview mit dem Branchenfernsehen turi2.tv. Deshalb glaubt der Professor der Medienwirtschaft auch nicht daran, dass das Web Printmedien ersetzen wird. Im Gegenteil werden Zeitungen & Co. die Nische für seriöse, anspruchsvolle Medien weiterhin für sich beanspruchen können:

Es wird zu einem Zusammenspiel zwischen internetbasierten Medien und klassischen Printmedien kommen. (...) Der Genuss, den die morgendliche Zeitung bereitet, ist einer, den man nicht gegen Online-Angebote aufrechnen sollte.

Steve Rubel stellt Überlegungen an, die eher gegen rosige Aussichten der Printbranche sprechen: v.a. aus ökologischen Gründen glaubt er, dass sich immer mehr Nutzer sich für Online-Medien entscheiden werden. Nicht umsonst bemühen sich die großen Blätter verstärkt darum, Web 2.0-fähig zu sein.

Trotzdem liefert das Netz zu viele Informationen, die den Nutzer überfordern können. Und sie können die Produktivität senken, wenn man sich als Süchtiger nur noch in Sozialen Netzwerken und Co. "herumtreibt". Das Filtern von relevanten Informationen im Datenjungel ist für die Meisten ein Ding der Unmöglichkeit.

Versucht man, sich auf die Informationsflut voll und ganz einzulassen, so kann man unter Umständen unnötig seine Zeit verbummeln. Nina Simon illustriert treffend, was in einer Web 2.0-Woche realisierbar ist - abhängig davon, wie viel Zeit Einem zur Verfügung steht. Um im Netz "verrückt" zu werden, braucht man demnach lange:

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Aus Norbert Bolz' Sicht stehen Printmedien nicht in Konkurrenz mit dem Internet: aufgrund der unterschiedlichen Formate finde kein Kanibalismus statt. Denn Massenmedien, so der Medienwissenschaftler, können keine Aufmerksamkeit produzieren. Er fordert deshalb:

Online muss ein Appetizer für die Zeitung sein. (...) Die Bequemlichkeit der Lektüre einer gedruckten Zeitung ist durch nichts zu ersetzen.

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Twitter-Verbot im Kapitol?

Veröffentlicht am 14. Juli 2008 um 18:38 Uhr von Anna Friedrich

Michael E. Capuano, Demokrat und US-Abgeordneter, verlangt, dass US-Kongressmitglieder, die in sozialen Netzwerken wie Twitter aktiv sind, vor jeder Veröffentlichung die Erlaubnis des Kongresses einholen müssen. Das berichtet die New York Times.

Genau das will der US-Kongressabgeordnete John Culberson aus der Opposition verhindern. Der durch seine Online-Aktivitäten auf Twitter und Qik bekannte Politiker lässt sich seine Meinung nicht verbieten. Mit seinem Lieblingstool Twitter moblisiert er die Community, gegen den Entwurf der Demokraten vorzugehen. Seine Micronachricht zum Thema löst eine (Macro)Lavine los:

They are trying to ban my Twitters & every [web communication] from all Congressmen unless each communication has been preapproved/edited/censored.

Culberson und seine Follower starten die virale Gegenkampagne "Let Our Congress Tweet" initiiert von ihrer sog. Sunlight Foundation, die sich als "Transparency Movement" versteht. Der Claim "Tweet on Dear Friends tweet on" bringt es auf den Punkt.

Auf seiner Website und im Brief an den Kongress ruft Culberson zu Transparenz und Offenheit gegenüber den neuen sozialen Medien auf:

The new media on the Internet is instantaneous and transparent, and it is a truly distributed network of free people using their own judgment to make decisions and to communicate. New media can open up our government to public scrutiny and participation in ways we cannot yet fathom. I am committed to using these new media outlets to communicate and to bring my constituents into the room with me as I represent them in Congress. I want to be a real time representative, and I want to shine sunlight into every corner of Congress. It is very hard for someone to steal money in broad daylight, and unfortunately, there are too many people in Congress today that want to put their hand in your pocket. If We the People can see and hear what our representatives and senators are doing, and communicate with them in a wide variety of ways in real time, the people of America will have tremendous new power over our elected officials.

Zahlreiche Blogger, darunter Samuel Liles, unterstützen, wo sie können. Culberson's Twitterfeed hierzu:

Awesome - social media users can stop this but we need to move fast - the House leadership can do this w a simple Committee vote.

Seine Meinung frei äußern zu können und dazu einen beliebigen Kanal zu wählen - das ist Grundrecht eines jeden Menschen, auch eines Politikers. Eine Grundsatzdiskussion, die nicht nur unverständlich ist. Es geht doch um vielmehr, als "nur" politische Rechthaberei zwischen Demokraten und Republikanern. Haben die Amerikaner schlichtweg Angst vor der Macht der Sozialen Medien, wie sie Culbersons Kampagne einmal mehr unterstreicht?

Fragt sich, wann deutsche Abgeordnete (endlich?) Twitter für sich entdecken. Zwar haben deutsche Parteien größten Teils ein Account. Aber einer Kurzstudie einer Berliner Agentur zufolge sind die meisten Twitter-Konten, wie das der Grünen und der SPD NRW "eingeschlafen". Leider ist die Twitter-Seite von Angela Merkel ein Fake mit nur 15 Abonnenten. Barack Obama erreicht mit seinen regelmäßigen Tweets und fast 47.000 Followern deutlich mehr Zuhörer.

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Auf der Suche nach dem heiligen Gral

Veröffentlicht am 8. Juli 2008 um 12:30 Uhr von Anna Friedrich

Konsumenten wollen sich einbringen. Nur wie sollten sie das tun? Martin Lindstrom, der sich selbst als "Brand Futurist" bezeichnet, sucht noch nach dem Patentrezept für Marken.

"There is no golden rule for captivating online audiences, no magic spell for harnessing user loyalty, making them like you, and persuading them to act as enthusastic brand advocates."

LaSandra Brill, Managerin in für Web & Social Media Marketing bei Cisco, hat sich ebenfalls auf die Suche gemacht und die wichtigsten Jobs zusammengefasst.

Zunächst brauchen Marke einen Strategen für soziale Medien, der eine eigenständige Community-Strategie erstellt und mit dem vorhandenen Kampagnenmix abstimmt.

Dann braucht es einen Community Manager, der die Kommunikation unter den Nutzern unterstützt und neue Diskussionsthemen initiiert.

Als Drittes ruft die Cisco-Managerin nach einem Social Site Manager, der eine Kernbotschaft konzipiert und in die bestehenden Communities hineinträgt. Ob Facebook, Twitter oder StudiVZ - die Kommunikationskanäle werden vom ihm festgelegt und zentral gemanagt.

Eine Art (Micro)Blog Manager schreibt und publiziert nicht nur Blogbeiträge und Twitterfeeds. Sondern - was mindestens genauso wichtig ist - er platziert seine Nachrichten auch ausserhalb der Seite. Ein spannender Blogpost braucht Multiplikatoren. Und die besorgt er.

Der PR-Manager begleitet die Community von Außen. Ob Kritik, Konversationen, Coverage in den On- und Offline-Medien - dem Feedback sollte mit einem aktiven Dialog begegnet werden.

Last but not least sollte ein Technologie-Experte mit im Boot sitzen. Jemand, der Trends verfolgt und die Seite auf den technologisch neuesten Stand bringt. Er integriert Web 2.0 Innovationen wie Widgets, Lightboxes etc.

Viele neue Aufgaben, viele neue Jobs. Mark Zuckerberg von Facebook sieht dennoch keine Alternative:

"People influcence people. Nothing influences people more than a recommendation from a trusted friend. A trusted referral influences poeple more than the best broadcast message. A trusted referral is the Holy Grail of advertising."

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Acht Kursprognosen. Eine ist User Generated. Aber die stimmt.

Veröffentlicht am 1. Juli 2008 um 11:15 Uhr von Mark Pohlmann

Stockflock zeigt, wie gut Prognosen zur Wertentwicklung von privaten und institutionellen Analysten sind. Ich habe auch mal eine gemacht. Jetzt raten Sie mal, welche der acht Prognosen von mir stammt. Es ist also gar nicht so schwer, die Profis zu schlagen. Man muss nur die Nachrichten lesen und verstehen, was das für ein so großes Unternehmen wie Lufthansa heißt, wenn in Amerika die Fluggesellschaften reihenweise in finanzielle Schieflage geraten. Nichts gutes. (Anm.: Stockflock ist Kunde von Mavens Dialog)

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Online-Kaufempfehlungen und Kundenbewertungen wirken

Veröffentlicht am 26. Juni 2008 um 18:28 Uhr von Anna Friedrich

Empfehlungen anderer User spielen beim Online-Kauf eine wichtige Rolle, analysiert Digital Media Center in seiner Untersuchung zu "Social-Commerce, Aktionsshopping und Shoppingclubs". Gut 40 Prozent der 600 Befragten haben bereits Produkte wegen einer positiven Kundenbewertung gekauft. Die Erklärung hierfür, so der Herausgeber der Studie, ist ganz einfach:

Käufer vertrauen Käufern. Denn wer kann ein Produkt besser bewerten und empfehlen als derjenige, welcher es bereits besitzt? Zwar wird diese Beurteilung in den meisten Fällen subjektiv sein, doch gerade dies ist ein Grundgedanke des Social-Commerce: Käufer sind mündig und bilden sich selbst ihre Meinung. Je breiter der Zugriff auf Information, umso fundierter erscheint die Entscheidungsgrundlage.

Es geht den Käufern aber nicht nur um die Bewertungen anderer. Die Mehrheit der Befragten ist der Meinung, dass sich Online-Shops zu wenig an ihren Bedürnfissen orientieren. So sind 60 Prozent unzufrieden mit den aktuellen Onlineshops. Käufer möchten Produkte online nach ihren Bedürfnissen individualisieren und anpassen. 70 Prozent sind interessiert daran, eigene Bewertungen zu Produkten abzugeben. Weitere 30 Prozent wünschen sich, dass sie den Entwicklungsprozess des Produktes mit bestimmen könnnen. Und etwa ein Viertel der Studienteilnehmer möchte seine Stimme beim Sortiment erheben.

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carmondo gründet 20-köpfige Testredaktion: Leidenschaft nach dem Wikipedia-Prinzip

Veröffentlicht am 25. Juni 2008 um 9:11 Uhr von Mark Pohlmann

In eigener Sache. carmondo ist Kunde von Mavens Dialog.

Die Auto-Community und Sixt-Tochter carmondo.de setzt auf Schwarmintelligenz *). Rund 20 Autofans testen für carmondo ab sofort regelmäßig die wichtigsten Neuerscheinungen nach dem Wikipedia-Prinzip: Sie fahren, diskutieren und schreiben gemeinsam, jeder Schritt geschieht öffentlich. Das Ziel der herstellerneutralen Testredaktion ist, aus möglichst vielen Einzelbeobachtungen einen differenzierten Gesamtbericht zu erstellen. Der erste Test Mitte Juli gilt dem neuen Audi A4 Avant.

Begeisterung für Details

carmondo möchte mit diesem Projekt nicht mit dem klassischen Journalismus konkurrieren, sondern den Meinungsmarkt um authentische Erkenntnisse bereichern. Denn Enthusiasten testen anders als Profis. Sie gehen mit der ganzen Kraft ihrer subjektiven Leidenschaft ans Werk. Jeder Hobby-Tester konzentriert sich dazu auf ein Thema. Zum Team gehören Reinlichkeitsfanatiker ("Wo kommt man beim Säubern schlecht hin?"), Fahrspaß-Fans ("Wie satt hängt das Auto am Gas?") und Ausstattungsliebhaber ("Wie sinnvoll sind die Pakete geschnürt"?). Es ist die Begeisterung für Details, die den Unterschied macht.

Wie bei Wikipedia diskutiert und aktualisiert die Testredaktion auch nach der Veröffentlichung. Rückrufaktionen, neue Modellvarianten, Ärger mit den Garantiebestimmungen, oder die Erstinspektion - neue Erkenntnisse werden jederzeit eingepflegt.

Die carmondo Testredaktion hat vier Lokalredaktionen in München, Frankfurt, Stuttgart und Dresden gegründet. Die Teilnahme an der Testredaktion steht grundsätzlich jedem offen. Die Entwicklung von der Idee bis zur Verteilung der Fachbereiche und Gründung der Lokalredaktionen ist öffentlich im Forum von carmondo einsehbar. Hier stellen sich auch die Hobby-Redakteure mit ihren Interessen und Erfahrungshintergrund vor.

Link zur Testredaktion

*) Das schreibt Wikipedia zu Schwarmintelligenz:
"Das Internet vereinfacht wie nie, dezentral verstreutes Wissen der Menschen zu koordinieren und deren kollektive Intelligenz nutzbar zu machen"

Über carmondo.de
Kaufberatung gehört zu den wirtschaftlich folgenreichsten Gesprächen im so genannten Mitmach-Web. Die Sixt AG hat mit carmondo.de ein ganzes Portal zu diesem Thema geschaffen. Zehntausende berichten aus ihrem Autoalltag und beraten Kaufinteressenten. Neun Monate nach Start kommt carmondo auf 2,8 Mio. Seitenabrufe und rund 650.000 Nutzer ("Unique Visitors") im Monat. Zum Jahresende rechnet der Gründer und Geschäftsführer von carmondo, Konstantin Sixt, mit 10.000 Erfahrungsberichten und täglich 100.000 aktiven Nutzern.

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Hypervernetzte in der Welt des Micro-Blogging

Veröffentlicht am 23. Juni 2008 um 17:14 Uhr von Anna Friedrich

1,2 Millionen einmalige Besucher allein im Monat Mai. Twitter ist die Innovation unter den Social Networks und offenbar das Lieblingstool der Hypervernetzten. Der banale Micro-Bloggingdienst mit seinen 140 Zeichen sei "eine Steigerung vom Telegrafen über das Telefon über Emails über Instant Messaging", so Jack Dorsey. Der Twitter-Mitbegründer und Geschäftsführer ist überzeugt davon, dass Twitter den Informationsfluss verändert. Es erspart den Nutzern die Konversation untereinander, indem es sich auf simple Status-Updates fokussiert.

Die Grenze zwischen Sinn und Unsinn ist fließend. Kritiker glauben, dass nur Freaks Lust auf diese Art von Interessensgruppen und -austausch haben. Twitterer berichten vom Suchtfaktor und dem Mehrwert, den ihnen das Tool liefert. Ein Jetzt.de-Autor schreibt hierzu passenderweise:

"Menschen suchen nach Zugehörigkeit. Wir möchten von Menschen, die wir mögen und schätzen auch gemocht und geschätzt werden. Wir suchen Gefühle der Zugehörigkeit und möchten sie aufrechterhalten. Wir wollen positive Beziehungen mit anderen."

Längst sind Twitter-Walls auf Konferenzen üblich, über die sich Teilnehmer dann wortlos austauschen können. So auch beim Internetkongress next08 im Mai.

Seinen Ruf verteidigt hat Twitter aber auch bei der Berichterstattung während des Erdbebens in der chinesischen Provinz Sichuan. Schneller als jeder Nachrichtendienst übermittelten Twitter-Nutzer die Erbebenwarnungen durch die (Netz-)Welt. Die Twitter-Feeds können, wie in China geschehen, wichtige Botschaften übermitteln und die Schwarmintelligenz wirkt.

Trotzdem ist nicht alles, was getwittert wird, für jeden gleich interessant. Aber wir kaufen uns auch keine Tageszeitung, um jeden einzelnen Artikel zu lesen - sondern wir schenken unsere Aufmerksamkeit wenigen spannenden Ressorts bzw. Artikeln.

Was interessiert es beispielsweise, wer was wann und wo (vielleicht auch noch mit wem) zu Mittag isst? Hierfür gibt es sogar FoodFeed auf Twitter: mit diesem Service kann Jeder seine Essgewohnheiten mitteilen. Und das immer und von überall. Wozu? Diese Fragen kann auch FoodFeed selbst nicht beantworten:

It's not really useful. It's just fun. And if you can make something useful out of it, we would be happy ;)

Ahhhja.

Laut einem Heise-Artikel sind die "Informationshäppchen" allerdings alles andere als nur eine Modeerscheinung. Vor allem, weil Twitter sich in Unternehmen und sogar Nachrichtendiensten als Tool zum täglichen Kommunikationsfluss etabliert hat. Und, weil Twitter in andere Softwaredienste leicht integrierbar ist. Facebook ist hier nur ein Beispiel. Alles in Allem ist Twitter also ein wichtiger Bestandteil der hypervernetzten Generation, die immer weiter wächst (siehe auch Hyper, Hyper immer weiter???).

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9 Millionen in Social Networks

Veröffentlicht am 20. Juni 2008 um 16:21 Uhr von Anna Friedrich

Eine Forsa-Studie des BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien) gibt neue Zahlen zur Beliebtheit von Online-Communities in Deutschland bekannt: neun Millionen Deutsche haben ein Profil in einem sozialen Netzwerk wie StudiVZ oder Xing. Immerhin zwölf Prozent der Deutschen Bevölkerung über 14 Jahren und damit jeder sechste Bundesbürger präsentiert sich mit einem Online-Profil.

Die Netzgemeinschaften sind zudem beliebter als Weblogs. Vor allem themenspezifische Plattformen werden häufig genutzt: um Gleichgesinnte zu treffen und neue Kontakte zu knüpfen. Gefragt sind Plattformen, die reale soziale Beziehungen im Netz abbilden, also Job- oder Freundschaftsnetzwerke sowie Communites für einzelne Interessensgruppen wie Autofahrer, Hobbyfotografen und Heimwerker.

Wichtiges Qualitätskriterium sind laut Bitkom die Datenschutzmaßnahmen. User sollten prinzipiell mit persönlichen Daten vorsichtig umgehen und zu viel Offenheit der Privatsphäre vermeiden.

Ähnliches fand Anfang Mai bereits die MaFo Datamonitor heraus. Darüber haben wir im Beitrag 8,6 Mio. Deutsche in sozialen Netzwerken berichtet.

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Online-Empfehlungen führen zur Kaufentscheidung

Veröffentlicht am 18. Juni 2008 um 12:25 Uhr von Anna Friedrich

Harris Interactive und Fleishman-Hillard liefern neues Datenfutter für die Rolle des Internets für Kaufentscheidungen.

5.000 Internetnutzer in Deutschland, Frankreich und Großbritannien wurden zu ihrem Verhalten und ihrer Entscheidungsprozessen befragt. Ergebnis: das Internet wird für immer mehr Branchen zur wichtigste Informations und Beratungsquelle. Das Web wird als Entscheidungsfaktor doppelt so häufig genannt wie das Fernsehen.

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Noch interessanter ist, wovon wir uns online beeinflussen lassen. Am wichtigsten sind die Empfehlungen anderer Nutzer. Danach folgen Suchmaschinen, Produkt- und Preisvergleichsseiten sowie die Firmen-Websites. Die Rolle von klassischem Bannermarketing fällt dagegen deutlich ab. David Senay, Vorstandsvorsitzender von Fleishman Hillard, sagte gegenüber der FAZ:

"Werbung ist das Modell von gestern. Online-Konversationen, Suchmaschinenoptimierung und eine starke Internetseite werden immer wichtiger."

Kaum zu glauben, dass das Internet weltweit weiter nur einen Anteil von 11,6 Prozent am gesamten Werbemarkt hat (Quelle: International Advertisement Bureau, 2007, via Netzökonom). Dies zeigt, wie sehr das Internet von Marketing-Managern unterschätzt wird. Und wohl immer noch lieber vorm Fernseher sitzen und dort auf Kunden hoffen.

Für Jugendliche ist das Internet längst das meistgenutzte Medium. Dies belegen Studien der Universität Leipzig und des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW). Accenture fand heraus, dass heute fast die Hälfte der 16- bis 24-Jährigen TV übers Internet auf dem PC oder mobilen Endgeräten schaut.

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Hyper, Hyper immer weiter???

Veröffentlicht am 5. Juni 2008 um 11:02 Uhr von Anna Friedrich

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Sie aktualisieren ihr Facebook-Profil während eines Skype-Telefonats, schreiben Twitter-Updates auf dem Weg zum Flughafen und lesen Emails auf dem Blackberry im Badezimmer. Sie zählen in ihren Social Networks über 1.000 Kontakte (und können wahrscheinlich mit 85 Prozent dieser nichts anfangen). Alltäglich benutzen sie mindestens sieben vernetzte Endgeräte - vom iPod über das MacbookAir bis hin zum GPS-System im Auto - sowie mindestens neun Kommunikations-Anwendungen.

Sie zählen zu den Hyperkonnektiven - denjenigen die die neue Kultur der Konnektivität vorantreiben. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis weitere Extremvernetzte ihnen folgen. Wo geht die Reise in Zeiten der Hyperkonnektivität hin?

Laut Internetworldstats haben 21 Prozent der Weltbevölkerung Zugang zum Internet. 16 Prozent dieser globalen Informationsgesellschaft ist bereits "über"vernetzt und gehört damit zu den Extremnutzern. Weitere 36 Prozent sind bereits stark vernetzt und werden in naher Zukunft auch zu den Hyperkonnektiven zählen. Dies zumindest behauptet eine vom US-amerikanischen Nortel in Auftrag gegebene Studie von IDC, die mit 2.400 Arbeitnehmern aus 17 Ländern als repräsentativ bezeichnet werden kann.

Schlau unter den Übervernetzten ist, wer die Informationen vorselektiert und nur relevante verarbeitet; wer sich auf die wichtigen Kontakte konzentriert und sich nicht vom vernetzten Nirwana verführen lässt.

Was aber bedeutet dieser unaufhaltsame Trend für Organisationen und Unternehmen? Und, wie können sie die Massenverlinkungen produktiv nutzen?

Auch wenn der Trend zur Massenverlinkung noch lange nicht alle Teile der Bevölkerung erreicht hat, so ist klar, dass immer mehr Menschen den Hyperkonnektiven folgen werden. Es ist nur eine Frage der Zeit.

Unternehmen müssen also ihre Kommunikationstrategie verstärkt an Internet-Medien orientieren. Sowohl in der externen, als auch der internen Kommunikation müssen sie sich gut auf die Ankunft der Hyperkonnetivitäts-Welle vorbereiten. Sie sind die zukünftigen Arbeitnehmer: so nimmt gleichzeitig die Wichtigkeit zu, Angestellten ein hyperkonnektives Arbeitsumfeld zu bieten. Sie sind aber auch die Konsumenten von morgen bzw. beeinflussen diese.

Damit Unternehmen auch vor einem Tsunami der Extremvernetzten gewappnet sind, müssen sie jetzt ihre Frühwarnsysteme anschalten und reagieren. Die Studie empfiehlt, das CIOs eine Strategie entwickeln, die die Hyperkonnetivität mit der Effektivität ihres Unternehmens verbindet. Systeme und Applikationen müssen eingeführt werden, die die Arbeitsabläufe regeln und beschleunigen. Dabei braucht es auch solche, die diese Systeme bedienen: Hyperkonnektive Talente für die zukünftige Arbeiterschaft. Und dabei darf die Sicherheit unter den neuen Tools nicht leiden, die die Produktivität steigern.

Trotzdem dürfen die vielen nicht Vernetzten von Unternehmen nicht vernachlässigt werden. Ihre Kommunikationsstrategie darf sich also nicht allein auf das Internet stützen. Ihre Zielgruppen erreichen sie durch einen Kommunikations-Mix. Denn daran, dass Printmedien, Radio und TV überflüssig werden, ist momentan nicht zu denken.

Was nach der Massenvernetzung kommt, wenn wir die Nase voll haben und die Web 2.0-Blase zerplatzt? Auf kurz oder lang wird eine Vereinheitlichung der Tools für ein Muss sein für die, die nicht in dem Überangebot untergehen wollen. Google arbeitet fleißig an OpenSocial und auch Facebook zieht mit.

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Web 2.0 kein Business-Modell?

Veröffentlicht am 28. Mai 2008 um 12:14 Uhr von Mark Pohlmann

„The web 2.0 architecture is not necessarily a revenue opportunity. This is not where the money is."

Wer das (der FAZ gegenüber) sagt, ist kein geringerer als Google-Vorstand Eric Schmidt. Wer sollte besser einschätzen können, womit das Geld im Internet zu verdienen ist. Für ihn ist es nicht das soziale, sondern das mobile Internet. Ihm geht es also um die Übertragung dessen, was wir heute auf den PCs haben, auf einen noch viel kleineren Monitor, was wiederum zu anderen Inhalten und Gewohnheiten führt.

Einerseits möchte ich Schmidt unbedingt recht geben. Ja, das Internet wird mobil. Und ja, Klicks im Social Web lassen sich nur ganz schwer monetarisieren.

Aber: DAS ist genau der Grund, warum Communities & Co so erfolgreich sind! Weil sie hier noch weitestgehend verschont bleiben von der allumfassenden Kommerzialisierung. Das ist auch das ganze Geheimnis hinter StudiVZ: Hier ist unfassbar viel unfassbar irrelevanter Inhalt versammelt, der in der Mehrzahl gerade einmal zwei, drei Personen interessieren sollte. Wie die erste Studentenbude auch ist StudiVZ ein Ort, an dem sich Heranwachsende ohne lästige Kontrolle gehen lassen. (Ob sie sich später mal für den ganzen Schwachsinn schämen werden oder es gar bereuen, steht auf einem anderen Blatt. Das Risiko, später den Tag zu verwünschen, als man sich so schön schräg auf StudiVZ präsentiert hat, ist wiederum sicher auch dem Erfolg der Plattform dienlich. No risk, no fun.)

Zurück zu den Geschäftsmodellen. Die Next08 hat es bei den meisten Startup-Präsentation wieder einmal gezeigt: Das Web 2.0 hat gar keine Geschäftsmodelle, außer vielleicht die vage Hoffnung auf Werbeströme.

Jetzt kommt das Andererseits: Das heißt noch lange nicht, dass sich kein Geschäft mit dem Sozialen Netz betreiben ließe. Die eigentliche Wertschöpfung von Communities, Foren und Blogs ist, dass sie einen digitalen Aufenthaltsraum schafffe, den es vorher nicht gab. Es ist wie eine Strandparty. Sie ist eben auch kein Geschäftsmodell, kann aber sehr wohl geschäftlich genutzt werden. Zum Beispiel, um Getränke zu verkaufen oder gute Kontakte zu knüpfen, die woanders monetarisiert werden. "Klick mich, kauf mich!" will aber eben niemand hören auf einer Party.

Es ist doch eigentlich ganz einfach: Digitale Gruppen bündeln einen großen Teil der Aufmerksamkeit, die Menschen im Internet verbringen. Wer diese Zielgruppen will, muss hierein. Marken folgen ihren Kunden, das war schon immer so. Erst als die Marken die richtigen Formate für das Fernsehen gefunden hatten, und das hat Jahrzehnte gedauert, wurde die Glotze zum Geschäftsmodell, das die Privaten gebar. Auch im Internet haben Marken gar keine andere Chance, als sich mit den Interessen und dem Verhalten ihrer Kunden auseinanderzusetzen und die richtigen Formate zu finden. Nur müssen sie eben endlich auch verstehen, dass ihre Standardwerkzeuge nicht mehr funktionieren. Wenn das Alte nicht geht, aber das Neue noch nicht steht, befindet man sich in einer Phase der Transformation, deren Ausgang noch unsicher ist.

Freuen wir uns darauf, Pioniere einer neuen Epoche zu sein, die vom Mitmachen lebt. Kunden können ab sofort zeigen, dass sie Marken mögen und welche dies sind. Marken gehören zu den am häufigsten gesuchten Worten im Internet, überall sind sie Gesprächsthema. Nur sie selbst nehmen nicht teil!

Dabei ist es ganz einfach, wie Marken wie IBM mit Männern wie Luis Suarez beweisen. Ein IBMer, der in Projektteams arbeitet, aber auf Mails verzichtet? Auf seinem Blog berichtet er darüber. Und auf der Next spricht er darüber. Und ich kann versprechen, dass Luis auf der Next und im Blog mehr für das Image von IBM getan hat als eine große Kampagne jemals vermocht hätte. Weil hier reale Personen für das Ganze, für eine Idee stehen. Weil sie ansprechbar sind, einzigartig und meist auch noch sehr viel sympathischer als diese ganze artifizielle Instant-Information, auf die sich Marken bislang verstehen.

Liebe Marken, wie Mitarbeiter wie Luis Suarez die beste Werbung für euch sind, können dies auch eure Kunden sein: Laßt sie teilhaben, laßt sie für euch stehen, laßt sie für euch sprechen. Und die Sympathien werden auf eurer Seite sein. Eure Aufgabe ist für ein optimales Umfeld zu sorgen, in dem diese Kunden sich und damit euch präsentieren können.

Und wer es schafft, über seine Kunden ins Gespräch mit neuen Kundengruppen zu kommen, für den wird, um auf Schmidt zurückzukommen, das Web 2.0 zum Geschäftsmodell: Markenwert durch Loyalität und Aufmerksamkeit. Vielleicht die härtesten Währungen, die es für ein Unternehmen überhaupt gibt.

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Nokia und das Internet

Veröffentlicht am 21. April 2008 um 17:00 Uhr von Mark Pohlmann

Heute am Frühstückstisch habe ich in der FAZ von Holger Schmidt erfahren, dass Nokia am Internet der nächsten Generation arbeitet. Und für sich beansprucht, 2002 das erste Handy gebaut zu haben, das eigentlich ein Computer ist. Und sich quasi als Erfinder des mobilen Web ansieht. Das alles gipfelt in der Aussage, man bringe "das Internet zu den Menschen".

Wenn ich meine eigenen Erfahrungen mit Nokia Handies betrachte, staune ich ein wenig über die Selbstzufriedenheit des Herstellers. Nichts an einem Nokia ist selbsterklärend, was über das reine Speichern und Anrufen von Telefonnummern hinausgeht. Wenn ich wissen will, wie Software-Ingenieure in den 80ern und 90ern gedacht haben, muss ich mir nur die Dateistruktur meines Nokia ansehen. Mein letzter Versuch, Nokias Usability-Versprechen zu glauben, führte mich zum 460 Euro teuren "N810 Internet Tablet", das nun wiederum wirklich mein letzter Versuch war, das mobile Internet einem Handy von Nokia anzuvertrauen. Dass hinter den Nokias eigentlich Symbian als Plattform steckt, die wiederum seit vielen Jahren nicht wirklich weiterentwickelt wird, jedenfalls nicht nutzerfreundlicher wird, verschlimmert die Sache nur. Denn die Fremdsoftware beweist, dass Nokia sich nicht einmal selbst um die eigenen Belange kümmern mag. Für mich ist mein neuestes Nokia erstmal mein letztes. Denn auch das hat das Apple iPhone gezeigt: Wie wenig ein Marktführer an wirklichen Innovationen interessiert ist. Ich sage nur: Wann endlich schafft Nokia es mir vernünftig anzuzeigen, nicht DASS jemand angerufen hat, sondern WER angerufen hat. Sich jetzt zum Anführer einer Revolution zu stilisieren, die man seit Jahren verzögert, ist schon erstaunlich. Ich wünsche mir, Nokia würde das Web 2.0 wenigstens unfallfrei liefern können, bevor es von seiner Abschaffung und Auflösung in virtuellen Kartenwelten phantasiert.

Aber das nur nebenbei. Interessanter ist das Zitat, dass auch Nokia mit Mavens arbeitet. Also, jedenfalls weiß, wer ihre Mavens sind.

"Die Hälfte der Menschheit nutzt Mobiltelefone. Aber nur 200 Mio. Menschen, die so genannten Technologieführer, entscheiden, wie die Mobiltelefone der Zukunft aussehen. Was diese machen, werden in 5 Jahren alle machen", wird Nokia-Manager Anssi Vanjoki zitiert: "Wir kennen diese Technologieführer sehr gut. 100.000 davon haben uns die Erlaubnis gegeben, eine Software zu installieren, die uns Online-Zugriff gibt, was die Menschen mit ihren Telefonen machen."

Das Ergebnis der Betrachtungen lautet übrigens - laut Nokia: Die Menschen suchen Kontextinformationen. Frage: Und wie machen sie das aber nun mit einem Nokia?

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Kostenlos als Business-Modell

Veröffentlicht am 25. Februar 2008 um 9:30 Uhr von Mark Pohlmann

Ich stolpere gerade über einen sehr schön plakativ-visionären Artikel von Chris Anderson, Wired-Autor und Erfinder des Begriffes "Long Tail" für Kleinstzielgruppen. Er wirbt für "Freeconomics", eine Kostenlos-Kultur, nicht, weil es einem sozialistischen Grundverständnis folgt, sondern weil der eigentliche Wert der Zugang zu Kundengruppen und die daraus resultierende Aufmerksamkeit ist.

Jedes erfolgreiche Unternehmen - zumindest, wenn man sich im Web umschaut - hat seine Dienste erst vollkommen kostenlos gemacht und ist dann groß geworden. Das sei auch der Grund, warum sogenannte "Micropayments", also ein paar Cent für einen Artikel oder eine Information, scheitern mußten: Weil es einen riesigen Unterschied macht, ob man wenig oder gar nichts bezahlt. Wahrscheinlich hat er recht.

Seine Antwort, wie denn nun sich diese Kostenlos-Wirtschaft finanziert, ist allerdings nicht das derzeit omnipräsente Wörtchen "Werbung". Es ist der Gedanke des Sponsoring oder Cross-Selling. Im Mittelpunkt steht der Zugang zu Kundengruppen. Wer diesen hat, hat die Macht. Wer etwas kostenlos anbietet, möchte an anderer Stelle Kasse machen. Jede Freiheit hat also ihren Preis, mit dem Kernmerkmal, dass der Kunde immer wieder neu ausprobieren kann, was es in der Überfülle für ihn so gibt.

Beispiele gibt es genug, er selbst nennt kostenlose Handies und teure Mobilfunkverträge, Rasierer und Klingen, mir fallen noch die berühmten Öllampen ein, die sonst in diesen Fällen immer herhalten müssen. Immer geht es um das Prinzip: Billig anfüttern, später Kasse machen.

Soweit, so bekannt. Interessant wird der Artikel in der zweiten Hälfte. Hier geht es um das Phänomen der Überfülle, so wie sich das Web - und auch viele andere Wirtschaftsbereiche heute darstellen. Überfluß heißt in seiner Konsequenz: Verschwendung. Aber das ist für Anderson nichts schlechtes, es ist schön. Denn erst wenn etwas in Überfülle vorhanden ist, können wir uns von seinen Einschränkungen befreuen. Er malt das Bild einer Wirtschaft, iin der Strom nicht nur nichts kostet, sondern vollkommen natürlich hergestellt werden kann. Alles würde besser werden!, behauptet er. Was dann wäre, kommt dem sozialistischen Weltfrieden ziemlich nahe. Alle hätten Wohnungen, Essen, Wasser.

Wo ich ihm recht gebe: dass Technologien wie das Internet erst unlimitierten Zugang brauchen, um eine eigene Effizienz zu entwickeln. Erst, wenn möglichst viele ständig auf alle Informationen zugreifen können, werden alternative Kanäle überflüssig. Dass kostenlos nicht schlecht heißen muß, zeigen tausende Dienste, allen voran Wikipedia, tagtäglich. Dass Überfluss aber auch Geringschätzung heißen kann, erwähnt Anderson nicht. Mir fallen da immer die überhitzten, weil kostenlos heizbaren Wohnungen in der DDR ein, oder die Brote, die dort so billig waren, dass sie an die Schweine verfüttert wurden, weil Tierfutter zu teuer war.

Wie auch immer. Übertreibungen dienen der Verständlichkeit. Was beim Lesen solch radikaler Artikel auffällt, ist, dass man diese immer nur im englischsprachigen Raum geschrieben werden. Wo sind die deutschen Vordenker? In desem Sinne: Lesen.

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Google liebt das Chaos mehr als Audi

Veröffentlicht am 13. Februar 2008 um 9:50 Uhr von Mark Pohlmann

Weder Verlagsangebote noch die Hersteller tauchen noch bei Google bei einer Suche nach "Audi A4 Erfahrungsbericht" auf. Alle zehn gelisteten Treffer verweisen auf nutzererstellte Inhalte aus Foren und Communities. Google liebt die Meinung mehr als jede Werbung, und hier kann man es sehen. Ob man sich in den Management-Etagen über diesen Hoheitsverlust im Klaren ist?

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Start-ups: Worauf es ankommt

Veröffentlicht am 13. Dezember 2007 um 16:24 Uhr von Mark Pohlmann

Was war ihr lehrreichster Fehler, den Sie im Zusammenhang mit Qype in der Startphase gemacht haben?

"Wir waren im Marketing und im Community-Aufbau nicht aggressiv genug."

Stephan Uhrenbacher im Deutsche-Startups-Interview.

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Wie StudiVZ 750 Mio. Dollar vergeigte...

Veröffentlicht am 24. November 2007 um 13:42 Uhr von Mark Pohlmann

... erzählt Holger Schmidt in seinem FAZ-Blog "Netzökonom": "Die Geschichte ist zu schön, um sie nicht zu erzählen", leitet er ein. In der Tat. Wenn die Geschichte stimmt, dann hat ein größenwahnsinniges StudiVZ-Management den Einstieg von Facebook und damit eine viel höhere Bewertung vergeigt. Zur ganzen Geschichte geht`s hier lang.

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Macht gegen Marge

Veröffentlicht am 8. Oktober 2007 um 14:52 Uhr von Mark Pohlmann

Paradox. Der Markt wird größer, die Einnahmequellen versiegen. Schuld ist - wie immer - die Selbstmündigkeit des Konsumenten. Von daher, Respekt Sandra Nasic, für diese Einsichten und die Offenheit. Und letztlich macht die Musikindustrie nur vor, was noch viele, viele andere Branchen erleben werden: Die Macht des Konsumenten kostet Marge. Und zwar richtig.


SPIEGEL ONLINE: Die Pop-Landschaft, in die Sie heute Ihre neue Platte hineinstellen - ist die besser als die von 1997?

Sandra Nasic: Vom Gefühl her würde ich sagen, sie ist freundlicher. Weil die Hörer nicht mehr so sehr dem Diktat der großen Plattenfirmen unterliegen wie vor zehn Jahren. Weil die Firmen es heute viel schwerer haben, den Leuten irgendetwas vor die Nase zu setzen: Friss oder stirb! Weil durch das Internet heute jeder die Freiheit hat, selbst zu entscheiden, was er hören will - weil es viel mehr Vergleichsmöglichkeiten gibt. Ich finde das gut, auch wenn es bedeutet, dass ich mit der Musik wohl nicht mehr so viel verdienen kann.

Quelle: Spiegel Online

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Mengenlehre

Veröffentlicht am 24. September 2007 um 9:56 Uhr von Mark Pohlmann

Wer an der Diskussion über die Themen und Referenten der Next08 (Mai 2008, genauer Termin wird noch bekanntgegeben) teilnehmen möchte: hier ist der Link. Wahrscheinlich wird aber ein Facebook-Account vorausgesetzt...

Thomas Knüwer brachte mich in der Next08-Diskussion nochmal auf die (eigentlich uralte) Frage, wie sich denn nun die ganzen Web-2.0-Start-ups finanzieren wollen. In neun von zehn Fällen soll es die Werbung sein. Daran haben wir uns so gewöhnt, dass wir dies gar nicht mehr infrage stellen.

Ich stelle hier mal folgende Rechnung an mit der Bitte, mich ggf. zu korrigieren:

Grundannahme 1
Man muß sich reichweitenmäßig ganz schön an die Decke strecken.
Der TKP liegt ungefähr bei 5 Euro, jedenfalls, wenn man Banner und Adwords und Restplätze mal in Quersumme zusammenlegt. Das heißt, bei einem TKP von 5 Euro gibt es für 1 Mio. Sichtkontakte 5.000 Euro.

Grundannahme 2
Für ein funktionierendes Kleinunternehmen im Web-2.0 mit 10 Mitarbeitern braucht bummelig 50.000 Euro im Monat Umsatz, ergo: 10 Mio. Kontakte.

Das ist dann allerdings auch schon der Idealfall, will meinen, hier ist ein Vermarkter an Bord, der die Werbeplätze professionell und zu höheren Kursen vermarketet, als dies bei reiner Suchmaschinenvermarktung möglich wäre.

10 Mio. Kontakte im Monat schaffen derzeit nach ivw 165 Unternehmen. Damit sind dann allerdings Seitenabrufe gemeint. Darunter fallen fast alle Dickschiffe des Verlagswesens und damit Unternehmen, die mit 50.000 Euro Monatsumsatz überhaupt gar nicht auskommen würden (brauchen sie auch nicht, weil viele deutlich mehr Klicks generieren). Die Summe dererer, die wirklich schlank geblieben ist und auf so viele Klicks kommen, liegt vielleicht bei einem Zehntel. Will heißen: Wer 10 Mio. und mehr Klicks hat, ist größer und braucht mehr Geld als 50.000 Euro im Monat.

Grundannahme 3
Bei reinen Google-Adword-Kampagnen würde mich wundern, wenn mehr als 2 Euro pro TKP rauskämen. Hier wären also schon 25 Mio. Seitenabrufe pro Monat notwendig, um eine Chance auf einen Deckungsbeitrag zu haben.

Mal angenommen, die Annahmen oben wären richtig, dann könnten nur sehr wenige Unternehmen sich berechtigte Hoffnungen auf einen werbebasierten Umsatz machen, der zumindest nennenswert ist. Das wiederum müßte heißen, dass die Erklärung, man werden "auf Werbung als Erlösmodell setzen", einen zumindest noch ein wenig skeptischer machen, als es ohnehin schon tut.

Grundannahme 4
Das alles gilt sowieso nur für eine boomende Werbewirtschaft. Was aber, wenn viele Unternehmen mehr online werben WOLLEN, es aber, wie 2002, einfach nicht mehr KÖNNEN?

Meine Frage ans kundige Werber-Fachpublikum: Stimmen die Annahmen dort oben? Was bringen 1 Mio. Kontakte wirklich?

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Gut aufgestellt für die Blase

Veröffentlicht am 4. September 2007 um 9:26 Uhr von Mark Pohlmann

Lese gerade bei Turi, bei Holtzbrinck sei man "gut aufgestellt". Wenn jemand nach Indikatoren für eine Blase sucht, dann findet er sie in Formulierungen wie dieser. Wenn ein Inkubator nicht mehr anders erklären kann, warum er sich wo engagiert als mit einer Stellungsbeschreibung, dann läuft der Web-2.0-Zug bald ins Leere. Denn die Phrase will uns nur eines sagen: Hauptsache, ich bin dabei. Wobei? Egal.

Achja. Vor wenigen Tagen habe ich noch wortreich erklärt, warum wir uns noch im Boom und nicht in der Blase befinden. Ich fürchte, es stimmt beides. Nur nicht für jeden gleichzeitig.

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Des Mitmachens fette Beute

Veröffentlicht am 13. August 2007 um 11:08 Uhr von Mark Pohlmann

Auch wenn wir armen Deutschen nie erfahren werden, wieviel Traffic Google, Amazon oder eBay haben, so kommt wenigstens langsam Licht in das Dunkel des Mitmachwebs. Ganz einfach, weil sich immer mehr Anbieter ivw-prüfen lassen. Und dann plötzlich ist nicht nur StudiVZ vor den Mailanwendern von T-Online, sondern es tauchen Namen auf, die ich wirklich noch nie vorher gehört habe. Wer oder was ist bitte Gesichterparty.de? Wie kann ein System so unbeachtet von der Restöffentlichkeit auf derartig hohen Traffic kommen? Das kann nur heißen, dass hier auf sehr einfach und effiziente Weise ein kommunikativer Nerv getroffen wurde. Der Nerv mal wieder der Adoleszenten, ok. Aber es gibt in deren Welt eben noch mehr als StudiVZ. Und 5 Mio. Besucher mit 200 Mio. Seitenabrufen sprechen erstmal eine deutliche Sprache. An dieser Stelle sollte man auch nochmal Knuddels.de erwähnen, ein Kennenlernportal für die ganz jungen, das geht da ab 14 Jahren los (jedenfalls als offizielles Alter). 33 Mio. Besuche - halb Deutschland scheint sich dort bestens zu amüsieren.

Ähnliches gilt übrigens für die Lokalisten, die beispielsweise in Hamburg recht wenig von sich reden machen, aber dennoch zu den Klickfürsten des deutschen Webs zählen. Gratulation dazu!

An dieser Stelle kann ich meinen Wunsch nur wiederholen, dass wir ganz dringend eine einheitliche Reichweitenerhebung für Deutschland brauchen, die keine Rücksicht darauf nimmt, ob jemand E-Commerce, Verlag oder Netzwerk ist. Die Grenzen verschwimmen sowieso, und Bannerwerbung wird nicht mehr lange die einzige Form werblicher Erlösströme bleiben.

ivw_august2007.png
Zahlen: ivw, Stand Juli 2007 via pz-online

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Noch Boom oder schon Blase?

Veröffentlicht am 1. August 2007 um 12:56 Uhr von Mark Pohlmann

Nur eine kurze Anmerkung zu den ständigen Diskussionen darüber, ob es zuviel Web 2.0 und zuviele Startups gibt und wo denn das ganze Geld herkommt und hingeht: Ja, wir sind (endlich!) wieder in einer Interneteuphorie, und, ja, es gibt viele Anzeichen dafür, dass es zu den üblichen begleitenden Übertreibungen kommt. Die Reifephase des Web 2.0 - in die wir so langsam kommen - deckt sich in vielem mit der Dramaturgie des Web 1.0, die ja bekanntlich in einer ziemlichen Bruchlandung endete.

Aber stimmt das überhaupt? Was geplatzt ist, sind die Börsenphantasien. Nichts anderes. Nutzer, Umsatz, Werbeeinnahmen, Online-Zeit und Relevanz - alles steigt wie mit einem Strich gezogen seit 10 Jahren an. Nur die Gier, wie und wieviel Geld zu verdienen ist, muss immer mal wieder relativiert werden. Dies ist 2001 geschehen und wird sich sicherlich noch oft wiederholen. Das alles hat aber mit dem Platzen einer Blase aber nichts zu tun. Und nun *kram*... die Fakten:

- Die Internetnutzung ist heute um den Faktor vier höher als vor sechs Jahren (15 Prozent der Bevölkerung zu 60 Prozent heute)
- Die Kosten für einen Internetanschluss haben sich auf ein Viertel reduziert, dafür ist die Übertragungseschwindigkeit um den Faktor 10 bis 100 gestiegen. Das alles verdanken wir DSL. Ohne DSL wäre ich wahrscheinlich heute PR-Berater einer Versicherung.
- Die Kosten für den Aufbau und Betrieb einer Website haben sich ebenfalls dramatisch reduziert. Das Ergebnis: Auch die Kosten für ein Startup sind deutlich gesunken - ganz grob kalkurliert auf ein Zehntel (100.000 Euro sind heute das, was 1 Mio. vor sechs Jahren waren).
- Dafür sind die Umsätze im Internet und die Markteinteile ebenfalls dramatisch gestiegen (Zahlen habe ich jetzt nicht im Kopf, am besten mal Jochen Krisch fragen).

Das Geld für die ganzen Startups und Copy-Cats kommt heute fast ausschließlich aus der Privatwirtschaft und nicht mehr aus Aktionärshand - damit ist das Risiko eben auch zu 100 Prozent dort, wo es hingehört: In Investorenhand. Und was die machen, kann uns entweder egal sein oder sollte unser Auge erfreuen, denn Qype, Dawanda & Co. gäbe es ohne sie nicht.

Die Losung lautet derzeit:
Geringe Markteintrittsbarrieren > hohe Aufmerksamkeit > viele versuchen es > Marktvielfalt mit unterschiedlicher Qualität (hier sind wir) > die Besten setzen sich im Wettbewerb durch > hohe Qualität für den Kunden

Vielfalt ist eben das beste Geschenk, das sich eine konsumlastige Industrienation wie unsere machen kann. Freuen wir uns über die ganzen "Wannabees", ist doch schön. Die Richtigen werden es schon schaffen.

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Web 2.0-Studie: Unternehmen bleiben vorsichtig

Veröffentlicht am 18. April 2007 um 9:02 Uhr von Mark Pohlmann

McKinsey hat eine Studie "How Businesses are using Web 2.0" erstellt, die Business Week berichtet darüber. Die Botschaft lautet: Entscheider in Unternehmen versuchen weiter, das Thema Web 2.0 zu meiden. Der Grund: Furcht. Nicht, daß wir das nicht schon immer wußten, aber es ist schön, daß noch einmal von McKinsey und damit offiziell bestätigt zu bekommen.

Noch mal genauer hingeschaut: Kollaborative Werkzeuge, um nichts anderes handelt es sich ja im Web 2.0, stehen unter dem Generalverdacht des Kontrollverlustes, weil sie zwar die Vernetzung des Wissens mehren, nicht aber kompensatorisch in gleichem Maße die Taschen füllen. Und natürlich ist die "Weisheit der Massen nicht immer so brillant, wie sich Unternehmen dies wünschten", berichtet einer der Studienautoren.

Auch die Angst vor der allgemeinen Verfügbarkeit früheren Herrschaftswissens verhindert einen breiteren Einsatz, beispielsweise von firmeninternen Wikis. "Put in a wiki and everyone has it" ist eben nicht nur Verheißung, sondern auch Drohung.

Doch am Ende, so die Studie, verschleiern alle Argumente nur, daß viele in ihren Gewohnheiten verharren möchten. "Die Babyboomer, die aktuell die Unternehmen prägen, sind mit dem Telefon aufgewachsen. Das wird sich erst ändern, wenn diejenigen die Macht ergreifen, die mit dem Internet groß geworden sind." Herrje, denn mal los, ihr Post-Baby-Boomer!

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Einsichten, gefühlt

Veröffentlicht am 16. April 2007 um 9:49 Uhr von Mark Pohlmann

Gefühle sind die Fähigkeit, eine Situation in Sekunden falsch einzuschätzen.

In diesem Sinne: Wenn Google für einen Vermarkter $3.1 billion in cash (nearly double the size of their YouTube Acquisition)" bezahlt und damit als einzigen großen Konkurrenten Microsoft aussticht, diese sich daraufhin beim Kartellamt ob der Marktmacht von Google beschweren, dann bekomme ich das dumpfe Gefühl, daß es letztlich auch egal ist, wer von beiden das Rennen macht.

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Züchtet Kleinvieh!

Veröffentlicht am 30. März 2007 um 12:38 Uhr von Carmen Ullrich-Nolte

Heute frisch in der Post: GDI IMPULS Frühling 2007, Wissensmagazin für Wirtschaft, Gesellschaft, Handel. Der Titel: "Züchtet Kleinvieh! Warum Sie mit Nischenprodukten größeren Erfolg haben als mit Massenware."

Im Artikel "Der Kunde als Produktvorteil" erklärt Mark Pohlmann, wie Unternehmen mit Mavens, einer Mischung aus Experten und Meinungsführern, die Meinungshoheit über ihre Marken wiedergewinnen können.

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Mitgliederblähungen

Veröffentlicht am 19. März 2007 um 10:13 Uhr von Mark Pohlmann

Wenn ich einen Artikel wie diesen lese, weiß ich, daß das Web 2.0 Blähungen hat. Es wird kommen wie im Web 1.0: Eine wirklich gute Idee wird erst dann richtig gut, wenn die ganzen Übertreiber sich wieder einen anderen Spielplatz zum Austoben gesucht haben, und die, die an die Sache glauben, in Ruhe ihren Job machen können. Wir sind noch weit davon entfernt, daß das Mitmachweb ein Massenweb ist, in Deuschland noch viel mehr als in Amerika. Noch sind wir im Info-Elite-Web. (Siehe dazu auch die DLD-Schlußbetrachtung)

Whew. Looks like the popular claim that MySpace has 100,000,000 users is hot air. More than 50% can’t even bother to visit again after a month. Based on assuming that type 5 and type 6 are the real ‘users’ of MySpace, it turns out that MySpace really has roughly 43,000,000 users. Very unscientific? Yep. More accurate than the 100,000,000 myth? Damn straight. The 100,000,000 number is inflated by 133%. Weiterlesen
(Link gefunden bei Indiskretionen Ehrensache)

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Warum sich Geschichte (im Internet) nicht wiederholt

Veröffentlicht am 12. März 2007 um 17:25 Uhr von Mark Pohlmann

Ein vor der Wiederholung von Fehlern mahnender Paulus Neef veranlaßt mich dazu, doch nochmal die Unterschiede zwischen Hype 1.0 (die Erstkommerzialisierung des Internets 1996-2001) und Web 2.0 (die zweite Welle seit 2004) aufzulisten.

1. Vom Technologieträger zum Infrastrukturmedium
Vor 10 Jahren waren rund 3 Prozent der Bevölkerung online, heute sind es um die 70. Die Nutzungzeit hat sich seither verzehnfacht. Das Internet wird pragmatisch für die eigenen Interessen genutzt und nicht fassungslos angegeglotzt. Eine Technik ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

2. Gründer statt Berater
Vor zehn Jahren verließen Konzernmanager und Unternehmensberater ihre gutdotierten Posten und gründeten eigene Internet-Start-ups. Die meisten von ihnen hatten nur den Börsengang im Sinn, verdammt viele schafften ihn, werkelten dann noch ein paar Jahre vor sich hin und überließen die Verantwortung anderen. Die wichtigsten Gründer im Web 2.0 haben alle zu Zeiten gegründet, als keiner einen Pfifferling mehr gab für Internetunternehmen. Sie haben sich den Erfolg nicht an der Börse erkauft, sondern am Markt erarbeitet. Die meisten haben erst sehr spät Finanzierungsrunden bekommen, einfach, weil es ihnen anfangs schlicht an Masse fehlte.

3. Investoren statt Kleinanleger

Den atemberaubenden Kurszuwächsen konnten Millionen Kleinanleger nicht widerstehen - und versäumten, rechtzeitig aus den hoch bewerteteten Aktien des Neuen Marktes auszusteigen. Das Geld hat jetzt ein anderer. Heute werden Start-ups mehrheitlich von geschlossenen Fonds oder Unternehmen finanziert, die das Risiko besser einschätzen können und einen viel direkteren Zugriff auf Strategie und Management eines Start-ups haben. Der Finanzmarkt ist für Gründer viel weniger öffentlich inszeniert als noch vor einigen Jahren.

4. Verzicht auf teure Werbung
Erinnern Sie sich noch an 500-Seiten-dicke Magazine vor der CeBIT? Darin wurde das Anzeigengeld der New-Economy versenkt. Heute gilt der Spruch: Wenn es Werbung braucht, ist es kein Web 2.0. Alle erfolgreichen Geschäftsmodelle im Web 2.0 haben sich viral durchgesetzt, nicht durch Anzeigenstrecken.

5. Funktionierende Geschäftsmodelle

Ach, wo wir gerade beim Geld sind. Auch Anwendungen ohne eigenes Erlösmodell haben eine knallharte Währung: Reichweite und Aufmerksamkeit von klar strukturierbaren Zielgruppen, oder simpel ausgedrückt: Werberelevanz. Werbung als Geschäftsmodell funktioniert im Web 2.0 genauso wie Abomodelle. Und anders als vor 10 Jahren besteht der Kern der eigenen Wertschöpfung in der Kundenbindung ganzer Milieus (die Hälfte aller Studenten ist in StudiVZ organisiert), nicht im Abverkauf von austauschbaren Produkten.

6. Flexibilität
Die E-Commerce-Systeme der ersten Generation waren die Dickschiffe des Internets. Heute sind Internetsysteme zu einem Bruchteil der Kosten und in signifikant kürzerer Zeit errichtet, die Weiterentwicklung offener. Wenn sich der Markt ändert, verändern sich die Anwendungen einfach mit. Technik und Budget sind keine limitierenden Faktoren mehr.

7. Wettbewerb statt Monopol
Der vielleicht wichtigste Punkt: Der Markt ist reif für innovative Anwendungen, weil die kritische Masse erfahrener Nutzer längst erreicht ist. Jeder kann sich mit seiner Idee ausprobieren. Möge der Beste gewinnen, nicht der mit dem meisten Geld. Die Nutzer wollen intelligente, radikale Services, keine Monopolisten mehr. Die Kehrseite: Spreadshirt-Gründer und Investor Lukasz Gadowski sprach bei dem Gründergespräch Social Commerce bereits vom "Geschäftsidee-Spam".

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Chief Customer Officer

Veröffentlicht am 14. Februar 2007 um 10:03 Uhr von Mark Pohlmann

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Ein ganz, ganz wunderbares FAZ- Interview mit meinem großen Internetidol Craig Newmark, Gründer von Craigslist, den ich so richtig erst auf dem DLD07 für mich entdeckt habe.

Schon die Aussage, wir hätten ein Geschäftsmodell, ist eine Unterstellung. Wir verstehen uns als Dienstleister für unsere Community. Vor sechs Jahren haben wir die Mitglieder unserer Community gefragt, welche Dienstleistung kostenpflichtig werden solle. Das Ergebnis war: Wir sollten Stellen- und Immobilienanzeigen kostenpflichtig machen. Heute verlangen wir Geld für Stellenanzeigen in sieben Städten und für Immobilienanzeigen in New York. Die dortigen Makler haben uns darum gebeten, damit die Qualität der Anzeigen steigt. Das ist unser Geschäftsmodell, wenn Sie so wollen. Wir haben etwa 1 Prozent der Internetseite monetarisiert. Wir haben kein Interesse, viel mehr zu Geld zu machen. Zwar haben wir kürzlich noch in vier Städten Gebühren für Stellenanzeigen eingeführt, aber nur, um Spam-Anzeigen herauszuhalten.

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Tschüß Word

Veröffentlicht am 13. Februar 2007 um 11:55 Uhr von Mark Pohlmann

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Der kommende Internetbrowser Firefox 3 wird Offline-Anwendungen unterstützen. So läßt sich beispielsweise Gmail von Google, die Textverarbeitung Google Docs oder die Tabellenkalkulation Spreadsheet auch dann benutzen, wenn der Rechner gerade nicht online ist. Quelle.

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Das Geld fließt

Veröffentlicht am 6. Februar 2007 um 9:33 Uhr von Mark Pohlmann

Gestern war so ein Tag, wie ihn jeder PRler haßt: Der eigenen Meldung gesellen sich in wenigen Minuten munter ähnlich interessante hinzu. In diesem Falle sind alleine gestern drei Investitionen im Web 2.0-Umfeld bekanntgegeben worden. Die erste stammt von unserem Kunden Dawanda, für die beiden anderen können wir nichts ;-)

Spreadshirt beteiligt sich an DaWanda
Spreadshirt, die weltweite Kreativplattform für Kleidung, erwirbt eine Minderheitsbeteiligung am Online-Marktplatz DaWanda. DaWanda ist ein im Herbst 2006 gestarteter Internetdienst, über den professionelle Kunsthandwerker und ambitionierte Privatpersonen selbst gefertigte Produkte vertreiben. Der Einstieg sichert Dawanda den Zugang zu derzeit 160.000 aktiven Shoppartnern von Spreadshirt. Unter Sozeug.net betreibt Spreadshirt ein ähnliches Projekt. Spreadshirt gibt Sozeug auf und bietet den dortigen Händlern an, zu DaWanda zu wechseln.
Interview mit Dawanda-Gründerin Claudia Helming

European Startup Plazes Raises €2.7 million
Plazes, which is based in Zurich and Berlin, is announcing its first institutional round of financing this morning. They raised €2.7 million, or about $3.5 million, from Doughty Hanson Technology Ventures.
Quelle: Techcrunch


Hitflip übernimmt britische Tauschbörse

Die Online-Tauschbörse für Medienprodukte Hitflip, Marktführer in Deutschland und Österreich, übernimmt mit sofortiger Wirkung das britische Tauschportal für CDs, DVDs und Games SWOPEX. Nach dem organischen Markteintritt in Österreich gelingt Hitflip damit erstmals die gezielte Übernahme eines Wettbewerbers.
Quelle: Businessportal24

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Karriere 2.0 - keine Schere im Kopf

Veröffentlicht am 12. Januar 2007 um 12:51 Uhr von Janina Dobrzynski

Martin Langkau schreibt in der letzten W&V über digitale Reputation und Karriereaussichten:

Im Interesse der eigenen beruflichen Laufbahn werden die meisten Nutzer nur noch unverfängliche Inhalte veröffentlichen, die der Karriere nicht schaden. Gerade die heutigen Aushängeschilder des Web 2.0 wie MySpace, MyVideo oder YouTube leben von den recht freizügigen Beiträgen ihrer Mitglieder. Deren künftige Selbstzensur droht nun aber gerade diesen USP des neuen Internets zunichte zu machen

Lieber Herr Langkau: Falls Sie jemanden wie mich damit meinen, internetaffin, Berufseinsteiger und Mitte Zwanzig, dann haben Sie ein Phänomen zwar als Problem verstanden, nicht aber als Kraft, die dem Problem entgegensteht. Für Menschen auf dem Weg vom Privat- zum Berufsleben ist das Web 2.0 ein Instrument zur eigenen Identität. Es erlaubt ein freies und selbstbestimmtes Leben ohne Kontrolle von Außen. Freiheit ist, wie wir seit dem Gemeinschaftskundeunterricht wissen, mit Verantwortung verbunden. Das ist etwas, was sie mit dem Erwachsenwerden gemeinsam hat.

Was hilft´s also, das Web? Mit seiner Hilfe stellen wir uns dar, wir zeigen, wie wir sein wollen, und wir finden einfacher diejenigen, die unsere Werte und Interessen teilen und uns stärken in unserem Denken und Handeln. Das ist dann unser erstes nicht ortsgebundenes Netzwerk.

Mit Unseresgleichen unterhalten wir uns, wir lernen und arbeiten zusammen, und wir verfolgen gemeinsame Ziele. Wir bestärken uns gegenseitig, uns nicht verbiegen zu lassen und suchen Wege, ernst genommen zu werden. Gleichgesinnte finden wir am besten, wenn wir uns artikulieren, wenn wir Selbstbewußtsein zeigen. Deshalb darf und soll auch unser Arbeitgeber wissen wer wir sind. Und deshalb faken wir nicht.

Im Zuge einer neuen Orientierung an den Bedürfnissen ihrer Kunden werden Unternehmen diese Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt schätzen lernen. Sie werden verstärkt nach selbstbewussten, authentischen Mitarbeitern suchen, denn diese sind das Bindeglied zum Kunden, der Menschlichkeit und eine individuelle Betreuung erwartet.

Die von Ihnen prophezeite Selbstzensur hingegen weckt in mir Assoziationen mit den 50er-Jahren: Hauptsache, der Schein stimmt. Das wollen wir nicht mehr.

Janina Dobrzynski

Ergänzung: Auch die FAZ beschäftigt sich mit dem Thema

Karrieresprung: Googledigoo - und raus bist du
Auch Arbeitgeber und Personalberater haben Internetanschluss - und nutzen es zunehmend, um sich über Stellenbewerber zu informieren. Daher ist bei allen Online-Aktivitäten, gerade auch auf Businessplattformen, Vorsicht geboten. Es gilt, Angriffspunkte zu vermeiden.

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Der nächste Börsengang?

Veröffentlicht am 8. Januar 2007 um 17:06 Uhr von Mark Pohlmann

gadowski_jongleur.jpg Wie nervend mit FAZ.net, wenn sie die wichtigen Printartikel immer nur häppchenweise online stellen. Jetzt aber: Das Lukasz-Gadowski-Portrait mit dem zentralen Satz:

Oliver Samwer betrachtet Spreadshirt als eine Firma, die an die Börse gehen könnte.

Nachtrag 9.1.07: Wo sind die Millionen?
Es stimmt, im Online-Artikel fehlt die nicht ganz unwichtige Angabe, daß der Spreadshirt-Gründer aus 5.000 Euro in nur 12 Monaten 2 Mio. Euro gemacht hat. Ob der späten Streichung vom Untergang des Abendlandes zu reden halte ich allerdings für übertrieben, schließlich kennt niemand den Grund für das Weglassen dieser Information. Daß L.G. als Mitinitiator finanziell vom Exit profitieren würde, war dagegen schon länger klar. Und ich muß gestehen, daß ich seinen Anteil für höher gehalten hätte.

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Der Hype, das Geld, der Samwer und StudiVZ

Veröffentlicht am 8. Januar 2007 um 15:48 Uhr von Mark Pohlmann

Viel Wahres und ein bißchen Selbstgefälliges, jedenfalls kurz und prägnant: Das Oliver Samwer-Interview in der FAZ Print, seit wenigen Stunden auch online.

"Web 2.0 steht für virales Marketing, Nutzer werben Nutzer, das kostet nichts. Dafür braucht man natürlich erst mal Nutzer. Deswegen ist es wichtig, sich zuerst darauf zu konzentrieren, die Leute zu bekommen.

Wir glauben, dass Video noch viel größer wird, als je jemand gedacht hat. Fernsehen wird demokratischer durch das Internet. Der Fernseher wird überflüssig, der Computer stattdessen aufgemotzt." Weiterlesen ...

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Blogs als Wirtschaftsfaktor

Veröffentlicht am 4. Dezember 2006 um 9:35 Uhr von Mark Pohlmann

"Weblogs erreichen in hohem Maße gut verdienende Führungskräfte. So nutzen beispielsweise 8 Prozent der beruflichen Führungskräfte Weblogs (Quelle: ACTA 2006). Das liegt über dem Durchschnitt aller Internetnutzer (7 Prozent). Und zeigt: In Weblogs werden Meinungen gemacht - und zwar besonders auch die der “Opinion Leader”.
Quelle: Brainwash, das Corporate Blog der Agenturgruppe Robert & Horst

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Kreative Kaste - Amerika, du hast es besser

Veröffentlicht am 30. November 2006 um 10:24 Uhr von Mark Pohlmann

Da ich gerade dabei bin, meine Präsentation zu überarbeiten, hier mal zwei Zahlen, die mich beeindrucken: 50 Mio. Menschen haben in Amerika bereits "ins Internet reingeschrieben" (Quelle: PEW 2006), jede dritte der Top-30-Websites bietet die Möglichkeit, selbst Inhalte zu ergänzen (im Chart grün gefärbt). Würde man nicht nach Reichweite, sondern nach Zeit messen, so wie das im TV üblich ist, wären Myspace & Co. noch weiter vorne.

Neidisch kann man ob der Zahlen über den Teich blicken. Dabei gibt es gar gerade knapp dreimal soviele Amerikaner wie Deutschsprachige (300 vs. 110 Mio.) Wo sind also unsere 17 Mio. Content-Aggregatoren?

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Qype erhält siebenstellige Erstfinanzierung

Veröffentlicht am 28. September 2006 um 11:38 Uhr von Mark Pohlmann

(Zur freundlichen Kenntnisnahme die offizielle, heute international versendete Meldung zur Finanzierung unter der Berücksichtigung, daß ich die PR für Qype mache ;-)

Finanzierung des führenden deutschen Webdienstes für lokale Empfehlungen dient europäischer Expansion

Qype, die lokale Suche und Empfehlungs-Website (www.qype.com) mit Sitz in Hamburg, gibt den Abschluß ihrer ersten Finanzierungsrunde bekannt. Die Venture-Capital-Unternehmen Advent Venture Partners und Partech International finanzieren gemeinsam mit einem Kreis Angels einen deutlich siebenstelligen Betrag.

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Raus aus der Komfortzone! (Aufruf zur Kongreßgründung)

Veröffentlicht am 25. September 2006 um 9:22 Uhr von Mark Pohlmann

Ein paar Anmerkungen zu Sinn, Qualität und Wirtschaftlichkeit vernetzter Kommunikation.

- Jemand, der behauptet, "99,99% des Inhalts im Web 2.0 ist das Ergebnis von egozentrischen Selbstreflektierern und hat das Niveau von Teenager-Tagebüchern“, beleidigt nicht nur diejenigen, die oft mit viel Mühe und Zeitaufwand über die Themen schreiben, die sie interessieren. Er beleidigt damit die Kunden seiner Auftraggeber. Das Web 2.0, das sind wir alle; wir sind Kunde, Konsument, Zielgruppe und Meinungsmacher. Allerdings: Genau wegen dieser Mischung aus Selbstherrlichkeit und Unverständnis von Agenturen und Unternehmen ist das Phänomen Web 2.0 überhaupt so erfolgreich. Wir WOLLEN diesen Diskurs unter uns, wir BRAUCHEN ihn, weil kommerzieller Instant-Dialog unsere Bedürfnisse weder kennt noch befriedigt.

- Wer sagt, ein Dialog von vielen zu vielen sei zu aufwendig und damit unwirtschaftlich, ist zu bequem, nach Lösungen zu suchen. Die Kommunikationsindustrie hat sich wunderbar eingerichtet in der seit sechs Jahrzehnten bestehenden Komfortzone. Natürlich ist es bequemer, sich weiter nur um die Anzeigenabteilungen und Redaktionen renommierter Medien zu kümmern, als direkt mit dem Konsumenten in den Dialog zu treten. Doch was wirtschaftlich ist und was nicht, bestimmt stärker als je zuvor der Kunde selbst. Je stärker er sich dem Einweg-Dialog verweigert, umso wichtiger ist es, nach Alternativen zu suchen. Dieser Innovationsdruck ist allerdings kein allumfassender, Web 2.0 kein Allheilmittel, sondern die Wirksamkeit stark von den Produktgattungen und Zielgruppen abhängig. Dennoch ist das Thema zu komplex für Pauschalurteile.

- Jemand, der davor warnt, der Betrieb von Dialoginstrumenten koste Zeit und Geld, will offensichtlich mit diesem Aufwand selbst nichts zu tun haben. Jemand, der im Sinne einer pointierten Positionierung den offenen Dialog ablehnt und damit sich selbst die Chance auf Erfahrungen mit diesen Instrumenten nimmt, schwächt seine Innovationsfähigkeit und Beraterkompetenz unnötig. Von dem Signal nach innen ganz zu schweigen.

- Jemand, der heute noch darüber diskutiert, ob Web 2.0-Tools für den professionellen Einsatz taugen, sollte seinen Kunden auch erklären, warum man die aktuell reichweitenstärkste Website in der wichtigsten Wirtschaftszone der Welt ignorieren kann. (Zum Verständnis: Das Community-Portal myspace hat aktuell 130 Mio. Mitglieder und war im August die meistaufgerufene Website in Nordamerika. Vor Google, vor Yahoo, vor Ebay.)

- Es stimmt. Dialog in Echtzeit ist risikoreicher und reichweitenärmer als klassische Einwegkommunikation. Wessen Wille sich auf Coverage und Werbeäquivalenzrechnungen beschränkt, gehe bitte an diesen Instrumenten vorbei. Nur muß jede Marke nicht nur professionell kommunziert werden, sondern es muß über sie auch gesprochen werden. Eine Marke, die nicht im Gespräch ist, existiert nicht. Wer an dem Dialog seiner Kunden nicht partizipieren möchte, erweist seinen Auftraggebern einen Bärendienst.

- Ich rufe hiermit zur Gründung des "1. Kongresses für Bedenkenträger" auf. Dort können sich alle versammeln, die sich an Risiken delektieren und gerne im Status Quo verharren. Die nicht nur ihre Werbekonzepte, sondern auch ihre Biographien in Gefahr sehen. Die Angst vor Kontrollverlust und vor der Meinungsmacht ihrer Kunden haben.

- Eine Bitte an alle potentiellen Besucher dieses Kongresses: Hört auf, die zu beleidigen, die sich um eure Bedenken nicht scheren.

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Thesen für Netzstimmen-Interview

Veröffentlicht am 28. Juli 2006 um 12:51 Uhr von Mark Pohlmann

Oliver Gassner hat mal wieder ein neues Blog: Netzstimmen. Die ersten Stimmen gehören Lyssa und Ibrahim Evsan von Sevenload, genannt Ibo). Oliver hat mich ebenfalls zu einem Interview eingeladen, und ich habe ihm versprochen, vorab ein paar steile Thesen zu proklamieren, über die sich dann hoffentlich trefflich streiten läßt.

Nun muß ich mir natürlich vorher nochmal überlegen, worüber eigentlich. In meiner Brust schlagen viele Herzen. Man könnte über E-Commerce, PR, Web 2.0 im Allgemeinen oder die Blogger im Speziellen parlieren.

Am meisten treibt mich aber aktuell die Frage um, warum Web 2.0 sich so schwer tut in Deutschland. Und wie Unternehmen auf die Herausforderung, dem Wunsch ihrer Kunden nach Partizipation, reagieren können. Ich denke, mit diesem Fragenkomplex wird Oliver sehr einverstanden sein.

Wohlan, hier sind sie:


Web 2.0 wird erst eine Massenbewegung, wenn das Internet auf das Handy überspringt.


Bei uns ist der Computer immer noch Arbeits- und kein Freizeitgerät. Nicht ohne Grund ist Deutschland E-Commerce-Weltmeister, aber Web-2.0-Anfänger. Beispiel: Trotz des ganzen Hypes um Blogs gibt es nur ein einziges mit Reichweite (Bildblog. Das ist aber gar kein Blog im Sinne eines Dialogangebotes, sondern nur zufällig ein Blog, weil Blogs eben auch ein gutes CMS sind.)

Kommunikation (im Sinne von Aufmerksamkeit für eine Marke, für einen Absender) wird in Zukunft derart kleinteilig werden, daß die heutigen Major Player das Spiel unter ihren bestehenden Regeln gar nicht gewinnen können. Sony, Bertelsmann, Adidas oder BMW - sie alle leben von Reichweite.

Das Ergebnis: Vielfalt. Und ein dramatischer Bedeutungsverlust großer Marken.

Marken und Medien werden sich in Folge stärker solidarisieren, journalistische Unabhängigkeit immer seltener. "Branded Content" heißt die letzte mögliche Ausbaustufe der aktuellen Mediengesellschaft.

Was dann kommt, ist ein tiefgreifender Paradigmenwechsel, der das Instant-Marketing, das wir heute kennen, hinfortspült. Und mit ihm wahrscheinlich auch seine Protagonisten. Man darf nicht vergessen, daß hinter dem Kulturkampf um Web 2.0 auch ein Kampf der Biographien steht!

Empfehlungsmarketing ist das Marketing der Zukunft. Wir werden es noch erleben: Konsumenten werben für Firmen. Die Marke fällt tatsächlich in die Hände derer, die ihre Existenz überhaupt ermöglichen.

Welche Form der Werbung bleibt den Herstellern selbst? Ihre Konsumenten und Multiplikatoren zu vermarkten. Das Ergebnis: E-Commerce wird Personenmarketing.

Wer heute Web 2.0 im Sinn hat, sollte sich auf zwei Zielgruppen konzentrieren: Teens und Geeks.

Oliver, ich freue mich auf das Interview - und Kommentare, Ergänzungen und Interviewanweisungen sind natürlich herzlich willkommen!

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SinnerSchrader in Wikipedia

Veröffentlicht am 8. Mai 2006 um 10:05 Uhr von Mark Pohlmann

Ein komisches Gefühl, in ein Wörterbuch aufgenommen zu werden. Steht allerdings auch nur das drin, was wir als Abbinder für Pressetexte nutzen.


s2_wikipedia.gif

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Qype ist online

Veröffentlicht am 26. April 2006 um 18:10 Uhr von Mark Pohlmann

Ausprobieren! Hier geht´s lang.

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Zielgruppengerecht

Veröffentlicht am 26. April 2006 um 15:10 Uhr von Mark Pohlmann

More female speakers and participants than ever seen before at a halfway tech oriented event

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Wer braucht ein deutsches MySpace?

Veröffentlicht am 25. April 2006 um 14:14 Uhr von Mark Pohlmann

Nochmal kurz zu sevenload.de: Ja, es ist ein myspace-Clone, ein sehr gut gemachter, nebenbei. Alle, die sich was auf ihre Web-2.0-Bildung einbilden, stöhnen jetzt auf: Was wollen wir mit einem deutschen Plagiat? Ich finde die Frage leicht zu beantworten. Zwei Gruppen sollten zu finden sein: Erstens alle, die nicht ein maximal unsichtbarer Appendix einer fremdsprachigen Community mit bald 100 Mio. Usern sein wollen, sondern sich in ihrer Muttersprache und ihrem eigenen Kulturumfeld bewegen wollen. Zweitens: Ein Haufen Verlage, die sich heimlich ärgern, nicht so kühn wie Murdoch gewesen zu sein. Holtzbrinck bringt jetzt die Germanblogs.de. Für die Blogosphäre Lichtjahre zu spät, für die Allgemeinheit aber immer noch früh genug. Wie lange dauert es wohl, bis Verlage nach der Schrift auch Bild und Bewegbild entdeckt haben werden?

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Bloß nicht

Veröffentlicht am 24. April 2006 um 12:03 Uhr von Mark Pohlmann

Antwort eines auf unseren Web-2.0-Kongress Eingeladenen:

Recht herzlichen Dank für Ihre Info - aber kein Mensch braucht Web 2.0

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Jugendsender

Veröffentlicht am 21. April 2006 um 11:02 Uhr von Mark Pohlmann

sevenload.gif Gut zugeschaut haben die Sevenload-Jungs, was bei YouTube, myspace und Flickr so läuft. So sehen Jugendangebote von heute aus (ob es einem gefällt, oder nicht).

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Next10Years, der Web 2.0-Kongress

Veröffentlicht am 6. April 2006 um 10:53 Uhr von Mark Pohlmann

n10y.gif

SinnerSchrader präsentiert voller Stolz: Deutschlands ersten Web 2.0-Kongress mit allen wichtigen Köpfen des "Writable Web": Next10Years.com

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Was ist Web 2.0?

Veröffentlicht am 31. März 2006 um 10:43 Uhr von Mark Pohlmann

Die UCLA University of Oregon hat 1971 bei der Neugestaltung ihres Campus keine Wege gelegt, sondern überall Rasen gesät. Erst nach einiger Zeit wurden die sich bildenden Trampelpfade geteert. (Siehe: The Oregon Experiment)

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Pathologie der Sprachkultur

Veröffentlicht am 28. März 2006 um 9:45 Uhr von Mark Pohlmann

Bereits Martin Röll beklagt sich über die Sprache der Online-Marketer (siehe Fischmarkt), die von "Viren" sprechen, die den User zu "infizieren" haben. Jetzt schwimmt auch Google auf der pathologischen Welle. Es ist eine dem Menschen feindselige Sprache, die jedes Feingefühl für die Bedürfnisse der Nutzer dieser Technologien vermissen läßt. Ich kann vor der bedenkenlosen Adaption dieses Neu-Web-Sprechs nur warnen. Aber es ist ein zuverlässiger Indikatar für die abermalige Überhitzung eines sich entwickelnden Marktes.

"Ich bin der Meinung, dass wir ein komplett neues Ökosystem rund um AJAX bekommen. Es ist wie eine schlimme Erkältung, immer mehr Menschen kommen in Kontakt mit dieser Sache und wir haben eine neue Begeisterung für Webseiten, die es so noch nicht gegeben hat." Cedric Beust, Software-Ingenieur bei Google, auf der Konferenz 'TheServerSide Java Symposiums' in Las Vegas.
Quelle: Silicon.de

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Netzlose CeBIT

Veröffentlicht am 14. März 2006 um 15:33 Uhr von Mark Pohlmann

Mit dem K800i können Fotos direkt auf Blogger.com verewigt werden, der Weblog-Plattform von Google. Und so steht Sony Ericsson für den nächsten Großkonzern, der nicht verstanden hat, worum es bei Weblogs eigentlich geht: Offenheit nämlich. (...) Unvisionär und unvernetzt waren die Tage in Hannover, wo die Aussteller glauben, die Zukunft sei eine schnellere Version der gescheiterten Vergangenheit.

Thomas Knüwer von der CeBIT über den von den Austellern propagierten Sinn von Netzen und Vernetzung

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Don´t blow Your Beta

Veröffentlicht am 9. März 2006 um 14:32 Uhr von

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"Beta" ist seit Googles Beta-Arie (Maps, Base, Mail, alles beta) von einer technischen Zustandsbeschreibung zu einer Geisteshaltung für Web 2.0-Apologeten geworden.

Jüngstes Beispiel: Web.de hat heute seinen lokalen Suchdienst gestartet. Natürlich als Beta. Als würde damit etwas vom Glanze des Übervaters abstrahlen.

Allen, die da draußen an Ihrem großen Web-Auftritt schrauben, sei ein Artikel auf Techcrunch.com zur Exegese empfohlen: Don´t Blow Your Beta.

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Die Welt hinter dem Internet: Foren

Veröffentlicht am 7. März 2006 um 17:07 Uhr von

Motortalk_home_3 Foren sind die Schmuddelkinder der Kommunikation - sie sind unübersichtlich, spröde und irgendwie 20 Jahre der Zeit hinterher. Dabei sind sie derart erfolgreich, daß ihre Mißachtung einer Verweigerung der Realität gleichkommt.

So ein Beispiel ist Motor-Talk.de. Wer glaubt, es nicht kennen zu müssen, sollte wissen, daß hier aktuell 389.207  Autoren registriert sind, die in vier Jahren 8.167.963 Beiträge geschrieben haben. Heute Nachmittag gegen 17.00 Uhr waren 7.568 Personen im Forum - 3.927 Gäste, 3.641 registrierte Benutzer.

Das Geheimnis von Motor-Talk und all den anderen ist die für Außenstehende unfaßbar weitreichende Identifikation der Teilnehmer mit einem Produkt / Hobby / Thema: Wer hier über seine Sorgen, Wünsche und Erfahrungen schreibt, bekommt immer eine Antwort von Leuten, die ihn verstehen. Die Nutzer sind das, was andere nur vorgeben: Eine Gemeinschaft.

Auch wenn man es ihnen nicht ansieht: Foren wie Motor-Talk sind für nicht wenige zur zweiten Heimat geworden. Nicht selten haben ihre Mitglieder einige tausend Einträge auf dem Buckel. Sie ziehen mit ihrem Wissen Neulinge des Fachs an, erklären ihnen ihre Welt und erziehen so in kurzen Zyklen viele Generationen an neuen "Wissenden" heran, die die Sicht der Community in die Welt tragen. Zu entdecken ist diese Welt nur mit einer Lust am Produkt: an einem Auto, einer Modelleisenbahn oder eines bestimmten Fotoapparateherstellers. Für alle anderen ist diese Welt unsichtbar.

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Prophet Jonathan Schwartz, CEO Sun

Veröffentlicht am 4. Oktober 2005 um 17:32 Uhr von

If I were a betting man, I'd bet the world was about to change

Nur, wer nimmmt solche Wetten an?

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