Jeder ist sich selbst der Nächste

Veröffentlicht am 9. Dezember 2008 um 12:40 Uhr von Anna Friedrich

Narzissmus wird im Internet zur Medienregel. Wert legen die Nutzer alle nur auf eines: Ich, ich und nochmal ich. Je peinlicher der Auftritt online, desto sicherer die Aufmerksamkeit der anderen. Das Web ist ein Paradies zur Selbstinszenierung, zur (Neu-)Konstruktion des eigenen Ichs.

Über Klickraten, Bewertungen und Kommentare bekommen die Selbstdarsteller Feedback vom Zuschauer - das legitimiert alles. Von einer Hemmschwelle, wer welche Informationenvon Fotos über Filme hin zu Status-Updates sehen kann, keine Spur. Ironisch bezeichnet Welt-Redakteurin Silke Wichert diese "Lohnabrechnung" als gerecht. "Nie war Egopflege einfacher und transparenter", schreibt sie.

Menschen, die ohne erkennbare Begabung berühmt werden, sind ein Phänomen. Gerade sie nutzen das Internet perfekt. Vom Obama-Girl, einer US-Schauspielerin, die die Obamania erfolgreich als Karriereschub einsetzen konnte, haben wir bereits berichtet (--> Obama sammelt Wähler im Netz). Britney Spears versucht verzweifelt, durch ihre Aktivitäten online ihre alte Bekanntheit wieder zu beleben.

Auf MySpace "tourt" Tila Tequila. Die vorher unbekannte bi-sexuelle Asiatin hat es über MySpace geschafft, eine ganze MTV-Serie ins Leben zu rufen, die besser ankommt als die von Britney Spears. Hier hat sie jetzt schon die zweite Staffel namens "A Shot in Love II" gestartet: eine Reality Soap, in der Sie die Liebe ihres Lebens sucht. Ob Mann oder Frau? Das weiß sie natürlich noch nicht. Die kürzlich im deutschen Kanal ausgestrahlte achte Folge der Staffel zeigt einmal mehr die unglaubliche Exhibitionsbereitschaft der Mitwirkenden. Alle Serien sind selbstverständlich online.20narc-500.jpg

US-Psychologin Jean Twenge von der University of San Diego bezeichnet die heutige Generation amerikanischer Jugendlicher und Studenten als die selbstverliebteste überhaupt. Sie hat mit einem Fragebogen im Jahr 2006 den Grad des Narzissmus unter amerikanischen College-Studenten gemessen. Die Werte lagen um fast ein Drittel höher als vor 25 Jahren. Nach ihrem Buch "Generation Me" veröffentlicht sie bald das nächste, in dem sie das Phänomen der Selbstverherrlichung thematisiert: "The Narcissism Epidemic".

Georg Franck, der die Bücher "Ökonomie der Aufmerksamkeit" und "Mentaler Kapitalismus" geschrieben hat erklärt die Motivation der Online-Exhibitionisten so:

Aufmerksamkeit von anderen erhöht unsere eigene Wertschätzung, so sind wir von Natur aus Egoisten und soziale Wesen zugleich. (...) Aufmerksamkeit ist in einer Mediengesellschaft die kostbarste Währung. Jetzt aber hat theoretisch jeder die Möglichkeit, massenhaft davon einzusammeln und - siehe Paris Hilton - man muss nicht einmal besonders viel dafür können!

Damit sei, so Franck gegenüber der Welt, die Sozialdemokratie doch noch beim Volk angekommen. Ganz unrecht hat er damit nicht. Die Webwelt kann aber auch echte Talente zum Vorschein bringen: die Sängerin Ingrid Michaelson wurde ebenfalls über ihr MySpace-Profil berühmt. Ihre Entdeckerin hat ihre Musik für die beliebte Arztserie "Grey's Anatomy" lizenzieren lassen und machte sie damit über Nacht zum Star.

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Was bleibt, wenn Gründer gehen?

Veröffentlicht am 24. November 2008 um 18:38 Uhr von Mark Pohlmann

Die Nachricht des Tages war zweifellos der Rücktritt des Xing-Gründers Lars Hinrichs. Ich wundere mich, dass ein Aspekt so gar nicht in die Gratulationsbekundungen Eingang gefunden hat:

Warum tritt ein Gründer freiwillig aus seinem eigenen Unternehmen aus?

Wohlgemerkt: Xing ist erfolgreich, kerngesund und profitabel. Lars Hinrichs ein angesehener Unternehmer. Es könnte alles nicht besser sein. Und dennoch scheint es ihm nicht gereicht zu haben.

Persönliche Bereicherung scheidet als Motivation aus. Er bleibt größter Einzelaktionär. Ich höre an dieser Stelle schon die Rufe: "Ein Gründer muss loslassen können!" Ich kann darauf nur antworten: Das könnte er auch, wenn er geblieben wäre!

Bei mir werden alte Erinnerungen wach: Vor ungefähr sechs Jahren, im tiefsten Dunkel der frisch geplatzten New Economy, ging mein damaliger Chef Oliver Sinner von Bord der SinnerSchrader Aktiengesellschaft. Damals waren die Zeiten noch andere: Am Anfang waren Online-Gründer Popstars, danach gefallene Helden. Oliver Sinner ging, als "Excel statt Powerpoint" gefragt war. Matthias Schrader hat alleine weitergemacht, und das ist bis heute so geblieben. Oliver hat nie wieder den Weg zurück ins Online-Business gefunden (oder wohl besser: gewollt), sondern hat ein neues Leben mit Hotels, Bauernhöfen und Restaurants in seinem Heimatort begonnen.

Ich hätte mir damals gewünscht, dass er nicht in den Sack gehauen hätte. Mit seinem Weggang war die Identifikationsfigur unserer Agentur von heute auf morgen weg. Es hat lange gedauert, bis "das Gehirn" Matthias Schrader auch "das Gesicht" von SinnerSchrader wurde (an dieser Stelle meine Hochachtung dafür, dass er dies geschafft hat).

Noch so einer, der in diese Riege passt, ist der Spreadshirt-Gründer Lukasz Gadowski. Auch er ging, weil er für sich selbst keine Zukunft mehr in seinem eigenen Unternehmen sah. Andere sollten es anders, irgendwie besser machen. Lukasz hilft jetzt lieber neuen Unternehmen auf die Beine als seinem eigenen. Spreadshirt ohne Lukasz aber ist nur noch "just another t-shirt-printer". Das Magische ist vorbei.

Warum gratuliert man also einem Gründer zu seinem Austritt?

Es ist wohl so, dass Gründer allgemein sehr gerne aufbauen und sich an der Geschwindigkeit der Entwicklung berauschen können. Aber von Herzen ungerne treiben sie täglich neu das kleinteilige, unaufregende Tagesgeschäft an. Wer interessiert sich schon für Renditeoptimierung oder dafür unaufgeregte Strategien mit ruhigem Auge über lange Zeiträume zu verfolgen, der aus dem Nichts einen Millionenmarkt geschaffen hat?

Und hey - Lars ist 32! Er hat gerade sein zweites Kind bekommen! (Herzlichen Glückunsch den Eltern hierzu) Wer wollte ihm vergönnen, diese Zeit, diesen Moment des Erfolges zu genießen und sie genau jetzt zu konservieren?

Fakt ist doch: Gründer sind die Seele ihrer Firma. Ihre Firmen sind wie ein Körperteil oder wie Kinder: Untrennbar verbunden. Deswegen haben sie eine viel größere Verantwortung als Manager, die nur Leiharbeiter sind. Weglaufen gilt einfach nicht. Es geht immer auch die Seele der Firma mit.

Was also wird aus Xing? Die Herausforderungen für börsennotierte soziale Netzwerke werden in rezessiven Zeiten nicht kleiner. Neue Werbemodelle werden überall gesucht. Facebook drängelt, Linkedin kommt. Ob das geniale Abomodell von Xing noch in drei Jahren so gut funktioniert wie in den letzten fünf? Lars hinterläßt ein bestelltes Haus. Ob es wetterfest ist, weiß man nicht.

Sicher ist hingegen, dass Xing für den Moment seine Mitte verloren hat. Ab sofort ist Xing ein ganz normales Unternehmen. Es gibt keinen Magier mehr, der immer noch einen Trick im Hut hat. Der neue Chef, seine Mitarbeiter und die Kunden werden Zeit brauchen, das Xing nach Lars zu formen. Gibt aber der Markt Xing die Zeit, die es jetzt braucht? Die Zukunft von Xing ist seit heute noch ein bisschen offener ist, als sie das sowieso für alle in diesem Markt ist.

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10 Kriterien, ob du ein Internet-Star bist

Veröffentlicht am 11. Juli 2008 um 15:45 Uhr von Mark Pohlmann

10. You've managed to attract thousands of followers on Twitter and you've scaled back to only follow 25
9. Your iPhone purchase is breaking news
.
1. More than 10 people actually watch your Qik videos

Alle 10 Kriterien bei Jennifer von Grove lesen.... (via Steve Rubel, auf den diese Kriterien übrigens bestens passen)

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Hyperconnected III

Veröffentlicht am 9. Juni 2008 um 12:30 Uhr von Mark Pohlmann

Achtung, Ankündigung. Das Phänomen der Hochvernetzten wird zu meinem ganz privaten Sommerlochdauerthema hier auf dem Themenblog, und ich werde in den nächsten Wochen Stück für Stück weitere Informationen zusammenzutragen. Nur jetzt halt nicht, denn ich sitze ich in diesem Moment zwischen drei angefangen und zwei unvollendeten Konzepten / Angeboten / Kundenprojekten und meinem Hirn fehlt die rechte Konzentration für ein weiteres Thema. Deswegen nur mal so ein paar wirre, unsortierte aber umso passendere Gedanken.

- Ein Ex-Kollege sagte bei dem Blick auf meine Kontaktquote bei Xing: "500? Ich dachte du hättest mehr." Brauche ich jetzt mehr sichtbare Kontakte, weil die externen Erwartungen von mehr ausgehen?
- Es gibt Menschen, die bei ihrer persönlichen Vorstellung in einem direkten, analogen Gespräch ihren Rang in den Twittercharts nennen. (Sprich, die Zahl der Menschen als sinnstiftend betrachten, die ihre Beiträgen lesen)
- Im Prinzip geht es mir genauso: Die Zahl der Feed-Abonnenten dieses Blogs ist für mich eine fundamentale Motivation, in diesem Blog Texte wie diesen zu schreiben.
- Das lässt mich zu der Vermutung kommen, dass die meisten erfolgreichen Blogger und Twitterer nach einer Weile mehr von von ihrem Erfolg als von ihrem Mitteilungsdrang getrieben sind.
- Öffentlich hochvernetzte Menschen sind nur ganz selten Mitarbeiter größerer Unternehmen. Im Umkehrschluß heißt das: Konzerntätigkeit behindert Vernetzung. Dies wird für Konzerne zum Problem. Die Frage wird wichtiger, wie ob ein Arbeitgeber Eigenmarketing erlaubt. Und die Abwesenheit von Hochvernetzten in Konzernen ist ein Beweis dafür (Achtung, These!), dass hier die Energie in die Innenpolitik wandert. Nur wer intern den Rücken frei hat, kann sich nach außen wirkungsvoll darstellen.
- Deswegen beschäftigen Konzerne - wenn überhaupt- hauptberuflich Hochvernetzte als Repräsentanten. Microsoft demonstriert diesen Ansatz mit Robert Scoble oder Kris Hoet.
- Der Vorteil hochvernetzter Botschafter: Sie schaffen Sichtbarkeit und Reputation. Der Nachteil: Wenn sie gehen, nehmen sie ihren Ruhm mit. Die Lösung: Ist noch nicht gefunden.

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Netzwerke bestehen aus Kontakten

Veröffentlicht am 30. Mai 2008 um 12:30 Uhr von Mark Pohlmann

Manchmal sind die Sachen so einfach, dass man sie auch sofort aus den Augen verliert. Beim Nachdenken, Angsthaben und zaghaftem Herauszögern darüber, wie sich Werbung in Gesprächsumfeldern entwickelt (andere nennen das Web 2.0, Communities oder sonstwie), gerät ein Punkt immer sofort aus dem Fokus: Hier stellen sich Menschen dar, hier werden sie sichtbar. Unternehmen können versuchen, ihre Produkte wie Personen aussehen zu lassen, es bleiben doch stumme Dinge. Aber Menschen können für Produkte stehen: Mitarbeiter genauso wie Kunden.

Warum eigentlich versteht sich niemand in den Markenhochburgen auf die ganz simple Vernetzung? Es ist ganz einfach, ja, nicht nur das, es ist schlichtweg trivial: Ich erzähle, was mich interessiert und höre zu, was andere zu sagen haben. Die, denen ich zuhöre, nehme ich zu meinen Kontakten auf. Wer das bei ein paar hundert Menschen macht, ist plötzlich selbst zu Hunderten verdrahtet, weil eben nichts interessanter ist als ein anderer Mensch, der mir zuhört.

Es gibt Menschen, die fast ausschließlich über dieses Verfahren ganze Unternehmen am Markt einführen. Das Lustige ist aber: Das kann wirklich jeder, und: es funktioniert, wie Loic Le Meur beweist. Sein Vertriebskanal für den Videodienst Seesmic sind seine Online-Kontakte, die über jeden seiner Schritte informiert sind und ihm einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil einbringen. Wer Seesmic schlagen will, muss vernetzer als Loic sein. So einfach ist das Leben manchmal.
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Und - wie bin ich?

Veröffentlicht am 26. Mai 2008 um 17:38 Uhr von Mark Pohlmann

Seinen Namen selbst zu googlen macht ja bekanntlich blind. Außerdem findet man immer zuviel. Wer braucht schon 6.900 Treffer, wieviel davon ist wirkllich verwertbar? Längst säuft auch Google im Datenmeer hoffnungslos ab.

Neue Suchmaschinen konzentrieren sich auf Teilbereiche mit ungleich präziseren Ergebnislisten. yasni ist so eine Personensuchmaschine, die schon einen sehr guten Überblick über eine einzelne Person geben kann. Unter meinem Namen finden sich Bilder, Websites, Blogbeiträge, Kommentare und sonstige Splitter aus den letzten Jahren. Menge und Genauigkeit sind ausreichend hoch, alles ist klar gegliedert und im Ergebnis für einen ersten Eindruck zu einer Person überraschend informativ. Schon lange hat mich ein ein neuer Dienst nicht mehr beim ersten Besuch so beeindruckt wie dieser. Deswegen, liebe Bewerber und eure Reputation-Manager, aufgepasst: Wer in Personensuchdiensten wie diesem heute schon keine gute Figur macht, darf sich bald ganz andere Sorgen machen. Alle, die sich so toll fühlen wie sie auch tatsächlich sind, können sich hier allerdings ihre tägliche Ration Ego-Bestätigung einholen.

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Die Masse der einzelnen

Veröffentlicht am 3. Dezember 2007 um 17:10 Uhr von Mark Pohlmann

Loic Le Meur ist früherer Teilhaber an Six Apart, Ausrichter der LeWeb, derzeitiger Gründer von Seesmic und der wahrscheinlich bekannteste Internetunternehmer Frankreichs, der zuletzt in Sarkozys Entourage beim Bush-Besuch dabei war. Und er zeigt, wie wichtig es ist, jeden Kunden einzeln wahrzunehmen. Auch wenn dieses Modell irgendwann an seine Skalierungsgrenzen stößt, so ist der Ansatz dennoch konsequent und richtig: Wer mich liest, den lese ich auch.

If I don't follow you on Twitter you can unfollow me then follow me again I will ADD you

Aktuelle Twitter-Statistik von Loic:

* Following 946 (also: Personen, deren Kommentare Loic liest)
* Followers 2,436 (also: Personen, die Loics Kommentare lesen)
* Updates 3,793 (Kommentare)

Da warten also nur noch 1.500 Loic-Fans auf seine Aufmerksamkeit.

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Kontinentaldrift

Veröffentlicht am 15. November 2007 um 9:11 Uhr von Mark Pohlmann

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Kommunikatoren wandeln zwischen den Welten. Sie vermitteln zwischen Interessengruppen, wecken Verständnis. Und Neugierde. Als ein solcher Mediator bin ich derzeit viel auf Kongressen und sehe anderen beim Ringen um den Sinn partizipativer Medien zu.

Doch die Diskussionen ändern sich. Während wir noch vor 12 Monaten alle vereint am Steg saßen und staunend die Möglichkeiten bewunderten, die sich da dunstig am Horizont bildeten, sind die einen längst in ihren kleinen Booten aufgebrochen. Die anderen blieben zurück und hadern seitdem damit, auf welcher Seite des Ozeans das Gras grüner ist.

Genauso spielen sich auch die Diskussionen auf den Konferenzen ab. Während auf Veranstaltungen wie den Medientagen München vor allem die Rechtfertigung im Vordergrund steht, warum es richtig ist, nicht jetzt schon aufzubrechen, dazu noch in so kleinen Booten und wahrscheinlich ohne Ahnung, in welche Richtung es zu paddeln gilt, beginnen die, die auf Kongressen wie der Sime in Stockholm (auf dem ich derzeit gerade weile) rumschippern, die Zurückgebliebenen zu vergessen. Die Tektonik der Kommunikation verändert sich. Nicht nur für die, die sich auf das Neue einlassen. Es findet ein Kontinentaldrift statt, den die nicht merken, die auf der wegtreibenden Platte stehen.

Die Auswirkungen sind verheerend. Denn wir hören in diesen Tagen auf, die selbe Sprache zu sprechen. Während in den wankenden Booten gestaunt wird, wie gut Wikipedia schon ist, wird an Land vor allem wahrgenommen, wie riskant es ist. Nicht nur die Wirtschaft selbst spaltet sich in digitale und analoge Apologeten. Auch die Kommunikationswirtschaft spaltet sich in zwei Lager: Die einen begreifen die durch die Digitalisierung entstandene Partizipation an der Ressource Aufmerksamkeit als Chance, die anderen als Krise. So einfach ist das. Wir haben Mutige und Ängstliche.

Die Angst führt zu absurden Verweigerungshaltungen, wie die von Agentur-Chef Lars Cords, der seine gesamte Agentur mit einem Denkverbot in Sachen Mitmach-Medien belegt hat ("99,99% des Inhalts im Web 2.0 ist das Ergebnis von egozentrischen Selbstreflektierern und hat das Niveau von Teenager-Tagebüchern" Quelle). Gut, Herr Cords äußert damit nur das, was seine Kunden denken. Die Kunden, die in Reichweite denken und Umsatz von der Kommunikation verlangen.

Diese Menschen übersehen, wie weit die Kunden ihrer Kunden schon sind. Das Mitmachen ist längst Teil des Alltages. Hier ist jeder Kunde Teil der Aufmerksamkeitsökonomie, jeder steht selbst im Mittelpunkt seines eigenen Interesses. Hier sind Menschen die Epizentren, nicht die Unternehmen.

Die Mutigen unter den Kommunikatoren fragen nicht mehr nach dem Nutzen von einzelnen Tools. Die Diskussion dreht sich schon längst nicht mehr um die Frage, ob ein Corporate Blog Sinn macht oder nicht. Wir Kommunikatoren haben heute eine weite Palette unterschiedlichster Technologien zur Verfügung. Jede hat ihre Stärken, ihre Grenzen. Es hängt von den Zielen ab, von der Kultur eines Unternehmens, was wo zum Einsatz kommt. Wir müssen den Kunden folgen, das ist alles. Ob es wirtschaftlich sinnvoll ist, darf gerne bezweifelt werden. Nur die Alternative bietet sich nicht. Denn dort, wo die Unternehmen ihre Instant-Kommunikation plazieren, sind eben keine - oder nicht mehr ausreichend- Kunden.

Thomas Knüwer erzählte jüngst die Geschichte eines Franchise-Unternehmens, das ein internes Wiki einsetzt, in dem alles niedergeschrieben wird, was für die angeschlossenen Händler von Belang ist. Jeder kann alles ändern, auch die Formulierungen der Konditionen, ja, sogar die Konditionen selbst. Das tat die Auszubildende: Sie vereinfachte kurzerhand das Margensystem, und alle fanden es besser danach. Sicher, eine Geschichte, die sich anhört aus 1001 Nacht. Aber diese Geschichten gibt es tausendfach. Alles wird besser, wenn wir miteinander reden.

Twitter ist so ein Ding, das auch niemand verstehen will, der es nicht kennt. Öffentliche Kurznachrichten in der Länge einer SMS, die jeder abonnieren kann. Seitdem ich Twitter nutze, halte ich einen kleinteiligen und alltäglichen Kontakt zu rund 80 Menschen aus meinem Bekanntenkreis. Jeder kann meine "Tweets" lesen und so mitverfolgen, wo ich bin, was ich mache und was ich denke. Derzeit lesen rund 1.500 Personen regelmäßig diesen Blog, knapp 80 verfolgen meine Twitter-Einträge. Sie alle, darunter Journalisten, Kunden und andere Multiplikatoren, interessieren sich aus eigenem Antrieb für meine Themen. Sie werden nicht gezwungen, sie werden nicht bezahlt. Diese Form der Kommunikation ist längst effizienter geworden als das Verfassen einer Mail oder Pressemitteilung. Nur verstehen das die Menschen auf der wunderbar langsam umherdriftenden Kontinentalplatte nicht mehr. Erst wollten sie es nicht verstehen. Nun können sie nicht mehr.

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FAZ-Portrait von "Bübchengesicht" Gadowski

Veröffentlicht am 29. Oktober 2007 um 11:38 Uhr von Mark Pohlmann

Die FAZ widment heute erneut ein warmherziges Portrait Lukasz Gadowski, dem Gründer von Spreadshirt und Investor vieler, vieler Startups. Die Headline: "Erfolg mit Bübchengesicht". Mein Kernsatz in dem Portrait von Christian Geinitz lautet:

Unser Wachstum haben wir finanziert, indem wir das Geld bei den Kunden schneller einzogen, als wir Rechnungen bezahlten.
Herzlich lachen mußte ich bei folgendem Satz:
Der Gründer, der nicht frei ist von einer parvenühaften Schnoddrigkeit, konzentriert sich lieber auf seine Unternehmensbeteiligungen.

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Live & in Farbe

Veröffentlicht am 22. Oktober 2007 um 17:25 Uhr von Mark Pohlmann

Schöne Tage liegen vor mir, und es würde mich freuen, den ein oder anderen Themenblog-Leser auf einer der beiden Veranstaltungen die Hand schütteln zu können.

Morgen und Übermorgen moderiere ich auf dem Internet World Kogress in München insgesamt sechs Gespräche über die Zukunft des Marketings und Geschäftsmodellstrategien im Internet.

Meine Gesprächspartner auf dem IWK sind (in chronologischer Reihenfolge)

Über Behavorial Targeting spreche ich mit
- Frank Wagner, nugg.ad
- Ulrich Hegge, wunderloop
- Marco Klimkeit, newtention

Über Werbeformate spreche ich mit meinem ehmaligen Kollegen
- Ralf Scharnhorst, Media Contacts

Über Markeinführung im Long Tail spreche ich mit
- Ibo Evsan, Sevenload.

Weiter gehts am Mittwoch mit
- Axel Schmiegelow, Denkwerk über nachhaltige Geschäftsmodelle
- Paul Jozefak, Neuhaus, über das Überleben nach dem Hype
- Martina Pickhardt, über das Scheitern und Neuanfangen.

Am Donnerstag folgt der Versandhandelskongress in Wiesbaden (der dann in seinen dritten Tag geht). Dort halte ich selbst um 9.00 Uhr ein Impulsreferat über Erfolgsstrategien im Web 2.0 und moderiere die Vorträge von

- Sven Kaulfuß, Cyberport über Blogs als Dialogtool
- Hagen Fisbeck, Primondo, über Blogs als Kommunikationstool (wir werden sehen, was dieser kleine aber feine Unterschied letztlich ausmacht ;-)
- Dr. Horst Lüning, Whisky24.de über Kundenclubs, Internetforen und Corporate-Blogs
- Dr. Ludgar Vogt, Intershop, über den idealen Shop im Web 2.0

Ich freue mich auf alle Referenten, Gesprächspartner und Zuhörer. Es sind spannenden Zeiten!

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Die ignorante Elite

Veröffentlicht am 17. September 2007 um 18:15 Uhr von Mark Pohlmann

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Wenn es eine Zielgruppe gibt, die von den Möglichkeiten des Web 2.0 rege Gebrauch machen sollte, dann ist dies die intellektuelle Elite des Landes, also Wissenschaftler, Künstler, Autoren, Philosophen, meinetwegen auch Politiker. Sie alle haben eine Botschaft, sie alle leben von einem gewissen Kult um ihre Person, von dem sich-ins-Gespräch bringen. Dies ist nirgends so effizient umzusetzen wie über das Internet. In weniger als einer Stunde ist eine Seite eingerichtet, die jede Botschaft zu Nullkosten in Sekunden über die Welt verbreitet, von jedem recherchierbar, wahrnehmbar, aufnehmbar und diskutierbar. Und wir wiederum würden von ihnen profitieren: Indem die Vielfalt des Denkens, der Informationen, Meinungen und öffentlichen Diskurse an Reichweite, Aufmerksamkeit und inhaltlicher Tiefe deutlich gewinnen würde. Win-Win nennen wir Marketer sowas.

Allein, die Realität ist eine andere. Dankenswerterweise hat Robert Basic (mal wieder!) eine Diskussion aufgenommen, die offenbar von Marc Scheloske in der Wissenswerkstatt angezettelt wurde. Robert listet mal als Zeichen der Hoffnung die 20 bekanntesten bloggenden Wissenschaftler auf. 40.000 Professoren soll es in Deutschland geben. Und 20 davon führen webbasierte Zwiegespräche mir der Außenwelt.

Alleine dies muss man sich mal vor Augen führen: Ein Softwareentwickler (Robert B.) hat mehr Diskursqualitäten als die ganze Wissenskaste zusammen! Übrigens ist die sich um diese Liste spinnende Diskussion äußerst spannend zu beobachten - weil sich vor allem Jungakademiker zu Wort melden, deren Forumulierungsfreude schon sichtbar anders ausfällt als der sonst in Blogs bekannte Ton...

Zu dem Thema passt, dass sich Burda gerade in Scienceblogs eingekauft hat. Auf der Plattform schreiben laut FAZ-Bericht derzeit 65 Blogger über Wissenschaftsthemen wie Klimawandel, Medizin oder Biologie. Zielgruppe sind keine Fachleute, sondern die interessierte Öffentlichkeit. ScienceBlogs nennt 1,7 Millionen Besuche im Monat, was sehr, sehr viel wäre - auch wenn die Rate der Vielfachbesucher die Reichweite wahrscheinlich nochmal deutlich nach unten korrigieren wird. Burda plant, die wissenschaftliche Blog-Plattform jetzt auch nach Deutschland holen.

Zurück zum Thema, warum so wenige, die es könnten, tatsächlich über ihr Wissen bloggen oder es anderweitig zur Mehrung des eigenen Ruhms nutzen: Da es immer viele Gründe gibt, Dinge NICHT zu machen (die sich alle auf den Faktor "war mir nicht wichtig genug" reduzieren lassen), läßt der augenblickliche Stand nur eine Schlussfolgerung zu: Für akademische / intellektuelle Karrieren spielt der Grad der selbst inszentierten Öffentlichkeit nach wie vor keine Rolle. Es wird also nicht als Defizit wahrgenommen, nicht online präsent zu sein. Wichtiger ist immer noch die klassische, "fremdbestimmmte" Öffentlichkeit über klassische Publikation in anerkannten Fachzeitschriften. Hier bleibt man schön unter sich.

Das wiederum kann nur heißen, daß öffentliche Diskurse noch nicht im Internet angekommen sind. Wären sie es, wären auch die Meinungsmacher hier. Das Verschulden ist also beidseitig: Die Elite verkennt ihre Chancen, wir, ihre Leser und Interpretierer, verkennen unser eigenes Potential, Diskurse ins Internet zu holen. Hierhin gehört der immer wieder vorgebrachte Vorwurf an uns selbst (als die Internet-Avantgarde, wenn man so will), zu sehr im eigenen Saft zu schmoren. Wir kümmern uns zu wenig um gesellschaftliche Themen, und wenn, dann nur soweit, wie sie unsere eigenen Themen berühren. Meinungsfreiheit, Datensicherung, Antiterrorgesetze mögen hier als Beispiele reichen. Es gibt also noch viel zu tun, bis die Kraft des Internets sich auch als gesellschaftliche Kraft entfalten kann.

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Wie wird man Meinungsführer?

Veröffentlicht am 7. September 2007 um 12:50 Uhr von Mark Pohlmann

Mit Mut zur Wahrheit. Und hier noch passende Zitat von Hannah Ahrendt.

Die Wahrheit ist jedem zuzutrauen.

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Was im Web 2.0 anders als im Web 1.0 ist

Veröffentlicht am 13. Juli 2007 um 12:06 Uhr von Mark Pohlmann

Der Unterschied, das sind die Macher selbst.

"Status wird im Moment definiert als das Vermögen, möglichst viel überschüssiges Gewicht durch den Stadtverkehr zum Kindergarten zu fahren."
Qype-Gründer Stephan Uhrenbacher im Interview auf deutschestartups.de

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Personal Branding Checklist

Veröffentlicht am 22. Februar 2007 um 18:01 Uhr von Mark Pohlmann

Ich finde allerdings, man sollte die Liste von hinten lesen.

1. Know what you want: Identify what you want, and start walking toward it.
2. Be able to articulate what you do: When someone asks what you do, answer them immediately with a clear, concise, and confident response.
3. Elevator pitch: Be able to describe who you are and what you do in the time it takes to ride an elevator.
4. Be positive: Be positive.
5. Business card: A 3x5 piece of paper or mini-CD that has your personal contact information clearly printed on it.
6. Have a blog / Website / MySpace, or other online presence: Get your brand online.
7. Multiple e-mail addresses: Get more than one e-mail address.
8. Phone: Get a phone.
9. Signature: Your signature is who you are, your title, and your contact information. You should put this on everything you touch.
10. Logo: A visual image that positively identifies your brand.
11. Personal goals: Set goals for yourself that help you reach what you want.
12. More than one resume: Customize your resume to the potential employer or client.
13. Mentor: Find a guru and have them teach you.
14. Networking outlets / contacts: Continually develop your network by attending industry meetings and conferences.
15. Wardrobe style: When you are going to be near people who you wish to sell your brand to, dress to impress.
16. Multiple IM accounts: Get more than one IM account.
17. Alias: Obtain a positive nickname.
18. Mantra: Collect sayings that enforce your brand.
19. Speaking and PowerPoint template: Speak about what you do and have a hot-looking PowerPoint template to show.
20. Passion: Love what you do.

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Gemeinsam

Veröffentlicht am 8. Februar 2007 um 9:35 Uhr von Mark Pohlmann

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Immer wieder: Apple. Aber was hilft´s? Dieses Unternehmen, selbst mit dem Geburtsfehler eines nicht offenen Systems ausgestattet, zeigt fast wöchentlich dem Rest der Welt, wie Solidarkampagnen funktionieren. Und sie funktionieren immer nach demselben Prinzip. Sich mit den Kunden gemein machen.

Diese Woche im Angebot: Apple verbündet sich mit seinen Kunden gegen die böse Musikindustrie und verlangt das Ende kopiergeschützter Musikdateien ("DRM"). Der firmeneigene Internet-Musikshop iTunes ist der mit Abstand absatzstärkste weltweit. Bis Ende 2006 sind 2 Milliarden Songs, 50 Millionen Folgen von TV-Serien und 1,3 Millionen komplette Filme heruntergeladen beziehungsweise verkauft worden (Quelle: heise.de). Es geht also um was.

Die Argumentation gegen DRM tut an dieser Stelle nichts zur Sache, hier geht es um Kommunikation. Und die setzt immer wieder auf Steve Jobs. Gestern noch als Toastmaster einer eineinhalbstündigen Apple-Show, heute in einem ausführlichen Brandbrief an die Musikindustrie, der publikumswirksam auch auf Apple.com prangt. Und es so in einfach alle tagesaktuellen Medien schafft.

Warum schafft Jobs, was andere nicht schaffen? Weil Jobs das Risiko einer offenen Diskussion eingeht, deren Ausgang niemand kennt. Und wenn er sie kennt, so ist die Ungewißheit jedenfalls pefekt simuliert. Denn niemand weiß, ob die Musikindustrie jemals bereit sein wird, auf den Rettungsanker DRM zu verzichten. Nach allem, was uns auf dieser Bühne bislang vorgespielt wurde, sieht es dafür eher schlecht aus.

Jobs legt sich also mit seinen Lieferanten an und spricht damit seinen Kunden aus der Seele. Das hat nicht nur Unterhaltungswert, sondern ist der Schlüssel für eine unvergleichliche Loyalität seiner Kunden und den Neid der Besitzlosen.

Das alles würde nicht nur bei Steve Jobs und nicht nur bei Computern, Musikabspielern und Online-Shops funktionieren. Wer hätte überhaupt gedacht, daß es auch nur in einem dieser Segmente funktioniert? Es funktioniert, weil Apple Jobs hat, und Jobs Apple ist. Weil hier ein Unternehmen gründergeführt ist, der Chef sich mit seinem Laden und seinen Kunden identifiziert. Und diese Botschaft zu artikulieren versteht.

In der Wirtschaftsberichterstattung menschelt es nicht anders als in Vorabendserien. Das Zeug dazu hätten viele. Es gehört nur das bißchen Mut dazu, mit seinem Gesicht vor dem Wettbewerb zu stehen. Seit langem ein Kandidat wäre E-Plus. Der Mobilfunkanbieter zeigt seit zwei Jahren, wie verbraucherfreundliche Produkte aussehen. Allein, es fehlt das Gesicht dazu.

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Die besten Geschichten schreibt...

Veröffentlicht am 7. Februar 2007 um 15:38 Uhr von Mark Pohlmann

... das Internet. Oder die Neon über das Internet (aber nur im Heft).

Und zwar eine Familiengeschichte darüber, wie ein erfolgreicher Sohn seinen arbeitslosen, hochqualifizierten Vater einstellt. Es ist die Geschichte von Vater Jan Gadowski und seinem Sohn Lukasz unter dem Titel “Wer ist hier der Boss?”.

“In den Achtzigern war Jan Gadowski, 56, Mitglied der polnischen Arbeiterbewegung »Solidarnosc«. Als er keine Stelle fand, die seiner Ausbildung als Diplomingenieur angemessen war, floh er nach Deutschland. Seine Frau und die Kinder kamen nach. In Kassel arbeitete er sich hoch, wurde Abteilungsleiter in einem Betrieb für Dämmstofftechnik.

»Ich habe sehr viel Respekt vor meinem Vater, er ist ein mutiger Mann«, sagt Lukasz Gadowski. Der 28-Jährige kommt gerade von einer Geschäftsreise aus Amerika. 50 Angestellte hat seine Firma »Spreadshirt« dort, noch einmal 150 in Taucha und Leipzig. »Spreadshirt « bedruckt T-Shirts, die die Kunden im Internet selbst designen dürfen. Sie schreiben »FBI – Federal Beauty Inspector« oder »FC Schmalkalden« darauf. Das Geschäft läuft phänomenal.

Vor einem Jahr war Jan Gadowski arbeitslos, sein Sohn Lukasz rief aus Kentucky an. Was macht die Weiterbildung, fragte der Jüngere. Ein Job in Aussicht? Nein, aber viele Bewerbungen. Wie viele? Bestimmt sechzig, mein Sohn. Vater, willst du für mich arbeiten?”
Hier gefunden: First Media-Blog

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Ich hätte gerne die neue Pohlmann...

Veröffentlicht am 1. Februar 2007 um 18:05 Uhr von Mark Pohlmann

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Ist schon komisch, bei Saturn zu stehen und zu fragen, "wo ist denn die neue Pohlmann"?

Nein, wir sind weder verwandt noch verschwägert, aber so eine Namensverwandtheit weckt natürlich solidarische Gefühle. Und wenn man dann eine CD von einem Sänger gleichen Namens kauft fühlt man sich in etwa so wie ein Manager, der die CDs seines Schützlings kauft, um die Scheibe in den Charts nach oben zu bringen.

Was ich eigentlich sagen wollte: Mir gibt es ja zu denken, daß man es überhaupt mit diesem Nachnamen ins Showbiz bringen kann. Aber wenn Kylie geht, warum nicht auch Pohlmann? Und der Vorname (Ingo) macht die Sache ja auch erst so richtig rund.

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Ist wirklich alles in den Medien inszeniert?

Veröffentlicht am 17. Januar 2007 um 15:45 Uhr von Mark Pohlmann

Klaus Kocks sagt: Ja, sicher. Kocks ist eitel, klug und unterhaltsam. Eine gute Mischung für den Job in der PR, wie ich finde. Es selbst nennt sich "der käufliche Intellektuelle". Auch gut. Und gutes Spiegel-Interview. Außerordentlich gut sogar. Für einen PRler.

"Aber Inszenierung heißt nicht, dass es immer einen Regisseur gibt. Warum ist denn auf den Titeln der verschiedenen Zeitungen häufig das gleiche zu sehen? Geht es um die objektive Relevanz der Nachrichten? Nein, denn die objektive Relevanz lässt sich bei der täglichen Meldungsflut nicht prüfen. Es geht um etwas ganz anderes, es geht darum, ob eine Meldung bereits eine Geschichte andeutet. Einen Sinnzusammenhang. Danach wird selektiert. Also bin ich Geschichtenhändler, ich verkaufe Geschichten. Journalisten und PR-Leute benutzen die gleiche Fähigkeit zu verschiedenen Zwecken. So gesehen haben Sie und ich denselben Job. Aber wehe, das spricht jemand offen aus. Das ist dann der Punkt, wo bei den Journalisten die berufsethischen Alarmglocken läuten."

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Lebenslauf in lässig

Veröffentlicht am 10. Mai 2006 um 18:25 Uhr von Mark Pohlmann

Soeben Johnny Haeusler, Betreiber des Spreeblicks, noch ganz kurz vor knapp als Referenten gewonnen - weil Peter Praschl leider verhindert ist. Die Bitte um einen Lebenslauf wurde mit einem Link beantwortet - auf Wikipedia. Lässig ;-)

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Lieber Ferfried, Hut ab

Veröffentlicht am 4. April 2006 um 18:01 Uhr von Mark Pohlmann

Nur, weil ich gerade bei stern.de über das Bild gestolpert bin: Ferfried, Respekt. Du läßt es wirklich krachen. Dir ist dein Image scheißegal, denn du bist ein Italian Stallion. Du kannst sie alle haben, und jeder kann es sehen. In dieser Kompromisslosigkeit ist die Sucht zur Selbstdarstellung und - zerstörung einzigartig in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands. Ich bin beeindruckt, wirklich. Vielleicht bin ich sogar ein wenig neidisch, sich öffentlich nicht so bretthart gehen lassen zu können wie du. Viel Erfolg für alles weitere - auch wenn die Blonde an deinem Ohr jetzt nicht so mein Typ ist.

tatjana_500_500.jpg

Was das mit Themenblog, Zuhören und Kommunikation zu tun hat? Gar nichts.

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Identifikationsfiguren

Veröffentlicht am 27. März 2006 um 11:34 Uhr von Mark Pohlmann

Nur, weil ich gerade an diesem Problem sitze: Gibt es eine nationale Web-2.0-Prominenz? Ich suche nicht primär Promi-Blogger, sondern Unternehmer wie Lars Hinrichs, die das Thema tatsächlich prägen.

Irgendwie doch erstaunlich. Alle reden sich die Köpfe heiß um das Thema, aber Persönlichkeiten mögen sich nirgends herausbilden. Da war Web 1.0 doch noch aus ganz anderem Holz geschnitzt: Unvergessen für mich die 16-Seitige Anzeige im Spiegel von Pixelpark zum Börsengang im schönsten Hype-Umfeld im Oktober1999 mit dem finalen Gedanken von Paulus Neef auf der letzten Seite: "Ja, ich kann mir vorstellen, über den Atlantik zu gehen" - womit auf gewohnt subtile Weise die Expansionspläne des Unternehmens angedeutet wurden...

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Versessenheit adelt

Veröffentlicht am 2. Januar 2006 um 10:32 Uhr von

Was für eine Personalie: Der britische PC-Designer Jonathan Ive ist zum Ritter geschlagen worden. Bewundernd schreibt die FAZ:

Apple_ive_1 Er ist versessen auf Details, zum Beispiel die fingerfreundlich angerauhte Oberfläche des iPod-Rades oder das Gehäuse eines Computers, das sich ohne Schraubenzieher öffnen läßt. "Ich weiß, daß keiner bewußt auf solche Details achtet", sagt Ive, "aber daß wir uns überhaupt über solche Sachen den Kopf zerbrechen - ich glaube, das macht unsere Produkte so kostbar", sagte er in einem Zeitungsinterview. Auf das Konto des Teams um Ive gehen der originale, bunte iMac sowie dessen weißer Nachfolger, aber auch die mit Aluminium gestalteten G5-PowerMacs. Auch die Montage des Bildschirms auf einem Schwenkarm ist eine Erfindung von Ive (Quelle: FAZ.net)

Wenn es für den Ritterschlag reicht, Rädchen anzurauhen oder einen Bildschirm an einen Schwenkarm zu hängen, warum ist die Welt dann nicht voller zum Ritter geschlagener Gestalten? Weil in einer Mediengesellschaft nicht die Arbeit an sich, sondern ihre Inszenierung zählt. Beim Personenmarketing zählt nur eine Botschaft: beseelt von seiner Arbeit zu sein. Und von wem könnte man besser lernen als von Apple und seinen Ikonen? Deswegen von dieser Stelle: Herzlichen Glückwunsch, Ive.

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Personen-PR: Einer für alle?

Veröffentlicht am 20. Juni 2005 um 18:33 Uhr von

In den wenigsten Unternehmen ist die Welt so schön geordnet, daß jeder weiß: der Chef ist der Frontmann. Da gibt es neben dem CEO noch den CFO, CTO, COO oder CMO. Und jeder hält ein beträchtliches Stück Verantwortung in der Hand, das jeder von ihnen öffentlich wahrgenommen wissen möchte.

Die Frage, die sich an dieser Stelle regelmäßig stellt: Ist es vom Ergebnis nun besser, alle Themen auf eine Person zu projizieren, die den Alleinunterhalter gibt, oder jedem sein thematisches Feld zu überlassen. Die Chancen und Risiken scheinen gleichmäßig verteilt. Auf eine Person zugespitzte Themen entfalten eine bessere öffentliche Wahrnehmung. Dafür bleiben viele Themen liegen, weil die katalytische Wirkung nur begrenzte Kapazität verträgt. Umgekehrt zeugt Teamarbeit zwar von großer Harmonie, inhaltlich nutzt sie aber immer nur den kleinsten gemeinsamen Nenner, weil sich ein Orchester nunmal auf die (vorgegebenen) Noten konzentrieren muß, um zu klingen.

Ich empfehle in dieser Diskussion, die Mentalitäten der handelnden Personen nicht ganz außer acht zu lassen. Es gibt wahre Rampensäue, die einen Draht zur Außenwelt herstellen, wo noch gar keine Verbindung ist. Das sind meist die Generalisten, nicht die Experten. Dazu ist die persönliche Belastbarkeit ein nicht zu unterschätzender Faktor. Öffentlichkeit ist nicht nur Lust, sondern auch Last. Denn dieser Mensch wird nicht nur die schöne Umsatzsteigerung in guten Zeiten, sondern auch die Entlassungen und gestrandeten Strategien vertreten müssen - mit seiner Person, mit seinem Namen.

Wenn sich einer in der Führungsmannschaft findet, der Gesprächpartner lebendig für sich einzunehmen weiß und dennoch von geerdeter Erscheinung ist, ist dies auch der richtige Mann für die Medien. Wenn so einer fehlt, sollten es lieber alle machen. Dann ist es gut, wenn die Verantwortung auf vielen Schultern verteilt wird.

Wer ein wirklich gutes Thema hat, braucht eigentlich keine PR. Die Funktion von PR entscheidet sich dann, wenn der Wind von vorne bläst. Das gilt auch für die Frontfiguren, die diese zu vertreten haben. Wetterfest sollte man dann schon sein. Man muß eine Krise schon selbst einmal öffentlich ausgestanden haben, um zu wissen, was das heißt.

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Deutschkurs für Heuschrecken

Veröffentlicht am 14. Juni 2005 um 15:00 Uhr von

Wie macht ein Italiener der deutschen Wirtschaft klar, daß er hier viel vorhat, auch wenn er zuallererst 2.000 Stellen abbaut? Mit fünf Worten: "Ich werde Deutsch lernen müssen". (Unicredito-Chef Allessandro Profumo im Interview mit der F.A.Z.)

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Mainstream-Denken ist falsch

Veröffentlicht am 23. Mai 2005 um 16:46 Uhr von

Malik_teamarbeit_3"Beethoven hat nicht im Team komponiert. Ohnehin werden fast alle grossen Leistungen von Einzelnen erzielt. Teamarbeit zu heroisieren, wie es heute "in" ist, führt zu falschem und schlechtem Managament."

Wer sagt denn, daß Werbung nur macht,wer sonst nichts zu sagen hat? Fredmund Malik, wortgewandter Prediger wider lasche Managementweisheiten mit eigenem Managementinstitut, beeindruckt im aktuellen Spiegel mit einer doppelseitigen Anzeige, die eines der gängigsten Wirtschaftsparadigmen anprangert: Teamarbeit als Basis für Höchstleistungen. Malik, auf dessen großartige Kolumnen beim Manager Magazin ich hier verweisen möchte, hat ein schönes Reizthema besetzt. Mal sehen, was er in naher Zukunft liefert, um es auch aufzulösen.

Leider hält der weitere Anzeigentext nicht, was die Headline verspricht - zuviel und zu spröde Eigenwerbung und zuwenig Substanz. Und wieviel die Einzelleistung Beethovens ohne die Teamarbeit des Orchesters wert ist, will ich hier gar nicht diskutieren...

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Siemens greift in Kapitalismusdebatte ein

Veröffentlicht am 3. Mai 2005 um 16:09 Uhr von

Siemens_piererSpät, sehr spät kommen die Ikonen der deutschen Wirtschaft aus der Deckung und greifen in die Kapitalismusdebatte ein. Heinrich von Pierer, bis vor wenigen Wochen Siemens-Vorstand und dort jetzt Aufsichtsrat, bezieht in der FTD Stellung. Das Ergebnis: ein beherztes "einerseits, andererseits". So wohlausgewogen nichtssagend wird die Diskussion wohl ohne ihn weitergehen.

(...) Auch wir bei Siemens sind stolz, wenn wir vielen jungen Menschen in Deutschland einen neuen Job geben können. Letztes Jahr waren es - einschließlich der neu eingestellten Auszubildenden - fast 10.000. Wir sind auch stolz, wenn wir bei Siemens die Zahl der Beschäftigten im Inland unter schwierigen Bedingungen in letzter Zeit konstant bei über 160.000 halten konnten. Aber wir wissen: Wer alles so lassen will, wie es ist, wird auch das verlieren, was er bewahren will. Unsere Chancen liegen darin, dass wir unsere Kosten in den Griff bekommen. Die Agenda 2010 der Bundesregierung findet sich - abgewandelt auf betriebswirtschaftliche Erfordernisse - auch in den Unternehmen wieder. Jeder weiß aber, dass das nicht reicht.

Ich warte derweil darauf, daß ein Polarisierer wie Wiedeking den Ball aufnimmt und in besonnenem, aber politisch unkorrektem Ton erklärt, wie wichtig gewinnorientiertes, also eigentlich egoistisches, Handeln in der Wirtschaft ist. Es scheint, dass auch 150 Jahre nach Karl Marx Aufklärungsunterricht in Sachen Ökonomie notwendig ist. Wer erklärt dem Sozialstaat die Arbeitswelt? Es warten viele Sympathiepunkte darauf, vergeben zu werden. 

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Schaulaufen auf Hauptversammlungen

Veröffentlicht am 11. April 2005 um 16:28 Uhr von

Schrempp_hv2005Gute Eigen-PR machen derzeit die Fondsgesellschaften. Die Zeilen von Alexander Gutzmer, Chefredakteur vom Verbands-Fachblatt "Pressesprecher", spiegeln schön die allgemeine Erwartungshaltung, daß Großanleger durch ihre Stimmacht wirkungsvolle Kontolltrupps bei unternehmerischen Schieflagen sind. 

Ein harter Tag für Jürgen Schrempp: Die Hauptversammlung hat den DaimlerChrysler-Chef so richtig rangenommen. Das Aktionärstreffen ist ein Beispiel für die zunehmende Bedeutung großer Investmentgesellschaften. Dies ist, anders als Verteufelungsdiskurse um das böse Großkapital nahe legen, zu begrüßen: Damit bekommen Hauptversammlungen ein höheres Argumentationsniveau. Mediale Großereignisse waren diese schon immer. Doch auf bloßen Krawall gebürstete Hobby-Analysten verleihen HVs den Charakter pseudodemokratischer Showevents. Fonds wie DWS hingegen haben wirklich etwas zu sagen.
Quelle: PDF-Newsletter "Sprecherszene 56"

Leider wird, abgelenkt durch die überflüssigen Schmähungen Richtung Kleinaktionär, vollkommen ausgeblendet, daß in Realität nicht mehr als ein laues Lüftchen herauskam:

1. Der DaimlerChrysler-Vorstand - also auch Schrempp - wurde mit 94,59 Prozent entlastet. 2004 waren es nur 88,49 Prozent. Den Aufsichtsrat entlasteten die Aktionäre mit 94,38 Prozent. Im Jahr davor waren es 87,28 Prozent.

2. Die Investmentgesellschaften, die vorab am lautesten gemosert haben, enthielten sich bei der Abstimmung. Warum stimmten sie nicht dagegen?

3. Soweit sie zitiert wurden, hielten sich die argumentativen Höhenflüge der institutionellen Anleger in engem Rahmen.

"Mindestens ein Zylinder läuft nie rund".
"Wer Premiumprodukte zu Premiumpreisen anbietet, muss auch Premiumqualität liefern"

Thomas Meier, Sprecher der Fondsgesellschaft Union Investment

"Fehlentwicklungen im Konzern werden zu spät erkannt und adressiert"
"Die Geduld der Aktionäre ist erschöpft"
"Eine Ikone ist Mercedes längst nicht mehr."
"Der Wert der Marke Mercedes werde leichtfertig aufs Spiel gesetzt"

Klaus Kaldemorgen, DWS Investment

"Fünf Jahre Misswirtschaft nach der Chrysler-Fusion"

SEB-Fondsmanager Thomas Körfgen
(Zahlen und Zitate: ftd.de)

Merke: Auch wenn Profis besser als Laien die Geschäftszahlen interpretieren können, müssen sich ihre Erkenntnisse nicht unterscheiden.

5. Laut dem in Berlin anwesenden Handelsblatt-Redakteur Thomas Knüwer war die Stimmung auf der HV "erstaunlich lau" (Hier sein lesenswerter, weil sehr realtitätsnaher Bericht)

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Schüler unterrichten Intel-Vorstand

Veröffentlicht am 31. März 2005 um 9:36 Uhr von

Intel_barretDie Meldung selbst ist langweilig, auch wenn sie durch alle Ticker lief. 

In Deutschland haben sich bereits 300.000 Lehrer an einem Fortbildungsprogramm zum Umgang mit Computer und Internet beteiligt. 

Interessant wird sie dadurch, dass Intel-Chef Craig Barret sich aus diesem Anlaß von deutschen Schülern neue Technologien erklären läßt. "Mann beißt Hund", ein zuverlässiger Dreh, aus öden Fakten spannende Themen zu zaubern. Wie hier in der FAZ:

Uwe Treske hat sein Abiturzeugnis noch nicht in der Tasche, erst in vier Wochen ist es soweit. Treske wird seinen Abschluß schaffen, daran gibt es keinen Zweifel. Neben ihm steht Craig Barrett, Vorstandsvorsitzender von Intel, des größten Chipherstellers der Welt. (...) Treske hatte Barrett in nahezu fehlerfreiem, flüssigen Englisch soeben die Funktionsweise eines vom ihm selbst entwickelten Rastertunnelmikroskops erklärt, hochleistungsfähig, gebaut aus sehr preiswerten Teilen. Der promovierte Materialkundler Barrett ist begeistert.

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Live-Retorte

Veröffentlicht am 19. Februar 2005 um 14:00 Uhr von

Mmw FAZ.NET schreibt über die Präsentation der neuen CD von Marius Müller-Westernhagen:

"Eine Stunde lang dreht sich die Scheibe in dem am Boden liegenden Gerät, das wie ein Heiligenschrein angeleuchtet ist. Das Ergebnis steht in fast lächerlichem Kontrast zum Aufwand seiner Präsentation. Deswegen kann es nicht ironisch gemeint sein, als Marius Müller-Westernhagen am Ende für die Geduld dankt."

Marius singt also nicht selbst, sondern lauscht gemeinsam mit Journalisten seiner CD. Klarer Fall von Überschätzung des eigenen musikalischen Könnens. Wofür steht MMW? Früher war das klar: Kneipe, Kleinkunst, Kumpel. Schon lange wundere ich mich darüber, dass MMW, der längst nicht mehr wie ein Musiker, sondern wie ein Modezar auftritt, überhaupt ernst genommen wird. Womit? Wofür? Marius, was willst du uns sagen?


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In der Krise Verantwortung übernehmen

Veröffentlicht am 15. Februar 2005 um 18:15 Uhr von

Fischer

In Krisen wandelt sich die Bedeutung von Worten. Vorbild Fischer zeigt, wie man Verantwortung übernimmt, um keine Konsequenzen zu ziehen.

Dazu FAZ.NET

"Rhetorisch gesehen, ist der Verantwortungspomp ein versuchter Schlußstrich: Ich habe ja schon die Verantwortung übernommen! Was wollt ihr denn noch? Wer so handelt, bekennt sich zu seiner Verantwortung wie zu einer Eselsmütze, die er für den Zeitraum einer Bundestagsdebatte, eines Untersuchungsausschusses oder einer Aktionärsversammlung tragen muß. Danach ist die Strafe verbüßt und alles wie zuvor.

Daß dieses absurde Verfahren in der Regel funktioniert, liegt an der schwabbeligen Gefühlsdrüse der Mediengesellschaft, die alles und nichts übelnimmt, alles und nichts verzeiht und allenfalls für einen Augenblick zuckt, wenn ein Wort wie Verantwortung mißbraucht wird. Aber ist nicht die moralische Niederlage, die im öffentlichen Eingeständnis einer möglichen Verfehlung bei gleichzeitiger Zurückweisung jeglicher Konsequenzen besteht, für jeden Politiker Strafe genug? Ja, haben wir denn gar kein Herz? Nein, lieber nicht."

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