Probleme sind die Lösung

Veröffentlicht am 10. Dezember 2008 um 15:51 Uhr von Mark Pohlmann

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1. AktienCamp in München: Die Retroperspektive

Veröffentlicht am 20. Oktober 2008 um 12:32 Uhr von Anna Friedrich

Vier Monate Vorbereitung für acht Stunden Programm und Diskussion: wir sind erschöpft, aber vor allem froh und glücklich, ein so fantastisches Event, das AktienCamp, ins Leben gerufen zu haben. Rund 100 angemeldete Teilnehmer kamen zum Camp und wir hatten elf Top-Referenten, die den Tag mitgestaltet haben. Die Auswahl der Location, das Nero in der Rumfordstraße, hätte besser nicht sein können und auch die Veranstaltungstechnik war perfekt organisiert.

Uns ist es gelungen, eine Atmosphäre zu schaffen, die unsere Botschaft transportiert: das AktienCamp als erste offene Netzwerkveranstaltung für Profis und Privatanleger. Es steht für eine vorher nie da gewesene Art des unkonventionellen Austauschs in der Finanzszene. Als Gründungsveranstaltung für Stockflock konnten wir auf dem AktienCamp in Realität den Spirit schaffen, den wir auf die AktienCommunity übertragen wollen.

Unser Programm - eine Mischung aus wirtschaftlichen und politischen Sprechern zusammen mit hochwertigen Beiträgen von Privatanlegern - war abwechslungsreich, unterhaltsam, spannend und interessant zugleich. Highlights waren unter anderem die Referenten Georg Fahrenschon, der Staatsekretär des Finanzministeriums Bayern, der Börsenbauer Johann Schmalhofer und natürlich Erich Sixt, Gründer und Vorsitzender der Sixt AG, der die Aktiencommunity Stockflock initiiert hat.

Nach allen Vorträgen hatten die AktienCamper ausreichend Möglichkeiten, mit den Sprechern zu diskutieren. Dass die Teilnehmer so engagiert waren und Fragen stellten hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, Privatanlegern die Möglichkeit zu geben, sich mit den Profis auszutauschen. Wir haben wichtige Punkte der Finanzkrise besprochen und neue Erkenntnisse darüber erlangt, wie es jetzt weiter geht und was Anleger jetzt tun sollten.

Positive Resonanz
Das Feedback der Teilnehmer war unisono positiv und motiviert uns, bald eine Neuauflage des AktienCamps zu starten. Blogeintrage kommen unter anderem von Christian Hubel, Jaro Gruber, Raphael Haase, Thomas Schulze oder Stephan Ruef-Enders im AktienCamp-Forum. Wir freuen auch über die Medienberichterstattung, darunter Die Zeit, die Börsenzeitung und das Handelsblatt.

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Brand Communities - Brands best Friends?

Veröffentlicht am 30. September 2008 um 11:28 Uhr von Mark Pohlmann

Diesen Vortrag habe ich gestern als Eröffnung des Brand Community Forums gehalten und möchte ihn selbstverständlich der Restöffentlichkeit nicht vorenthalten.

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Word of Mouth Manual II

Veröffentlicht am 22. August 2008 um 12:06 Uhr von Anna Friedrich

Dave Balter, Geschäftsführer von BzzAgent, bietet sein Buch "The Word of Mouth Manual, Volume II" hier kostenlos zum Download an. Gemäß seiner eigenen Prämisse vermarktet er sein Werk nur über Mundpropaganda - zur Verbreitung arbeitet er mit 20 US-Top-Bloggern und kommt dadurch schnell ins Gespräch.

Balter gibt in seinem Handbuch preis, warum Mundpropaganda so mächtig ist. Zahlreiche Studien und Beispiele zeigen, wie Marketiers die "Mund-zu-Mund"-Werbung sinnvoll für ihre Produkte einsetzen können. Einen wichtiger Punkt des BzzAgent-Gründers ist, dass Unternehmen direkt mit ihren Kunden interagieren:


As a result, the emerging word of mouth phenomenon produces incredibly rich and authentic conversations. Conversations that matter to others, that help them make decisions about what is really worth buying. It may be more accelerated than the word
of mouth of old, but it's still full of the authenticity that makes it so powerful.

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Die neuen Spießer

Veröffentlicht am 22. November 2006 um 9:46 Uhr von Mark Pohlmann

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Hier mal was in eigener Sache: Christian Rickens, seines Zeichens Redakteur beim Manager Magazin, hat ein Buch geschrieben über "Die neuen Spießer", und es ist das erste Buch überhaupt weltweit, in dessen Danksagung ich auftauche. Danke dafür! Also eine dringende Kaufempfehlung von meiner Seite.

Worum gehts? Kurz gesagt: um Leute wie mich. Hier der Klappentext, frisch aus Amazon kopiert.

Familie, Glaube, Vaterland: Gebetsmühlenhaft posaunen die Vertreter der 'Neuen Bürgerlichkeit' ihre konservativen Ansichten und Bedürfnisse ins Land - und niemand hält dagegen. Bis jetzt. Eine fällige Abrechnung.

Die neuen Spießer sind auf dem Vormarsch. Sie wollen uns erzählen, dass der Zeitgeist konservativ sei und eine Rückkehr zu bürgerlichen Werten und Tugenden zwingend - nur so könne man Deutschlands Niedergang aufhalten. Doch was ist dran an den Thesen der 'Neuen Bürgerlichkeit'? Was ist Provokation, was irrationale Schwarzmalerei? Wo irren Schirrmacher, Hahne & Co.? Mit analytischer Schärfe und Klarsicht hinterfragt Christian Rickens erstmals die Ideen und Positionen der neubürgerlichen Propheten und räumt mit deren Vorurteilen, Mythen und Denkfehlern auf. Denn in Wahrheit handelt es sich bei dem Phänomen der neuen Spießer um den untauglichen Versuch, die Probleme von heute mit Rezepten von vorgestern zu lösen.

Achja, ich wollte ja, daß er das Buch "Ich geb´ Gas, ich will Spaß" nennt - hätte der Wertediskussion, die er anstößt wie ich finde zu mehr Ehrlichkeit verholfen ;-)

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"Heute schon an morgen denken"

Veröffentlicht am 20. Oktober 2006 um 9:54 Uhr von Mark Pohlmann

Die IT-Messe hat die Werbesprüche der Versicherer und Bestattungsunternehmen entdeckt. Das läßt tief blicken. (Screenshot ist aus einer Werbemail). Daß das "morgen" kein Substantiv sondern ein Adverb ist, also auch noch falsch geschrieben wurde, lasse ich jetzt mal außen vor.

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Beim Arbeiten

Veröffentlicht am 25. Juli 2006 um 18:32 Uhr von Mark Pohlmann

Redakteur: Wir planen gerade eine Web-2.0-Strecke, da würden Sie gut reinpassen.
Ich: Wir [hier: Qype] sind so Web 2.0, daß wir da ungerne reinwürden.
Redakteur: Wie, keine Lust auf Busfahren?

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Verhältnismäßigkeiten

Veröffentlicht am 3. Juli 2006 um 9:33 Uhr von Mark Pohlmann

"Weltmeister sind wir vor drei Tagen geworden. Jetzt können wir auch noch Europameister werden"
Bundestrainerassistent Joachim Löw

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Issue Management (Wortmüll II)

Veröffentlicht am 5. Mai 2006 um 10:40 Uhr von Mark Pohlmann

... halte ich für einen interessanten Ansatz, Beraterhonorar für hundertprozent null Ergebnis einzustreichen.

Schon der Denkansatz ist falsch: Themen lassen sich nicht verwalten. Wer Themen besetzen will, muß sich in die Mitte einer Bewegung setzen. Arsch auf Eimer. Agieren, nicht reagieren. Wobei "reagieren" oder "verwalten" bei Themen immer heißt, zu spät zu kommen.

Alles gesagt ist mit den Sätzen aus "Getting real" von 37Signals . (Danke, Stephan, für den Tipp!)

Don´t waste time on problems you don´t have yet. Make decisions just in time, when you have access to the real information you need. In the meanwhile, you`ll be able to lavish attention on the things that require immediate care.

Wobei es hier um Softwareentwicklung geht, nicht um PR. Schlimm genug, daß der Unterschied zwischen beiden wohl nicht allzuweit her ist, wenn man die Tipps liest.

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Wie kommt Traffic auf den Blog? (1. Teil)

Veröffentlicht am 22. März 2006 um 14:19 Uhr von Mark Pohlmann

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Um in den zentralen Pool gesuchter Blog-Websites zu gelangen, überlasse man das Agenda-Setting am besten Technorati. Einfach die Begriffe der sogenannten "Tag-Cloud" (Begriffswolke) in die eigenen Beiträge einflechten, um so bei möglichst vielen Suchanfragen mitzuerscheinen. Das gleiche gilt für Google. Zum Schlüsselworte-Suchen News.Google nutzen.

Das heutige Thema eines frequentierten Blogs lautet zweifelsfrei "Euroweb".

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Engarde, Ihr Heizer!

Veröffentlicht am 24. November 2005 um 9:52 Uhr von

Bmw320siKein schlechter Trick. Subversiv, aber bestimmt fordert BMW alle Privat-Schumis zum Duell mit den eigenen Werksfahrern auf: Wer fährt schneller? Das Startgeld bitte beim Händler zahlen.

"BMW fährt eine limitierte Sonderedition der 3er-Reihe vor, gedacht für Kunden mit besonders hoher Affinität zum Rennsport.
Preise liegen noch nicht vor, wohl aber als Appetithappen für die erwähnten Motorsport-affinen Kunden die Rundenzeit für die Nordschleife am Nürburgring - weniger als neun Minuten." (Quelle: autokiste.de)

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Umfrage zu Issues Management

Veröffentlicht am 4. Oktober 2005 um 18:50 Uhr von

Das Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement der Universität St. Gallen untersucht derzeit Issues Management von Unternehmen.

Unternehmen prägen immer mehr den gesellschaftlichen Diskurs und stehen im Lichte der Aufmerksamkeit (...) Unter Issues Management verstehen wir das Verfahren, mit dem Sie Issues frühzeitig in Ihrem Unternehmen erkennen, selektieren und priorisieren, um angemessene Handlungs- und Kommunikationsoptionen entwickeln und umsetzen zu können.

Die Hoffnung hatte ich auch, als ich dieses Blog begründete. Leider muß ich zum jetzigen Zeitpunkt sagen, daß der durchaus oft zu findende Anspruch der Unternehmen zu I.M. sich in keinster Weise im Ergebnis beweisen läßt. Wirtschaft und Gesellschaft sind nach wie vor zwei unabhängig voneinander laufende Systeme. Issues sind in Unternehmen vor allem das eigene Denken und Handeln. Die Unternehmenskommunikation konzentriert sich auf die Inszenierung, nicht auf die tatsächliche Teilnahme am Diskurs - die würde das Akzeptieren eines offenen Endes voraussetzen. Ich bin gespannt, zu welchen Ergebnissen die Studie kommt.

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Themenvorschlag: Einfachheit

Veröffentlicht am 29. August 2005 um 15:24 Uhr von

Das Sony-Zitat unten zeigt natürlich, wie wichtig das Thema "Einfachheit" ist - gerade in der Außendarstellung. Wie ein paar Einträge weiter unten schon beschrieben, setzen viele Unternehmen (dazu gehört auch Sony) ihre gesamte Corporate Story auf diesem Anspruch auf. Wer jedoch bereits tut, worüber diese nur reden, rennt in vielen Redaktionen offene Türen ein. Unternehmen, die ihren Kunden zuhören, hören auch Redakteure lieber zu.

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Telekom-Trittbrettfahrer

Veröffentlicht am 1. August 2005 um 15:25 Uhr von

Themenvorschlag: Jetzt, wo der rosa Riese IP-Telefonie entdeckt, suchen die Redaktionen Unternehmen, die es bereits nutzen und sagen können, was es bringt.

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Wahre Liebe ist einfach

Veröffentlicht am 30. Juni 2005 um 10:10 Uhr von

Vom Trend zum Marktmotor: Plötzlich will jeder transparente Preise, unkomplizierte Bedienung, klaren Mehrwert - you get what you paid for. Die No-Frills-Flieger haben gezeigt, daß - und wie - es funktioniert. Jetzt wird eine Branche nach der anderen von der Suche nach Klarheit erfaßt.

Nach dem Tourismus ist der Mobilfunk dran. Erst Tchibo, jetzt simyo, bald der Rest der in hohen Margen erstarrten Handywelt. Für mich die Referenz schlechthin: Das Preissystem von Budget ("Zwei Tarife und Schluß"), mit dem der Autovermieter gerade dabei ist, seinen Marktanteil zu verdoppeln.

Beeindruckend ist zu sehen, wie mit dem Einzug von Einfachheit die Sympathie sich bis zur wahren Liebe steigert, siehe Apple und Google. Philips ("Sense and Simplicity") und Sony ("intelligent einfach") sind bereits auf den Zug gesprungen, ohne derzeit recht zu überzeugen. Worauf ich jetzt warte: die Autohersteller. Keine Sondermodelle, Rabatte oder Ausstattungspakete, sondern nur noch eine Basis für billig und alles für preiswert.

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Sehnsüchte der Konsumenten

Veröffentlicht am 21. Juni 2005 um 16:32 Uhr von

"Die Zukunft gehört denen, die die besten Geschichten erzählen."

Radikale Trends. Die heimlichen Sehnsüchte der Konsum- und Dienstleistugsmärkte von morgen. GDI Studie 2004

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Agenturen heilen nicht die Angst vorm Absturz

Veröffentlicht am 24. Mai 2005 um 10:49 Uhr von

Einen Dank an Michael Hanfeld für folgende klare Worte.

"Als ob die sattgefütterten Werbeagenturen vom Goldenen Hirschen bis zum hölzernen Eber bei ihrem Tanz ums tönerne Kalb nicht längst mit ihrem Latein des postmodernen Stimmungswahlkampfes am Ende wären: Die Stimmung ist genauso mies wie die Lage, vor allem für die Mittelschicht, der Münteferings Heuschrecken-ad-hoc-Mitteilung die Angst vor dem Absturz nicht nimmt, nur die Gewißheit gibt, daß diese Bundesregierung weiter nicht mehr weiß und will."

Merke: Kommunikation kann Stimmungen erwecken oder verstärken, aber nicht erfinden. Siehe auch hier.

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Mercedes II: Die Antwort auf die Qualitätsdebatte

Veröffentlicht am 17. Mai 2005 um 12:06 Uhr von

Mit einem Weltrekord im Schnell-und-lange-im-Kreis-herumfahren greift Mercedes in gleich drei Themen an: Erstens als Antwort auf die leidigen Qualitätsprobleme, zweitens in die in Amerika aufflammende Diskussion um umweltfreundliche verbrauchsgünstige Motoren, und drittens ist es eine schöne Werbung Richtung Deutschland für den eigenen Partikelfilter.

Worum geht´s? Drei Serienwagen fuhren  nonstop rund 50.000 Runden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 224 km/h und kamen so in 50 Tagen auf 100.000 Meilen - ohne eine einzige Panne. Die Kernbotschaft an die Amerikaner: Wenn ihr so viele und tolle Dieselfahrzeuge wie die Europäer hättet, läge der landesweite Verbrauch um 133 Mrd. Liter pro Jahr niedriger. So richtig rund läuft die PR allerdings noch nicht, in Deutschland ist man von der Meldung mehr angetan als im Mutterland des sinnlosen Benzinverbrauchs. Stellvertretend USA today, wo die Weltrekord-Show in einer Marktübersicht zu den aktuellen Dieselstrategien untergeht.

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Nutte oder Nanotechnologie?

Veröffentlicht am 30. März 2005 um 14:29 Uhr von

Eine gelungene kleine Runde in Hamburg hat es sich zur Aufgabe gemacht, interessante Referenten einzuladen, die den eigenen Horizont erweitern, weil sie über Dinge reden, die nichts mit dem Tagesgeschäft zu tun haben. Gestern war beispielsweise Prof. Dr. Hellmuth Karasek zu Gast. Nicht immer sind die Namen so klangvoll wie gestern, spannende Gespräche ergeben sich trotzdem jedesmal. Diskutiert wurde bereits mit Hamburger Pastoren, polnischen Botschaftern und amerikanischen Irak-Veteranen.

Im kleinen Kreis wurden die kommenden Themen diskutiert. Nanotechnologie, die Flugzeugindustrie, Kommerz im Fußball und Venture Capital für den Mittelstand waren im Gespräch. Alles große Themen, sicherlich. Aber in ihrer Größe auch wieder sehr unverbindlich. Und dann schlug einer vor, eine Prostituierte einzuladen. Die Idee ist großartig.

Gebrochene Biographien, Probleme mit Kunden oder Mitarbeitern, gefallene Unternehmer, die wieder aufstehen, oder Menschen, die sich neu erfinden, berühren in ihrer Ambivalenz viel stärker als jemand, der mal eben in 30 Minuten die Neuordnung der Welt verhandelt. Sicher ist es interessant zu hören, wo es mit der Nanotechnologie hingeht. Aber was ist das gegen ein Gespräch mit einer Frau, der ich nicht in die Augen zu schauen traue, wenn sie mir in ihrer Arbeitskleidung an der Davidwache gegenübersteht?

Leider kam zu dem Vorschlag nichts Konstruktives zustande.

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Wandel kommunizieren immer nur Agenturen

Veröffentlicht am 22. März 2005 um 20:52 Uhr von

Change Management ist eines der Lieblingsthemen von Kommunikatoren. Ja, auch ich bekenne, mich sanft hingezogen zu fühlen zu Veränderungsprozessen. Das liegt ganz einfach daran, daß PR-Menschen berufsbedingt anfällig für Normabweichungen sind. Der Gipfel der Verheißung ist da Change Management. Hier geht es um alles, hier müssen Mann und Maschine auf neue Zeiten eingestellt werden und alles anders werden, damit es so bleibt wie es ist. Wir oder die. Hier ist alles Kommunikation, Information, Überzeugungsarbeit.

Zurück zum Thema. Public Relations im Change Management krankt an einer entscheidenden Stelle: Niemals, wirklich niemals ist mir zu Ohren gekommen, daß mit Change betraute Manager aktiv mit Öffentlichkeitsarbeitern zusammenarbeiten. Weder intern noch extern. Denn PR bringt die dezente operative Arbeit dieser mobilen Eingreiftruppe in Gefahr. Kommunikation wird zwar als immens wichtig betrachtet, aber vor allem wird darauf geachtet, daß sie NICHT stattfindet. Ich schwöre: Wenn eine PR-Agentur mal der Idee verfallen würde, Unterstützung bei der Vermeidung von Kommunikation anzubieten, sie hätte bessere Chancen.

Was im Change für PR immer geht: Jegliche Art von vollzogener Veränderung nachträglich als Erfolg zu verkaufen. Aber das ist es natürlich nicht, was die PR-Strategen wollen. Sie wollen als gleichberechtigte Entscheider mit an den Prozessen zuppeln und ihren Lauf so lenken, daß sie sich positiv anfühlen und entsprechend an die Betroffenen verkaufen lassen. Vermarktungsgerechte Szenarien entwickeln.

Auf das Thema gestoßen hat mich eine Publikation aus dem Hause Fischer-Appelt. Dort hat der Chefstratege Bernhard Fischer-Appelt ein Buch geschrieben, ach was, eine Vision zu Papier gebracht. Es geht um nichts weniger als "Die Moses-Methode". Sie wird wie folgt beworben:

Die Moses-Methode liefert eine Bestandsaufnahme bahnbrechenden Wandels in der deutschen Wirtschaft und hilft, Veränderung systematisch zu steuern – durch Kommunikation. Bernhard Fischer-Appelt hat dafür die Moses-Geschichte als kulturelles Muster entdeckt und daraus eine Methode entwickelt. Die These: Für bahnbrechenden Wandel brauchen Unternehmen eine Wanderkultur, in der die Fähigkeit zur Bewegung stärker ist als der Wunsch anzukommen.

Ohne hier darauf einzugehen, ob diese Metapher wirklich alltagstauglich ist, kann ich der These aus eigener Erfahrung (die Jahre 2001 bis 2004 subsumiere ich mal für ein börsennotiertes  IT-Unternehmen als Phase des Wandels) nicht viel abgewinnen. Wandel ist Belastung, nicht Verheißung. Jederzeit und für jeden. Wenn Wandel unvermeidbar wird, muß jemand die Richtung vorgeben, entschlossen handeln und dabei halbwegs überzeugen. Kommunikation kann den Trend herausarbeiten. Beeinflussen oder gar herbeireden kann sie ihn nicht.

Getreu dem Motto der Bild-Zeitung "Wer etwas wichtiges zu sagen hat, macht keine langen Sätze", habe ich auch nicht erlebt, daß die Kommunikationsabteilung auf das Wie oder Was des Wandels großen Einfluß nimmt. Ich wünsche allen Agenturen viel Glück, an die verlockenden Etattöpfe heranzukommen. Leicht ist es nicht.

Wer Autor und Thema live erleben möchte: Es gibt eine Buch-Präsetation im Murmann-Verlag in Hamburg. Am 6. April 2005 um 17:30 Uhr präsentiert Bernhard Fischer-Appelt seine Methode im Gespräch mit Harald Ehren, Redakteur der Financial Times Deutschland.

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Chemie als Entertainment

Veröffentlicht am 5. März 2005 um 23:28 Uhr von

Elementedeslebens2Die Chemische Industrie, ansonsten nicht als Experte für Unterhaltung bekannt, betreibt eine wirklich vorzeigbare Kampagne. Vom spröden Titel "Chemie. Element unseres Lebens" sollte man sich nicht lange irritieren lassen, denn die Texte der Website sind durchgängig lesenswert (Agentur: Ogilvy Interactive). Vor allem aber die Content-Integration der Kampagne auf Spiegel Online ist so gelungen, dass deren Werbecharakter wirklich erst auf den zweiten Blick auffällt.

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Thema treiben in einer Holding

Veröffentlicht am 4. März 2005 um 16:50 Uhr von

Themenmanagement in komplexen Unternehmen ist immer politisch. Bei SinnerSchrader existieren zwei Fronten: die AG ist Holding und Dachmarke und damit Taktgeber für die Identität des Unternehmens. Die operativen GmbHs sind für sich selbst verantwortlich und machen deswegen ihr eigenes Themenmagement.

Die Kunst der AG besteht darin, Fachthemen so aufzusetzen, daß sie den inhaltlichen Freiram der GmbHs fördern und nicht eingrenzen. Bei SinnerSchrader gilt die Arbeitsteilung, mit der AG meinungsfreudig aufzutreten, Branchentrends aufzunehmen und den GmbHs ein fachliches Forum aufzubauen. Das funktioniert, solange absolute Klarheit über die Identität jedes Unternehmensteils herrscht. Ich kann PR-Verantwortlichen an dieser Stelle nur dazu raten, das Thema "Identität der operativen Einheiten" regelmäßig auf die Agenda zu setzen, da die Wahrnehmung der Beteiligten über den eigenen Wirkungskreis nicht in Stein gemeißelt ist.

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Was ist eigentlich Themenmanagement?

Veröffentlicht am 10. Februar 2005 um 18:02 Uhr von

Themenmanagement ist wie Wellenreiten. Es gilt, eigene Themen (sie sind das Surfbrett in dieser hübschen Analogie) so auszrichten, daß sie zum Treiber / Symbol aktueller gesellschaftlicher Trends und Diskussionen (die Wellen, das Meer) werden. Mit ein wenig Verve und Standvermögen ist man dabei.

Ein wunderschönes aktuelles Beispiel. Euro am Sonntag schreibt

United Internet: Das Maß ist voll
Die Nummer 2 unter Deutschlands Breitband-Providern probt den Aufstand gegen die Deutsche Telekom. Im Sommer errichtet United Internet ein eigenes DSL-Netz. (...)

Was ist passiert? Hier investiert ein Unternehmen in seine eigene Infrastruktur. Das ist schön, aber DAS ist noch keine Meldung, denn das macht jede Company jeden Tag. Was United Internet stattdessen gemacht hat, ist, sich die Mühe zu machen zu erklären, WARUM es investiert: Weil der marktdominierende Anbieter seinen kartellrechtlichen Aufgaben nicht nachkommt und der nicht marktdominierende Konkurrent sich das nicht mehr länger bieten lassen will und sich WEHRT. Gegen den Giganten. Mit Bordmitteln. Das gibt nicht nur eine mordsmäßige Coverage , sondern auch viele Sympathiepunkte. Und das Beste: Es kostet nichts, jedenfalls kein Geld. Nur Courage. Gut gemacht.

 

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