1x googlen = 1x Wasserkochen

Veröffentlicht am 12. Januar 2009 um 17:15 Uhr von Mark Pohlmann

Das ist wirklich interessant: Nachforschungen haben ergeben, dass googlen weitaus mehr CO2 verbraucht als das Betrachten normaler Websites - weil Google bei aller Effizienz viele stromhungrige Rechner auf der ganzen Welt verteilt. So sollen die eigenen Google-Suchen angeblich die gleiche Energie verbrauchen wie der Wasserkocher. Angesichts der Größe des Suchdienstes türmen sich gigantische Einsparpotentiale auf.

A separate estimate from John Buckley, managing director of carbonfootprint.com, a British environmental consultancy, puts the CO2 emissions of a Google search at between 1g and 10g, depending on whether you have to start your PC or not. Simply running a PC generates between 40g and 80g per hour, he says. of CO2 Chris Goodall, author of Ten Technologies to Save the Planet, estimates the carbon emissions of a Google search at 7g to 10g (assuming 15 minutes' computer use).

Weiterlesen in der englischen Times.

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Warum es hier so leise war die letzten Wochen. Warum es wieder lauter wird.

Veröffentlicht am 12. Januar 2009 um 15:13 Uhr von Mark Pohlmann

Liebe themenblog-Leser,

euch allen erst einmal einen verspätetes "Frohes neues Jahr". Wie ich schon mehrfach gehört habe, wird die aktuelle Stille auf dem themenblog durchaus bemerkt und manchmal sogar bedauert. Das freut uns sehr! Die Gründe sind schnell genannt:

- Wir relaunchen gerade. Mit dem Hauptauftritt von mavens.de ist dies bereits passiert. Der themenblog folgt hoffentlich noch diese Woche (es liegt nur noch am Domain-Transfer....). Dann werden wir uns auch mit dem themenblog vom Hosting bei SinnerSchrader verabschieden (Danke für die Zeit!)

- Wir sind krank. Derzeit sitze ich hier ganz alleine, weil meine Kolleginnen Anna Friedrich und Christine Donner infektbedingt in ihren Betten liegen. Krankheitsstände sind einschneidende Erlebnisse, die einen Inhaber über die sofortige Aufstockung der Mitarbeiterzahlen nachdenken läßt.

- Wir hatten Stress. Ende des Jahres ist noch ein wunscherschönes Projekt dazu gekommen: 60 Jahre Volkswagen. Die Haus- und Hof-Agentur von Volkswagen, TribalDDB, haben wir beim Aufbau der derzeit größten herstellereigenen Auto-Community unterstützt.

- Wir sind genervt. Von der thematischen Monotonie der deutschen Internetelite. Von der Twitter-Besessenheit. Von der weiter wachsenden Selbreferentialität. Von der Vernachlässigung des Bloggens (hier schwimmen wir leider mit im Trend). Von der mangelnden Fokussierung auf mehr Professionalität im Umgang mit Kunden und Multiplikatoren. Von der Finanzkrise.

- Wir werden wachsen. Wachsen braucht eine Vision und kostet Kraft. An ersterer arbeiten wir, nein. Wir haben sie. Wir müssen sie jetzt umsetzen. Das braucht Kraft. Die haben wir uns in den Weihnachtsferien geholt. Jetzt geht es wieder los.

Was die Weltöffentlichkeit in diesem Jahr von Mavens erwarten kann:

- der Verzicht auf den zweiten Teil des Namens: Aus Mavens Dialog ist einfach Mavens geworden.
- Highlights im Bestandskundengeschäft. Wie bei Greenpeace und simyo, die mit aufregenden neuen Kommunikationsformaten auftreten werden.
- Aufregende Events. Wie die next09 (noch 113 Tage!) und das AktienCamp für Stockflock am 28. Februar in Berlin.
- eigene Projekte. Hier liegt die eigentliche Vision. Wir wollen das, was wir in den Kundenprojekten gelernt und angewendet haben, als standardisiert einsetzbare Lösung für alle Marken und Produkte ausweiten. Dazu mehr, wenn es soweit ist.
- neue Mitarbeiter. Du glaubst auch, dass Gespräche das Marketing der Zukunft sind? Du willst mitmachen bei der Revolution des Marketings? Dann freuen wir uns auf deine Bewerbung!

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Die Deutschen suchen Communities

Veröffentlicht am 10. Dezember 2008 um 14:35 Uhr von Mark Pohlmann

Von den 10 häufigsten Suchanfragen auf Google beziehen sich im Jahr 2008 sechs auf Communities. Quelle: FAZ.

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Internet erzwingt Paradigmenwechsel

Veröffentlicht am 27. November 2008 um 11:48 Uhr von Anna Friedrich

Bis 2018 wird sich fast ein Drittel der Leser von den Tageszeitungen ab- und dem Internet hinwenden. Außerdem werden die Werbeeinnahmen im Internet höher als im Print sind. Dies behauptet die Trendstudie "Mediennutzungsverhalten in der Web-Gesellschaft 2018" initiiert von den Mainzer Forschern Prof. Dr. Lothar Rolke und Johanna Höhn.

Insgesamt nahmen bei der Zweituntersuchung bereits vorhandener Studien weitere 600 Probanden von 15 bis 19 Jahren, 20 bis 25 Jahren sowie 35 bis 50 Jahren teil. Rolke von der FH Mainz fasst das überraschende Ergebnis über die rasante Durchsetzung des Internets so zusammen:

Besonders erstaunt hat uns zum einen die Selbstverständlichkeit, mit der die jüngere Generation die verschiedenen Online-Angebote nutzt, und zum anderen die Geschwindigkeit, mit der die 35- bis 50-Jährigen gelernt haben, die neuen Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten zu gebrauchen.

Die Studienteilnehmer gaben an, sich drei mal so häufig per Internet zu informieren als sie das über klassiche Medien wie Fernsehen, Tages- und Publikumszeitungen tun. Alle befragten Altersgruppen sehen das Internet als attraktives Informationsmedium an: die qualifizierten Informations-, Unterhaltungs- und Einkaufmöglichkeiten können einfach mit wenigen Klicks abgerufen werden.

Ganz besonders als Recherchetool bei Kaufentscheidungen wird viel gesurft. Mit mehr als 70 Prozent ist das World Wide Web klarer Spitzenreiter bei der Informationssuche zu Produkten. Damit ist das Netz eine sehr viel wichtigere Informationsquelle als Familie, Bekannte und Printmedien.


Zeitungsleser sollten mehr vom Web profitieren als Nicht-Zeitungsleser

Der Professor für Betriebswirtschaftslehre und Kommunikationswissenschaften Lothar Rolke betont jedoch, dass das Web die übrigen Medien braucht. Die traditionellen Medien seien also keinesfalls abgeschrieben. Nur sollten Zeitungen, Zeitschriften und Rundfunk verstärkt Kooperationen eingehen und die Internetnutzer unterstützen. Rolke sagt:

Es mag paradox klingen, aber weil das Internet ein so großer gesellschaftlicher Veränderer ist und vorläufig bleiben wird, müssen die traditionellen Medien zu Begleitern für die Menschen werden: Ihnen Orientierung geben, Lernhilfen anbieten und ihnen zeigen, wie sie an die Benefits im Internet kommen können. (...)


Online die Energie des Kunden nutzen

Für Firmen heißt die "Internetisierung" vor allem eines: Sie müssen sich mit den Umgangsregeln und Werten der Web-Generation auseinandersetzen. Um in Dialog zu treten mit ihren Kunden müssen sie diese anerkennen:

Gleichwertigkeit der Kommunikationspartner, Transparenz des eigenen Tun aufgrund der archivierten, aber jedem zugänglichen Aktualität und dem stärkeren verlangen nach ungezwungener Partizipation.

Ähnlicher Meinung ist auch der Marketing-Guru Philip Kotler. Für ihn ist Online-Kommunikation eine kostengünstigere und effektivere Alternative, die gerade in Krisenzeiten genutzt werden sollte. Marketingstrategen sollten sich, so der Wirtschaftswissenschaftler, die Social Communities zu Nutzen machen.

Sein Schlagwort ist "Customer Empowerment": Anstelle der von Watzlawick geprägten einseitigen Sender-Empfänger-Kommunikation müssen Firmen die Energie der Kunden für sich nutzen, indem sie mit ihnen interagieren. Dazu gibt es im Web vielfältige Anwendungen, wie virale Marketingkampagnen, Produktcommunities, (Mitarbeiter-)Blogs, Twitter-Accounts, Podcasts oder Webseminare. Kotler erklärt gegenüber der FTD:

Wenn es eine Website gibt, auf der sich Experten für Verpackungstechnik austauschen, dann muss man als Hersteller dort präsent sein.

Beherrschen die Marketiers also erst einmal die Klaviatur der Web 2.0-Szene, haben Sie "Kontrolle" über ihre Kunden? Kotler empfiehlt Herstellern, über Mundpropaganda ihre Produkte testen zu lassen. Auch, wenn die Kunden sich im Internet kritisch dazu äußern, wirkt die Marke plausibel. "Kritik ist ein Geschenk!", so der Wissenschaftler.

Dazu müssen über einen Web Monitoring Service allerdings auch die Meinungen zu Produkten in Blogs und Foren überwacht werden. Laut Kotler nutzt in USA nur jedes zehnte Unternehmen Web Monitoring - in Deutschland ist es lediglich jedes fünfzigste!

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Das Internet ist der Sauerstoff der Europäer

Veröffentlicht am 21. November 2008 um 10:31 Uhr von Anna Friedrich

Inzwischen sieht ein Großteil der Europäer das Internet als festen Bestandteil ihres Alltags an, ihr Lebensstil orientiert sich mehr und mehr am Web. Dies ist das Fazit der Mediascope Europe 2008 Studie, die sich das Mediennutzungs-Verhalten der europäischen Bevölkerung im Auftrag der European Interactive Advertising Association (EIAA) unter die Lupe genommen hat. Dazu wurden im September diesen Jahres europaweit über 9.000 Internetnutzer interviewt, davon auch gut 1.000 Deutsche.

Innerhalb von einer Woche sind 60 Prozent der Probanden, das entspräche 178 Millionen Europäern, im Netz unterwegs. 55 Prozent der Befragten sind täglich online. Dabei ist die Internet-Nutzung nicht nur beruflich mehr geworden. Auch privat wird mehr gesurft: Während 2007 noch 67 Prozent auch abends im Internet waren, sind es heute bereits drei Viertel der europäischen Studienteilnehmer. Mehr als die Hälfte (51 Prozent) surft regelmäßig am Wochenende. 2007 waren es gerade einmal 38 Prozent.

Was wird gesurft?

Ein Großteil der Befragten, 83 Prozent finden, dass das Web ihre Lebensqualität steigert. 73 Prozent bleiben über Netzwerke & Co. mit Freunden und Verwandten in Kontakt. 54 Prozent buchen ihre Reisen online. Weiterhin sammeln 51 Prozent Produktinformationen im Internet, die ihre Kaufentscheidungen beeinflussen.

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Entscheidend bei der Kaufentscheidung online sind zu 64 Prozent persönliche Empfehlungen. Die Hälfte der Europäer nutzt Online-Preisvergleiche und 49 Prozent nutzen Hersteller-Seiten als Informationsquelle.

Zu 64 Prozent surfen sie auf Seiten, die Kundenbewertungen enthalten - das heißt, Emfephlungen im Netz spielen bei knapp der Hälfte der Käufer eine Rolle, wenn es um die Kaufentscheidung geht! Expertenurteile zu Produkten spielen bei 45 Prozent der Konsumenten eine Rolle. Der Trend scheint also zu sein, dass mehrere Komponenten zur Kaufentscheidung hinzugezogen werden.


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Und die Deutschen?

Laut Ergebnissen kaufen 36 Prozent der Deutschen innerhalb von 12 Monaten bis zu fünf Mal im Internet ein. Jeder Zweite gibt an, mehr als sechs Einkäufe zu tätigen sogar mehr als 6 Einkäufe. Beliebtes Kaufobjekt sind mit 69 Prozent Reisetickets. Sie sind dicht gefolgt von Urlaubsangeboten, die von 68 Prozent recherchiert und von 28 auch online gebucht werden. Den dritten Platz belegen mit 55 Prozent Bücher, gefolgt von Elektronikartikeln, Konzertkarten, Kleidung, CDs, Autos und Mobiltelefonen.

Auch ergibt die Untersuchung, dass die Informationen aus dem Internet auch für Offline-Käufe genutzt werden. Immerhin geben 70 Prozent der deutschen Surfer an, für ihre Kaufentscheidungen Suchmaschinen zu Rate zu ziehen. Nur 65 Prozent informieren sich über den "realen" Verkäufer. Erst an dritter Stelle liegen werden von 63 Prozent der Befragten klassische Medien wie Zeitungen und Zeitschriften zur Produktinformation hinzugezogen.

Die "goldene" Jugend

Am stärksten ist die zunehmende Internetnutzung geprägt von der "Generation Online", der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen, die seit der Schulzeit mit dem Web vertraut ist. Von ihnen sind 36 Prozent "Heavy User" und 63 Prozent surfen täglich. Knapp die Hälfte kommuniziert über soziale Netzwerke mit anderen Nutzern - sie haben sich die nutzergenerierten Inhalte zu eigen gemacht.

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Alison Fennah, Executive Director der EIAA, fasst das Fazit der Studie so zusammen:

Das Internet hat sich für die Nutzer in den vergangenen fünf Jahren von der reinen Informationsquelle zu einem effektiven Tool entwickelt, mit dem sie ihren gesamten Lifestyle ausleben und ihren Alltag organisieren können - sei es bei der Kommunikation, Unterhaltung, Informationsrecherche oder dem Termin-Management. Vor allem die Generation Internet der 25- bis 34-Jährigen nutzt diese Vorteile bereits aktiv für ihren Alltag. Für werbetreibende Unternehmen und Media-Agenturen in Europa bedeutet dies eine äußerst attraktive Zielgruppe, die sie online effizient erreichen und interaktiv in ihre Markenwelten einbinden können.

Marketiers sollten sich die Ergebnisse genauer anschauen. Die zunehmende Bedeutung des Internets bietet für sie eine große Spielwiese. Nur wer versteht, womit welche Konsumenten ihre Zeit online verbringen, hat auch die Möglichkeit, mit der Zielgruppe in Dialog zu treten.

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E-bama: Der erste ePräsident Amerikas

Veröffentlicht am 11. November 2008 um 17:54 Uhr von Anna Friedrich

Obama hat sich in seinem Wahlkampf als Marke etabliert und damit das Weiße Haus erobert. Sein digitales Marketingkonzept war es, das ihn dahin gebracht hat, wo er jetzt steht: an der Spitze Amerikas. Er ist zwar das 44. Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten, aber der erste ePräsident der Welt. Er hat sich die Macht der sozialen Medien zu Nutze gemacht. Obama erreichte über die Web 2.0 Anwendungen seine Nachricht und seine Spendenaufrufe an ein sehr viel bereiteres Publikum richten. Seine Facebook-Seite ist nur ein Beispiel hierfür.

Nun hat Obama die Wahl gewonnen. Doch die Direktkommunikation - vor allem über regelmäßige E-Mails und SMS - mit seiner riesigen Fandatenbank, kann jetzt nicht einfach gebrochen werden. Die Ära der politischen Online-Kommunikation, in der ein x-beliebiger Bürger eine E-Mail an Obama schicken kann, bricht gerade an. Wenngleich die Website des neuen US-Präsidenten dies aktuell noch nicht ermöglicht, so werden die Kampagnen-Manager nicht darum herumkommen, Dialogfunktionen einzubauen - ähnlich den sozialen Netzwerken.

Vorschaubild für Bild 5.pngÜber den Verlauf seiner Transitionsphase bis zum 20. Januar will Obama auf seiner neuen Regierungsseite Change.gov berichten. Diese Transition, wie die Amerikaner sie nennen, findet interaktiv statt. Unter der Rubrik "Open Government" fordert er die US-Bürgerinnen und Bürger auf, ihre persönliche Obama-Geschichte zu veröffentlichen: "An American Moment". Indem Obama seinen Wahlsieg zum Sieg der Bürger macht, gibt er jedem einzelnen das Gefühl, dass er direkt mit dem virtuellen Präsidenten verbunden ist.


Die Macht der Wähler ist gleich die Macht der Konsumenten

Vom Obama-Prinzip sollten auch Unternehmen lernen. Sie müssen ihre Kommunikation mit den Endkunden überdenken - Massenmarketing wird abgelöst von einem kontinuierlichen Dialog mit der Zielgruppe. Der Marketingerfolg Obamas unterscheidet sich nämlich nicht wesentlich von Marken wir Nike oder Apple. Diese dienten den Marketiers aus dem demokratischen Team vielleicht als Inspiration.

Rapp-Chef Paul Price sagt gegenüber der AdAge:

You saw mass-microtargeting discriminating on the basis of people's issues, concerns, geographies and demographics. It was a remarkably powerful demonstration of the power of database marketing and data-driven marketing.

Price betont jedoch, dass Obamas Erfolg nicht ganz so einfach auf Konsumentenwerbung übertragen werden kann:

It was for a very high purpose. The motivation of people to join and be part of that is at an extraordinary high level.

In Norwegen zeigt eine E-Mail-Kampagne gegen Shell (Video), wie stark der Einfluss von digitalem Direktmarketing auf Konsumenten wirklich ist. Und Konsumenten sind Wähler. Die E-Mail erreichte Millionen Autofahrer erreichte, führte dazu, dass keiner mehr bei dem Ölgiganten tanken wollte.

Von einem solchen Boykott, ausgelöst von einer kleinen E-Mail, ist heute kein Unternehmen mehr sicher. Dieses Machtpotential lässt sich auf die Politik übertragen. Obamas Datenbank unterstützt seine politischen Intentionen - schaden soziale Netzwerke auch. Gleichzeitig schlägt Begeisterung schnell ins Gegenteil. Oder ist die Marke Obama so stark, dass sie vor der Macht des Konsumenten geschützt ist?


Die Marke Obama muss ihre Versprechen nicht halten

Justin Kingsley stellt eine interessante These auf darüber, wie sich unser Verhältnis zu Marken verändert hat. Heute glauben Konsumenten der Werbung nicht mehr. Diese Generation bezeichnet Kingsley als "Obsoletisten". Gemeint ist mit den übersetzt "Unmodernen" eineneue Generation: sie sehnt sich immer nach dem neuesten Trend, während sie schon genau weiß, dass der gleich wieder "out" sein wird:

An obsoletist, therefore, is prepared to accept that a brand promise can differ from what a brand delivers. It's about the relationship a consumer has with a name, not a product. It's living on the cutting edge.

Übertragen auf die Obama-Marke bedeutet das, dass sich die Erwartungen an die Veränderungen auch wieder ändern werden. Das gute daran ist, dass es eine neue Ausgabe von Obama erst wieder in vier Jahren geben wird ;-). Aus Kingsleys Sicht überraschend dabei ist, dass der gleiche Markt zuvor zwei mal George W. Bush zum Präsidenten gemacht hat. Auch die anderen Länder haben Erwartungen an die neue Weltmacht: um diese Märkte für sich zu gewinnen, muss Obama aber andere Strategien beherzigen.

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"Selling Obama: A brand new man", so tituliert der Canwest Newsservice das Foto der "Wackeldackel"-Figur von Obama, die im Souvenirladen neben dem Weißen Haus verkauft wird. (Quelle: Getty Images)

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"Share Economy". How Brands can do

Veröffentlicht am 6. November 2008 um 16:17 Uhr von Mark Pohlmann

Today we proudly present the topic of next09, the leading conference for internet business in Germany. The next09 will take place the fourth time on May 5 & 6, 2009 in Hamburg. We are expecting around 1500 international guests.

next09 is themed "Share Economy": this term is shaped by the economy theorist Martin Weitzman. His basic idea: The more we share our success with others, the more we profit ourselves. This applies to humans as well as brands.

The vision of intelligent share models has become reality long time ago. In the Internet nothing is being owned by someone in particular. We share our knowledge, property and enthusiasm publicly and for free: on wikipedia, youtube, peer-to-peer networks, blogs and forums. Every day millions of internet users prove, that human beings create brilliant values for all of us, if they are motivated enough.

What does motivate us to share? How do we create an value out of sharing? How could brands engage people and drive companies' profit?

Companies often find it difficult to free themselves form that familiar idea of central distribution. "Copy kills music" is the failed trial of defense against the free will of their own customers. There is one thing that is for sure though: If you stay away from the wired world, you loose your sustainability.

But sharing also means that the character of the property changes. In the society of knowledge meaning shifts towards immaterial values. Friends, access to information and the possibility to participate are more important than status symbols.

At next you are going to get to know them: strategies, companies and products that turn sharing into winning.

Focal topics:

1. Creating a Relationship Brand
2. The New Marketing Power: Free!
3. Freemium or The New Business Models of Free
4. User-Driven Companies: The Consumer as Co-Designer
5. Co-Created Products and Services
6. How Corporations leverage the Wisdom of Crowds
7. Open Source and Open Space as Corporate Culture
8. Network Effects: Participation as Business Model
9. Creative Commons or The Future of Intellectual Property
10. Cloud Computing: The Network is the Computer (again)

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Zieht bald die Online-Demokratie ins Weiße Haus?

Veröffentlicht am 4. November 2008 um 9:23 Uhr von Anna Friedrich

Der Paradigmenwechsel des Wahlkampfes wird folgen haben, wenn Obama der neue amerikanische Präsident wird. Davon ist auch Tobias Moorstedt überzeugt:

Traditionell ist Lobbyismus in den USA sehr einflussreich. Immer wieder wurde versucht, Interessen mit dem Hinweis durchzusetzen: Mr. President, wir haben Sie finanziert. Ich bin mir sicher, dass Barack Obama auch nach der Wahl weiter mit seinen Anhängern und Geldgebern über seine Website kommunizieren wird. Und seine Community wird ihm dort mitteilen: Wir haben dich ins Amt gehoben und damit bist du uns verpflichtet.

Insgesamt sieht der Buchautor, ist diese neue Art des Wahlkampfs im Cyberspace nicht nur als simples Tool an, um neue Wähler zu gewinnen. Moorstedt sieht diese Online-Demokratisierung eher als eine völlig neue Möglichkeit für Bürgerinnen und Büger, an der Politik und damit auch an der Wahl des Präsidenten teilzuhaben. Politik im Netz ist eine Revolution gegen die alteingefahrenen Strukturen. Deshalb heißt sein Buch auch "Jefferson's Erben": Thomas Jefferson ist der Prototyp des Freiheitspräsidenten. Und die Tatsache, dass er (vermutlich) sechs Kinder mit seiner Leibeigenen Sally Hemings hatte, stellt im weitesten Sinne eine weitere Verbindung zu Obama her.

Noch wichtiger aber ist, dass Jefferson von den Bürgern abverlangte, dass sie sich für eine funktionierende Demokratie beteiligen müssen anstatt einfach nur hinzunehmen, was der Staat vorschreibt. Er ist damit der Vorreiter der heutigen "E-Democracy". Moorstedt schreibt, dass Presse, Funk und Fernsehen in ihrer Berichterstattung in den Wahlkämpfen versagt haben und dass sich deshalb das Internet zur Kommunikations-Plattform für liberale US-Bürger entwickelt hat. Hier lassen sich die Wähler mobilisieren.

Damit lässt sich doch der Cyberspace-Wahlkampf vor allem auf eines zurückführen: den Wandel des Journalismus, den die USA nicht erkannt hat. Denn es geht nicht mehr um eine einseitige Kommunikation zum Medienkonsumenten über assymetrische Kanäle. Jeff Jarvis sagte kürzlich in einem Interview der Süddeutschen Zeitung:

Journalismus wurde ursprünglich als etwas definiert, und damit gleichzeitig eingegrenzt, was er die längste Zeit über war: ein täglich produziertes und vertriebenes, vom Sender zum Empfänger kommuniziertes, mono-mediales Produkt. Heute kann Journalismus so viel mehr sein: kollaborativ, wechselseitig, einfach zu korrigieren, kontinuierlich und aktualisierbar.

Jetzt müssen die Leser nicht mehr hinnehmen, was die Massenmedien ihnen "auftischen". Sie können selbst bestimmen, was diskutiert wird und partizpieren aktiv am Geschehen der Politik. Moorstedt sieht in der die Radiotheorie von Brecht realisiert sieht, dessen Vision es war "den Zuhörer nicht nur hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn auch in Beziehung zu setzen."

In Amerika wurde diese Utopie auf das Internet übertragen: Blogs und Co. wurden für die digitale Interaktion mit der Politik instrumentalisiert und massentauglich gemacht. Einen Podcast über eine Rezession seines Buchs.

Gespannt bleibt abzuwarten, ob die neue Mitmach-Politik im Netz auch in der Wahl des "richtigen" Kandidaten bestätigt wird. Der Einzug von Obama ins Weiße Haus wäre vermutlich der Anfang einer Demokratie, in der alle miteinbezogen werden - bis hin zum Gesetzesentwurf nach dem Wikipedia-Prinzip...

Ob die deutsche Politik den Cyberspace auch so für sich nutzen könnte? Sicherlich werden sich die Konzeptioner der Wahlkampagnen einiges von Obama's Webpräsenz lernen können. Dennoch hat die Bloggerkultur in Deutschland bei politischen Themen einen sehr viel geringeren Stellenwert als in den USA. Darauf weiß auch Jeff Jarvis keine Antwort:

Manche erzählten mir, dass die Deutschen nicht so gerne mit ihrer Meinung herausrücken, sie schon gar nicht öffentlich kommunizieren. Aber ich glaube, dass sich daran etwas ändern wird, wenn sich unser Leben immer mehr ins Internet verlagert und sich unsere Sozialbeziehungen stärker im Virtuellen abspielen.

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Obama sammelt Wähler im Netz

Veröffentlicht am 3. November 2008 um 14:40 Uhr von Anna Friedrich

Es ist schon erstaunlich, dass Barack Obama über eine Internet-Community und -Präsenz verfügt, die viermal so groß ist wie die seines Konkurrenten McCain. Dazu hat der Webstratege Jeremiah Owyang hat folgende Statistik aufgestellt:
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Die Wahlkampf-Kampagne des demokratischen Präsidentschaftskandidaten hat das Mitmach-Web entdeckt und auch den amerikanischen Walhkampf revolutioniert. Eine Mitarbeiterin des Campaign Finance Institutes in Washington betont:

Der eigentliche Kern von Obamas Story ist, dass er das Internet als umfassende Wahlkampfstrategie einsetzt. Er wirbt nicht nur Wahlkampfspenden an, sondern organisiert eine Freiwilligen-Bewegung.

Massenmails von Obama sind ein Teil seines Schneeball-Prinzips. Über kleine Spenden im Web konnte der Kandidat mittlerweile rund 600 Millionen Dollar Spendengelder kassieren. Seine Netzbasis wird in Social Communities organisiert: auf seiner MySpace- und Facebook-Seite sind mittlerweile über 2,7 Millionen Fans registriert. Die eigene Social Community mybarackobama.com hat rund 2 Millionen Mitglieder. Diese Basis nutzt Obama, um seine Fans einzuspannen: für Obama-Partys zum Beispiel oder dafür, Nachbarn zur Stimmabgabe für ihn zu überzeugen.

Angeblich wurde für die Online-Kampagne eigens Facebook-Gründer Mark Zuckerberg als Berater eingestellt. Er unterstützte den Aufbau der Kampagnen-Website und stand mit seinem Know-how um den Boom der Social Networks zur Seite - von E-Mail-Benachrichtigungen über einen personalisierten Bereich auf mybarackobama.com bis zur Diskussion auf dem Blog.

Mit dem intensiven Kontakt zu seinen potentiellen Wählern im Netz schafft Obama einen direkten Weg - er umgeht die Presse und spricht seine Fans direkt an. Gerade junge Amerikaner, die weniger politikaffin sind, fühlen sich angesprochen.

Ein schönes Beispiel für den Online-Rummel um den potentiellen Präsidenten ist das selbst ernannte Obama Girl. Amber Lee Ettinger wurde bekannt durch ihr YouTube Video "I got a Crush... on Obama". Eine virale Kampagne, über die die Medien viel berichteten und die Symbol ist für das amerikanische Volk, das durch sein Engagement im Netz die Begeisterung für den Wunschkandidaten Obama zum Ausdruck bringt. YouTube kann sich vor Obama-Videos kaum noch retten. Auch die bekannte Komödiantin Sarah Silverman will in ihrer Video-Kampagne ihre jüdischen Mitbürger dazu bringen, für Obama zu stimmen.

Falls diese Bewegung aus dem Web Obama ins Weiße Haus bringt, wird das Internet das politische System verändern. Damit hat sich Tobias Moorstedt in seinem Buch "Jeffersons Erben" befasst. Er hat das Phänomen Obama als Demokratisierender im Netz unter die Lupe genommen. In einem Interview mit dem Tagesspiegel erklärt er, was den demokratischen Kandidaten so erfolgreich macht:

Es sind drei Dinge, die Obamas Online-Wahlkampf so erfolgreich machen: Erstens schafft er es, seinen Anhängern das Gefühl einer Gemeinschaft zu geben. Wer sich auf seiner Website registriert hat, erhält beispielsweise direkt nach den TV-Duellen Emails mit „persönlichen" Einschätzungen. Solche exklusiven Informationen verbinden den Präsidentschaftskandidaten mit seinen Anhängern.


Zweitens verbindet er über seine Seite mybarackobama.com Gleichgesinnte. Die technische Infrastruktur, die seine Website mybarackobama.com bietet, ermöglicht unbekannten Menschen zusammen Veranstaltungen, Treffen und Aktionen rund um die Wahl ihres Kandidaten zu organisieren.

Drittens nimmt die Kampagne den so genannten „voter generated content" von der Basis auf und integriert ihn. Das bekannteste Beispiel ist der Videoclip „Yes we can" des Sängers will.i.am von den Black Eyed Peas, der ohne Zutun der Obama-Kampagnen-Manager entstanden sein soll und schließlich vom Wahlkampfteam per Mail herumgeschickt wurde. Obama schafft es sehr gut, von der Kreativität und der Energie seiner Anhänger zu profitieren und sie zugleich auch ernst zu nehmen.

Dies zeugt vom politischen Wandel im Wahlkampf und Obama würde - wenn er gewählt wird - als US-Präsident mit seiner Internet-Datenbank auch ein Gegenelement zur altbewährten Parteipolitik in Washington liefern.

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Twittern oder nicht Twittern - ist das (noch) eine Frage?

Veröffentlicht am 17. Oktober 2008 um 14:54 Uhr von Anna Friedrich

Twitter, das Zwitscher-Tool, ist und bleibt ein Kommunikations-Phänomen. Zweieinhalb Jahre nach dem Launch des ersten Microblogging-Systems zählen Beobachter gut drei Millionen Nutzer auf Twitter - eine offizielle Zahl gibt es nicht. Mit der 140-Zeichen-Welt sollten sich PRler und Strategen intensiver befassen und sie für ihre Zwecke einsetzen. So zumindest die Meinung von APR-Autor und Medienanalyst Ryan Zuk.

Bei Twitter dreht sich alles um diese Kurznachrichten derer, die sie lesen ("Followers") und derer, denen man selbst folgt ("Following"). Neben der regulären Webseite www.twitter.com gibt es zahlreiche Drittapplikationen, darunter auch netvibes, Twitbin oder Twitteriffic. Natürlich kann man seinen Status auch per Sms oder Messenger aktualisieren. Twitter ist flexibel und ist über alle möglichen Kanäle erreichbar - immer und überall (s. Hyper, Hyper immer weiter???).

Nicht-Twitterer vom Zusatznutzen zu überzeugen, ist schwierig. Nach dem Motto "Barfuß oder Lackschuh" ist man entweder völlig verzaubert und süchtig nach "Gezwitschere" oder man kann diese mitteilungsbedürftigen Menschen, die sich online rumtreiben oder von unterwegs berichten, einfach nicht verstehen.

Zwitschernde präsentieren sich selbst, ihres Marke oder ihren Kunden - nicht umsonst wird Twitter die Plattform der Selbstdarsteller genannt. Nutzer setzten die kurze und prägnante Micro-Nachricht aus unterschiedlichsten Motivationen und für alle möglichen Ziele ein. Von einflussreichen Industriellen, über Journalisten, Analysten, Prominente, Autoren, Politiker, Unternehmen, Konsumenten bis hin zu Kommunikationsprofis sind alle Gruppierungen bei Twitter vertreten. Sie beschäftigen sich mit den Fragen, wie sie sich fühlen und was sie gerade tun oder bringen andere aktuelle Themen in den Newsstream, mit denen sie sich gerade beschäftigen.

Bendikt Köhler, Sozialwissenschaftler an der Universität der Bundeswehr in München, packt den Twitter Mythos in schöne Worte:

Mikro-Blogging ist wie ein dauerhaftes Flurgespräch, bei dem es ständig etwas Neues zu erfahren gibt und in das man sich beliebig ein- und ausklinken kann.
Durch den dialogischen Charakter von Twitter verändert sich das Informationsverhalten. Nachrichten werden nicht mehr bloß rezipiert, sondern diskutiert und weitergegeben. Jeder ist ein Knoten in einem nahezu weltumspannenden Netz von Informationen.

Das wirklich spannende an Twitter ist, dass es zusätzlich zum ursprünglichen Kommunikationsradius weitere Reichweiten schafft. Und gerade das ist es, was dieses unscheinbare, aber phänomenale Tool so wichtig und interessant für PRler macht.

Social Media Experte Paul Greenberg, sieht es nicht mehr als Frage an, ob Twitter relevent ist. Nein, das Microblogging-Wunder ist aus seiner sicht unumgänglich für PRler:

PR professionals not using Twitter really need to get out there. The days of just putting out great press releases are long past, and the 'who you know' aspects of business are now amplified. Twitter emphasizes the 'how,' and much like other social media success stories can lift an individual or client to higher stature.

Die Goldenen Twitter-„Regeln"
- Auch bei Twitter gibt es eine Etiquette. Erst sollte man zuhören, bevor man schreibt. Wie auch bei anderen sozialen Medien der Fall, muss auch bei Twitter die gleiche Kommunikationsstrategie eingehalten werden: wissen, was andere über einen bereits kommuniziert haben - sei es die eigene Firma oder Kunden. Und die Zielgruppen kennen, die sich mit dem Unternehmen, der Marke o.ä. beschäftigen. So kann sich Twitter als wertvolles Kommunikationstool etablieren. Beziehungen im "Knoten" werden gepflegt und der Dialogprozess beschleunigt.

- Es ist ein Geben und Nehmen im Twitter-Netzwerk: die Community davon, dass man auf die geteilten An- und Einsichten das Feedback der anderen bekommt oder auch Nachrichten von anderen „retweetet", wenn man sie für wichtig hält. Richtig akzeptiert wird man erst, wenn an mit de Community in Dialog tritt, glaubt Greenberg. Mit Twitter etabliere ich mich als "Marke", mein Ratschlag wird wertvoll und ich mache eine Vielzahl von Nutzern auf meien Themen aufmerksam.

- Einige Nutzer halten es für sinnvoll, auch persönliche Nachrichten zu tweeten - damit kann auch der Business-Kontakt etwas privater werden. So auch Scott Nelson von Gartner:

So Twitter creates a middle ground where I can learn more about them on a personal level which nurtures our business along the way.

Natürlich sollten persönliche Nachrichten gewählt sein. Im Hinterkopf sollten Twitterer haben, wen oder was sie repräsentieren. Nelson berichtet, dass viele seiner Kontakte, CIOs und Unternehmen nun sehr viel häufiger mit ihm in Kontakt treten, da seine Tweets eine art Komfortlevel geschaffen haben.

Twitter als Netzwerkpflege
Mit Twitter kann man sich profilieren und dabei Kontakte pflegen und vorantreiben.
Diese Art des „Microsharing" macht es auch möglich, Neuigkeiten sehr viel früher anzukündigen und schneller in Kontakt mit der Zielgruppe zu treten. Dies bestätigt auch Laura Fitton von Pistachio Consulting:

Twitter became the quickest way to get the word out and direct people to more details.

Leiter von Ubiquity Public Relations Aly Saxe ist ebenfalls davon überzeugt, dass Twitter Beziehungen stärkt:

I've come to rely on Twitter to help form and strengthen relationships with the press and bloggers. It's much easier to start conversations with them based on what they tweet, as opposed to leading with my clients' products. When I do have a story to share with them, they already know who I am and are open to listening. This approach has helped me land briefings for my clients with some of the most influential technology bloggers.

Twitternachrichten schaffen unmittelbare Wahrnehmung
Mit Twitter ist es so einfach, die öffentliche Meinung einzuholen. Ein Tweet mit einer Frage ermöglicht es, sich mit anderen auszutauschen. Gerade in Krisensituationen, sei es das Erdbeben in China oder der Hurricane Gustav finden sich innerhalb von wenigen Sekunden Menschen, dir vor Ort sind und berichten. Daher auch die Kategorisierung mit den "Hashtags" (#).

Ähnlich ist das Microblog-Wunder auch für Marken und Unternehmen. So könnte es sein, dass eine Firma ihr Produkt zurückrufen muss. Oder ein Journalist schreibt, dass er mit dem Vorstand XY ein Interview führen wird und will von der Community wissen, was sie von ihm gerne wissen würden. Von der kurzen Meinungsumfrage profitiert der Journalist genauso wie die Community. Und mit Twitter erreicht er großen Radius an Menschen, für die diese Nachricht oder Frage relevant ist. Stowe Boyd hat auf der next08 sehr treffend gesagt: "The news will find you".

Manche schreiben ständig jeden Gedanken auf und nutzen Twitter, um mit bestimmten Menschen zu kommunizieren. Aus Fitton's Sicht ist Twitter das beste Tool für PRler, um mit Führungskräften aus dem Bereich der sozialen Medien in Kontakt zu treten:

You might have someone who isn't a great speaker or writer, yet Twitter's micro aspect may be just the thing for them. A short tweet a few times a week suits the executive lifestyle well.

Auch während Konferenzen können Teilnehmer über Twitter einfach kommunizieren und in Kontakt bleiben. Auf den Twitter-Walls der Konferenzen kann man die Online-Kommunikatin dann verfolgen, sofern die Autoren Hashtags benutzen. So auch auf dem BarCamp München letzten Samstag: ich hatte mein Ladegerät vergessen und erhielt über Twitter innerhalb von wenigen Minuten eine Antwort darauf, wer ein Sony Ericsson Ladekabel dabei hat.

Um erst einmal mit dem twittern anzufangen, macht es Sinn, so Ryan Zuk, den führenden PRlern der "Szene" auf Twitter zu folgen. So bekommen Twitterneulinge ein gutes Gefühl für die Anwendung. Vielleicht sollte man aber die Punkte betrachten, die laut Klaus Eck gegen Twitter sprechen.

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Banker sind verzweifelt - Finanzkrise lässt Social Networks boomen

Veröffentlicht am 7. Oktober 2008 um 14:59 Uhr von Anna Friedrich

Fallende Firmenbewertungen und kein Ende in Sicht. Das ist aber nicht der einzige aktuelle Trend der Finanzszene. Er scheint den neuen Boom der Social Networks unter Bankern zu bewirken. So uninteressant die Web 2.0-Szene für Kapitalmarkt auch war - urplötzlich ist es "hipp", sich online mit Gleichgesinnten zu vernetzen.

Pure Verzweiflung? Einsamkeit? Angst um den Job oder die abrupte Entdeckung der Nächstenliebe? Fakt ist, dass sich die Anzahl neuer Nutzer aus der Finanzbranche innerhalb der vergangenen sieben Wochen um 100 Prozent gewachsen ist, zumindest beim Social Networking-Dienst LinkedIn. Dort gibt es rund 500 Gruppen, die sich rund um das Thema "Bank" austauschen.

Bereits Börsenaltmeister André Kostolany wusste, dass Aktienmärkte „zu 90 Prozent aus Psychologie bestehen". Dass Psychologie ein entscheidender Faktor am Kapitalmarkt ist, macht sich nicht nur bei den Anlegern bemerkbar, sondern - in Krisenzeiten wie diesen - gerade bei den sonst so kühlen Finanziers. In dieser ungewissen Phase suchen die panischen Finanzjongleure neue Kontakte - auch virtuell. Sicherlich spielt da die Hoffnung eine Rolle, über das Netzwerk notfalls einen neuen Finanzjob zu ergattern, der krisensicher(er) ist.

Angesichts der Bankencrashs weltweit ist klar, dass Millionen Menschen in der Bankenszene ihre Anstellung verlieren werden (müssen) bzw. bereits verloren haben. Laut Wirtschaftswoche entließen die Finanzinstitute bereits im letzten Jahr 140000 Leute. Wer noch vor eineinhalb Jahren eifrig dabei war, die steile Karriereleiter zu erklimmen, der steht heute häufig mit Leeren Händen vor einem Trümmerhaufen und bangt um seine Zukunft.

Eine Befragung von 28.000 LinkedIn Mitgliedern untermauert die Zukunftsängste, die sich aus der aktuellen wirtschaftlichen Lage ergeben. 42 Prozent der Studienteilnehmer fürchten angesichts der Kapitalmarktkrise um ihren Job. Unter den Führungspersonen sind es sogar mehr als 44 Prozent.

Umfrage Jobsicherheit.png

Die aktuelle Finanzkrise ruft enorme Zukunftsängste hervor. (...) Die Studie macht aber auch deutlich, dass Online-Networking gerade in Krisenzeiten immer wichtiger wird.

Dies bestätigt Kevin Eyres, European Managing Director von LinkedIn. Ob die Finanzmanager tatsächlich über soziale Netzwerke ihre Karriere vorantreiben können, ist ungewiss. Sicherlich sind virtuelle Welten erst einmal eine gute Möglichkeit, um die Fühler auszustrecken. Immerhin sucht sogar der britische Geheimdienst MI6 neue Angestellte über Facebook.

Um von den Kontakten online zu profitieren, empfiehlt der LinkedIn-Manager eine langfristig ausgerichtete die Netzwerkpflege:

Um in Krisenzeiten über ein gut funktionierendes und belastbares Netzwerk zu verfügen, sollten Sie Ihr Netzwerk rechtzeitig aufbauen.

Gleichzeitig glaubt er aber auch, dass die zahlreichen Experten in den Social Netoworks kurzfristig spezielle Informationen für andere Nutzer bieten können - z.B. für die Recherche vor Bewerbungsgesprächen oder anderen geschäftlichen Treffen.

Aus Sicht des Headhunters Jan Bohlken ist es durchaus sinnvoll, in den Businessnetzwerken präsent zu sein. Allerdings betont er, wie wichtig persönliche Begegnungen und langfristige Beziehungen sind:

Richtig tragfähige Netzwerke entstehen nur, wenn man das durch Aktivitäten im echten Leben begleitet. (...) Niemand verschafft Menschen einen Job, die er nur über drei, vier Ecken und dann auch nur aus dem Internet kennt.

Unabhängig davon bieten die meisten Sozialen Netzwerke, darunter auch Xing, bieten Online-Jobbörsen an. Doch Bankenjobs gibt es da wohl kaum!

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OMD... und nächstes Jahr?

Veröffentlicht am 18. September 2008 um 9:34 Uhr von Mark Pohlmann

Der Besuch der OMD (Online Marketingmesse Düsseldorf, die Leitmesse für die digitale Werbeindustrie) hat sich gelohnt. Sie war exzellent besucht, inhaltlich differenziert und von den Ausstellerzahlen groß wie nie. Es waren alle da. Und tatsächlich spürte man überall den Wunsch nach besserer Werbung, und manche bemühen sich auch tatsächlich, Lösungen zu zeigen. Und das allerbeste: Sogar der Eingang war ausgeschildert - im letzten Jahr irrte ich noch mit vielen anderen hilflos auf dem Gelände herum.

Der OMD geht es also gut. Wenn... ja, wenn da nicht die DMEX wäre, die nächstes Jahr in Köln ins Rennen geht. Die AGOF und der OVK, die beiden Hauptorganisationen der Online-Vermarkter, werden mit ihren angeschlossenen Unternehmen nächstes Jahr der OMD den Rücken kehren und die DMEX als ihre Leitmesse nutzen. Damit fallen wohl rund 40 Prozent der jetzigen Aussteller auf der OMD weg.

Die restlichen 60 Prozent der Branche reiben sich verwundert die Augen, wie es hinter den Kulissen, ohne große öffentliche Diskussion, zu einer so entschiedenen Abkehr vom Vertrauten kommen konnte. Niemand hat Lust, innerhalb weniger Tage auf zwei ähnlich gelagerten Messen vertreten zu sein. Es ist eine Zerreißprobe, die herzlich überflüssig erscheint.

Man würde gerne die Gründe verstehen, warum die OMD nicht mehr gut genug für die Online-Vermarkter ist. Wir alle haben uns den Hintern gewärmt in den OMD-Hallen, während der dunklen Jahre, nach dem Platzen der Blase. Zwischen 2002 und 2004 gab es niemanden sonst, der noch einen Pfifferling auf die Onliner gegeben hat. Ist die Igedo zu teuer gewesen? Zu unflexibel? Geht es um Pfründe, Macht oder eben doch nur um den schnöden Mammon? Und warum musste es ausgerechnet Köln werden? Köln ist kein Werbestandort, die dortige Messe ohne Profil am Markt.

Wahrscheinlich wird man es nicht erfahren. Sicher hingegen ist, dass der OVK der Branche mit Ihrer Entscheidung einen schlechten Dienst erweist. Ohne Not wird eine funktierende Messe fallengelassen und eine neue mit unsicherer Akzeptanz unterstützt. Das Internet ist größer als der Teil, den die etablierten Vermarkter repräsentieren. Ziehen die restlichen 60 Prozent mit oder bleiben sie in Düsseldorf? Es droht die Spaltung.

Und was macht die OMD? Sie hat jetzt die Chance zur Neuausrichtung. Ich wünsche mir, dass sie noch viel stärker zu einer Messe wird, die sich die Formatfrage statt der Plazierungsfrage stellt. Alle Nutzerdaten der Vermarkter helfen nichts, wenn die Werbebotschaft den Kunden nicht interessiert. Das ist noch immer viel zu oft der Fall. Die Werberelevanz ist jedoch nichts, was in den Händen der Vermarkter liegt. Das Problem haben zuallererst die Werbetreibenden.

Vielleicht erleben wir ja dank der Teilung der Szene eine Renaissance der Inhalte und Formate. Manchmal weitet sich der Blick ja ganz wunderbar, wenn die Alten die Bühne verlassen.

Ergänzung:
Für alle, die sich zwischen Köln und Düsseldorf nicht entscheiden mögen, steht im nächsten Jahr im Mai auch die Next09 in Hamburg bereit. Nachdem die Sponsorenstände in diesem Jahr so gut besucht waren, werden wir erstmalig einen eigenen Ausstellerbereich anbieten.

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Drei richtungsweisende Zukunftstrends für PR und Marketing

Veröffentlicht am 2. September 2008 um 16:21 Uhr von Anna Friedrich

The trend is your friend - das gilt nicht nur am Kapitalmarkt. Wie sich Web 2.0-Medien zukünftig entwickeln werden, ist vor allem wichtig für Kommunikationsabteilungen- und agenturen.

Neue Medien kann man nur verstehen, indem man vorangegangene Trends beobachtet und daraus lernt. Steve Rubel glaubt, dadurch ihre zukünftige Entwicklung erahnen zu können und hat drei Megatrends identifiziert:

1.) Der Aufmerksamkeitscrash
Die täglich auf uns einströmende Informationsflut im Netz können wir nicht mehr verarbeiten. Aus der Überforderung heraus entsteht laut Rubel eine Art Antireaktion: je mehr Inhalte wir wahrnehmen sollen, desto mehr geht unsere Aufmerksamkeit verloren.

Zwar kann die heranwachsende Generation Y, die quasi mit der Maus in der Hand geboren wurde, schon besser mit dem Daten-Wirrwarr umgehen. Viel schwieriger ist es für die Medienmacher und Marketiers. Sie müssen im Irrgarten der Informationen
Etwas schaffen, was sich (trotzdem) einprägt. Dazu gilt die Regel: einfach, kurz und sichtbar.

Inhalte sollten digital so aufbereitet sein, dass sie sich von dem Datenmüll abheben und einfach zu verarbeiten sind. Nur dann können Marken, Medien und Individuen verhindern, dass die Aufmerksamkeit der Konsumenten komplett erlischt. Seiten wie Intel's News für IT-ler oder die Technology Newssite der NYT. Rubel nennt diese Übersichtsseiten "Digital Curators".

2.) Soziale Netzwerke Networks werden zum O2
Soziale Netzwerke befriedigen unser Bedürfnis, digital und global mit Anderen zu kommunizieren. Über die Technologien ist es ein Leichtes für Gleichgesinnte, sich zu vernetzen und zu ihren Interessen auszutauschen. Unabhängig davon, ob ihr Anliegen persönlich oder jobbezogen ist, steht meist das soziale Interesse im Vordergrund.

Zu den drei größten sozialen Netzwerken gehören laut Rubel Facebook, MySpace und LinkendIn. Daneben gibt es noch die kleineren, wie z.B. Twitter oder YouTube. In Deutschland liegen StudiVZ und Xing ganz vorne. Sie alle werden wohl auch weiter wachsen.

Bald aber machen Technologien, wie Open Social, es überflüssig, diese Seiten zu besuchen, um mit seinem Netzwerk zu kommunizieren. So müssen sich Konsumenten und Leute aus ihrem sozialen Umfeld nicht mehr für ein anderes Netzwerk anmelden, um Erfahrungen auf einer (neuen) Website auszutauschen.

Genau das müssen Marketiers auch berücksichtigen: dass Nutzer wenig bis gar nicht motiviert sein werden, sich bei mehr als ein bis zwei Netzwerken anzumelden. Wie verführerisch ein eigenes soziales Netzwerk auch sein mag - um ihre Zielgruppe zu erreichen, sollten die Marketiers vielmehr versuchen, den sozialen "Sauerstoff" aus den großen Netzwerken einzuatmen. So bleiben ihre Konsumenten innerhalb ihres Netzwerkes und die Hemmschwelle, sich irgendwo neu anzumelden, wird genommen.

3.) Google schafft einen guten Ruf
Exponential wächst auch die Wichtigkeit von Suchfunktionen, allem voran Google. Allein in Deutschland hat die Suchmaschine einen Marktanteil von 80 Prozent, in USA sind es mit 70 immer noch mehr als zwei Drittel.

Google is much more than a search engine. It's media.

Was Rubel damit sagen will, ist, dass Google's Macht nicht unterschätzt werden darf. Unsere Entscheidungen basieren häufig auf den Suchergebnissen des Giganten und deren Reihenfolge. Damit wird Google zum Meinungsmacher und Medium zugleich.

Sichtbarkeit auf Google ist zu einem Qualitätsmerkmal geworden, denn die Suchalgorithmen bevorzugen qualitativ hochwertiges Material, das von Medien, Marken und Individuen stammt. Wer nicht in der Hitlist auftaucht, ist also nicht nur gemäß Pagerank wenig wert.

Um nach oben zu kommen, müssen Kommunikatoren Inhalte schaffen, die gut sind. So gut, dass sie Google nicht einfach nur findet, sondern kontinuierlich sichtbar macht. Dann schaffen sie es vielleicht, Aufmerksamkeit zu schaffen.

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2. Woche iPhone: die große Enttäuschung

Veröffentlicht am 20. August 2008 um 9:39 Uhr von Mark Pohlmann

Die Hoffnung, mit dem iPhone die gewohnte Qualität von Apple Betriebssystemen auch für das Handy zu bekommen, hat sich nicht erfüllt.

- Besonderen Ärger macht das Update auf die Version 2.02 von gestern. Drittanbietersoftware startet nicht mehr: kein Facebook, kein Twitterific, kein NYT-Reader.
- Immer wieder friert das iPhone für 10-20 Sekunden beim Wechsel der Programme ein
- die automatische Worterkennung ist ein großes Übel, weil sie schlecht und aufdringlich ist. Das Schlimmst aber: das iPhone übernimmt automatisch den eigenen Gegenvorschlag. Wer also nicht ständig die Vorschläge im Blick hat und sie ggf. wegdrückt, hat am Ende nur Wortmüll stehen.
- Die Mail-Funktion holt zuverlässig alle Überschriften meiner Mails auf das iPhone, hat aber häufiger Probleme, den Inhalt dann auch anzuzeigen. Der Header ist da, der Inhaltsbereich bleibt grau.
- mein Home-WLAN wird zwar angezeigt und angenommen, es findet aber keine Datenverbindung statt.
- die kostenpflichtige Apple-Hotline, auf die T-Mobile verweist, glänzt mit Wartezeiten von 15 Minuten. Dagegen ist die Telekom ein Serviceparadies!

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Demokratisierungstendenzen

Veröffentlicht am 19. August 2008 um 18:02 Uhr von Mark Pohlmann

wirres_maffay.jpg

"peinlichkeit wird durch das internet sicherlich demokratisiert."
(Felix Schwenzel, wirres.net)
Wie wahr!

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Web 2.0 als Erfolgsstrategie: Kleine Unternehmen folgen Technologietrends am schnellsten

Veröffentlicht am 18. August 2008 um 19:31 Uhr von Anna Friedrich

Das amerikanische Business-Magazin Inc. hat seine Inc. 500-Studie aus dem Jahr 2007 in diesem Jahr wiederholt. Die Untersuchung erforscht, wie sich die am schnellsten wachsenden US-Firmen, genannt Inc. 500, an digitale Kommunikationsmittel anpassen.

Wie bereits im Vorjahr wurden die Unternehmen nach ihrem Nutzerverhalten und ihrer Vertrautheit mit Sozialen Medien befragt. Dabei stellte Gartner Fragen zu den sechs wichtigsten Medien: Blogs, Podcasts, Online Videos, Soziale Netzwerke und Wikis. Die Ergebnisse sind eindeutig:

Vertrautheit mit sozialen Medien

Soziale Medien haben in der Tat bereits Teile der US-Wirtschaft erfasst - und das mit einer enormen Geschwindigkeit. Laut Studie hat sich die Bekanntheit von sozialen Medien in den Inc. 500 Unternehmen im Laufe der letzten 12 Monate fast verdoppelt. Noch 2007 lagen Wikis ganz hinten, was die Vertrautheit angeht - in diesem Jahr überholen sie die Podcasts.

socmediaadoption1.png

Strategische Rolle von Web 2.0-Technologien in Unternehmen

Je vertrauter Organisationen mit den Applikationen sind, desto häufiger setzen sie sie logischerweise ein. 44 Prozent der 209 der befragten Inc. 500 Firmen sehen die sozialen Medien als zentralen Bestandteil ihrer Geschäftsstrategie und damit als entscheidenden Erfolgsfaktor. Das sind 25 Prozent mehr als im letzten Jahr. Soziale Netzwerkseiten wurden, wie bereits im vorangegangenen Jahr, als die am häufigsten genutzte Anwendung genannt.

socmediaadoption3.png

Von der Vertrautheit hin zur Anwendung
Rund 40 Prozent der teilnehmenden Unternehmen betreiben Blogs - wohingegen nur 10 Prozent der Fortune 500 Unternehmen dies tun. Insgesamt bloggen rund 20 Prozent mehr Inc. 500-Firmen als im Jahr 2007 (Quelle: NYT). Selbst Podcasts, die das am wenigsten vertraute Medium sind, werden von 21 Prozent der Befragten eingesetzt. Insgesamt werden alle sechs Formen der sozialen Medien sehr viel häufiger eingesetzt und zwar zu 77 Prozent verglichen mit den Ergebnissen aus 2007.

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Der Hype-Zyklus neuer Technologien

Eine Studie des Marktforschungsinstituts Gartner beschäftigt sich mit dem Hype-Zyklus neuer Technologien. Wenn die Ergebnisse die Geschäftsstimmung richtig widerspiegeln, dann ist die Einführung von Web 2.0-Anwendungen nicht gleichzustellen mit der Zufriedenheit.

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Die Gartner-Forscher sagen 27 Technolgietrends voraus, die sich in den nächsten zwei bis fünf Jahren in Organisationen etablieren werden. Acht davon sollen sich besonders stark auf Unternehmen auswirken. Dazu gehören unter anderem: Green IT, Web 2.0, Cloud Computing, Virtuelle Welten, Soziale Netzwerke, Videokonferenzen und Microblogging. Mehr dazu lesen Sie hier.

Viele der Technologien kommen allerdings erst bei den Endkonsumenten an, bevor sie im Unternehmen angewendet werden, dies prognostiziert Jackie Fenn. Die Vizepräsidentin des Marktforschungsinstitutes glaubt an das Platzen der Web 2.0-Blase. Trotzdem sieht sie, dass diese Technologien im Unternehmen einen immer höheren Stellenwert erlangen. Firmen sammeln Erfahrung im Einsatz der Technologien, spüren den Erfolg und die kulturellen Auswirkungen spüren werden. Sie kommentiert die weitere Entwicklung wie folgt:


Later -- in between two and five years -- cloud computing and service-oriented architecture (SOA), which is moving up the Slope of Enlightenment, will deliver transformation in terms of driving deep changes in the role and capabilities of IT. Finally, public virtual worlds, which are suffering from disillusionment after their peak of hype in 2007, will in the long term represent an important media channel to support and build broader communities of interest.

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1 Woche iPhone

Veröffentlicht am 15. August 2008 um 13:09 Uhr von Mark Pohlmann

Vier Wochen nach der Bestellung am erstmöglichen Tag (11. Juli morgens um 8.45 Uhr) bekam auch ich meines. Die Zuteilung roch nach sozialistischer Planungswirtschaft, aber was soll's.

Das meiste ist zum iPhone schon gesagt, deswegen halte ich mich kurz:

- Die Benutzeroberfläche ist rund zwei Generationen weiter als alles, was ich von allen klassischen Handy-Herstellern jemals in den Händen hatte. Wer was auch immer von Nokia & Co erwartet: Das wird nicht vor 2010 der Fall sein. Apple-Hasser, die solange nicht warten wollen, sollten ihre Hoffnungen auf die Android-Modelle verlegen. Das Betriebssystem wird von Google mitentwickelt. Vor allem: Vergesst das Betriebssystem Symbian. Das ist tot.
- UMTS ist langsam und unzuverlässig. Ich bin enttäuscht, vermute den Fehler aber eher in den Telekom-Netzen als im iPhone.
- Die virtuelle Tastatur funktioniert so leidlich, die Worterkennung ist ein Graus. Mit Sicherheit der größte Nachteil des ganzen Prinzips iPhone.
- Die Akkulaufzeigen halten nicht, was sie versprechen. Bei intensiver Nutzung ist nach 4-5 Stunden Schluss.
- Google Maps ist nicht in der Lage (oder: ich bin nicht in der Lage...), mir meinen Standpunkt anzuzeigen. Was ist da los?
- Der Prozessor wird bei viel Aktivität warm, manche Programme geraten in seltenen Fällen ins Stocken.
- Alles andere (YouTube, Twitter, iPod, Internet, SMS, VoiceMail) sind schlicht sensationell.
- Ein Wort zu den Tarifen: ich zahle für 1.000 Minuten, Quasi-Datenflatrate (5GB), die ich auch auf anderen Geräten nutzen kann und hinrissig viele SMS (ich glaube, 500) 75 Euro netto, das iPhone selbst ist stark subventioniert (habe 19 Euro für das 16GB-Modell bezahlt). Ich finde den Preis fair.

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Ok, dann eben Vize-Europameister

Veröffentlicht am 30. Juni 2008 um 9:01 Uhr von Mark Pohlmann

Mit nur einem schönen Spiel während des ganzen Turniers (im Viertelfinale gegen Portugal) ins Finale. Das ist doch auch was. Und wenn man bedenkt, dass das beste Spiel auch gleich das war, in dem "Jogi" Löw weit weg auf der Tribüne saß, kommt man schon ins Grübeln. Was mit einem Trainer mit einem besseres Händchen drin gewesen wäre. Der wenigstens einmal richtig eingewechselt hätte. (Und Gomez erst gar nicht mitgenommen hätte.) Aber hören wir auf zu hadern, freuen wir uns, dass wir als einzige Mannschaft der EM weiter gekommen sind, als unsere Fähigkeiten eigentlich zugelassen haben. Turniermannschaft eben.

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Bis Montag. Als Europameister.

Veröffentlicht am 27. Juni 2008 um 14:42 Uhr von Mark Pohlmann

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Online-Kaufempfehlungen und Kundenbewertungen wirken

Veröffentlicht am 26. Juni 2008 um 18:28 Uhr von Anna Friedrich

Empfehlungen anderer User spielen beim Online-Kauf eine wichtige Rolle, analysiert Digital Media Center in seiner Untersuchung zu "Social-Commerce, Aktionsshopping und Shoppingclubs". Gut 40 Prozent der 600 Befragten haben bereits Produkte wegen einer positiven Kundenbewertung gekauft. Die Erklärung hierfür, so der Herausgeber der Studie, ist ganz einfach:

Käufer vertrauen Käufern. Denn wer kann ein Produkt besser bewerten und empfehlen als derjenige, welcher es bereits besitzt? Zwar wird diese Beurteilung in den meisten Fällen subjektiv sein, doch gerade dies ist ein Grundgedanke des Social-Commerce: Käufer sind mündig und bilden sich selbst ihre Meinung. Je breiter der Zugriff auf Information, umso fundierter erscheint die Entscheidungsgrundlage.

Es geht den Käufern aber nicht nur um die Bewertungen anderer. Die Mehrheit der Befragten ist der Meinung, dass sich Online-Shops zu wenig an ihren Bedürnfissen orientieren. So sind 60 Prozent unzufrieden mit den aktuellen Onlineshops. Käufer möchten Produkte online nach ihren Bedürfnissen individualisieren und anpassen. 70 Prozent sind interessiert daran, eigene Bewertungen zu Produkten abzugeben. Weitere 30 Prozent wünschen sich, dass sie den Entwicklungsprozess des Produktes mit bestimmen könnnen. Und etwa ein Viertel der Studienteilnehmer möchte seine Stimme beim Sortiment erheben.

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9 Millionen in Social Networks

Veröffentlicht am 20. Juni 2008 um 16:21 Uhr von Anna Friedrich

Eine Forsa-Studie des BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien) gibt neue Zahlen zur Beliebtheit von Online-Communities in Deutschland bekannt: neun Millionen Deutsche haben ein Profil in einem sozialen Netzwerk wie StudiVZ oder Xing. Immerhin zwölf Prozent der Deutschen Bevölkerung über 14 Jahren und damit jeder sechste Bundesbürger präsentiert sich mit einem Online-Profil.

Die Netzgemeinschaften sind zudem beliebter als Weblogs. Vor allem themenspezifische Plattformen werden häufig genutzt: um Gleichgesinnte zu treffen und neue Kontakte zu knüpfen. Gefragt sind Plattformen, die reale soziale Beziehungen im Netz abbilden, also Job- oder Freundschaftsnetzwerke sowie Communites für einzelne Interessensgruppen wie Autofahrer, Hobbyfotografen und Heimwerker.

Wichtiges Qualitätskriterium sind laut Bitkom die Datenschutzmaßnahmen. User sollten prinzipiell mit persönlichen Daten vorsichtig umgehen und zu viel Offenheit der Privatsphäre vermeiden.

Ähnliches fand Anfang Mai bereits die MaFo Datamonitor heraus. Darüber haben wir im Beitrag 8,6 Mio. Deutsche in sozialen Netzwerken berichtet.

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Dieses Twitterdings...

Veröffentlicht am 9. Mai 2008 um 13:05 Uhr von Mark Pohlmann

Nachdem wohl fast alles erfunden ist, was man mit gedruckten Buchstaben machen kann, sind jetzt die digitalen dran. Im kurzen Takt poppen ständig neue Formate auf. Nach Pager, SMS, Mail, Instant Messanger, Website, Forum, Chat, Skype und Community ist jetzt die öffentliche SMS dran, kurz: Twitter. Dank mühseliger Überredungen versuchen jetzt sogar meine beiden Kolleginnen als Yetine und AnnaSophie, sich für dieses wahrscheinlich vollkommen sinnlose Tool zu begeistern. Diese hält sich aber noch in erkennbar engen Grenzen.

Warum aber dann nutzen täglich mehrere Millionen Menschen diese auf 140 Zeichen begrenzten Signale an die Außenwelt? Man versteht es nicht, wenn man nur von draußen draufschaut. Aber vielleicht lohnt es sich ja, sie verstehen zu lernen. Eine Hand reicht jetzt Nico Lumma in seinen "Twitterdings", einem Blog, der sich intensiv mit dem Phänomen beschäftigt und wahrscheinlich gleichzeitig auch als Liebeserklärung gilt (Unterzeile: "140 Zeichen für ein Halleluja!")

Warum ich twittere und es anderen auch rate? Weil es ein schöner Weg ist, täglich neu fast 200 Menschen auf unkomplizierte wie unaufdringliche Weise zu erklären, was mich bewegt. Weil es zeigt, wie Gruppen funktionieren. Weil ich auf viele interessante, kurzweilige oder auch unsinnige Gedanken, Links oder Fakten stoße. Weil meine Peer-Group twittert. Weil ich nur durchs Selbstprobieren erspüren kann, warum es andere fasziniert.

Wenn ich aber ehrlich bin: Dieser Blog bedeutet mir mehr als meinTwitterfeed. Es macht zwar Spaß, bei dem ein oder anderen Trend mitzumachen, gerade, wenn er so schön kurzweilig ist. Aber wenn es fundiert sein soll, wenn ich reflektieren will (so wie jetzt), greife ich zum Blogbeitrag. Das würde ich mir übrigens auch von dem ein oder anderen Twitter-Fan wünschen, der ob seiner Schwärmerei seinen oft viel substantielleren Blog sträflich vernachlässigt. (Wie begrüßen sich zwei Twitter-Fans? "Ich will wieder mehr bloggen")

Wer kurzlebige Trends lieber an sich vorbeiziehen lassen möchte und darauf wartet, dass sich Formate verfestigen, darf gerne zögern, auf den Twitter-Zug aufzusteigen. Noch ist es nur ein harter Kern von Echtzeit-Enthusiasten, der mitfährt. Aber was hat denn schon Bestand? Ich glaube auch nicht mehr an die E-Mail. Diesen Abgesang hatte ich aber schon mal gesungen, und zwar hier.

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Monitorisierung

Veröffentlicht am 29. Januar 2008 um 9:48 Uhr von Mark Pohlmann

Ich habe mal nachgerechnet. In unserem privaten Haushalt (2 Erwachsene, 2 Kindergartenkinder ohne eigenes Equipment) existieren 11 Geräte mit Monitor (vielleicht präziser ausgedrückt: digitale Geräte mit Display). Davon sind 8 internetfähig, 6 werden tatsächlich auch dafür genutzt:

- 2 Handies mit Tastatur, Internetbrowser und E-Mail-Push-Funktion
- 3 Notebooks (2x Job, 1x privat)
- 1 Internettablett (Formfaktor eines Taschenrechners mit großem Display und ausziehbarer Tastatur. Paßt in die Hemdtasche)

Das fällt mir selbst auch erst jetzt auf: Alle sind mobil. Sicher ist das derzeit nicht wirklich repräsentativ. Aber für uns ist es Alltag. Wir sind vielleicht früh dran mit dem Digital Lifestyle. Aber wenn die Handy-Datenflatrates erst einmal unter 10 Euro gefallen sind, und das werden sie in spätestens 12 Monaten, erleben wir eine weitere Blüte von Mobilisierung und Monitorisierung.

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DLD08

Veröffentlicht am 22. Januar 2008 um 22:56 Uhr von Mark Pohlmann

Nun bin auch ich wieder in Hamburg angekommen. Es ist spät geworden, weil ich intelligenterweise einen viel zu späten Flug gebucht habe. Anyway, hier ein kurzes Resumee des DLD, dem jährlichen Internetkongress aus dem Hause Burda, der zum dritten Mal ausgerichtet worden ist.

Mir wurde im Vorfeld zugeraunt, dass rund 300 Personen weniger eingeladen worden seien als im letzten Jahr. Das, soviel ist klar, kann nicht wahr gewesen sein. Das HVB-Forum quoll noch stärker aus allen Ecken, drei Tage sah man auf jedem Quadratmeter ins Gespräch vertiefte Menschenmassen, wohin man auch blickte. Ich schätze, dass insgesamt rund 1.500 Personen über die Tage vor Ort waren.

Und damit kommen wir gleich zum stärksten Pluspunkt der Veranstaltung: Die Gäste. Glückwunsch den Machern dafür, dass sie wieder wie in den Vorjahren (fast) alle nach München bekommen haben, die man auf so einer Veranstaltung gerne sehen möchte. Dabei geht es gar nicht um die Celebrities, sondern die ganzen Menschen, die mit ihren Themen und Projekten diesem Medium wirklich sein Gesicht geben. Auffallend war, dass nicht ganz so viele internationale Gäste da waren (bei den Referenten hingegen war es genau andersum) und nicht ganz so viele VCs. Dafür war mehr echtes Unternehmertum vertreten, was auch sehr schön war. Die Kontaktdichte und -Qualität macht den DLD zur derzeit hochwertigsten und vielfältigsten Veranstaltung für dieses Thema in Deutschland. Herzlichen Glückwunsch nach München dafür. Wir arbeiten mit der Next daran, diese Krone bald nach Hamburg zu holen ;-)

Nicht in gleichem Maße begeistert hat mich das Programm. Das lag wahrscheinlich daran, dass ich es kaum wahrgenommen habe. Sicher, mit Marissa Meyer, Martin Varsavsky, Esther Dyson, Jimmy Wales und vielen anderen waren wieder die bekannten internationalen Top-Größen vertreten. Leider haben sie nicht die Top-Themen mitgebracht, so wie dies in den letzten Jahren der Fall war. Das brauchen sie eigentlich auch nicht, schließlich ist auch das ein Zeichen für einen reifenden Markt - dass er sich nicht immer neu erfinden muss. Eine echte Ausnahme bildete das Projekt "23andme", das jedem sein eigenes Genom entschlüsselt und beispielsweise Verwandschaftsgrade oder Genrisiken aufdeckt. Und bei dem man nie vergessen wird zu erwähnen, dass es das Projekt der Frau des Google-Gründers ist. Wie hieß er nochmal? Und sie? Egal.

Aber es gibt ja "Issues" zuhauf da draußen. Unter anderem die Media-Krise im Web-2.0, die weiter drängende Frage der Geschäftsmodelle für Netzwerke und die Zukunft des Datenschutzes. Die Themen wurden zwar immer wieder angerissen, ein echtes Agenda-Setting fand hierzu aber nicht statt. Dazu kam, dass die Vorträge im Programm nicht angeteasert wurden. Sie hießen "getting social" oder "surfing risks". Den Rest musste man sich denken. Die Referenten waren das Programm. Vermehrt tauchten Themen auf, die mit dem Internet oder digitalen Medien nichts zu tun haben. Wie beispielweise ein Vortrag über die Lust am Fliegen von Karina Hollekim.

Aber es gab auch Highlights, die ich verpaßt habe. Den Auftritt von WPP-Chef Martin Sorell am Sonntag. Die Moderation von Marc Samwer, der seine Runde offenbar quälend treffende Fragen zu den ausbleibenden Geschäftsmodellen stellte. Die Ratlosigkeit der TV-Runde, wie Fernsehen wirklich im Internet neu zu erfinden sei. Die Coolness von Morten Lund.

Kurzum: Ich habe den DLD08, die perfekte Organistion, die Kontakte und Gespräche rundum genossen. Danke an Burda und das DLD-Team für drei fantastische Tage in München.

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Zum Freundschaftspreis zur Next08

Veröffentlicht am 11. Januar 2008 um 20:27 Uhr von Mark Pohlmann

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Da ich das dritte Mal das Programm und die Sprecher der Next08 betreue, hiermit an alle Freunde des Themenblogs ein freundlicher Hinweis: Seit gestern ist die Registrierung für den SinnerSchrader Kongress next08 am 15. Mai 2008 möglich. Thema dieses Jahr wird sein: "Get Realtime". Wir beschäftigen uns mit der Frage, warum Kunden über das Internet längst in Echtzeit kommunizieren, die Unternehmen aber noch nicht.

Und: Wir starten mit einem Freundschaftspreis. Der Ticketpreis von 190 Euro richtet sich vor allem an diejenigen, die gerne langfristig planen wollen, wenn sie so deutlich sparen können. Das Kontingent ist begrenzt, und: billiger wird's nicht. Wer die bislang eingeladenen Sprecher sich einmal anschauen möchte, klicke bitte hier. Und zur Registrierung bitte hier entlang.

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2008. Was kommt.

Veröffentlicht am 2. Januar 2008 um 0:26 Uhr von Mark Pohlmann

So, nach zwei Wochen Pause hier im Blog geht es mit dem heutigen Tage wieder los. Allen Themenblog-Lesern und Freunden von Mavens Dialog wünsche ich erstmal ein erfolgreiches Jahr 2008!

Das Allerbeste vorweg: Christine Donner, die mich seit einem halben Jahr als Feste Freie unterstützt, ist ab sofort als erste festangestellte Mitarbeiterin in Vollzeit dabei. Sie wird wie bisher in den Projekten der Kunden carmondo und DaWanda arbeiten und sicher an vielen anderen Stellen sichtbar sein - auch hier im Blog. Christine: an dieser Stelle ein herzliches Willkommen und viel Spaß im neuen Job ;-)

Fast genauso wichtig war der Umzug Mitte Dezember in das erste eigene Büro in der Ehrenbergstraße direkt am Bahnhof Altona in Hamburg und damit der gefühlte Schritt vom Freiberufler hin zum richtigen Unternehmen. Der Büroraum gehört zum ehemaligen Vorstandsbereich der Volksbank Hamburg, die vor einiger Zeit dort ihren Hauptsitz hatte, von Glamour ist aber bis auf einen Kamin und ein paar überschwengliche Holzververtäfelungen in einem ansonsten ziemlich gesichtslosen 60er-Jahre Bau nicht viel zu sehen. Dafür haben Christine und ich Platz und Sonne satt, 106qm, den wir uns mit Mathias Mainholz teilen, einem freien NDR-Hörfunk-Reporter, der sich ebenfalls in diesen Tagen mit Podcasts und Radio-PR selbständig macht. Ich hoffe, mit Mathias auch das eine oder andere Projekt machen zu können.

Kommen wir vom Beruflichen zum Inhaltlichen. Das gerade zu Ende gegangene Jahr verbuche ich mal als Zwischenjahr in Sachen Mitmach-Marketing und -Medien. Und ich kann nicht sagen, dass ich überzeugt bin, dass es dieses Jahr wirklich richtig losgeht.

Zwar ist die Offenheit für dialogische Werbeformate so groß wie nie. Das liegt an dem Erfolg von Youtube und StudiVZ, dem iPhone und dem Blackberry, aber auch an Dingen wie WLAN, billigeren Datentarifen und eine Selbstverständlichkeit von mobilen Datengeräten wie Navigationsgeräten oder Spielekonsolen. Wir erleben die Epoche monitorbasierter Kommunikation.

Doch gleichzeitig fehlt es weiter an intelligenten und vor allem erfolgreich getetstenen Vermarktungskonzepten und Erlösquellen. Wie das eben so ist in Zwischenjahren: Reichweitenbasierte Werbung funktioniert zwar nicht mehr so perfekt wie noch vor einigen Jahren, sie ist aber immer noch gut genug, um ordenliches Wachstum und Renditen abzuwerfen. Neue Werbemodelle sind bereits sichtbar, sie sind aber für viele Märkte noch nicht hinreichend attraktiv, als daß es für einen breiten Paradigmenwechsel reichen würde. Vor allem aber sind sie nicht gelernt. Wir sind, was die Individualisierung von Marketing und PR angeht, auf dem Weg, aber noch längst nicht am Ziel. Das Interesse, Neues zu probieren, ist noch nicht umgeschlagen in die Gewißheit, es anders in Zukunft gar nicht zu können.

Symptomatisch hierfür ist die erneute Vormachtstellung der alten Medienverlage im Mitmachweb. Holtzbrinck (allen voran: StudiVZ, SchuelerVZ), Axel Springer (MotorTalk) und Burda (Holidaycheck, Etsy, Sevenload), aber auch ProsiebenSAT1 (lokalisten, myVideo) und sogar Madsack (DocInsider), kaufen sich systematisch in den Web-2.0-Markt ein. Warum eigentlich? Wenn sie ehrlich sind, werden sie meistens zugeben müssen: Um hier Banner zu plazieren. Von Revolution keine Spur.

Verwunderlich ist dieser Eifer, weil Verlage mit ihren auf Reichweite ausgerichteten Werbemodellen und kleinteilige, betreuungsintensive und schwer monetarisierbare Web 2.0-Spielereien auf den ersten Blick überhaupt nicht zusammenpassen. Denn ein Klick auf ein klassisches Medienangebot wie Spiegel Online oder Zeit.de ist weiter viel mehr wert als auf StudiVZ oder Lokalisten. Oder umgekehrt: Aus den Klickmilliarden im Mitmach-Web ist kaum zu Geld zu machen, weil es an Werbeformaten fehlt, die dieses Werbeumfeld intelligent ausnutzen.

Und dennoch: Es zieht den Kunden in diese Formate. Und Medien und Werbung ziehen eben nach und gehen dorthin, wo der Kunde seine Zeit verbringt. Im Internet heißt dies zunehmend: Foren und Communities und sonstigen kollaborativen Systemen - also Wikis, Blogs, Netzwerken - involvieren die Nutzer immer stärker, immer intelligenter, immer reichweiten- und umsatzrelevanter. Nur, wie diese Aufmerksamkeit zu monetarisieren ist, da herrscht noch allgemeine Ratlosigkeit.

In diesem Sinne prophezeie ich für das Jahr 2008 den Durchbruch von intelligenten Werbeformaten, die nicht mehr lästig am Rand der Website blinken, sondern den Nutzer gezielt einbeziehen. In Zukunft gilt: Nur wenn WIR Werbung machen, wird noch eine Werbewirkung zu erzielen sein. Facebook ist dabei, mit Beacon solche nutzergenerierten Werbefformate zu etablieren. Auch wenn der erste Schuss zum Privacy-Desaster geriet: Hier sehen wir die Zukunft der Werbung. Und hoffentlich auch schon in diesem Jahr.

Sollte allerdings die Monetarisierung des Mitmach-Webs weiter so mühsam bleiben, wird wohl 2008 in der gleichen Warteschleife drehen wie 2007. Und wenn das passiert, dürfen wir uns jetzt schon Sorgen um 2009 machen - als letzte Chance auf ein profitables Web 2.0, bevor die Ernüchtungen in Frust umschwenkt und alles in den Strudel der Enttäuschung zieht. Hoffen wir also nicht nur das Beste, sondern machen wir uns an die Arbeit, endlich die Werbeformate zu etablieren, die der Nutzer schon seit langem verdient: Intelligente, relevante - eben individuelle Werbung.

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Gruenderszene sucht Start-up des Jahres

Veröffentlicht am 5. Dezember 2007 um 11:16 Uhr von Mark Pohlmann

Jahresendorgien sind ja alltäglich, warum nicht auch in der Start-up-Szene also. Und wie es der Zufall will, bin ich mit rund 30 anderen Menschen auch in der Jury von Lukasz Gadowskis Gründerszene gelandet, was mich sehr gefreut hat.

Welche Start-ups haben also das Jahr bestimmt? Hier die Liste, die ich vorschlagen werde. Sie ist natürlich streng subjektiv und soll einfach nur eine Anregung sein, selbst darüber nachzudenken, welche Dienste in diesem Jahr neu in das eigene digitale Leben eingetaucht sind. Soweit ich das verstehe, sind aber nur deutsche erlaubt.

1. StudiVZ.
Ist das eigentlich noch ein Start-up? Klar, wenn auch nicht in diesem, sondern im vorletzten Jahr gegründet. StudiVZ hat der Welt da draußen gezeigt, wie groß klein werden kann. 3 Mio User und 4 Mrd. Klicks im Monat - das ist schon eine Menge Holz. Alleine dafür, dass StudVZ den seit einem Jahrzehnt amtierenden Reichweiten-Obermufti namens "t-online" vom Thron stoßen konnte, gebührt StudiVZ ganz klar die Gründerkrone. Geschichten, wie die, dass StudiVZ-Manager beim möglichen Verkauf an Facebook genauso viel verdienen wollten wie der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, runden die Wahl auf das allerherrlichste ab. Seit einem Jahr gehört StudiVZ zu Holtzbrinck, die jetzt die Aufgabe haben, die Klickmilliarden in Euro-Millionen zu konvertieren. Viel Spaß dabei ;-)

2. DaWanda
Ein Kunde von uns - aber was für einer. Auf DaWanda verkaufen Designer, Kunsthandwerker, Professionelle und Hobby-Kreative ihre Produkte. Für die meisten von ihnen ist DaWanda der erste professionelle Marktzugang, verbunden mit der Möglichkeit, sich selbst und die eigenen Kreationen in einem hochwertigen Rahmen auszutesten - und damit auch noch Geld zu verdienen. Wie jedes richtige Start-up hat Dawanda mit ein paar befreundeten Designern angefangen. Und - es hat funktioniert. Heute sind hier 6.000 Hersteller mit über 70.000 Produkten vertreten, 70.000 Kunden sind registriert. Täglich werden mehr als 1.000 Produkte verkauft. Jedes ein Unikat. Da DaWanda für beide Seiten so schön funktioniert, also Angebot und Nachfrage bündelt, schaffen es die ersten Anbieter, sich über die DaWanda-Umsätze eine selbständige Existenz aufzubauen. Wer einmal spüren möchte, wie wichtig DaWanda als Schnittstelle für diesen kleinteiligen, kreativen Markt ist, der schaue sich einmal die Glückwünsche zum 1. Geburtstag an.

3. DerWesten

Auch ein Kunde von uns - und auch ein besonderer. DerWesten - und Katharina Borchert - haben bewiesen, dass Medien sich über das Intenet neu erfinden wollen. Und es können. Sogar Lokalzeitungen. Der Dreh: Die Zeitung holt die eigenen Leser mit auf die Bühne. Sie können hier Artikel kommentieren, eigene Beiträge schreiben und sich mit anderen Lesern vernetzen. Das alles in einem sehr hochwertigen und lokal relevanten Umfeld. Das Zusammenspiel zwischen Journalist und Leser führt zu einer neuen Form des Journalismus. Nicht gleich beim Start, aber so langsam. Und nachhaltig.

4. SixGroups

Kein Kunde, ganz neu und letzlich durch einen bestehenden, sehr erfolgreichen Dienst inspiriert: Sixgroups ist das deusche ning.com. Also eine Plattform, auf der jeder mit wenigen Klicks eine eigene Community aufbauen kann. Warum mir SixGroups wichtig ist: Die Organisation von Gruppen und sozialen Umfeldern passiert nicht nur auf den großen Portalen, sondern zukünftig eben auch in kleinsten Nischen. Sixgroups ist ein Hinweis darauf, dass nicht ein Netzwerk alles frisst, sondern, im Gegenteil, jede Nische ihre eigene Existenz führen wird. Sixgroups ist ganz neu und sieht mir dafür schon sehr schön aus, und steht hier eigentlich vor allem stellvertretend für den Trend zur Gruppenkommunikation.

5. Mavens Dialog.

Ist es vermessen, sich selbst vorzuschlagen? Ich hoffe doch nicht. Mavens Dialog ist mein Schritt in die Selbständigkeit, mein Start-up. Wir glauben an das Gespräch als das Marketing der Zukunft. Längst vertrauen Konsumenten einem persönlichen Rat mehr als einer kommerziellen Botschaft. Nichts ist überzeugender, nichts zielgruppengenauer als eine direkte Empfehlung. Deswegen muss die Marke dorthin, wo die Gespräche stattfinden. Mavens Dialog bringt sie hin. Wir sorgen dafür, dass eine Marke von denen wahrgenommen wird, auf die es ankommt: Den Mavens. Mavens sind die Meinungsmacher im Internet, in ihren Themenfeldern Vorbild für viele tausend Menschen. Schon die Zusammenarbeit mit 10 bis 20 Mavens kann die Wahrnehmung und Glaubwürdigkeit einer Marke in der anvisierten Zielgruppe signifikant erhöhen.

An dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben sollen die anderen Start-up Kunden von uns, die noch auf dem Sprung sind - oder es auch schon geschafft haben, wie Qype. Dazu zählen die Sixt-Community carmondo.de, das Patientenportal DocInsider und Burda Social Brands. Ihre große Zeit kommt im nächsten Jahr!

So, jetzt mal die Vorschläge in eine Mail gepackt und Lukasz geschickt ;-)

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Todesurteil für das Must Have von Amazon

Veröffentlicht am 28. November 2007 um 21:02 Uhr von Mark Pohlmann

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Amazon hat eine gute PR-Maschinerie, die die letzten Tage dafür gesorgt hat, dass das digitale Lesegerät namens "Kindle" derzeit rauf und runter besprochen wird. Platz in der Aufmerksamkeitsökonomie ist da, u.a., weil das letzte Must-Have-Gadget, das iPhone, in Amerika hinlänglich eingeführt ist und die technikverliebte Öffentlichkeit bereit für das nächste ist.

Und jetzt hat Robert Scoble, ein sogenannter "Tech Evangelist" und einflußreicher Blogger in den USA, sein Urteil gesprochen.

Would I buy it? Yes, but I’m a geek. I can’t really recommend this to other people yet. Sorry. It’s obvious that they never had this device in their hands when they were designing it. Whoever designed this should be fired and the team should start over.

Wer will schon ein Gerät, das Scoble uncool findet?

Boom. You're dead.

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Menschen beeinflussen Menschen. Und Werbung.

Veröffentlicht am 20. November 2007 um 10:30 Uhr von Mark Pohlmann

"People influence People".

Das so schlichte wie schöne Zitat steht im Economist und stammt von Mark Zuckerberg, der 23-jährige Gründer und Vorstand von Facebook als derzeit angesagteste Community. Was er damit meint, ist, dass Werbung nicht von selbst wirkt. Menschen müssen Werbebotschaften aufnehmen und weitertragen. Werbung ohne sozialen Kontext ist irrelevant. Von wegen "Eyeballs" (denglisch für "Sichtkontakte").

Dieser Aspekt ist zwar nicht neu, aber insofern erwähnenswert, als dass er zwei wichtige Konsequenzen für das Marketing andeutet, deren Bedeutung immer noch nicht ausreichend wahrgenommen wird.

1. Wir hören auf Menschen. Nicht auf Werbung.

Es gibt keinen "Massenmarkt". Es gibt keine "Zielgruppe". Gab es noch nie. Jeder Markt ist die Summe von Individuen. Schon immer. Nur weil man bislang nicht nachverfolgen konnte, dass eine Marke erst im Gespräch sein muß, um sich überhaupt zu bilden, nur weil man die Wechselwirkungen aus Begehrlichkeit, Angebot und Botschaften nicht sieht, die sich durch Millionen Kleinst-Konversationen mäandern, heißt es nicht, dass es nicht schon immer so gelaufen ist. Ist es aber. Erst, wenn sich die richtigen Multiplikatoren auf die richtigen Marken und Produkte einlassen, entsteht das, was wir "Markenimage" nennen. Erst wenn eine Marke auch ein Image hat, ein Profil, ist es eine Marke. Vorher sind Logos Pixelhaufen. Menschen sind die Projektionsflächen. Markets are Conversations. Und das Internet macht diese jetzt transparent.

2. Das Web 2.0 ist das Ende der Reichweite.

In der Transparenz des Mediums liegt die eigentliche Revolution für das Marketing. Endlich werden die Gespräche sichtbar, für jeden nachvollziehbar, integrierbar, beeinflussbar. Das alte Kräfteverhältnis der Werbung ("ich sende, du hörst zu") hört auf zu wirken, und das neue ("wer mir zuhört, dem höre ich auch zu") ist erst dabei, sich zu bilden.

Die Konsequenzen: Marken unterhalten sich.

“For the last hundred years media has been pushed out to people,” he said, “but now marketers are going to be a part of the conversation.”

Zuckerbergs These (und die vieler anderer) lautet jetzt also, daß die Marke Teil der Gespräche werden muss. Das ist natürlich einfacher gesagt als getan. Und mit den alten Werbeformaten schon gar nicht zu machen. Mit den alten Werbekonzepten auch nicht. Niemand will ja mit den Konsumenten reden, das kostet Zeit und Geld und führt zu Erkenntnissen, die bestenfalls unbequem sind.

Was also tun? Zuckerberg (und viele andere) wollen auf die vielen heute schon real existierenden Werbemilliarden nicht ganz verzichten, bevor die neuen sich etabliert haben - die heute noch niemand richtig kennt. Denn ein ein beliebig skalierbarer Mechanismus hat sich noch nicht herausgebildet. Wichtig ist vor allem aber erstmal zu erkennen, dass es zwei Dinge für das braucht, was ich "Empfehlungsmarketing" nenne: 1. einen Ort, an dem die Gespräche stattfinden, und 2. Menschen, die die Botschaften glaubwürdig verbreiten.

Für Zuckerberg, der den Ort ja schon hat, ist der nächste Schritt die Personalisierung der werbenden Marke. Er gibt ihnen eine digitale Identität. Vorreiter war Myspace. In dem Netzwerk haben viele hundert Marken wie eine Person eine eigene Profilseite. Hier können andere dann Freundschaften mit der Marke schließen und sich mit anderen Fans unterhalten. Das funktioniert so leidlich.

Das kann man auf Facebook jetzt auch. Und ein bisschen mehr. Der Economist nennt Sprite als Beispiel, deren Avatar man sich auf seine eigene Profilseite holen und ein bisschen damit rumspielen kann. Mmmh. Das hört sich für mich ehrlich gesagt ziemlich gequält und infantil an.

Viel interessenter ist eine andere Funktion: Die eigene Portraitseite soll mittelfristig die eigenen Einkaufsaktivitäten abbilden, so dass die Shoppingtouren quasi Teil der eigenen Identität sind - die Liste würde all diejenigen Produkte abbilden, mit denen sich der einzelne identifiziert. Aber auch hier: Die Idee ist gut, ob sie tatsächlich zu einem Multiplikationseffekt führt, ist unsicher. Wir erinnern uns: der Wert der Gespräche ist der unmittelbare Nutzen für den einzelnen. Werden Gespräche skaliert, sollen sie massentauglich werden, verlieren sie ihre Einzigartigkeit. Und damit ihren Nutzen.

Das Problem ist auch die mangelnde Qualität der großen Netzwerke. Die wenigen guten Inhalte verlieren sich auf Facebook und Myspace in einem Heer von Irrelevanz. "Signal versus Noise" lautet das im "Wörterbuch der schönsten Web-2.0-Metaphern". Es braucht Mechanismen, Qualität zu fördern, hervorzuheben. In der Entwicklung dieser Mechanismen liegt die Verantwortung der Netzwerke selbst.

Ich persönlich glaube auch nicht an die Zukunft großer Netzwerkmoloche wie Facebook. Für mich liegt die Zukunft im genauen Gegenteil: In der noch viel weiter fortschreitenden Atomisierung von Zielgruppen. Die Zukunft gehört der Nische. Die überlebenswichtige Frage für die Werbewirtschaft ist, wie sich die Millionen Nischen sinnvoll zu wirtschaftlich ansprechbaren Zielgruppen aggregieren lassen.

Das ist das Spannende am Hier und Jetzt: Es muß sich alles ändern, damit es bleibt wie es ist. In diesem Sinne: Entdecker gesucht.

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Die LoHas kommen

Veröffentlicht am 17. September 2007 um 17:52 Uhr von Mark Pohlmann

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Anton Jurina und Martin Höfeler hatten vor vier Monaten noch als blutige Start-upper mit Charitees ihren ersten öffentlichen Auftritt auf der Next07 und sind jetzt schon Gewinner eines Gründerpreises. Nur dass sie jetzt nicht mehr Raider sondern Twix heißen. Oder so. Herzlichen Glückwunsch an euch, ihr habt es verdient - auch wenn die Gewinnersumme (250.000 Euro) in bar sicher noch interessanter gewesen wäre als als Agenturleistung ;-)

Armed Angels tritt in den hart umkämpften Markt künstlerisch anspruchsvoller T-Shirts, in dem sich u.a. auch LaFraise, Spreadshirt oder ABetterTomorrow tummeln. Marktführer in Amiland ist übrigens Threadless.

Armedangels haben aber auch einen sozialen Anspruch. Sie wollen Kunst und Kommerz mit der Hoffnung auf eine bessere Welt verbinden. Die Zielgruppe kann deswegen klarer kaum sein: Es sind LoHaS, oder: Lifestyle of Health and Sustainability. Und die will Qualität mit gutem Gewissen. Deswegen wohl auch die durchweg hochwertige Darstellung der Produkte auf der Website, die jedem In-Label zur Ehre gereichen würde.

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Ein ganz ähnliches Konzept mit einer ganz ähnlichen Zielgruppe verfolgt Designers Against Aids, die übrigens just eine Kooperation mit Dawanda eingegangen sind. Ab sofort vertreibt das Aids-Aufklärungsprojekt seine von bekannten Künstlern entworfenen T-Shirts (und andere Produkte) nicht mehr über den Massenmarkt eBay, sondern über DaWanda. Hier stimmt endlich auch das Umfeld für kreative Ware. Denn auch Dawanda adressiert LoHas. (Anmerkung: DaWanda ist Kunde von mir, ArmedAngels nicht). Mir noch vollkommen unbekannt, aber ebenfalls in dieser Zielgruppe aktiv, ist TheCareClub.

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Wenn Sie Ihre Kinder & Kollegen gerade suchen....

Veröffentlicht am 23. August 2007 um 12:22 Uhr von Mark Pohlmann

... hier sind sie.

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iPhone schreibt nicht

Veröffentlicht am 22. August 2007 um 15:22 Uhr von Mark Pohlmann

Das ist doch ganz meine Meinung.

"Ungeübte iPhone-Nutzer brauchten fast doppelt so lang, um mit dem iPhone Texte einzugeben wie mit physischen QWERTY-Tastaturen. Aber auch mit etwas Übung verbesserten viele Nutzer ihre Tippgeschwindigkeit kaum. Die meisten Teilnehmer beklagten, dass ihre Fingerkuppen zu groß für das iPhone seien und sie die Tasten lieber spüren, statt auf ein glattes Display zu tippen." Quelle: MacInsider via Macnews.

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update: Mobiles Web

Veröffentlicht am 21. August 2007 um 14:21 Uhr von Mark Pohlmann

Mashable hat zu dem Thema nachgelegt und bietet nicht weniger als 45 Empfehlungen für Services, die auf keinem Handy fehlen dürfen.

Ich hatte übrigens noch vergessen Soonr zu empfehlen. Damit kann man unterwegs jederzeit auf sein Notebook zugreifen - solange dies ans Internet angeschlossen ist. Ob das jetzt sehr sicher ist - keine Ahnung. Aber irgendwie ist es doch ganz beruhigend zu wissen, dass man an alles rankommt, was auf der Kiste läuft, auch wenn sie nicht mit dabei ist.


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Original und Fälschung

Veröffentlicht am 2. August 2007 um 20:15 Uhr von Mark Pohlmann

Nach langer Zeit mal wieder ein fundierter Artikel, der versucht, das verlorene Image von Second Life zu reanimieren. Und in der Tat kann man an dem Umgang mit Second Life - dem ungehemmten Hochjubeln, dem ein genauso vehementer Verriss folgt - verfolgen, wie schnell wir Dinge in unseren Köpfen an- oder wegklicken.

Über Second Life die Nase zu rümpfen ist reine Angeberei. Das gilt auch für die Überheblichkeit, mit der man auf Menschen hinabblickt, die sich mangels realer Reichtümer in Second Life endlich mal den Aston Martin leisten, von dem sie schon immer geträumt haben, oder den von Frank Lloyd Wright gestalteten Bungalow direkt am Strand bewohnen wollen. Nicht Second Life ist hässlich, sondern das reale Leben. Wem diejenigen suspekt erscheinen, die dort aussteigen wollen, der soll bitte ein Konzept vorlegen, wie er im ersten Leben die mit seiner stillschweigenden Zustimmung erzeugten Bedürfnisse der Millionen befriedigen will, denen er diese im Zweiten Leben verächtlich macht. Oder anders ausgedrückt: Die Kritik an Second Life scheint in Wirklichkeit eine Flucht aus der Kritik der realen Welt zu sein.

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Abgesang auf die E-Mail

Veröffentlicht am 13. Juli 2007 um 10:16 Uhr von Mark Pohlmann

Themen liegen in der Luft, wenn man merkt, dass andere, in diesem Falle Klaus Eck, schneller waren: E-Mails kosten Zeit und bringen wenig. Warum eigentlich?

Zum einen ist da natürlich das schiere Mengenproblem. Die Mühe, aus den hunderten Mails täglich die wenigen wirklich wichtigen herauszuschälen, nimmt weiter zu. Da ist nicht nur Spam, der wahrgenommen und vernichtet werden will, sondern vor allem auch die ausufernde "Zur Information"-Kultur. Unschuldige Menschen werden Zeugen vollkommen unwichtiger Konversationen, deren Inhalt sie alleine deswegen wahrnehmen sollen, weil sie ja auf "Carbon Copy", also "CC" gesetzt sind. Und drittens sind da die netteren Dinge, die aber auch Zeit rauben, also eher in Richtung privater Gespräche gehen. Klaus Eck verweist zurecht auf den Zeit-Artikel "Fluch der Unterbrechung". Wer unterbrochen wird, wendet sich nach dieser Unterbrechung erst einmal für rund 25 Minunten anderen Aufgaben zu, bevor er dort weitermacht, wo er inhaltlich vorher eigentlich war. Und wir werden alle 11 Minuten von E-Mails unterbrochen. Sie sind also Gift für die Produktivität.

Blogs

Doch es gibt noch einen anderen Grund gegen die Mail: Die Kultur der Öffentlichkeit. Was ich einem erzähle, ist sicher für viele andere auch interessant, die mich kennen und meine Meinung (hoffentlich) schätzen. Warum also nicht alle, die es interessiert, daran teilhaben lassen? So wie dieser Text zum Beispiel. Den könnte ich allen meinen Kontakten per Mail schreiben, sie bei der Arbeit unterbrechen und mit Gedanken verwirren, die derzeit nicht die ihren sind. Oder ich kann warten, bis sie sagen: Mal sehen, was der Pohlmann so treibt, ich geh mal auf seinem Blog. Und dann lesen sie, dass ich mir Gedanken über Mails und die Alternativen mache. Wer keinen dieser Gedanken verpassen will, abonniert sich die Beiträge über das sog. RSS auf eine persönliche Website und muss sich fortan nicht einmal die Mühe des Surfens machen.

Wer gerne den öffentlichen Diskurs mag, also nichts dagegen hat, dass sich andere einschalten, weil das Gespräch so lebendiger und facettenreicher wird, der sollte über einen eigenen Blog nachdenken. Hier kommt all das hin, was man selbst so interessant findet, dass man es schriftlich festhalten möchte. Blogs funktionieren wunderbar als eigene Gedankenstütze und Gesprächsangebot für Dritte, die an den gleichen Themen hängen wie man selbst. Wer was zu sagen hat, bloggt. So einfach ist das.

Instant Messenger

Den Kontakt mit seinen Freunden und Bekannten halten sog. "Instant Messenger" (IM), für mich eine Art schriftliche Telefonate. Ich nutze Google Talk oder Skype. Hier kann ich nur Leute ansprechen, die mich als Kontakt bestätigt haben. IMs sind lustig, weil richtig in Echtzeit funktionieren. aber auch zeitraubend. Man sollte sie sparsam einsetzen, dann machen sie aber auch ungleich mehr Spaß als E-Mails.

Twitter

Der dritte im Bunde, ganz frisch, aber schon nicht mehr wegzudenken: Twitter. Twitter ist eine Art öffentliche SMS. Hier schreibt man kurz auf, was man gerade macht. Auch hier werden in der Regel nur die Kurzmeldungen derjenigen abonniert, die für einen selbst interessant sind. Wenn man also gerade wissen will, was einer von diesen Leuten macht, der schaut kurz bei Twitter rein, gibt selbst eine Wasserstandsmeldung ab, kann auch hier ein wenig plauschen ("chatten") und widmet sich danach wieder dem Eigentlichen. Twitter ist größtenteils harmlos, manchmal informativ und überraschenderweise auch schonmal richtig nützlich. Beispielsweise ist es beruhigend zu lesen, wenn jemand kurz meldet, dass seine Jordanien-Reise gut verläuft.

Social Bookmarks

Ein weiterer anerkannter Weg, unkompliziert über seine Themenlage öffentlich zu berichten, sind sog. "Social Bookmarks". Mit diesen Diensten werden interessante Lesezeichen nicht mehr auf dem eigenen Computer vergraben, sondern für alle sichtbar und nachrecherchierbar. Bekannt sind der US-Dienst del.ico.us und der ursprünglich einmal deutsche, aber längst auch international agierende Dienst Mr. Wong. Wenn Sie dort einmal einen interessanten Menschen entdeckt haben, ist es eine Freude, dessen Fundstücken nachzugehen. Web-affine Menschen veröffentlichen den Links zu ihren Bookmarks gleich auf der eigenen Website.

Social Networks

Ein in meinen Augen spezieller Fall sind die sog. Social Networks wie Myspace, Facebook, StudiVZ oder Xing. Ganz klar sind sie die Gewinner der zunehmend öffentlich stattfindenden Diskurse, vor allem der privaten Alltäglichkeiten. So ist StudiVZ mit 2,5 Mrd. Seitenabrufen im Mai 2007 erstmals die meistgenutzte Website in Deutschland. Dies war eigentlich schon seit immer T-Online.

Ich nutze diese Dienste eher mäßig bis gar nicht und allerhöchstens als Adressbuch und eigene digitale Visitenkarte. Mir sind alle diese Dienste zu proprietär. Wer sich aber gerne in einem einheitlichen Rahmen mit Gleichgesinnten austauschen möchte, dazu froh ist, dass er hier in wenigen Minuten eine Profilseite errichten kann, ist auf allen diesen Websites bestens aufgehoben. Und Social Networks sind längst ein Massenphänomen. Alleine Myspace geht auf die 200-Mio.-Mitgliedermarke zu, bei Facebook sind es derzeit um die 30 Mio.

Zusammengefaßt: Kommunikation wird immer situativer, die Kommunikationskultur im digitalen Raum facettenreicher. Wer sich den Trends verschließt, schließt sich von Gesprächen aus. Mitmachen ist kein Muss, Mails aber nicht die Lösung für alles. Klar ist auch, dass die Mail nicht ausstirbt, sondern "nur" an Bedeutung verliert.

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Nutzer schaffen Werbemärkte

Veröffentlicht am 6. Juli 2007 um 11:09 Uhr von Mark Pohlmann

Dass Nutzer unentgeldlich beträchtliche Werte schaffen, läßt sich jetzt auch in Zahlen messen - das aber wiederum mal wieder nur für den US-Markt. Bis zum Jahr 2011 sollen von Nutzern publizierte Inhalte, vor allem Netzwerkprofile, Blogs, Videos und Fotos, über 4 Mrd. Dollar Werbegelder anziehen. Zum Vergleich: Der gesamte deutsche Werbemarkt ist rund 20 Mrd. Euro groß (also etwa 26 Mrd. Dollar), der amerikanische etwa 100 Mrd. Dollar.

Für dieses Jahr werden 0,4 Mrd. Werbeeinnahmen mit UCG ("User Generated Content") erwartet. Markführer in Amerika sind YouTube, MySpace, Facebook und Photobucket. Besonders interessant: An den Marken Google und Yahoo geht der Boom derzeit vollkommen vorbei, da nützt es auch nichts, dass Google Qype kopiert.

Bis 2011 werden 95 Millionen US-Bürger eigene Inhalte im Internet publizieren - also jeder Dritte. Letztes Jahr waren dies immerhin schon 64 Mio. Das wäre eine Steigerung von gerade einmal 50 Prozent in fünf Jahren. Das Basisniveau erscheint mir sehr hoch, die Steigerung dafür eher konservativ geschätzt.

Wann endlich haben wir solche Zahlen auch mal für Deutschland oder die EU, das kann doch gar nicht so schwer sein....?

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Umsatzgiganten werden dann eher nicht Blogs oder Videocommunities sein, sondern Netzwerke. Das ist die These von eMarketer. Ich stimme zu. Es sieht derzeit so aus, als würde das eigene Netzwerk zum Ausgangspunkt für Informationen werden. Damit stünde Google vor seiner Ablösung als Maßstab der (digitalen) Welt. Wie wichtig Netzwerke werden, zeigt die Öffnung des Netzwerkportals Facebook für Dritte.

Das Umdenken der Nutzer, sich selbst in den Mittelpunkt des Internets zu stellen, hat gerade erst begonnen, aber der Prozess ist mächtig und wird uns noch lange beschäftigen ;-)

Quelle der Zahlen.

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Microblogging im Vergleich

Veröffentlicht am 3. Juli 2007 um 16:34 Uhr von Mark Pohlmann

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Einen schönen Vergleich aller derzeit gängigen Microblogging-Systeme bringt Mashable. Grund ist der erste Auftritt von Pownce, das quasi ein Promi-Bonus dadurch hat, dass der Dienst vom Digg.com-Gründer Kevin Rose stammt und man somit annehmen kann, dass er schnell größere Bekanntheit erlangt. Getestet werden insgesamt neun. Das Ergebnis:

Overall, we’re still gunning for Twitter in this lineup, despite Pownce’s impressive debut. With the addition of an API however, Pownce could quickly build up a large number of third party apps and make huge gains on its rivals.

Was um Himmelswillen ist denn jetzt nun wieder Microblogging?

Zur Erklärung: Microblogging-Anwendungen wie die des Marktführers Twitter sind so etwas wie öffentlich geschriebene, für jeden abonnierbare SMS. Sie dienen dazu, seinem Freundes- oder Bekanntenkreis kurze Meldungen darüber abzugeben, was man gerade macht oder wo man gerade ist. Selten was Weltbewegendes, oft in seiner Kürze aber ganz unterhaltsam oder informativ, manchmal sogar hilfreich. Ich beispielsweise habe eine sehr twitter-aktive Kundin, was mir hilft, den richtigen Zeitpunkt abzupassen, wann ein Anruf paßt -und wann nicht.

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Querbeat

Veröffentlicht am 25. Juni 2007 um 11:11 Uhr von Mark Pohlmann

Was gibt es Neues im Web? Der Frage begegnet man natürlich ständig, wenn man seine Brötchen damit verdient. Und in der Tat, es tut sich was. Was bei mir hängengeblieben ist aus der letzten Woche, hier in der Kurzübersicht.

1. Dove "Evolution" gewinnt Cannes.
Ein viraler Film gewinnt einen der wichtigsten Preise der Werbeindustrie, den Cannes Film Lion, nachdem er wenige Tage zuvor schon den Cyber Lion gewonnen hat. Warum das so erwähnenswert ist, beschreibt Adage:


Cannes is changing. And if "Evolution" isn't indication enough, consider that for most of the week there was more excitement among delegates about the cyber, integrated and titanium categories than there was about film.

Nicht nur gewinnt ein viral konzipierter Spot einen Preis für den besten Werbefilm (er lief allerdings auch im TV), sondern im Prinzip gewinnt auch nicht die Marke, sondern die Dove-Stiftung gegen Magersucht.

Mehr Infos zu Spot und Mechanismus hier.


2. Facebook verändert Web-Strategien
Die Entscheidung vom Netzwerkportal Facebook, die eigene Website für die Dienste Dritter zu öffnen, hat innerhalb der Web 2.0-Szene bereits zum Umdenken geführt. Was wir in den kommenden 12-24 Monaten erleben werden, ist nichts weniger als die zweite Welle im Web 2.0 (nein,nein, dadurch wird es nicht zum 3.0). Was heute meist noch als Start-up mit einer zentralen Gründungsidee daherkommt (im Sinne von: wir bieten Videos, Kontaktmanagment, Bewertungen, Geschenke), wird sich zu komplexen Infrastrukturanbietern entwickeln.

Zu abstrakt? Dann vielleicht so: Facebook muß nicht mehr alles selbst entwickeln und auf Relevanz testen, sondern es läßt andere an der eigenen Markenbekanntheit und Reichweite partizipieren. Im Umfeld des großen Bruders können sich kleinere, innovativere und vielleicht auch intelligentere Dienste beweisen. Schon jetzt sind es über 1.000. (Mehr zur Zukunft von Facebook drüben auf dem Fischmarkt). Es ist für die Facebook-Macher eine Art Emanzipation von sich selbst. Spannend. Linked-in, der zweite Riesenanbieter auf diesem Markt, hat schon angekündigt, dem Trend zu folgen. Ich weiß von mehreren hiesigen Gründern, die an solchen Konzepten arbeiten. In Deutschland versucht sich gerade Xing mit einem für alle offenen Marktplatz (wird aber selbstredend bezeichnet als "Marketplace"), der aber wohl noch verbesserungswürdig ist, wie Robert Basic schreibt.

Vorläufer dieser Idee sind wieder mal die Großen, Ebay und Google, die ihre Gründungsidee (Handel / Information) soweit ausgedehnt haben, daß sie zunehmend Qualitätsprobleme bekommen. Größe ist eben doch nicht alles.

3. Was kommt nach Ebay?
Diese Frage bewegte die FAS am Wochenende unter dem Titel: "Ebay verliert seine Freunde". Die Arbeitsthese lautet, dass der Handelsgigang zu groß, unpersönlich und schlecht geworden ist und so viel Freiraum für die Entwicklung kleinerer und hochwertiger Dienste bietet, wie dies beispielsweise Dawanda ist.

4. Apple iPhone: Kein Buzz
Auch wenn die FAZ ganze Seiten mit Null Inhalt dazu schreibt, das Ding ab Freitag in den Staaten zu haben sein wird und alle ganz aufgeregt sind. Mich läßt das Ding kalt. Erstens hat es keine Tastatur, worüber ich mich hier schonmal beschwerte. Zweitens ist es wahrscheinlich in der Bedienung sehr innovativ, in der Art der Dienste aber überhaupt nicht - man kann telefonieren, Musikhören und hat zwar einen Internetzugang, aber kein UMTS. Na, und? Einige werden jetzt sagen, jaaa, das war ja beim iPod genauso! Stimmt, antworte ich dann, aber auch der iPod haut mich nicht annähernd so vom Hocker wie die dazugehörende Software, iTunes. DAS ist für mich die Innovation. Wo ist also das Softwareäquivalent zu iTunes, vielleicht iEar?


5. Spreadshirts handelt mit Designs

Ist vielleicht noch ein paar Takte älter als aus der letzten Woche, sollte aber auf jeden Fall eine Erwähnung finden: Der T-Shirt-Hersteller produziert ausschließlich Individualdesigns ab Auflage 1. Die Designs selbst können jetzt auf einem eigenen Marktplatz (schon wieder einer. E-Commerce boomt, scheint´s) verkauft werden. Gute Idee!

6. Life is beta, so why not business?
Die schönste Verteidigungsrede hielt Edelman-Blogger Steve Rubel auf den Apple-Browser Safari, der jetzt erstmals auch für den PC verfügbar ist. Leider ist er in der ersten Version so fehlerbehaftet, dass der Start als Flop bezeichnet werden kann. Steve greift tief in die Lebensphilosophiekiste und findet eine ergreifend einfache Erklärung: Wenn das Leben beta ist, ist es auch der Rest. Und erklärt, warum die Geschäftswelt deswegen umso mehr von etwas anderem braucht: PR

Business, however, is evolving. In the new Web 2.0 landscape where everyone is connected, more and more companies will open kimono start to talk about their products and services before they even ship - and collaborate with their audiences in the process.

As business opens their communications, they will learn as will consumers that it's ok not to be constantly perfect - though certain things (like planes that fly) will remain non-negotiable.

Web 2.0 will facilitate openness and collaboration with consumers and hopefully soon business too will be able to operate in beta mode to a certain degree, just like humans and technology. PR will play a valuable role here.

7. Blogs werden professionelle Branchendienste
Wer bestreitet, dass Blogs sich professionalisieren? Nun haben wir schon zwei wirklich gute Branchendienste. Deutsche-Startups.de, verantwortet von Alexander Hüsing, und - endlich wieder einmal neu erfunden - Peter Turis turi2.de.

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Reboot Your Mind

Veröffentlicht am 31. Mai 2007 um 10:12 Uhr von Mark Pohlmann

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(Das Bild habe ich gerade auf Flickr gefunden - mit mir selbst drauf. Ich bin übrigens der Herr im blauen Hemd neben dem orangen Polohemd. Sein Träger heißt Florian Wilken und ist Gründer von Mokono, den Betreibern von Blog.de)

Herrlich. Der Web-Kongreß Reboot in Kopenhagen ist immer auch Belohnung für den Streß, den die Ausrichtung der eigenen Veranstaltung drei Wochen zuvor gekostet hat. Vor allem ist die Reboot Avantgarde. So etwas wie ein Programm gibt es erst seit zwei Tagen, es ist auch bei Beginn noch nicht final, und dennoch sind die 500 Plätze seit Wochen ausverkauft. Woran liegt das? Erst einmal natürlich daran, daß in Kopenhagen Ende Mai zuverlässig herrlichstes Wetter ist, was die Stadt zum schier wundervollsten Ort der Welt macht. Die alte Industriehalle hier, die Ansammlung all dieser jungen, hoffnungsfrohen und gut ausgebildeten Menschen, der Optimismus und das Vertrauen in die Technologie Internet tun ihr übriges.

Wer aktuell die Intro spricht, habe ich verpaßt. Jedenfalls weist er darauf hin, daß Gefühle viel effizienter als Rechenkapazität ist, ein Grund, warum der Headtop nicht so heiß wird wie der Laptop. Gerade steht auf dem Chart: Save the World und get sex. Im nächsten Panel geht es dann um die Frage, welche Naturgesetze dem Vertrauen zugrundeliegen und wie diese Gesetze auch im Internet funktionieren. Es spricht Robert Paterson (nie gehört). Wie man sieht, wir werden hier eine Menge Spaß haben die nächsten zwei Tage.

Die Reboot inspiriert uns auch bei dem Ziel, die nächste Next interaktiver zu machen - einer der ganz großen eigenen Kritikpunkte an unserer Veranstaltung. Auf der Reboot ist die Resonanz der Teilnehmer mehrfach eingebaut. Jeder kann auch kurzfristig noch eigene Vorträge einreichen. Auf der Website zeigen, welchen Vortrag er besucht. Auf der sog. "Guest Wall", weißen Plakaten, darf sich jeder selbst analog beschreiben und Feedback erhalten. Es wurden kleine Notizbücher ausgegeben, die man am Ende der Veranstaltung vollgeschrieben mit all seinen Gedanken abgeben und gegen ein neues eintauschen soll. Was damit geschehen soll, werde ich nochmal in Erfahrung bringen.

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Der lange Schwanz

Veröffentlicht am 14. Mai 2007 um 15:49 Uhr von Mark Pohlmann

Es doch immer wieder schön, wenn sich das Wahre und Einfache durchsetzen kann. Und wie sonst hätte man die Bibel des Web 2.0 "The Long Tail: Why the Future of Business Is Selling Less of More" besser übersetzen können?

Wie auch immer. Für alle, die der Faszination des Mitmach-Mediums erliegen, ist es schlicht Pflichtlektüre. Mehr Karmapunkte gibt natürlich das Original.

langeschwanz.jpg longtail.jpg

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Das Wissen dieser Welt

Veröffentlicht am 9. Mai 2007 um 16:46 Uhr von Mark Pohlmann

liegt in Google. Wissen wir. Was der Suchdienst nicht ausspuckt, "das googelt nicht" (läßt sich also nicht verifizieren). Schöne Phrase.

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Letzer Aufruf zur Next07

Veröffentlicht am 25. April 2007 um 9:19 Uhr von Mark Pohlmann

Wer will unbedingt auch zur Next07, kann es sich aber beim besten Willen nicht leisten? Einfach mal eine Mail mit kurzer Begründung an mich, warum er oder sie nicht fehlen darf. mark bei sinnerschrader punkt de

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Wo endet die digitale Revolution dieses Mal?

Veröffentlicht am 10. April 2007 um 12:25 Uhr von Mark Pohlmann

Komme gerade von einem ziemlich inspirierenden Gespräch zurück, in dem ungefähr folgender Dialog vorkam:

"Ich bin mal gespannt, wie die Blase dieses Mal zuende geht"

"Dieses Mal wird es mehr wehtun als beim ersten Mal. Eine dritte Chance gibt es für uns wohl kaum..."

"Ich will aber nicht als mein eigener Avatar durch die Gegend laufen. Das habe ich nicht gewollt, als wir die digitale Revolution ausgerufen haben!"

Ja - was haben wir denn gewollt? Wo sollte die Reise eigentlich hingehen. Und haben wir eine Alternative zur Cyber-World? Und wovor haben wir Angst? Wenn ich in die glühenden Augen der Matrix-, World of Warcraft und Second-Life-Verfechter schaue, wenn ich mir die fassungslose Leistungsfähigkeit der Spielekonsolen anschaue, fühle ich mich geradezu altväterlich. Schon fast offline.

Meine Motivation für das, was ich mache; mein Ziel für die Zukunft: Das Internet als ubiquitäre (also allgegenwärtige, aber eigentlich großartige) Gleichgesinnte-Find-Maschine zu etablieren. Da draußen sind noch so viel mehr Menschen, die mich inspirieren könnten und die ich schaffen möchte zu inspirieren. Individuen können Unternehmen inspirieren, Kunden Produkte. Das hat wenig mit Technologie und Oberflächen, aber sehr viel aber mit der Faszination für die Vielfalt der Gesellschaft, für Menschen und ihre Ideen zu tun. Was kann es schöneres geben in einer Industriegesellschaft als kleinteilige Vielfalt?

Derzeit wird allerdings die positive Energie, die in den Machern des Mediums steckt, versaut durch eine Faszination für sich selbst und eine Geilheit darauf, den Moment möglichst ereignisreich zu verdichten. Alles soll jetzt schon dasein. Diese mangelhafte Mischung aus Selbstzufriedenheit und Selbstüberschätzung ist in seiner ganzen Destruktion in der Blogosphere zu beobachten. Noch keine Professionalisierung durchlaufen, noch keine Nachhaltigkeit bewiesen, sich aber schon für den Nabel der Bewegung halten - da kann nichts dabei rumkommen. Die digitale Kultur, der "digtal Lifestyle", läßt sich mal wieder selbst nicht die Zeit, die sie braucht, um mehr als sich selbst zu faszinieren. Me first. Money first.

Liebe Freunde des Internets und Leser des Themenblogs: Was treibt euch an, mit dabei zu sein? Wo steht ihr in fünf Jahren?

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Warum man Mist treu bleibt. Heute: Nokia e61

Veröffentlicht am 21. März 2007 um 10:51 Uhr von Mark Pohlmann

nokiae61.jpg

Ehrlich gesagt, das Nokia E61 ist wirklich nicht gut. Mist sozusagen. Aber ich werde es dennoch behalten. Warum, steht ganz unten. Hier erstmal die Pros und Cons.

Was nicht funktioniert:
- Akkulaufzeit. Bei intensiver Nutzung (Mail, Telefon, Internet) unter sechs Stunden.
- keine konstante Blackberry-Funktion. Irgendwann lädt das Gerät keine Mails mehr, obwohl die Funktion eingeschaltet ist. Da hilft nur Neustart.
- schlechte Telefonfunktionen: Die Liste der "Anrufe, die nicht angenommen wurden" wird unzverlässig gepflegt. Wenn ich wissen will, wer angerufen hat, muß ich meine Mailbox abrufen.
- Aufnahme-Taste. Wie oft komme ich gegen diese Taste am Tag? Fünfmal? Zehnmal?
- Grottenschlechte Dateiverwaltung. Ich habe ein paar Dateien mal auf das Gerät geladen und nie wiedergefunden. Weg.
- Überhaupt schlechte Software & Bedienfreundlichkeit. Meine Erwartung, daß Symbian ausgereift ist erweist sich als schlichtweg falsch.
- Nochmal: Ganz schlechter Software-Mix. Nokia, Symbian, T-Mobile und Blackberry - da kann nur Mist rauskommen. Und so ist es auch. Wie kann ich die W-Lan-Funktion einstellen? Keine Ahnung. Wo die Schnellstartsymbole für den Desktop ändern? Einmal erklärt bekommen, gemacht und nie wiedergefunden.
- Kein USB, kein Kopfhörereingang. Immer dieser proprietäre Murks. Ich hasse es.
- Labberiger Joystick. Man gewöhnt sich dran. Aber schön ist was anderes.
- Das glaubt niemand, der das Gerät nicht kennt: Es gibt KEINE AUTOMATISCHE Tastatursperre! Ein Nokia ohne automatische Tastatursperre hat es das letzte mal glaube ich kurz vor der Maueröffnung gegeben.

Was gut funktioniert
- Formfaktor. Das schönste, flachste und funktionalste Gadget-Design für ein Tastaturhandy. Genau richtig. Das Backblechgefühl am Ohr war nach zwei Tagen vorbei. Paßt in die Hosentasche und ins Sakko. Faßt sich gut an.
- Das riesige, helle und scharfe Display. 480x320 Pixel. Und jetzt kommst du.
- Gnadenlos guter Browser. Ich blogge damit, mache Online-Banking und lese Wikipedia.
- Funktioniert via Bluetooth und Kabel als UMTS-Modem für das Notebook. Und es geht wirklich - wenn man erstmal mit dem Telekom-Service telefoniert hat.
- Es ist kein Blackberry. Unsexiest ever.

Lange Rede kurzer Sinn: Ich sehe kein besseres da draußen. Oder bin ich blind?

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Schönes neues Schlagwort

Veröffentlicht am 19. März 2007 um 15:36 Uhr von Mark Pohlmann

Karma Kapitalismus

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Zweitleben für Ewiggestrige

Veröffentlicht am 16. März 2007 um 18:05 Uhr von Mark Pohlmann

Wie sagt man so schön? "Couldn't agree more." Mario Sixtus´ Einschätzung zu Second Life.


"... Das Auftauchen von Second Life muss zu einem kollektiven Aufatmen in den Marketing-Abteilungen dieses Planeten geführt haben. Endlich kann man auch im Internet so weitermachen, wie in der guten alten Zeit vor dem Internet. Man kann Plakate aufstellen, Filialen eröffnen, Werbespots auf riesigen Leinwänden ausstrahlen und sogar Verkaufspartys veranstalten. Toll. Ganz, wie damals. Das beste: Sogar die Presse hat man endlich wieder auf seiner Seite. Die Eröffnung eines Zeitschriftenladens in Bad Salzuflen ist wahrscheinlich noch nicht mal der dortigen Lokalzeitung eine Notiz wert, stellt "Vanity Fair" hingegen einen einsamen Zeitungskiosk in Second Life auf, verbreiten die Agenturen das brav als Nachricht – selbstverständlich inklusive Bild, das ebenso selbstverständlich nicht auf die allgegenwärtigen, vollbusigen Avatar-Statistinnen verzichtet.


Das einzig Dumme an der Sache: Second Life befindet sich ebenso wenig "im Internet", wie Bad Salzuflen. Second Life ist ein Biotop, eine abgeschlossene Blase, die das Netz lediglich als Datentransportweg nutzt. Man könnte meinen, der Betreiber Linden Labs hätte Second Life als Beruhigungsmittel für Zukunftsscheue entwickelt: Zu guter Letzt ist das Leben im Netz auch für jene zu begreifen, die das Netz selbst nie begriffen haben. Second Life ist somit die letzte Bastion des 20-ten Jahrhunderts. Ein Asyl für Ewiggestrige und Veränderungsverweigerer. Die Zukunft sieht anders aus."
(Gefunden bei turi2)

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Next07: Vielfalt ist kein Selbstzweck

Veröffentlicht am 7. März 2007 um 22:10 Uhr von Mark Pohlmann

Es gibt so viele Trends im Web 2.0, daß einer fast aus dem Fokus geraten ist: Der Trend zu mehr Qualität. Wann aber verbessern Partizipation, Self-Media und Mash-ups eigentlich ein Produkt? Die Antwort kann nur heißen: Wenn es hierdurch professioneller wird.

Web 2.0 heißt in seiner Konsequenz dann aber eben nicht "jeder darf mal", sondern "viele machen viel mehr möglich". Die Erwartung an Qualität ordnet sich dennoch nicht der Beliebigkeit derjenigen unter, die gerade Lust haben mitzumachen. Daß alle mitmachen können bedeutet noch lange nicht, daß sie das auch sollen. Vielfalt ist kein Selbstzweck.

Was ist der Mehrwert der Partizipation, was ist ihr Preis? Diese Frage wird uns am 3. Mai 2007 beschäftigen, wenn wir zum zweiten Mal unsere Web-2.0-Konferenz Next07 ausrichten. Hier wird es darum gehen, wann Partizipation das Vorhandene zuverlässig verbessert anstatt, wie von vielen befürchtet, den Schnitt zu senken. Wir alle, die wir an Mitmachprojekten arbeiten, kommen um den unbedingten Willen zur Qualität (was auch immer diese nun wieder sein mag) nicht vorbei, denn am Ende der Verwertungskette steht immer ein Endkunde mit der vollen Auswahl: Zum Mitmachen, Konsumieren oder Wegzappen.

Und wir sind wirklich stolz, einige der interessantesten Vordenker der digitalen Wirtschaft gewonnen zu haben, um Antworten auf unsere Fragen zu finden (und die Referentenliste ist noch nicht am Ende, es kommen noch ein paar dazu.). Mit dabei werden auf jeden Fall sein:

Philipp Schindler (Google)
Norbert Bolz (TU Berlin)
Bernd M. Michael (Grey)
Katharina Borchert (WAZ)
Tobias Trosse (Televised Revolution)
Andreas Gerber (X-aitment)
Rowan Barnett (Avastar)
Stefan Glaenzer (LastFM)
Lukasz Gadowski (Spreadshirt)
Nils Müller (trendone)

Alle Details zu den Referenten hier. Das genaue Programm, Zeiten und die Titel der Vorträge werden wir in den nächsten Tagen vorstellen.

Ich jedenfalls freue mich schonmal auf einen kontroversen Tag!

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Helden im Zeitalter der unbegrenzten Selbstdarstellung

Veröffentlicht am 28. Februar 2007 um 11:52 Uhr von Janina Dobrzynski

helden.jpg

In der aktuellen Ausgabe der Zeit wird festgestellt, dass die Antwort auf die Frage, wer uns heute Werte und Moral vermittelt, im Bilderkonsum zu finden ist. Die These lautet, dass wir unsere Helden und Vorbilder vor lauter Sternchen und Prominenten in der wachsenden Anzahl der Kommunikationskanäle verloren haben. Orientiert wird sich deshalb an der direkten Umgebung oder an unserer eigenen Person, die wir stets von neuem hinterfragen. Doch vermisst wird „eine Maxime für richtiges Handeln, die eher aus uns selbst kommt als aus einer abstrakten Idee“.

Folgendes sang Judith Holofernes mit ihrer Band bereits 2003:

Willkommen in der Zeit Helden sind bereit seid ihr soweit
Heldenzeit Heldenzeit seid ihr soweit
Hat irgendwer gesagt es wäre Zeit für Helden?
Heldenzeit
Willkommen in der Zeit Helden sind bereit seid ihr soweit
Heldenzeit Heldenzeit seid ihr soweit
Wir kommen um die anderen Helden abzumelden

Die Helden trafen damit ins Schwarze und wurden Stars, die mit ihrem Hit Denkmal gleichzeitig zu verstehen gaben, dass sie vom Starkult nicht viel halten. Sie riefen damit zu einer Veränderung auf, in der wir heute mittendrin stecken: Das eigene Handeln steht im Mittelpunkt, doch es ist uns lieber, wenn andere mitmachen, statt uns für das Erreichte zu bejubeln. Wir können heute mehr denn je unsere eigenen Helden sein, und zwar in unseren selbst gewählten Netzwerken. Die Mitglieder dieser Communities benutzen dieselben Kommunikationskanäle, hören ähnliche Musik, schauen ähnliche Filme und verfolgen ähnliche Ziele. Wir schaffen uns mithilfe unserer Medienauswahl dieselbe Lebenswelt, greifen deshalb beim Smalltalk auf dieselben Themen zurück, urteilen vor einem ähnlichen Erfahrungs- und Wissenshintergrund.

Diese Art gemeinsamer Kultur schafften in der Vergangenheit Mainstream, öffentlich-rechtliches Fernsehen und Religion. Doch seit die Programmauswahl in jeder Hinsicht unüberschaubar und Glaubensfreiheit Realität geworden ist, wird der Werteverfall beklagt. Richtig. Denn mit einem gemeinsamen Informationshintergrund, der von allen bei allen zur gleichen Zeit erwartet werden konnte, gab es feste gemeinsame Regeln. Diese Informationskanäle können wir heute frei wählen, uns unsere bevorzugte Sicht der Dinge aus dem Angebot herauspicken. Das verunsichert zunächst und wir wissen nicht mehr, welche der vielen Meinungen denn nun die richtige ist. Und während der Suche nach dem, womit es uns am besten geht und worin wir uns wiederfinden, schauen wir in so manche Nische rein. Von Vorteil, denn durch das Erkennen von Unterschieden lernen wir uns und unsere Gemeinsamkeiten kennen.

Wir leben nahezu problemlos in verschiedenen Welten und Identitäten. Doch auf Dauer wird das ständige Wechseln zwischen Teilpersönlichkeiten zu anstrengend. Wir suchen unsere eigene Identität und andere, die tun, was sie wollen.

Hilfreich fürs Finden gemeinsamer Werte (natürlich neben dem Abgleich der subjektiven ewigen Helden) ist ein Blick in die Konsumgewohnheiten der neuen Bekannten: Mag ich die Inhalte, die der Unbekannte empfiehlt? Können wir gemeinsam Fernsehen, Musik hören oder Filme schauen und dasselbe verstehen? Marks letzte Empfehlung ist bei mir jedenfalls gut angekommen.

Es ist also alles noch da. Die Welt dreht sich immer noch, wir laufen drauf rum und die Vergangenheit bleibt gültig. Keine Panik also!

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Die Zukunft des Marketings: Brandroom

Veröffentlicht am 2. Februar 2007 um 10:03 Uhr von Mark Pohlmann

Anfang der Woche lud das Gottlieb Duttweiler Institut aus Zürich ein paar kluge Köpfe ein, um gemeinsam über die Zukuft des Marketings nachzudenken. Das Ergebnis ist eine Mindmap, die demnächst in einer Sonderausgabe des auch ansonsten grandiosen GDI Impuls vorgestellt wird. Meine Eitelkeit kann an dieser Stelle nicht verhehlen, daß auch ich dieser Runde beiwohnte.

Hier habe ich das erste mal von Brandrooms erfahren. Mit ihnen werden Unternehmen den stark steigenden Anforderungen an Echtzeit-Kommunikation begegnen.

Brandrooms sind die Antwort auf die Newsrooms der tagesaktuellen Medien. In Newsrooms sitzen alle Redakteure aus allen Ressorts und Formaten in einem großen Raum. Neue Themen werden nach Aktualität und Aufwand vergeben. Es gibt keine Print- oder Online-Redakteure mehr. Alle bedienen alle Kanäle. Das heißt, daß ein und derselbe Redakteur erst eine kurze Nachricht im Online-Ticker absetzt, bevor er sich an das Verfassen eines ausführlicheren Berichtes für die "Dead-Tree-Edition" (vulgo: Zeitung) macht. In Zukunft, wenn der Bürgerjournalismus eine Rolle spielt, werden in die Nachrichtendynamik auch externe Quellen wie Blogs oder Foren einbezogen. Das heißt, der Redakteur wird vor allem an der Qualität seiner Beiträge gemessen und weniger an seiner Zugriffshoheit zu den Publikationskanälen. "The Medium is the Message" gilt dann nicht mehr. Wir haben das Ende eines fast hundert Jahre währenden Paradigmas vor uns.

Auf das Marketing übersetzt heißt das: In einem Brandroom kontrollieren nicht mehr die klassischen Markenkommunikateure mit dem Zugriff auf siebenstellige Budgets die Themen, sondern die Welt da draußen: Kunden, Medien, Mavens. Im Brandroom laufen alle Informationen zusammen: Der Erfolg einer TV-Kampagne, die Umsatzzahlen, die Nachrichtenlage, das Monitoring von Blogs und Wettbewerb. Wenn nötig, kann aus dem Brandroom heraus sofort auf aktuelle Anforderungen reagiert werden: Wenn der Börsenkurs sinkt, das Produkt des Konkurrenten am Pranger steht oder Blogger den eigenen CEO in aller Öffentlichkeit sezieren. Erstmals spielt auch hier nicht mehr die Hoheit über einen Medienkanal, sondern die fachliche Kompetenz im Mittelpunkt. Hier werden wahrscheinlich erstmals Art-Direktoren, Community-Manager, Produkt-Manager und Presseleute wirklich zusammenarbeiten. Der Brandroom ist das architektonische Aus des seit Generationen praktizierten Silodenkens.

Das bedeutet aber auch, daß Unternehmen zuerst verstehen müssen, daß Kampagnen nicht länger mehr aus der Führungsetage planbar sind. Auf dem GDI-Workshop war diese Erkenntnis zwar nicht sonderlich beliebt, aber das erwartete Zukunftszenario. Nicht mehr die Frage, ob wir den Kontrollverlust wollen steht zur Diskussion - dies haben die Kunden beantwortet, indem sie lieber auf Myspace chatten als RTL zu schauen. Es geht darum, wie man ein Mindestmaß an Kontrolle in diesen Kontrollverlust hineinbekommt. Erst wer in der Lage ist, die Themenhoheit loszulassen, wird auch wieder in den Ich-Universen der Kunden wahrgenommen.

Die Idee der Brandrooms kam übrigens von Christopher Peterka von der Markenberatung Gannaca. Ich bin gespannt, wann wir die ersten wirklichen Brandrooms und ihre Wirksamkeit zu sehen bekommen.

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Neue Erlösströme: Freiwillig, aber bezahlt

Veröffentlicht am 29. Januar 2007 um 13:24 Uhr von Mark Pohlmann

xing_freimonat.gif

Es wird Zeit, daß partizipative Dienste den Nutzer am geschaffenen Mehrwert beteiligen. Teilhabe heißt: Geld statt guter Worte.

Ein gutes Beispiel für die Web-1.0-Denke ("Der Staat bin ich") im Web-2.0-Gewand ("Wir sind das Volk") ist Xing, vormals OpenBC.

Der Eintrag in das digitale Telefonbuch Xing ist kostenlos. Der Premium-Account, der überhaupt erst eine sinnvolle Nutzung bietet, also vor allem die Suche im Verzeichnis, kostet 66 Euro im Jahr. Soweit, so bekannt.

Seit Monaten läuft auf jedem Xing-Profil folgendes Werbeprogramm: Für 10 neu geworbene Mitglieder erhält man einen Monat lang den Premium-Account. Ein von mir in das System hineingeholter Kontakt ist Xing also 55 Eurocent wert.

Nun ist Xing frisch an die Börse gegangen. Die Börse bewertete die 1.5 Mio. Mitglieder zum IPO vor drei Monaten mit 160 Mio. Euro. Hier hat jedes Mitglied plötzlich also einen Wert von rund 100 Euro. Knapp das 200-fache dessen, was es im Einkauf kostet. Sicher, die hohe Börsenbewertung baut auf die zahlenden Kunden: rund jeder Achte zahlt die 66 Euro im Jahr für seinen Premiumaccount. Das sind angeblich derzeit 13 Prozent, also geschätzte 0,2 Mio. Mitglieder. Nimmt man nur sie in die Rechnung hinein, ergibt sich ein Wert von 800 Euro je Premium-Account. Jetzt spätestens darf mal gefragt werden, warum es keine intelligenten Alternativen zu proprietären Diensten wie Xing gibt und warum die Premiummitglieder soviel zahlen, wenn sie soviel bringen.

Aber bitteschön, Lars Hinrichs hat das Unternehmen mit viel Weitsicht und Wagemut vor gut drei Jahren unter widrigsten Konjunkturbedingungen gegründet und erfolgreich einen hilfreichen und viel genutzten Dienst geschaffen. Wo also soll der Frevel sein? Nirgends. Vom unternehmerischen Standpunkt hat alles seinen vollkommene Ordnung. Ich gratuliere dem Gründer und seinem Team zu dem Erfolg. Nur habe ich als Nutzer nichts davon.

Schließlich wächst der Wert des Systems mit meiner Aktivität. Doch Aktivität wird nicht belohnt sondern mit der Notwendigkeit der Premiummitgliedschaft bestraft. Das ist, so mag man vollkommen zu recht einwenden, ja nun auch das Geschäftsmodell, und keiner wird gezwungen.

Und dennoch: Ich habe diese Einseitigkeit nicht gewollt. Daß ich 800 Euro wert bin und nichts dafür bekomme. Ich fühle mich doppelt ausgenommen. Vom Abo-Modell wie von der Börsenbewertung. Ich behaupte, daß keiner der 1,5 Mio. Mitglieder das so gewollt hat. Daß ein einziger mit meinen Daten reich wird. Doch wir haben derzeit keine Alternative, deswegen sind wir alle bei Xing.

Ich behaupte weiter, daß derartige Geschäftsmodelle nicht mehr lange funktionieren. Die Infrastruktur für kollaborative Inhalte wird zum Allgemeingut, ist es heute schon. Woanders können wir kostenlos auf Infrastrukturdienstleistungen zugreifen: nutzererstellte Telefonbücher (LinkedIN, StudiVZ, Facebook), genauso wie auf nutzererstelle Enzyklopädie (Wikipedia) oder nutzererstellte Stadtmagazine (Qype).

Kostenlos, also werbefinanziert, ist nur der Anfang. Partizipation heißt, daß ich kostenlos Content erstelle, aber an der Wertschöpfung für jeden öffentlich nachvollziehbar beteiligt werde. Je mehr ich tue, umso mehr profitiere ich. Und jeder soll es sehen.

Ich wünsche mir deshalb Unternehmer, die wissen, was sie ihren Kunden zu verdanken haben und sie dies auch spüren lassen. Craig Newmark gehört dazu. Sein Dienst ist kostenfrei, er verzichtet auf viele Millionen Werbedollars und bietet Privatnutzern die gesamte Plattform kostenlos an. Weil er weiß, daß den gewerblichen Kunden einen Mehrwert bietet, den diese zu zahlen bereit sind. Hiervon profitieren beide Seiten.

YouTube bastelt wohl auch an deratigen Modellen, Details sind leider noch nicht bekannt. Es wird wahrscheinlich darauf hinauslaufen, daß besonders oft abgerufene Inhalte an den Werbeumsätzen, die sich rechts und links der Videoeinblendungen abschöpfen, beteiligt werden. Das finde ich intelligent und fair: Belohne die, die dich groß machen! lautet die Logik der nächsten Generation Geschäftsmodell. Und das Mitmach-Web ist sein ideales Werkzeug. Jetzt braucht es nur noch visionäre Unternehmer. Menschen, die an ihre Kunden glauben. Und nicht nur an das Geld, das sie mit ihren Kunden verdienen.

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Ich kaufe ein Glied

Veröffentlicht am 26. Januar 2007 um 15:49 Uhr von Mark Pohlmann

secondlife_genitalien.htm

Erschütternde Wahrheiten erfuhr ich gestern weit nach Feierabend von einem investigativen Journalisten, der berichtete, daß die SecondLife-Avatare (die selbstgestalteten Spielfiguren, mit denen man durch diese Simulation läuft) ohne Geschlecht auf die Welt kommen, man sich die Teile des Geschlechtes aber KAUFEN kann. So definiert man in Amerika Jugendschutz, weil für den Kauf eine Kreditkarte notwendig ist. Ich war beeindruckt.

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Size does Matter

Veröffentlicht am 25. Januar 2007 um 9:42 Uhr von Mark Pohlmann

dld_logo.gif

Über den DLD ist ja eigentlich schon alles gesagt. Ich verweise hier gerne und vor allem auf Felix Schwenzel, seine Betrachtungen und alle dortigen Links.

Wir war´s? Nun, ich bin in der Beurteilung befangen. Wir sind mitten in der Vorbeitung unserer Neuauflage der Next10Years, der Next07, mehr Details dazu in wenigen Tagen. Ich bin natürlich sehr beeindruckt von dem DLD-Kongreß als Gesamtinszenierung. Besser kann man das, was Burda erreichen wollte, nicht ausführen. Die Referenten, die Betreuung, die Themen, die Gäste, die Atmosphäre: Alles perfekt. Wirklich. Glückwunsch an alle Macher & Beteiligten.

Deswegen versuche ich hier auch gar nicht das Haar in der Suppe zu finden, sondern auf etwas einzugehen, was ich woanders nicht zufriedenstellend beantwortet bekommen habe: Was sagt die Konferenz über die Internetszene aus, welche Stimmung schwang in den Referaten, Gesprächen und Auftritten mit? Um was ging es eigentlich?

Die einfache Antwort: Um Größe. Heuer zählt nicht mehr die Idee, sondern nur der Erfolg.

Es ist wie folgt: Seit zwei Jahren ist ein cleverer, seismographisch sehr feinfühliger Trupp unterwegs auf der Suche nach den richtigen Geschäftsmodellen für das Web 2.0. Jezt sind die Geschütze positioniert, dutzende vielversprechender Websites gelauncht. Die Großen sind noch nicht online mit ihren Communities oder "User Generated Content", aber sie werden es bald sein. Denn jetzt soll "es" passieren: Her mit der Million! Eine Million Nutzer. Oder Klicks. Vielleicht auch Einträge. Am besten: Umsatz. Sie selbst erwarten es, und das Umfeld auch. Schließlich werden die Success-Stories seit einem Jahr immer wieder erzählt. Jeder, der in dieser Branche etwas werden will, muß sicht jetzt die frisch gemachten und schon zur Ewigkeit verdammten Goldjungs vor Augen halten lassen: Youtube, Flickr, Myspace, StudiVZ, Xing.

Aus mehr als der Sucht nach Millionen scheint die Welt nicht zu bestehen. Denn schon längst geht es nicht mehr um die Idee, etwas wirklich Neues aus der Möglichkeit des Mitmachens entstehen zu lassen, das eigene Geschäft mit den Mitteln des Internets neu zu erfinden. Es geht wieder einmal vor allem darum, die Gründer reich zu machen. Und wenn nicht reich, dann wenigstens berühmt. Diese Haltung fand man auf den Podien wie im Publikum vor.

Es gibt aber ein Problem, das weitestgehend totgeschwiegen wurde: Der Markt ist nur sehr punktuell bereits ein Massenmarkt. Obwohl Abermillionen im Internet sind und einige Millionen Menschen Kontakt zum Web-2.0-haben, wird es noch einige Jahre dauern, bis das digitale Mitmachen so selbstverständlich ist wie das elektronische Einkaufen. Das mag in Amerika schon anders sein. In Deutschland sind wir noch nicht so weit. Es ist traurig anzusehen, wie die Kuh schon wieder gemolken werden soll, obwohl sie noch ein Kälbchen ist.

Das heißt auch: Neue Ideen waren Mangelware auf dem DLD. Das ist auch nicht unbedingt die Funktion dieser Veranstaltung. Überraschend ist es trotzdem. Entgegen des ersten Eindrucks begeistert mich BurdaStyle nicht wie erwartet, das auf dem DLD gelauncht wurde. Es atmet schon den konservativen Geist, der für den Erfolg nichts riskiert, was woanders nicht schon dutzendfach funktioniert. Wagemut, Visionen, Leichtigkeit oder auch Besessenheit: Auch sonst Mangelware auf dem DLD. Nicht, daß es nicht emotional war. Aber die Emotionen gelten nur dem geschäftlichen Erfolg, nicht der Kühnheit der eigenen Idee. Das alles ist legitim und an sich überhaupt nicht kritisierenswert. Aber es ist schon erstaunlich zu beobachten, wie schnell die Faszination fürs Mitmachen in die Sackgasse des Geldverdienens gerät.

Wäre da nicht Craig Newmark gewesen (Craigslist), der den ganzen Jungspunden in einem Satz gezeigt hat, daß es da draußen in der Welt noch mehr gibt als Kohle zu scheffeln: Eine Gesinnung. Gefragt, was seine Verkaufsstrategie ist, antwortete er:

"My exit strategy is basically death."

Yeah.

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Wir schalten kurz um zum DLD

Veröffentlicht am 22. Januar 2007 um 15:17 Uhr von Mark Pohlmann

Nur ganz kurz meine Eindrücke vom DLD: Hubert Burda geht es gut. Er erzählt von den Erwartungen seiner Mutter an ihn, schweift gutgelaunt in Raissa Gorbatschow-Geschichten ab und singt jetzt schon das zweite Lied auf der Bühne ("Muss i denn, muss i denn zum Städele hinaus" und "Gloria, Gloria Halleluja"), anstatt gemeinsam mit Marissa Mayer einfach wie geplant Caterina Fake von Flickr einen Award für vorbildliches Unternehmertum zu verleihen. Entspannte Stimmung also. Und voll. Wirklich sehr voll. Catering, Organisation: perfekt. Gutes Auditorium, allerdings noch nicht die bahnbrechenden Referate. Aber, bitte an dieser Stelle nicht vergessen: DLD, das ist "Digital. Life. Design", es geht also eher um Unterhaltung gemischt mit der gegenseitigen Bestätigung eines Lebensgefühls, es geht um sehen und gesehen werden und die Gewißheit, zu einer aktuell rund 1.000köpfigen (soviel sind geschätzt vor Ort) Elite zu gehören. Wobei: der gefühlte Investorenanteil liegt bei über 20 Prozent.

DLD, das ist der Bambi für die Internetgeneration. Also fällt nahrhaftes eher zufällig ab, trotz der prominenten Namen auf der Rednerliste.

Jetzt gerade wird BurdaStyle vorgestellt, die Fortführung von Etsy mit den Mitteln eines Modesverlages (der Burda ja eigentlich mal war). Wenn ich das richtig sehe, bildet Burdastyle.com erstmal auf dem amerikanischen Markt die Wertschöpfung im Handarbeitssektor ab: Ein bunter Mix aus Schnitten, Community-Elementen und Abverkauf. Ich mag ja sowas und glaube ja an die Wiederentdeckung der Heimarbeit über Plattformen wie diese.

Jetzt macht Till Brönner erstmal Musi. Na, ob hier wirklich noch was Produktives passiert? Würde mich nicht wundern, wenn sie gleich die Hefegläser hervorzaubern. Ob wir Hamburger von den Münchnern was lernen können?

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Apple verzichtet auf Mavens

Veröffentlicht am 21. Januar 2007 um 20:56 Uhr von Mark Pohlmann

apple_iphone.gif

Mein Beitrag zur Apple-Mania: Das iPhone ist ein schönes Gadget, das einen schwerwiegenderen Konstruktions- und damit strategischen Fehler hat: Es taugt nur zur Abfrage von Inhalten, nicht zum erstellen. Wer schöner surfen, glotzen oder musikhören will: bitteschön. Menschen mit Meinung werden sich weiter nach etwas mit Tastatur umsehen. Eine Informationseingabe ist nicht möglich (Bitte verschont mich mit virtuellen Tastaturen oder Handschriftlichem). Erstaunlich, daß Apple so kompromißlos auf Passivnutzer setzt. Und eine Offenbarung für das Streben des Unternehmens. Sie wollen halt werden wie Sony und Microsoft. Und SO schaffen sie es auch.

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Das Spiel mit der Fiktion

Veröffentlicht am 15. Januar 2007 um 15:30 Uhr von Janina Dobrzynski

int_openmic.jpg

Gesellschaftssimulationen sind die Communities von morgen. Doch sage niemand, wir würden uns nicht viele Probleme ins Haus holen.

Beispielsweise der Mafiaboss, der in der Zeit von seinem größten Erfolgserlebnis berichtet: Er hat einen Clan innerhalb von zwei Tagen komplett ausgelöscht. Für einen Auftragsmord nimmt er bis zu 15.000 Dollar, je nach Risiko.

Dass sich darüber niemand aufregt, liegt daran, dass es sich um Morde in Second Life handelt, dem 2003 von Linden Lab entwickelten virtuellen Wirtschaftswunderland. Hinter dem digitalen Avatar sitzt ein ganz realer Mensch und spricht über seine Taten, die ihn ganz reale Zeit gekostet haben und mit denen er ganz reales Geld verdient.

Wo ist die Grenze zwischen wirklichem Leben und virtueller Realität? Die ausradierte Second-Life-Familie hat ihren Machern Zeit, Geld und Energie gekostet, die in den Aufbau ihrer virtuellen Identitäten gesteckt wurden. Sie haben den Schaden, aber keiner beschwert sich. Ist doch alles nur fiktiv. Doch gerade die Spieler selbst behaupten, daß virtuelle Welten eben kein Spiel sind und Avatare keine programmierten leblosen Figuren. Denn sie funktionieren nicht ohne den Menschen, der sie lenkt.

Kontrolle und Zensur hemmen eine Online-Community. Dennoch geht es nicht ohne. Bis zu einer gewissen Gruppengröße mag die soziale Kontrolle durch gemeinsam Werte funktionieren, so wie ein Freundeskreis funktioniert. Treffen aber Tausende von Menschen bzw. virtuellen Identitäten im Netz aufeinander, brauchen sie ein gemeinsames Regelwerk, auf das sie sich beziehen und aufgrund dessen bei Regelverstoß zum Schutz aller Nutzer sanktioniert werden kann und muss. Diese Regeln existieren in Second Life. Nur schert sich darum niemand.

Der schmale Grat zwischen Freiheit, Datenschutz und Sicherheit ist die größte Herausforderung für den Betreiber einer virtuellen Welt und für den Gesetzgeber. Wie wird in Zukunft mit virtuellen Verbrechen von 17jährigen Highschool-Paten umgegangen? Der Cyberspace bietet die Chance, alles auszuprobieren und anders zu machen. Immer wieder aufs Neue, denn wenn alles gegen die Wand gefahren ist, im schlimmsten Fall Mord und Totschlag regieren, bleibt die letzte Lösung: abschalten und ein neues Land bauen.

Wie gut, dass dann doch nicht alles so real ist.

Janina Dobrzynski

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Das Who is Who der Internetszene

Veröffentlicht am 8. Januar 2007 um 9:19 Uhr von Mark Pohlmann

... findet sich auf der Gästeliste des DLD07. Die deutsche Internetwirtschaft und -kultur ist ziemlich geschlossen vertreten. Die Eingeflogenen haben zumeist Promi-Status. Respekt. Auch wenn man Burda heißt, muß man diese Liste erstmal hinbekommen. Und das geht natürlich nur, wenn man das Thema glaubwürdig vertritt. Und da erwarte ich von Burda großes in diesem Jahr in Sachen Social Commerce, wenn schon die Macher selbst nicht mehr die Füße still halten können.

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Was bringt 2007?

Veröffentlicht am 3. Januar 2007 um 15:40 Uhr von Mark Pohlmann

Nachdem meine kleine angekündigte Jahresend-Serie bereits nach der ersten Ausgabe abrupt endete (nicht dem Web 2.0 hingewendete Personen könnten dazu auch innerfamiliäres Blog- und Internetverbot sagen, dem ich aber für die 10 Tage sehr gerne nachgekommen bin), stattdessen jetzt nun der Blick nach vorne.

Auf meiner Web 2.0-Agenda 2007 stehen drei große Stichpunkte.

1. Mavens. Natürlich. Wir werden in diesem Jahr die ersten meinungsmächtigen Web-2.0-Promis sehen, die auch außerhalb der Blogosphere bekannt sind - und das länger als für einen Tag. Und ich prophezeie, daß dies keine Blogger sind (wobei deren Wunsch nach Öffentlichkeit nur zu begrüßen ist), sondern: Kreative / Künstler. Am naheliegendsten sind wohl Musiker oder Schriftsteller, die sich über das Internet dem Zugriff der klassischen Vermarkter entziehen und alles selbst steuern.

Auch wenn es diese Art der Selbstvermarktung bereits gibt: Neu wird sein, daß diese Personen a) ihre Bekanntheit über das Internet lenken b) hierfür Sponsoren finden oder von diesen Marken überhaupt erst geschaffen werden und c) auch außerhalb des Digitalen Bekanntheit erlangen. Mal sehen.

2007 wird jedenfalls das Jahr, in dem das Internet in vielen Mediensegmenten (eben vor allem: der Unterhaltungsindustrie) durch ebendiese Mavens zum kreativen Führungsmedium wird.

Die Mavens aus der Politik werden wir wahrscheinlich erst zur nächsten Bundestagswahl 2009 begrüßen dürfen.

2. Video. Ich erwarte, daß sich das Internet in seiner Formatentwicklung weiter dem Fernsehen annähert. (Und ich gestehe, daß wir hier an Video-Formaten arbeiten, u.a. für Qype...). Die millionenfachen Schrubbelvideos und Raubkopien auf Youtube sind allerdings höchstens der Startschuß. Wahrscheinlich ist, daß, ähnlich wie bei Blogs, bald eine Vielzahl kleinerer Sendeformate unendlich viele Nischen erschaffen. Auch wenn das Fernsehen 100 Sender hat: Das Internet wird so kreatives Fernsehen zeigen, daß sich das alte Medium in dem neuen nochmal neu erfindet (wenn an dieser Stelle noch jemand folgen kann) - das Internet wird zur Leihmutter von RTL & Co. Denn auch daran darf kein Zweifel bestehen: Das Geld sitzt immer noch bei den Sendern, nicht bei den Machern. Was auf dem Monitor funktioniert, wird in der Röhre zweitverwertet.

3. Social Commerce. An dieser Stelle könnte ich gleich an Jochen Krisch / Exitingcommerce abgeben, deswegen nur soviel: Der produzierende Mensch hinter dem Produkt wird zum Kauffaktor, und das Internet zu einem gigantischen mikroökonomischen Vermittlungsmarkt für Angebot und Nachfrage. Wir erleben 2007 die Renaissance der Heimarbeit, Etsy, Dawanda & Co. sind die Vorreiter einer neuen Dimension dezentralisierter Arbeitsformen.

Ich habe mir vorgenommen, den Trend, gleich ganze Gesellschaften in Spielen nochmal neu zu erfinden, so lang es geht zu ignorieren. Für mich haben Wirklichkeitssimulationen alá Second Life die gleiche Verheißungskraft wie der zweite Arbeitsmarkt: Das sind Trostangebote für Wirklichkeitsverlierer. Ich halte mich erstmal an mein erstes Leben, bevor ich es mit dem zweiten versuche.

In diesem Sinne: Allen Lesern, Mitstreitern und Sympathisanten ein erfolgreiches, ein glückliches und im besten Sinne aufregendes Jahr 2007 ;-)

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Was noch zu sagen ist...

Veröffentlicht am 22. Dezember 2006 um 22:35 Uhr von Mark Pohlmann

... so, nun ist ja quasi Weihnachten. Zu meiner eigenen Überraschung sind alle Geschenke sicher im Schrank verstaut, der Toresschluß-Wahn am 23. Dezember fällt für mich das erste mal überhaupt aus. Ich kann also jetzt schon in aller Ruhe besinnlich werden und mal einen kurzen Rückblick wagen.

2006 war ein bewegendes Jahr. Die Menschheit hat sich ein zweites Mal in das Internet verliebt, und dieses mal aus den richtigen Gründen. Denn jetzt beginnt sie zu verstehen, daß der Computer, der uns alle miteinander verbindet, nicht nur das Arbeiten einfacher schneller macht, sondern auch soziale Kompetenzen transportiert. Wir sind das Netz, nicht die Computer. Technik wird endlich nebensächlich.

Das Internet, wie wir es durch das Web 2.0 neu kennenlernen, unterscheidet sich vom alten durch zwei Aspekte. Erstens geht es nicht länger um Komplexität. Das war einer der großen semantischen Fehler des Boom 1.0 - man war beseelt von dem Gedanken "end-to-end" anzubieten. Das hat das nie richtig funktioniert. Das Leben ist eben zu komplex für eine Datenbank. Es funktioniert nicht, nicht richtig jedenfalls, und wo es funktioniert, ist es trivial. Nichts gegen Buchungsmaschinen. Rechnerbasierte Geschäftsprozesse können das richtige Produkt aus Millionen anderen finden, Preise in Echtzeit erschaffen, aber sie können nichts, was nicht schon in Datenbanken angelegt ist. Schon ein falsch eingegebener Begriff führt ins Nirwana. (Kleine Exkursion: Das meiste, was Laron Lanier anführt, halte ich nur für bedingt stichfest. Doch bei einer Beobachtung gebe ich im unumwunden recht: Daß wir Menschen dazu neigen, uns dümmer zu machen als wir sind, um die Computer klüger erscheinen zu lassen als sie sind.). Das Web 2.0 bringt den menschlichen Faktor ins Spiel zurück. Das, worum es eigentlich immer schon ging.

Zweitens: Das Internet wird jetzt zur Gesprächsangebotmaschine. In dem Maße, in dem die von den Menschen selbst generierten Inhalte explodieren, vervielfachen sich die Gespräche. Diese Vielfalt macht uns allen zu Publizisten, Herstellern und Kritikern. Jeder bietet das an, was er hat oder was er kann und wartet auf Feedback. Einher geht der großflächige Kontrollverlust der bisherigen Zentralorgane, die dieser Vielfalt zwar mehr singuläre Reichweite (im Sinne absoluter Abrufe einzelner Inhalte), aber nicht mehr Aufmerksamkeit entgegensetzen können. Myspace ist seit Dezember 2006 die meistgeklickte Website Amerikas. Schon jetzt sind eine von drei Webseiten, die wir uns anschauen, von Nutzern mitgestaltet. Vielfalt ist das größte Geschenk, das sich eine industrialisierte Nation machen kann. Herzlichen Glückwunsch!

Vielfalt heißt auch: Es geht nicht mehr um den Ruhm für 15 Minuten, sondern um Ruhm für 15 Menschen. Wir entdecken unsere Privatsphäre wieder, in aller Öffentlichkeit. Und auch das ist Web 2.0: Nicht Content is King, Context is King. Die reine Information bestimmt nicht länger unser Handeln. Eine Information ohne Kenntnis über den Informanten hat keinen Wert. Ihre richtige Interpretation heißt automatisch, zu einer kleinen, nur für wenige wahrnehmbaren, aber deswegen eben hochelitären Gruppe dazuzugehören. Diese Gruppe beginnt unser Handeln stärker zu bestimmen als millionenschwere Kampagnen oder Auflagen. Das ist die Macht des Individuums. Sie wird zuerst in der Wirtschaft, aber bald auch in der Politik zu spüren sein.

Es wird plötzlich überall wichtig, wie dialogfähig etwas oder jemand ist. Es menschelt im Internet, und dabei ist unsere Erwartung, auf einen verständigen, netten Menschen zu treffen immer gleich - egal, ob wir uns privat im Forum tummeln oder im Servicebereich der Telekom. Und auch die Konsequenzen sind die gleichen: Wer unseren Gesprächserwartungen nicht entspricht, kann uns nicht länger beeinflussen, kann uns keine Zeit mehr klauen. Denn es gibt da draußen genug Alternativen.

(Serie wird über die Feiertage fortgesetzt)
Anm. 3.1.07 -> so war´s geplant, dann kam aber die innerfamiläre Einigung dazwischen, den Computer aus zu lassen. War auch schön ;-)

Ich wünsche an dieser Stelle erst einmal allen Lesern des Themenblogs ein frohes Fest, ein paar besinnliche Tage und ein phantastisches Jahr 2007!

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Das war´s: LeWeb3 (3)

Veröffentlicht am 13. Dezember 2006 um 9:23 Uhr von Mark Pohlmann

Wieder zurück am heimischen Schreibtisch ein kurzes Resumée:

- Das war kein Kongress, sondern eine Loic Le Meur Selbstinszenierung für seine politischen Ambitionen. Als ich gestern reinkam, sprach Perez schon, obwohl er nicht auf der Agenda stand. Ok, das war am Tag zuvor angekündigt worden, warum auch immer. Und es war nicht uninteressant von ihm zu hören, was er über Technik und Zukunft dachte. Als mich Loic Le Meur dann allerdings im Anschluß mit den 1.000 anderen Gästen als Teil einer Bewegung (welcher? seiner?) vereinnahmte, regte sich in mir der erste Unwille.

Dann aber fing der Wahlkampf erst richtig an. Zuerst Parteichef Bayrou, dann Innenminister Sarkozy. Auf französisch, ohne Bezug zum Kongreß. Dem, was Dieter Rappold schreibt, ist inhaltlich nichts hinzufügen. Wir alle wurden gegen unseren Willen instrumentalisiert für politische Ambitionen. Das ist unakzeptabel, und ich hoffe, daß der Veranstalter diesen Unwillen von möglichst vielen Seiten zu spüren bekommt.

- Der zweite Tag war inhaltlich erheblich schwächer als der erste, es schwingt schon ein gehöriges Stück Selbstzufriedenheit durch die Branche. Nicht gut, das erinnert stark an Web 1.0. Vorteil des schwachen zweiten Tages: es war genug Zeit für viele gute Gespräche.

- In Paris war das bislang hochrangigste Publikum in Sachen Web 2.0 präsent. Vielen Dank dafür.

- Die Zeit des Entdeckens scheint vorbei. Offenbar liegen alle wesentlichen Geschäftsmodelle erstmal auf dem Tisch. Jetzt geht es darum, den Kuchen groß zu machen und zu verteilen. Geld wird wichtiger als Rock´n Roll.

- Es macht einen Unterschied, in Frankreich zu sein. Einfach das beste Veranstaltungsessen überhaupt.

- Die Start-ups wurden in ihrem Parallel-Panel unter Wert verkauft. Wahrscheinlich war es hier viel interessanter, leider ließen die Rahmenbedingungen eine vernünftige Teilnahme an diesem Panel nicht zu.

- Es gibt internationale Stars, aber wo bleiben die deutschen? An Loic LeMeur kann man sich schon ein Beispiel nennen, so kritikwürdig die Programmänderungen auch sind. Ich sehe in Deutschland niemanden, der als Grenzgänger zwischen Internetszene, Wirtschaft und Politik taugt. Das ist ein ernster Nachteil.

- Die spannendste Diskussion für mich war die Frage, wie die Europäer sich international besser gegen die amerikanische Dominanz behaupten können. Auch um diese Frage zu diskutieren, muß man wohl nach Frankreich fahren.

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Live von der LeWeb3 (2): "Let´s Talk about Money"

Veröffentlicht am 12. Dezember 2006 um 10:47 Uhr von Mark Pohlmann

Nach Schimon Peres, der mit stehenden Ovationen verabschiedet wurde, nachdem er ein recht pathetisches Plädoyer für die Zukunft gehalten hat (haltet euch nicht mit der Vergangenheit auf / Demokratie ist das Recht, Fehler zu machen, aber die Pflicht, diese Fehler zu korrigieren / wir machen uns lieber von der Sonne als von Saudi-Arabien abhängig / Afrika wird die Zukunft Europas mehr prägen als China) geht es jetzt um die Zukunft der Medien, aber eigentlich um Werbung. Geld, das scheint jetzt, wo die große Politik Einzug gehalten hat, das Thema des Tages zu sein.

Jetzt geht es gerade um User Generated Content (übrigens auch heute morgen auf einer ganzen Seite in der Herald Tribune, die im Hotel auslag, das Thema ist hier wirklich so allgegenwärtig wie da draußen der Regen) und um die Frage, ob Anbieter wie lastfm ihre Glaubwürdigkeit behalten können. das ist das absurde: kostenloser content der user wird ab einer gewissen größe und kommerzialisierbarkeit schnell als korrupt vermutet. das problem haben die kommerziellen medien tatsächlich nicht, denn hier sind die geldströme bereits etabliert.

das kann für mich nur heißen, daß wir offener über geld, geldströme und professionalität im web 2.0 reden und nicht immer gleich das ende des abendlandes darin sehen. blogger und sonstige content-aggregatoren machen das, was sie machen, bislang immer noch meist kostenlos, erreichen damit aber oft eine reichweite, die die kommerzialisierung rechtfertigt. je verkrampfter der umgang mit geld sein wird, umso undurchsichtiger werden die erlösströme sein. den schaden werden wir alle tragen.

Nächstes Panel: How may die media through content"
hier geht es jetzt um die differenzierung von tv und internet und die frage, was anders wird. ganz klar: der content explodiert. content ist fluch und segen. es ist toll zu sehen, wie unterschiedlich die suchen auch bei videos sind, und wie jeder seine nische findet, sagt blinkx-cto chadritillake (oder so). long tail halt. (oder ein anderes lieblingswort von mir: mikromarktsegmentierung). naja, blinkx ist auch eine suchmaschine...

auch hier die erkenntnis: man braucht kreative user, sie entscheiden darüber, ob user generated content reichweitenstark wird oder nicht.

update six apart.
die kernaussagen der gründerin mena trott
76 prozent aller Blogger wollen einfach ihre Erfahrungen teilen.
Design matters, das Aussehen des Blogs und der inhalte ist teil der identität
Es gibt keine Monogamie im Internet. Sie experimenteren und schätzen die Vielfalt des Angebotes (myspace...)
Die Hälfte aller Blogger bei SixApart ist weiblich. Oder männlich.
Fotos werden wichtiger als Worte.
In 10.000 Posts sind 5.000 Fotos.
Die Privatsphäre ist Thema Nummereins.
Blogger werden Mainstream, weil bloggen gut tut!

update glenn fisher, marketing second life (sl)
second life ist kein spiel.
keine regeln, keine ordnung, es ist virtuelle realität. aber man kann in sl spiele spiele (beispiele: ninendo, schach, was auch immer ein einzelner oder ein unternehmen anbietet)
avatar repräsentiert deine identität

drei business driver.
community
user generated content
market place (linden dollar ist eine echte währung, die ein reales tauschverhältnis beispielweise zum dollar hat)

was macht man in sl?
1,6 mio. bewohner haben mehr als 10. mio objekte geschaffen

jeden tag 900 events und handel mit 900.000 objekten
43 prozent sind weiblich, durschnittsalter liegt bei 32 jahren

50 prozent kommen aus usa
33 prozent aus europa
7 prozent aus asien
7 prozent aus lateinamerika

bruttoinlandsproduktion liegt bei 84 mio dollar
monatlich werden 0,5 mio. dollar mit grundstücken umgesetzt
6.300 dollar einkommen für die top-100 unternehmen

nichts in sl ist von lindenlab angestoßen oder finanziert, alles ist von den usern erschaffen, weil sie es gerne machen. sie bauen pubs, colleges, firmen.

eine wichtige motivation in second life ist die lust am erschaffen von objekten, ganz gleich, ob es mode, häuser oder schmuck ist. es ist ein hobby, das spaß macht, einen mit interessanten menschen in kontakt bringt und ein wenig geld abwirft.

udate panel
jetzt sitzen eine menge spieleentwickler da oben, die ihre unterschiedlichen konzepte vorstellen. alle wollen eine möglichst hohe realitätsnähe mit einer gleichzeitigen freiheit, was im spiel passiert. es gibt spiele, bei denen die interaktion davon abhängt, wo man sich physisch befindet. ist man in chicago online, herrscht auch im spiel um einen herum mehr kriminalität. na danke. alle beschwören, dass ihnen die soziale struktur im spiel genauso wichtig ist wie draußen. das heißt, im spiel gefundene freunde sind dies natürlich auch sofort außerhalb ("meine world-of-warcraft-kumpels und ich gehen regelmäßig kajaken")

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Live von der LeWeb3 (1): "Let´s make it happen"

Veröffentlicht am 11. Dezember 2006 um 15:52 Uhr von Mark Pohlmann

Nur kurz ein paar Stichpunkte, bevor das W-Lan hier zum hundertsten mal zusammenbricht.

Groß, sehr groß. Rund 1.000 Teilnehmer. Aber alle deutschen Web-2.0-Promis sind im Umkreis von 30 Metern auffindbar (wer mir gerade so untergekommen ist: Lars Hinrichs, die drei von der Tankstelle Cellity: Sarik Weber, Tim Törne, Nils Weitermeyer; Christian Leybold, Lukasz Gadowski, Andreas Milles, Martin Oetting, Katharina Borchert, Ibu Evsan, Heiko Hebig, Axel Schmiegelow, Daniela Hinrichs, Erika Hauth, Dirk Liedtke, Oliver Wagner, Jochen Wegner, Björn Ognibeni, Christian Jung, Nicole Simon, Christian Janz, um mal ein paar zu nennen. christoph janz (pageflakes), andreas schlenker (partech) und marc samwer (noch vor der tür).
Location ist eine Halle irgendwo im Osten von Paris, weit weg vom Zentrum im direkten Anschluß an ein riesiges Schwimmbad - es riecht hier sogar noch ein wenig nach Chlor.
Gegen den Verkehr von Paris ist der in Hamburg Kindergeburtstag
Wenn ich die Grundidee der Konferenz einmal zusammenfasse, dann geht es um folgendes: Wir wissen, das Web ist gut, Web 2.0 sowieso. Wie können wir jetzt die Welt erobern? Und tatsächlich, wenn man die Startup- und Wagnisfinanziererdichte betrachtet, ist das der Angelpunkt, der ein wirklich unglaublich internationales Publikum an den beiden Tagen zusammenbringt.
Die Stimmung ist gut, die Organisation kann da nicht ganz Schritt halten. Aber halt: Das Mittagessen (nicht umsonst ist "Mittagstisch mein am meisten benutzter Tag bei Qype) setzt Maßstäbe.
Die Konferenz besteht aus einem großer Raum mit etwa 700 Plätzen und Vorraum (in letzterm sind rund 10 Kaffeetresen aufgebaut, doch nirgends Kaffee), im ersten Stock gibt es noch einen recht engen Nebenraum, in dem im Zehminutentakt Start-ups präsentieren. Sie leiden unter dem schlechten W-Lan genau wie wir alle, mit dem Ergebnis, dass schon Präsentationen abgebrochen werden mußten. Und wenn eine Präsentation läuft, dann ist sie auf dem kleinen Monitor am anderen Ende des Raumes kaum zu erkennen. Und englischsprechende Franzosen erschweren den Erkenntnisgewinn zusätzlich.
In diesem Moment sitzt Lukasz Gadowski mit ein paar anderen Gründern auf dem Panel, darunter Brent Hoberman von Lastminute und Bjorn Kvarby von shopping.com. Es geht um E-Commerce 2.0 und die Frage, was an dem Handel von und für Jedermann denn nun so toll ist. Es geht ziemlich ruhig zu da oben, schließlich herrscht an dieser Stelle große Einigkeit: Wir haben die volle Entfaltung des Social Commerce noch vor uns, was jetzt ist, sind kleine Geplänkel gegen das, was wir in fünf oder zehn Jahren sehen.
Nach der Kaffepause berichtet Martin Vasavsky über die Aufgabe ein globales Unternehmen zu errichten. Mal sehen, ob ich davon ein wenig bloggen kann.

update. martin varsavsky (fon)
puh... was soll ich sagen. eine reine verkaufsveranstaltung: "die asiaten sind verrückt nach gadgets und lieben es, unsere fonera-w-lans zu bauen"... eigentlich geht es in der rede darum, wie man als spanier die spanische mentalität über die welt verbreitet (und allen anderen dabei einen router unterschiebt): mit fiestas. olé!

udatete Tariq Kom von Netvibes.
Sehr sympathischer Typ. Auch er spricht über das Problem, als kleines Unternehmen weltweit wahrnehmbar zu sein. Aufgabe sei es gewesen, nach innen klein und nach außen groß zu sein. beides sei überlebenswichtig, was aber gerade in einem so heterogenen markt wie in europa sehr schwer ist. aber bei netvibes ist es sehr einfach, die kunden mit einzubeziehen. da jeder anwender sich sein eigenes interface zusammenbaut, sei es sehr einfach, die unterschiedlichen mentalitäten zu erkennen und zu bedienen.

update ich
ich habe eben jobtv ein interview darüber gegeben, warum ich hier bin und was ich aus der konferenz rausziehe. derzeit übrigens noch nicht allzuviel. es ist nicht nur alles sehr groß, sondern auch sehr satouriert. man merkt, wie gut es der szene geht und wie groß die großen sind (technorati, fon, myblog yahoo, orange, nokia, lastminute.com). die vorträge laufen so: nach einer kurzeinführung einer schlüsselperson kommen immer gleich vier aus dem marktsegment auf das panel geschossen, und dann wirds schnell langweilig. zeit zu bloggen.

ich hoffe, dass jobtv-interview ist morgen online, damit ich verlinken kann. die moderatorin hat übrigens angefragt ob sie von der nächsten next10years berichten dürfen, und soeben habe ich jochen wegner, chefredakteur von focus online, als speaker gewonnen. und dass, obwohl wir noch keinen konferenztermin haben, es kann also nichts mehr schiefgehen ;-)

gerade wird diskutiert, ob und wie europa gegen die übermacht der amerikaner bestehen kann. das finde ich eine sehr interessante diskussion! als unterschiede wurden genannt: in usa ist das internet eine industrie, bei uns eine szene, drüben steht das networking im mittelpunkt, wir hier sind noch zu stark zersplittert und es fehlt die überzeugung, die welt verändern zu wollen - und zu können. tenor: let´s make it happen.

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Ab heute ein echter Fonero

Veröffentlicht am 28. November 2006 um 9:42 Uhr von Mark Pohlmann

fonera11.jpg

Angekündigt hatte ich es bereits. Am ersten Tag der Fon-Gratis-Offerte ließ ich mich dazu hinreißen, gegen Erhalt eines W-Lan-Routers die wahrscheinlich erste privat-öffentliche W-Lan-Station in Nienstedten zu eröffnen. Jedes Fonera-Mitglied kann damit meinen Internetzugang ebenfalls (kostenlos? gegen eine geringe Gebühr?) nutzen.

Fünf Wochen später ist das Set angekommen. Ein kleine Kartönchen mit einem noch kleinerem Kästchen. Wow, ein iPod, war mein erster Gedanke. Man beachte bitte auch das stylische Ethernetkabel in platt. Das Anschließen und Betreiben ist entgegen ersten Befürchtungen kinderleicht. Das Geheimnis des Gerätes ist, daß es ZWEI parallele Signale aussendet, ein öffentliches und ein privates. Damit komme ich ins Internet wie vorher auch, wie die Welt da draußen es macht, werde ich bald mal in einem Selbstversuch ausprobieren (wer lädt mich ein zum Fonera-Erfahrungsaustausch?) Bis hierhin kann ich Fonera nur empfehlen. Es kommt alles wie versprochen, die Hardware ist schnell und aktuell und das ganze Konzept auf Einfachheit ausgelegt.

Ich sehe gerade: Gratis war gestern. Das Bündel kostet jetzt 30 Euro.

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Ihr Einsatz bitte...

Veröffentlicht am 14. November 2006 um 21:31 Uhr von Mark Pohlmann

... für 2007! Es wird Zeit. Zum Aufbruch gemahnt der Community Program Manager der Microsoft Corp, Alex Barnett, der die besten Ausblicke für die Techies und Online-Media-Auguren gesammelt hat. Lesenswert (und hier geklaut). Mein Liebling:

"You should iterate, not pontificate."

Damit ist wohl alles gesagt. Zu 2007. (Es wird irgendwie...gut)


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Picnic für Daheimgebliebene

Veröffentlicht am 20. Oktober 2006 um 10:43 Uhr von Mark Pohlmann

Während sich analoges Mass Media auf den Münchner Medientagen ihrer selbst bestätigt, schwärmen die, die da waren, noch von der Picnic06 in Amsterdam, die allerdings vor drei Wochen stattfand. Für Ahnungslose wie mich, die im Nachhinein äußerst gerne mit dabei gewesen wären, gibt es immerhin Videos der Konferenzvorträge, auf die ich hiermit gerne hinweise.

picnic06.gif

in

Die Sache mit dem Geld

Veröffentlicht am 8. August 2006 um 12:20 Uhr von Mark Pohlmann

Über nichts erregt es sich so schön wie über die Frage, womit in der wolkigen Web-2.0-Stratosphäre das Geld zu verdienen sei. (die letzte neuerliche Anregung kommt von Martin Röll und Mario Sixtus). Die bei der Online-Avantgarde oft zu findende Überzeugung ist, daß das Herz des Internets unkommerziell sei - dementsprechend nicht alles, was funktioniet, unbedingt auch mit Geld zu tun haben muß.

Dennoch muß die Frage nach einem Geschäftsmodell gestellt werden. Erst das schnöde Geld deckt die großartige Wertschöpfung, die Effizienz und Qualität des Mediums auf. Und es ist vollkommen legitim, mit dem Medium Geld verdienen zu wollen. Ohne Geld gäbe es entweder gar keine Medien oder nur staatliche.

Was also ist monetarisierbar?

1. Traffic

Wer seinen originären Content nicht verkauft bekommt, verkauft das Gesamterlebnis Website. Oder kurz: Anzeigenplatz. So war es, so wird es immer bleiben. Verlage, "Portale" (das Wort kommt mir so veraltet vor, ich kann es nur noch in Anführungsstriche setzen) und Millionen Special-Interest-Angebote machen es vor.

Vorteil: das Jedermann-Geschäftsmodell spätestens seit Adsense
Nachteil: wie viele Klicks sind es zum Millionär? Milliarden?
Urteil: Banner sind für Schnullies

2. Mehrwert
Schon komplizierter. Ab wann ist etwas soviel wert, daß jemand ein Abo kauft oder seine Kreditkartennummer eingibt, wo doch wahrscheinlich um die Ecke schon wieder all das in kostenlos lauert. Die Verlage jedenfalls, obwohl mit schönstem eigenen Wert ausgestattet, schaffen es nicht. Dafür zieht OpenBC jeden Monat Millionen für eine winzige Suchfunktion ein - diese hier: Wer hat meine Seite aufgerufen?

Vorteil: Skalierbar. Wirklich skalierbar. Ob 1 Euro oder 1 Million am Tag - der Aufwand bleibt ziemlich gleich.
Nachteil: Unerbittlich. Was es nicht schafft, verpufft.
Urteil: Großartige Sache. Meine ganze Hochachtung den Gewinnern (E-Bay, OpenBC, Basecamp, Flickr, Six Apart, etc.)

3. Umsatz
Ganz alte Nummer und nicht weiter erklärungsbedürftig. Umsatzbeteiligung, Affiliate, CPO - am Ende des Tages dürften sich hier jede Menge hoffnungsvoll gestarteter Web-2.0-Modelle wiederfinden. Neu im Angebot ist Empfehlungsmarketing.

Vorteil: Es gibt keine härtere Währung als echten Umsatz
Nachteil: Es geht immer noch billiger.
Urteil: Hidden Champion. Auf den ersten Blick unattraktiv, auf den zweiten grenzenlos.


4. Markenwert

Terra Inkognita. Aber wir werden es erleben: Marken erfinden sich über digitale Dienste neu. Wegweisend beispielsweise NIKE PLUS.

Die zweite Achse beim Thema Markenwert: Die Vernetzung der Kunden untereinander. Im Idealfall werden aus Konsumenten aktive Multiplikatoren der eigenen Botschaft. Nichts ist glaubwürdiger, nichts ist reichweitenstärker. In Zukunft entscheidet nicht nur die Qualität des Produktes, sondern auch die der eigenen Kunden über die Präsenz und damit den Erfolg einer Marke.

Vorteil:digitale Dienste machen austauschbare Produkte einzigartig
Nachteil:Da Vorbilder fehlen, wird neues Denken vorausgesetzt. Ohne Mut zum Risiko geht es also nicht.
Urteil: Hier geht um nichts weniger als eine Revolution im Marketing. Die Schlacht wird geschlagen werden, nur wann das sein wird - man weiß es nicht.

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DMMK-Wunschzettel

Veröffentlicht am 5. Juli 2006 um 12:46 Uhr von Mark Pohlmann

Ein kurzer Nachklapp auf den Internetkongress DMMK am 28. Juni in Berlin.

Wer oder was ist der DMMK? Der DMMK wird zusammen von der MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg und dem BVDW Bundesverband Digitale Wirtschaft veranstaltet.

In der Praxis heißt dies: Knapp 500 Teilnehmer, zwei Slots (Marketing / IT), perfekt organisiert und ein luxuriöses Ambiente in der ständigen Vertretung des beteiligten Landes in Berlin, einem postklassizistischen Bombast-Bunker im Stile des Kanzleramtes, neben dem sogar die angrenzende indische Botschaft klein wirkt.

Ich gehe seit Jahren gerne auf den DMMK, wir sind mit SinnerSchrader im letzen Jahr sogar Hauptsponsor gewesen (und hatten einen Hau-den-Lukas im Garten aufgebaut, an dem man sich einen Job bei den Studios erhauen konnte). Der Grund: Gute Kontakte, Kontinuität auch in schlechten Zeiten. Hier wird Zuversicht verbreitet.

Doch es ist viel passiert in diesem einen Jahr. Dem Medium, der Internetwirtschaft und nicht zuletzt SinnerSchrader geht es viel, viel besser als noch vor 12 Monaten. Neue Themen beflügeln Phantasie und Projekte. Der "Kampf um Talente" fängt von Neuem an. Die nächste Start-up-Generation marschiert. Und dazwischen demonstriert der DMMK stoisch eine Branche, die es zwar noch gibt, der aber nicht mehr die Zukunft gehört: All die Online-Marketing-Erklärer, Shop-Aufbauer, Heim-Vernetzer und Mein-Portal-ist-das-beste-Apologeten. Sie interessieren nicht mehr, weil sie nichts erzählen, was sie nicht schon seit vielen Jahren erzählen.

Macht Platz für die, die keine Antworten haben, sondern die richtigen Fragen stellen! Das ist mein Rat und mein Wunsch an die Veranstalter. Auch solche Referenten gab es. Sören Stamer von CoreMedia beispielsweise. Überraschenderweise. Denn er und seine Software leben DRM. Aber er erklärt, daß DRM viel besser sein kann als derzeit. Dass es dem Konsumenten helfen könnte, Musik wirklich nur einmal zu bezahlen und überall zu hören - ganz gleich, wo und auf welchem Gerät.

Aber darum geht es nicht. Wichtiger ist: Er hat einer insgesamt wirtschaftskonservativen Klientel das Gefühl vermittelt, daß sich viel bewegt, aber niemand weiß, wohin die Reise geht. Daß die Chancen gleichzeitig die Risiken sind. Was passiert mit unserer Online-Biographie? Wie schützen wir uns vor Mißbrauch, vor der digitalen Vernichtung unserer Identität? Wer ist schonmal bei der Google-Bildersuche nach "My Ex-Girlfriend" ganz oben aufgetaucht?

Solche Fragen werden uns stärker und länger beschäftigen als die hundertachtzigste Aussage dazu, was oder wer Myspace und Murdoch nochmal sind. Von Menschen, die noch nichtmal ihre eigenen OpenBC-Kontakte offen zur Schau zu stellen wagen.

Bitte mehr von solchen Fragen. Und bitte mehr Mut bei den Referenten und den Themen. Und: Bis zum nächsten Jahr!

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Die Liebe zum Gerät

Veröffentlicht am 5. Juli 2006 um 11:38 Uhr von Mark Pohlmann

Bei alledem, was viele von uns heute am Internet begeistert, wird eines gern vergessen: Es ist ein technisches Medium. Ohne PC geht gar nichts. All jene, die heute einen Großteil ihrer Kommunikation auf das Digitale verlegen, tun dies, weil sie ein positives Verhältnis zu ihrem technischen Gerät haben und es für sie keine Hürde darstellt - um es mal diplomatisch auszudrücken. Dieses Gefühl ist längst nicht mehrheitsfähig.

Das heißt im Umkehrschluß, daß erst eine Massenbewegung aus dem Web 2.0 werden kann, wenn die Mehrheit ihren PC liebt oder wenn schon heute vielgeliebte technische Geräte wie das Handy oder der Fernseher für die Mehrheit die Funktionen übernehmen, die heute für eine Minderheit das Notebook übernimmt. Wir sind auf dem Weg. Aber längst nicht angekommen.

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Jetzt auch Autofahrer: Es ist das Internet, Dummkopf

Veröffentlicht am 19. Juni 2006 um 15:30 Uhr von Mark Pohlmann

Auch wenn die Information vom Ferdinand Dudenhöffer stammt. ("Der Autopapst" genannt. Der Spiegel zerlegt ihn in seiner aktuellen Ausgabe gerade gepflegt, weil er als vorgeblich unabhängiger Professor von DaimlerChrysler bezahlt wird). Die Aussage wird die Automobilbranche noch bewegen.

Das Internet ist die wichtigste Informationsquelle für potenzielle Autokäufer und hat damit zum ersten Mal Familie und Freunde oder auch den herstellergebundenen Händler abgelöst.

Quelle: Stern.de
Ich persönlich warte ja darauf, daß die Hersteller und Händler begreifen, daß mit "dem Internet" nicht zwangsläufig ihre Konfiguratoren gemeint sind, sondern vor allem Foren, Magazine und Preisvergleiche.

Gefragt sind Erfahrungsberichte, Hintergründe und unabhängige Meinungen. Wäre dem nicht so, würde das Internet nicht so eine große Rolle spielen. Dem läßt sich dann nicht mehr mit Verkäuferschulungen, ganzseitigen Anzeigen und ein paar viralen Filmchen begegnen. Diese befriedigen höchstens den Selbstdarstellungstrieb der Hersteller.

Ich verstehe nicht so ganz, warum die Hersteller nicht selbst auf die Idee kommen, diesen Informationsbedarf zu kanalisieren, indem sie selbst die beste (im Sinne von lebendig, reichhaltig, hochwertig und objektiv) Kommunikationsplattform zu ihren Produkten anbieten. Und diese nicht einem Verlag oder, schlimmer noch, einer Privatperson überlassen.

Im Mittelpunkt der Angst steht die Sorge vor Kritik. Und es stimmt: Meinungen zuzulassen bedeutet immer Kontrollverlust. Was das heißen kann, macht Opel gerade vor (Siehe: Interview mit Felix Schwenzel). Aber nur auf der eigenen Website ist es dem Hersteller überhaupt möglich, adäquat auf Meinungen einzugehen und selbst zu argumentieren. Die CEO-Blogs (wie "Fastlane" von General Motors-Vorständen) sind allenfalls ein Anfang. Der Kunde wünscht sich vielmehr produktbezogene Informationen, die ihm im Kaufprozess helfen. Hier sind die gängigen Websites viel zu statisch und unreflektiert.

Sie auch: Die Welt hinter dem Internet: Foren

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Reboot: Das Internet ist größer als wir

Veröffentlicht am 7. Juni 2006 um 18:26 Uhr von Mark Pohlmann

Thomas Madsen-Mygdal raubte mir schon nach zwei Minuten alle Illusionen: This is no Web-2.0-Event!

Ok, dann also nicht - wobei die für die Reboot gesetzten Tags eigentlich eine andere Sprache sprachen.

reboot8_tagwolke.gif

Was dann? Die Reboot-Macher wollen dazu anstoßen, Technik als Ausdruck sozialer Verantwortung einzusetzen. Das ist natürlich auch ein schöner, inspirierender Ansatz, dem sich für zwei Tage herrlich folgen ließ. Und so ließ ich alle geschäftsgerechte Aufmerksamkeit dahinfließen, öffnete Herz und Verstand für eine ganze Reihe soziologischer Proseminare, die mich flugs in meine Studentenzeit zurückversetzten, und gab mich vielen interessanten Menschen und Gesprächen vor Ort hin. Happening trifft es wohl am besten.

Dennoch: In erster Linie war die Reboot ein sehr gut organisierter Kongress. Untergebracht in einer tollen ehemaligen Fabrikhalle (heute Sporthalle), beherrschte die Notebook-auf-dem-Schoß-Fraktion (Live-Bloggen! Chatten mit dem Nachbarn! Mails! Arbeiten!) die Reihen. (Sobald die Videos online sind, werde ich an dieser Stelle noch einmal die sehenswerten Vortrage nachtragen.)

Was bei der Reboot rumkam. Eine kleine Gedankensammlung

- Die Reboot, das sind 450 Internet-Geeks. Im Umkehrschluß hieß das: Unternehmen haben die Reboot noch nicht als Thinktank entdeckt. Sünde!

- Die Reboot ist ein Beweis dafür, daß Europa eine eigene Webkultur hat. Schon alleine, um die kulturellen Unterschiede aufzuspüren (Vielfalt! Verantwortung! Reflexion! Wurzeln!), ist sie einen Besuch wert.

- Große Namen verkörpern selten große Themen. Das gilt auch für die Reboot. Die Zahl der Referenten, die ihr Thema nicht gestemmt bekamen, war ungefähr genauso hoch wie auf unserer Veranstaltung. Gut wurde es immer, wenn es wild wurde (von allen in den Himmel gehoben: Ben Hammersley (leider noch kein Link), der Mann im Kilt und der Frage "How to be a Renaissance Man")

- Welcher Gedanke eint 450 Social Software-Avantgardisten? Vielleicht dieser: Das Herz des Internets ist unkommerziell. Wir haben gerade erst angefangen, mit Technik das zu machen, was nur Technik vermag: Jedem Individuum da draußen eine Stimme, seine Stimme zu geben.

- Web 2.0 mangelt es als Gegenentwurf des Web 1.0 aktuell noch erheblich an wirtschaftlicher Substanz. Die Frage, wie sich der gemeinsame Austausch monetarisieren läßt, widerspricht dem Versprechen freien Austauschs. Hier half auch Marx nicht weiter, der laut Adam Arvidsson
ermahnt, die Gemeinschaft als monetären Wert wiederzuentdecken.

- Das Leitthema hieß "Renaissance" und kulminierte für mich in dem schönen, abschließenden Vortrag: There's something going on here that is bigger than any of us. Für die Gäste der Reboot bleibt es wohl vorerst - das Internet.

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Alles beta, oder was?

Veröffentlicht am 4. Mai 2006 um 15:46 Uhr von Mark Pohlmann

Netter Artikel über die Kraft des Wörtchens Beta vom Handelsbatt - was auch hier schonmal Gegenstand der Berichterstattung war:

"Die Lust am Spielen, am Experiment, ist sicherlich das Fundament der momentanen Bewegung im Internet."

Tatsächlich besaß Google anfangs nicht den Hauch eines Geschäftsmodells. Erst als die laufenden Kosten das Gründungskapital beinahe aufgezehrt hatten, lieh man sich das Modell des Konkurrenten Goto.com (später Overture) aus. Der Rest ist Geschichte.

Unbedingt auch die Betrachtungen eines Beteiligten, Stephan Uhrenbacher in Qype Vibes lesen.

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Renteneintrittsalter von Paradigmen

Veröffentlicht am 10. April 2006 um 16:24 Uhr von Mark Pohlmann

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Seit dem Physiker Thomas S. Kuhn gibt es die Erkenntnis, daß (wissenschaftliche) Lehren nicht widerlegt, sondern nur abgelöst (vulgo: umgehauen) werden können. Die Folge ist: Paradigmenwechsel hinterlassen keine Konvertiten, sondern Verlierer.

Medienmenschen kennen das Gefühl. Ihre Wonnejahre mit Print und TV kommen nicht wieder, aber sie können auch nicht loslassen. Sie quälen sich mit den digitalen Medien und verweigern sich ihnen, wo es nur geht. Sie simulieren die Duftstoffe des Neuen, tun interaktiv, kommunikativ, bewundern das Internet und seine Idole, kurzum, sie tun alles, um sich nicht einzulassen. (Jüngstes selbst erlebtes Beispiel: Zeit-Herausgeber Michael Naumann, der von der Niederlage der Printmedien gegenüber den digitalen spricht, das Internet aber als Kulturbarbarei geißelt.) Bevor sie sich ändern, gehen sie lieber unter. Mit Print und TV. Und hoffentlich erst nach dem Renteneintritt.

Menschen, die ihre eigene Medienbiographie retten wollen, die nicht wahrhaben wollen, in wie wenigen Jahren ihnen der Markt entglitten ist, die aber weiter an den Schalthebeln der Marken und Medien sitzen - sie sind der Grund, warum nur drei Prozent der Marketingbudgets in digitale Kanäle hineinfließen, dort aber jede zehnte Minute verbracht wird. Sie verletzen das Prinzip jeden Tag neu, daß eine Marke dem Markt folgen muß. Sie verweigern sich ihrer Klientel genauso wie Politiker, die ihre Wähler nicht wahrhaben wollen, weil sie so unbequem sind.

Noch ein Paradox: Auch Web-Professionals der ersten Generation wollen die Veränderungen nicht sehen. Sie verteidigen ihre Welt genauso wie die Offline-Apologeten. Auch sie verstehen nicht die Vergänglichkeit eines Trends, mit dem sie groß geworden sind. Nur werden sie es mit ihrer Einstellung zum Renteneintritt nicht schaffen. Sie sind zu jung.

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Microsoft übt die Personalisierung des Marktes

Veröffentlicht am 17. März 2006 um 10:51 Uhr von Mark Pohlmann

Auch wenn es ihnen offensichtlich noch schwer fällt zu beschreiben, was sie eigentlich zu tun gedenken.

"People-Ready" heißt die neue "Vision" aus dem Hause Microsoft, vorgestellt von CEO Steve Ballmer. Unter dem Credo will Microsoft im Laufe des kommenden Jahres eine Reihe von innovativen Lösungen in aktuellen und neuen Bereichen auf den Markt bringen, um Unternehmen erfolgreich zu machen. Um die Vision auch möglichst vielen näher zu bringen, will Microsoft 500 Millionen US-Dollar für Kommunikationsmaßnahmen in die Hand nehmen.
Quelle: golem.de

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Warner Music will "unsere Ohren erregen"

Veröffentlicht am 23. August 2005 um 16:04 Uhr von

Schöne Wortwahl. Da liegt gleich ein Hauch Optimismus in der Luft. Sowas mögen Journalisten - und die Kunden natürlich auch. Mehr hier.

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Das Prinzip Läuterung

Veröffentlicht am 16. August 2005 um 14:22 Uhr von

Läuterung. Gibt es eine stärkere Kraft in der amerikanischen Kultur? Niemals werden deutsche Manager zu solchen Einsichten in der Lage sein. Ich kann es verstehen, aber es macht unsere öffentliche Auseinandersetzung mit unternehmerischer Leistung, Motiven und Motivation blutärmer.

Wie selbstverständlich dies in auf der anderen Seite des Teiches ist, zeigt dieser Leserbrief zur Titelstory der FastCompany "Making Change" (Mai 2005). Zum besseren Verständnis: der Leserbriefautor ist Gründer und Chef einer Unternehmensberatung für Change-Prozesse

Ch-Ch-Ch-Changes
Making Change is spot on. My cardiologist telling me, "You won´t survive a heart attack; you need bypass surgery right now" still echoes in my ears 13 years later. Dr. Ornish´s approach to change not only had an impact on my life, it also altered the way I work with clients. I´ve learned four things from my experience. Even when you know your life depends on it, change is hard, half-measures don´t work, no one can make the choice to change for you, and finally, you can´t make significant change alone. I wouldn´t be here if not for the support of my friends, my family, and especially ma wife, Emily.

Dick Axelrod, CEO Axelrod Group, Wilmette, Illinois

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