Die ersten Referenten beim AktienCamp stehen fest

Veröffentlicht am 20. Januar 2009 um 16:45 Uhr von Mark Pohlmann

In eigener Sache: Wir organisieren zum zweiten Mal das AktienCamp für die FinanzCommunity Stockflock, das am 28. Februar in Berlin stattfindet. Das AktienCamp ist die erste Netzwerkveranstaltung für Börsenprofis und Privatanleger. Hier präsentieren Experten und Hobbyanleger ihr Fachwissen. Anregung und Austausch stehen im Mittelpunkt.

Die Veranstaltung sieht sich in der Tradition von "Unkonferenzen" wie die BarCamps. Wikipedia erklärt dazu: "Der Ablauf von BarCamps hat Ähnlichkeiten mit der Open Space-Methode, ist jedoch lockerer organisiert. Er besteht aus Vorträgen und Diskussionsrunden (Sessions). Alle Teilnehmer sind aufgefordert, selbst einen Vortrag zu halten oder zu organisieren. Die Teilnahme ist kostenlos und nur aus Platzgründen limitiert, eine vorherige Anmeldung daher notwendig."

Beim Aktiencamp ist die Teilnahme nach einer kurzen Registrierung auf der Website www.aktiencamp.de kostenlos, aber auf 100 Gäste begrenzt.

Das Thema in Berlin lautet:

"Boom trotz Krise. Wo sind die Märkte der Zukunft?"

Beim ersten AktienCamp in München drehten sich die Vorträge rund um die aktuelle Situation der Finanzkrise. In Berlin können Private und Professionelle diskutieren, wie sich die Märkte im Jahr 2009 entwickeln werden und was die besten Stratgien für Investoren sind.

Wie sieht der Tag genau aus?

Unser Programm besteht aus zwei Komponenten: Am Vormittag geben Finanzmarktprofis Einblicke in ihre Strategien.

Am Nachmittag stellen auch auf dem 2. AktienCamp Privatinvestoren und Hobbyanalysten die aus ihrer Sicht interessantesten Aktientipps vor. Eure Top-Aktienempfehlung könnt ihr vor dem Event auf Stockflock veröffentlichen.

Hier ein Auszug aus der Sprecherliste:

* Alexander Artopé, Geschäftsführer, Smava
* Christian Burmann, Vorstand, Berliner Börsenkreis
* Susanne Böck und Holger Zechmann, Börse München
* Konstantin Sixt, Sixt AG
* Marc-Oliver Eckart, Rechtsanwalt und Experte für Bank- und Kapitalmarktrecht
* Daniel Schlingelhof, Cortal Consors BNP PARIBAS
* Kai Malkwitz, pvxchange
* Dirk Elsner, Blick log

Mehr zum 2. AktienCamp gibt es hier.

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Direktmarketing: Nutzer wollen selbst entscheiden, wie sie beworben werden

Veröffentlicht am 27. Oktober 2008 um 18:43 Uhr von Anna Friedrich

ExtraTarget, ein Researchunternehmen für E-Mail Marketing, hat in Zusammenarbeit mit dem Media Design Center der US-Universität Ball State University untersucht, was bei den Amerikanern online zu Kaufentscheidungen führt. In einer Studie wurden über 1.500 US-Internetnutzer im Alter zwsichen 15 und 65 plus zu ihrer Einstellung und Nutzung von eins-zu-eins Kommunikationsmitteln befragt.

Dabei siegen in der - wohl für Onlinemarketing wichtigsten Gruppe der 18 bis 34-Jährigen - eindeutig Direktnachrichten und Email als mögliche Werbekanäle. Mike Bloxham von der Ball State University erklärt:


One of the key findings in this research is that 18- to 34-year-olds claim they are more likely to be influenced to make purchases based on e-mail marketing messages and direct mail than marketing messages on social networks. It is too easy to assume that the media consumers choose for their own news, information and entertainment are, by default, the best media to use for marketing messages. This is a dangerous assumption to make in a time when consumers are becoming increasingly aware of their level of control over their media experiences.

Was die Untersuchung der in sechs Personengruppen unterteilten Befragten außerdem noch ergab:

  • Von den Vernetzten, das sind in der Regel junge männliche Konsumenten zwischen 18 und 34, die keine Kinder haben, sind 20 Prozent für Sms-Marketingdienste angemeldet. Nachrichten sind jedoch nur dann erwünscht, wenn sie wirklch brisant sind, z.B. wichtige Finanznews oder Reiseupdates.

  • Über die Hälfte der jungen Hausfrauen zwischen 18 und 34 benutzen tagsüber soziale Netzwerke und Sms-Nachrichten, aber bevorzugen Direktnachrichten und Email als Werbekanäle.

  • Selbst bei den Konsumenten im Rentenalter, männliche und weibliche Rentner, haben mehr als 80 Prozent bereits Online-Käufe getätigt und 94 ließen sich dabei von Direktmarketing leiten.

  • Besonders spam-bewusst sind die College-Studenten: sie empfinden es als Tabu, private Kommunikationskanäle wie Sms und soziale Netzwerke für Werbezwecke zu missbrauchen.

  • Teenager von 15 bis 17 Teens nutzen im Verlgeich am meisten soziale Netzwerke. Aber sie lassen sich primär durch Direktnachrichten und Emails in ihrer Kaufentscheidung beeinflussen, gefolgt von den Kanälen Sms und sozialen Netzwerken.

  • Frauen kommunizieren bei den Berufstätigen eher über Medien, wie Instant-Messengers, Sms und soziale Netzwerke, als ihre männlichen Kollgen. 92 Prozent beider Geschlechter allerdings haben bereits im Internet eingekauft.

Insgesamt bietet die Studie Messaging Behaviors, Preferences and Personas Ergebnisse, die sich auch in den Köpfen der Marketiers einprägen sollten.

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Interessanterweise dreht sich bei den "Textnachrichten" die Beliebtheit der Kaufkanäle um. Bei den Kanälen Direktnachricht, Email und Telefon ließ sich jeweils die Altergruppe 25 bis 34 beeinflussen. Bei SMS sind es nun die Teenager, von denen 11 Prozent aufgrund von Produktwerbung kaufen. Social Networks werden bei Ihnen mit 10 bis 12 Prozent ähnlich als Werbekanal akzeptiert wie SMS.

Klar spielen alle Kanäle eine Rolle im Marketingmix - dennoch zeigt sich, dass gerade die Social Networks als Marketingtool zur Kaufentscheidung deutlich überschätzt wurden. Ausserdem sind die Ergebnisse auch leicht widersprüchlich zur aktuellen Bitkom-Prognose, nach der die Bedeutung mobiler Datendienste steil wachsen soll und der Industrie bis 2012 gar 0,7 Mrd. Euro umsatz einbringen soll. Und laut einer Studie von Forrester Research werden bis zum Jahr 2013 sogar 125 Millionen Europäer mobil im Netz surfen.

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Networking-Event für Profis und Privatanleger: 1. AktienCamp in München

Veröffentlicht am 18. August 2008 um 11:22 Uhr von Mark Pohlmann

Stockflock veranstaltet am 18. Oktober das 1. AktienCamp in München. Ziel der ersten offenen Netzwerkveranstaltung für Börsenprofis und Privatanleger ist es, eine neue Kultur der Inspiration und Vernetzung in die Finanzszene zu tragen. Einen Tag lang präsentieren Experten und Hobbyanleger ihr Fachwissen. Das AktienCamp steht in der Tradition der BarCamps. Die Vorträge und Diskussionsrunden werden durch die Teilnehmer selbst koordiniert. Alle Teilnehmer sind aufgefordert, selbst einen Vortrag zu halten oder Referenten und Themen vorzuschlagen. Organisiert wird das AktienCamp von der Aktiencommunity Stockflock.de, die von der Sixt e-ventures GmbH betrieben wird. Die Teilnahme ist kostenlos, aber auf 100 Plätze begrenzt.

Nach dem Motto "Von den Besten lernen, Neues entdecken" geben als Auftakt vier Finanzmarktprofis Einblicke in ihre Anlagestrategien. Erich Sixt, Vorstandsvorsitzender der Sixt AG spricht zu der Frage: "Wie macht man seine erste Million?" Venture Capitalist Christian Leybold von BV Capital behandelt das Thema Unternehmensbewertung. Der als Börsenbauer bekannte Johann Schmalhofer erläutert die technische Analyse anhand von Rohstoffwerten. Christian Wietoska, Vorsitzender des Bundesverbandes der Börsenvereine an deutschen Hochschulen (BVH), widmet sich der Portfolio-Optimierung für Privatanleger.

Bis zu zehn weitere Vorträgsplätze stehen allen AktienCamp-Teilnehmern offen. Sie können die aus ihrer Sicht interessantesten Investments, Analysemethoden oder Anlagestrategien vorstellen. Teilnehmer, die selbst präsentieren wollen, reichen ihre Beiträge im Forum von www.aktiencamp.de ein.

Hierzu registrieren Sie sich bitte erst als Mitglied auf www.aktiencamp.de und melden sich dann für die Teilnahme am 18. Oktober 2008 in München an.

Disclaimer: Mavens Dialog organisiert das AktienCamp für Stockflock.de

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Hyperconnected II

Veröffentlicht am 6. Juni 2008 um 9:30 Uhr von Mark Pohlmann

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via: Paul Jozefak

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Netzwerke bestehen aus Kontakten

Veröffentlicht am 30. Mai 2008 um 12:30 Uhr von Mark Pohlmann

Manchmal sind die Sachen so einfach, dass man sie auch sofort aus den Augen verliert. Beim Nachdenken, Angsthaben und zaghaftem Herauszögern darüber, wie sich Werbung in Gesprächsumfeldern entwickelt (andere nennen das Web 2.0, Communities oder sonstwie), gerät ein Punkt immer sofort aus dem Fokus: Hier stellen sich Menschen dar, hier werden sie sichtbar. Unternehmen können versuchen, ihre Produkte wie Personen aussehen zu lassen, es bleiben doch stumme Dinge. Aber Menschen können für Produkte stehen: Mitarbeiter genauso wie Kunden.

Warum eigentlich versteht sich niemand in den Markenhochburgen auf die ganz simple Vernetzung? Es ist ganz einfach, ja, nicht nur das, es ist schlichtweg trivial: Ich erzähle, was mich interessiert und höre zu, was andere zu sagen haben. Die, denen ich zuhöre, nehme ich zu meinen Kontakten auf. Wer das bei ein paar hundert Menschen macht, ist plötzlich selbst zu Hunderten verdrahtet, weil eben nichts interessanter ist als ein anderer Mensch, der mir zuhört.

Es gibt Menschen, die fast ausschließlich über dieses Verfahren ganze Unternehmen am Markt einführen. Das Lustige ist aber: Das kann wirklich jeder, und: es funktioniert, wie Loic Le Meur beweist. Sein Vertriebskanal für den Videodienst Seesmic sind seine Online-Kontakte, die über jeden seiner Schritte informiert sind und ihm einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil einbringen. Wer Seesmic schlagen will, muss vernetzer als Loic sein. So einfach ist das Leben manchmal.
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Wir sind nicht hier.

Veröffentlicht am 14. Mai 2008 um 17:31 Uhr von Mark Pohlmann

Sondern auf dem großartigsten Internetkongress, den dieses Land zu bieten hat. Wir sehen uns hoffentlich!

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Breakthrough

Veröffentlicht am 8. Mai 2008 um 12:18 Uhr von Mark Pohlmann

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Noch sieben Tage ... und wir freuen uns auf jeden einzelnen dieser 1001.

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Das nächste Opfer des Mitmachens: Porno

Veröffentlicht am 14. Januar 2008 um 8:19 Uhr von Mark Pohlmann

Spiegel Online weist zurecht auf die Sorgen der Pornoindustrie hin, die dank Angeboten wie Pornotube.com und Youporn.com Umsatzrückgänge verspüren. Die Angebote sind so einfach wie bestechend: Auf den Mitmachseiten können wie auf Youtube Videos kostenlos hochgeladen und angeschaut werden. Dabei handelt es sich nicht nur um massenhaft raubkopierte Ware. Genauso fürchten die Porno-Anbieter selbstgebastelte Home Videos.

Wer hätte das gedacht? Dass die Zielgruppe der Sex-Filmchen den Anbietern den Garaus machen, indem sie sie selbst drehen? Damit reiht sich diese Sorte Filmindustrie in die Liste der Branchen ein, deren Geschäftsmodelle sich durch das Mitmachen verändern. Hierzu zählen die klassische Musik- und Film-Industrie (Hier bislang eher durch das Peer-to-Peer-Tauschen. Angeblich sind 50 Prozent des gesamten Datenverkehrs im Internet auf illegale Filmdownloads zurückzuführen.) der Tourismus (ohne positive Bewertung voriger Gäste auf Holidaycheck werden auch in Deutschland keine Ferienzimmer mehr gebucht). Und nicht zu vergessen die Verlage, hier vor allem die Tageszeitungen und das Kleinanzeigengeschäft.

Zurück zum Thema. Porno war ja schon immer DAS Geschäftsmodell fürs Web. Mehr als 10.000 Filme werden alleine von Hollywood aus produziert und bescheren den Studios geschätzte zehn Milliarden Dollar Umsatz, schreibt die FAZ. Und nun also haben diejenigen, die rund ein Jahrzehnt diskret und bereitwillig ihre Kreditkarte gezückt haben, das Paradies im Lande Kostenlos gefunden.

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Die Alexa-Grafik zeigt neben den absoluten Zahlen wieder einmal auch, wie intensiv das Wachstum im Mitmachweb ist und damit: wie groß der Bedarf ist. Während klassische Verlagsangebote nur schwach wachsen, oft natürlich auch auf durchaus beeindruckend hohem Niveau, können Dienste, in denen der User sich selbst seinen Inhalt schafft, in wenigen Monate in die Top10 aufstoßen. Youtube, Facebook, SchuelerVZ oder eben diese Pornodienste machen es vor.

Ein großes Problem dieses Erfolges soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden: Ihr Jugendschutz ist so derart einfach zu umgehen, dass man als Eltern sich schon Sorgen machen darf, in welchem Alter ihre Kinder in Kontakt mit diesen Inhalten kommen und welche Konsequenzen das für ihre Erwartungen und Eindrücke von Sexualität hat. Deswegen der schlichte wie hilflose Rat, Adoleszenten niemals alleine surfen zu lassen, wenn man sie diese Schwelle nicht zu früh übertreten wissen will.

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Menschen beeinflussen Menschen. Und Werbung.

Veröffentlicht am 20. November 2007 um 10:30 Uhr von Mark Pohlmann

"People influence People".

Das so schlichte wie schöne Zitat steht im Economist und stammt von Mark Zuckerberg, der 23-jährige Gründer und Vorstand von Facebook als derzeit angesagteste Community. Was er damit meint, ist, dass Werbung nicht von selbst wirkt. Menschen müssen Werbebotschaften aufnehmen und weitertragen. Werbung ohne sozialen Kontext ist irrelevant. Von wegen "Eyeballs" (denglisch für "Sichtkontakte").

Dieser Aspekt ist zwar nicht neu, aber insofern erwähnenswert, als dass er zwei wichtige Konsequenzen für das Marketing andeutet, deren Bedeutung immer noch nicht ausreichend wahrgenommen wird.

1. Wir hören auf Menschen. Nicht auf Werbung.

Es gibt keinen "Massenmarkt". Es gibt keine "Zielgruppe". Gab es noch nie. Jeder Markt ist die Summe von Individuen. Schon immer. Nur weil man bislang nicht nachverfolgen konnte, dass eine Marke erst im Gespräch sein muß, um sich überhaupt zu bilden, nur weil man die Wechselwirkungen aus Begehrlichkeit, Angebot und Botschaften nicht sieht, die sich durch Millionen Kleinst-Konversationen mäandern, heißt es nicht, dass es nicht schon immer so gelaufen ist. Ist es aber. Erst, wenn sich die richtigen Multiplikatoren auf die richtigen Marken und Produkte einlassen, entsteht das, was wir "Markenimage" nennen. Erst wenn eine Marke auch ein Image hat, ein Profil, ist es eine Marke. Vorher sind Logos Pixelhaufen. Menschen sind die Projektionsflächen. Markets are Conversations. Und das Internet macht diese jetzt transparent.

2. Das Web 2.0 ist das Ende der Reichweite.

In der Transparenz des Mediums liegt die eigentliche Revolution für das Marketing. Endlich werden die Gespräche sichtbar, für jeden nachvollziehbar, integrierbar, beeinflussbar. Das alte Kräfteverhältnis der Werbung ("ich sende, du hörst zu") hört auf zu wirken, und das neue ("wer mir zuhört, dem höre ich auch zu") ist erst dabei, sich zu bilden.

Die Konsequenzen: Marken unterhalten sich.

“For the last hundred years media has been pushed out to people,” he said, “but now marketers are going to be a part of the conversation.”

Zuckerbergs These (und die vieler anderer) lautet jetzt also, daß die Marke Teil der Gespräche werden muss. Das ist natürlich einfacher gesagt als getan. Und mit den alten Werbeformaten schon gar nicht zu machen. Mit den alten Werbekonzepten auch nicht. Niemand will ja mit den Konsumenten reden, das kostet Zeit und Geld und führt zu Erkenntnissen, die bestenfalls unbequem sind.

Was also tun? Zuckerberg (und viele andere) wollen auf die vielen heute schon real existierenden Werbemilliarden nicht ganz verzichten, bevor die neuen sich etabliert haben - die heute noch niemand richtig kennt. Denn ein ein beliebig skalierbarer Mechanismus hat sich noch nicht herausgebildet. Wichtig ist vor allem aber erstmal zu erkennen, dass es zwei Dinge für das braucht, was ich "Empfehlungsmarketing" nenne: 1. einen Ort, an dem die Gespräche stattfinden, und 2. Menschen, die die Botschaften glaubwürdig verbreiten.

Für Zuckerberg, der den Ort ja schon hat, ist der nächste Schritt die Personalisierung der werbenden Marke. Er gibt ihnen eine digitale Identität. Vorreiter war Myspace. In dem Netzwerk haben viele hundert Marken wie eine Person eine eigene Profilseite. Hier können andere dann Freundschaften mit der Marke schließen und sich mit anderen Fans unterhalten. Das funktioniert so leidlich.

Das kann man auf Facebook jetzt auch. Und ein bisschen mehr. Der Economist nennt Sprite als Beispiel, deren Avatar man sich auf seine eigene Profilseite holen und ein bisschen damit rumspielen kann. Mmmh. Das hört sich für mich ehrlich gesagt ziemlich gequält und infantil an.

Viel interessenter ist eine andere Funktion: Die eigene Portraitseite soll mittelfristig die eigenen Einkaufsaktivitäten abbilden, so dass die Shoppingtouren quasi Teil der eigenen Identität sind - die Liste würde all diejenigen Produkte abbilden, mit denen sich der einzelne identifiziert. Aber auch hier: Die Idee ist gut, ob sie tatsächlich zu einem Multiplikationseffekt führt, ist unsicher. Wir erinnern uns: der Wert der Gespräche ist der unmittelbare Nutzen für den einzelnen. Werden Gespräche skaliert, sollen sie massentauglich werden, verlieren sie ihre Einzigartigkeit. Und damit ihren Nutzen.

Das Problem ist auch die mangelnde Qualität der großen Netzwerke. Die wenigen guten Inhalte verlieren sich auf Facebook und Myspace in einem Heer von Irrelevanz. "Signal versus Noise" lautet das im "Wörterbuch der schönsten Web-2.0-Metaphern". Es braucht Mechanismen, Qualität zu fördern, hervorzuheben. In der Entwicklung dieser Mechanismen liegt die Verantwortung der Netzwerke selbst.

Ich persönlich glaube auch nicht an die Zukunft großer Netzwerkmoloche wie Facebook. Für mich liegt die Zukunft im genauen Gegenteil: In der noch viel weiter fortschreitenden Atomisierung von Zielgruppen. Die Zukunft gehört der Nische. Die überlebenswichtige Frage für die Werbewirtschaft ist, wie sich die Millionen Nischen sinnvoll zu wirtschaftlich ansprechbaren Zielgruppen aggregieren lassen.

Das ist das Spannende am Hier und Jetzt: Es muß sich alles ändern, damit es bleibt wie es ist. In diesem Sinne: Entdecker gesucht.

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Kontinentaldrift

Veröffentlicht am 15. November 2007 um 9:11 Uhr von Mark Pohlmann

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Kommunikatoren wandeln zwischen den Welten. Sie vermitteln zwischen Interessengruppen, wecken Verständnis. Und Neugierde. Als ein solcher Mediator bin ich derzeit viel auf Kongressen und sehe anderen beim Ringen um den Sinn partizipativer Medien zu.

Doch die Diskussionen ändern sich. Während wir noch vor 12 Monaten alle vereint am Steg saßen und staunend die Möglichkeiten bewunderten, die sich da dunstig am Horizont bildeten, sind die einen längst in ihren kleinen Booten aufgebrochen. Die anderen blieben zurück und hadern seitdem damit, auf welcher Seite des Ozeans das Gras grüner ist.

Genauso spielen sich auch die Diskussionen auf den Konferenzen ab. Während auf Veranstaltungen wie den Medientagen München vor allem die Rechtfertigung im Vordergrund steht, warum es richtig ist, nicht jetzt schon aufzubrechen, dazu noch in so kleinen Booten und wahrscheinlich ohne Ahnung, in welche Richtung es zu paddeln gilt, beginnen die, die auf Kongressen wie der Sime in Stockholm (auf dem ich derzeit gerade weile) rumschippern, die Zurückgebliebenen zu vergessen. Die Tektonik der Kommunikation verändert sich. Nicht nur für die, die sich auf das Neue einlassen. Es findet ein Kontinentaldrift statt, den die nicht merken, die auf der wegtreibenden Platte stehen.

Die Auswirkungen sind verheerend. Denn wir hören in diesen Tagen auf, die selbe Sprache zu sprechen. Während in den wankenden Booten gestaunt wird, wie gut Wikipedia schon ist, wird an Land vor allem wahrgenommen, wie riskant es ist. Nicht nur die Wirtschaft selbst spaltet sich in digitale und analoge Apologeten. Auch die Kommunikationswirtschaft spaltet sich in zwei Lager: Die einen begreifen die durch die Digitalisierung entstandene Partizipation an der Ressource Aufmerksamkeit als Chance, die anderen als Krise. So einfach ist das. Wir haben Mutige und Ängstliche.

Die Angst führt zu absurden Verweigerungshaltungen, wie die von Agentur-Chef Lars Cords, der seine gesamte Agentur mit einem Denkverbot in Sachen Mitmach-Medien belegt hat ("99,99% des Inhalts im Web 2.0 ist das Ergebnis von egozentrischen Selbstreflektierern und hat das Niveau von Teenager-Tagebüchern" Quelle). Gut, Herr Cords äußert damit nur das, was seine Kunden denken. Die Kunden, die in Reichweite denken und Umsatz von der Kommunikation verlangen.

Diese Menschen übersehen, wie weit die Kunden ihrer Kunden schon sind. Das Mitmachen ist längst Teil des Alltages. Hier ist jeder Kunde Teil der Aufmerksamkeitsökonomie, jeder steht selbst im Mittelpunkt seines eigenen Interesses. Hier sind Menschen die Epizentren, nicht die Unternehmen.

Die Mutigen unter den Kommunikatoren fragen nicht mehr nach dem Nutzen von einzelnen Tools. Die Diskussion dreht sich schon längst nicht mehr um die Frage, ob ein Corporate Blog Sinn macht oder nicht. Wir Kommunikatoren haben heute eine weite Palette unterschiedlichster Technologien zur Verfügung. Jede hat ihre Stärken, ihre Grenzen. Es hängt von den Zielen ab, von der Kultur eines Unternehmens, was wo zum Einsatz kommt. Wir müssen den Kunden folgen, das ist alles. Ob es wirtschaftlich sinnvoll ist, darf gerne bezweifelt werden. Nur die Alternative bietet sich nicht. Denn dort, wo die Unternehmen ihre Instant-Kommunikation plazieren, sind eben keine - oder nicht mehr ausreichend- Kunden.

Thomas Knüwer erzählte jüngst die Geschichte eines Franchise-Unternehmens, das ein internes Wiki einsetzt, in dem alles niedergeschrieben wird, was für die angeschlossenen Händler von Belang ist. Jeder kann alles ändern, auch die Formulierungen der Konditionen, ja, sogar die Konditionen selbst. Das tat die Auszubildende: Sie vereinfachte kurzerhand das Margensystem, und alle fanden es besser danach. Sicher, eine Geschichte, die sich anhört aus 1001 Nacht. Aber diese Geschichten gibt es tausendfach. Alles wird besser, wenn wir miteinander reden.

Twitter ist so ein Ding, das auch niemand verstehen will, der es nicht kennt. Öffentliche Kurznachrichten in der Länge einer SMS, die jeder abonnieren kann. Seitdem ich Twitter nutze, halte ich einen kleinteiligen und alltäglichen Kontakt zu rund 80 Menschen aus meinem Bekanntenkreis. Jeder kann meine "Tweets" lesen und so mitverfolgen, wo ich bin, was ich mache und was ich denke. Derzeit lesen rund 1.500 Personen regelmäßig diesen Blog, knapp 80 verfolgen meine Twitter-Einträge. Sie alle, darunter Journalisten, Kunden und andere Multiplikatoren, interessieren sich aus eigenem Antrieb für meine Themen. Sie werden nicht gezwungen, sie werden nicht bezahlt. Diese Form der Kommunikation ist längst effizienter geworden als das Verfassen einer Mail oder Pressemitteilung. Nur verstehen das die Menschen auf der wunderbar langsam umherdriftenden Kontinentalplatte nicht mehr. Erst wollten sie es nicht verstehen. Nun können sie nicht mehr.

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Crowd Socking

Veröffentlicht am 18. Oktober 2007 um 14:58 Uhr von Mark Pohlmann

Selbsterklärend. Ich sage nur: DaWanda, bitte übernehmen!

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Inklusive sehr liebevoller Details, wenn man auf einzelne Anbieter klickt:

"Achtung: Annie ist bereits dabei 2 Paar Socken zu stricken."

Via: PaulinePauline

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Motivation zum Mitmachen

Veröffentlicht am 11. Oktober 2007 um 21:13 Uhr von Mark Pohlmann

Warum schreiben Menschen ins Internet? Diese Frage begegnet mir täglich, und manchmal kann ich auch nicht erklären, warum Millionen Menschen plötzlich diesen oder jenen Dienst nutzen. Aber ich habe zwei Kernmotivationen ausgemacht. Nein, der erste ist nicht die Selbstdarstellung. Je länger ich mich mit Mitmachmedien beschäftige, umso weniger wichtig scheint mir die Eitelkeit. Denn wer eitel ist, hält nicht lange durch, wenn er nicht wirklich beachtet wird. Beachtetung bekommt aber in der Überfülle des Internets nur eine konkrete Leistung. Diese zu erbringen, hat wiederum seltenst mit Selbstdarstellung zu tun. Es ist ein netter Nebenfeffekt, wenn andere Faktoren stimmen.

Die beiden Punkte lauten: Gruppenzugehörigkeit und Schwarmintelligenz. Das erste kennen wir aus den derzeit überall aus den Boden sprießenden Netzwerken, für das zweite steht, ganz klar, Wikipedia, aber auch Foren, die heimlichen Stars des Internets. Aber auch Blogs. Menschen macht es Spaß, andere Leute an ihren Erkenntnissen teilhaben zu lassen. Weil auch dies sie wieder mit anderen Menschen und damit anderem Wissen zusammenbringt. Es kann so einfach sein. Wie in diesem Blogeintrag, der schon viele Monate alt ist, aber ständig neu Menschen einfach in Dankbarkeit bringt. Weil sie hier über wenige Zeilen Hilfe bekommen, die ihnen bei den Herstellern versagt bleibt. Eigentlich ein Trauerspiel für die Marken, wie wenig es braucht, um Kunden zufriedenzustellen. Und wie oft es diesen dennoch versagt bleibt.

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Pro-Mavens

Veröffentlicht am 19. Februar 2007 um 15:42 Uhr von Mark Pohlmann

Die Amerikaner nennen sie etwas pathetisch Evangelisten, aber die Rolle dürfte auch in Deutschland bald bei vielen Unternehmen zu besetzen sein: Menschen, die ihre Begeisterung für ein Thema in einem wichtigen Zielgruppensegment so überzeugend vertreten, daß sie es sich leisten können, dafür bezahlt zu werden.

In Amerika ist dies längst gängige Praxis, wie der "Brand Evengelist" Michael Gartenberg beweist. Er liefert auch gleich die Stellenbeschreibung bei seinem neuen Arbeitgeber Microsoft nach.


What is an enthusiast evangelist? Our job is to find, engage and work with enthusiasts and other influencers and show them all the cool stuff that Microsoft is doing. In short, it’s our job to act as the bridge between Microsoft and end users.

Seine Glaubwürdigkeit leidet nicht unter dem Profi-Status. Im Gegenteil, sie erhöht seinen Status. Gartenberg ist als bezahlter Evangelist das "öffentliche Bloggesicht" von Microsoft für die Webgemeinde. Fortan gilt: Wer als Kunde wahrgenommen werden möchte, tue dies gerne über ihn. Denn nicht nur was er selbst erzählt, wird beachtet, sondern auch die Diskussionen in seinem Umfeld. Mit Gartenberg steigt auch der sich bei ihm artikulierende Endkunde in der Hierarchie um Aufmerksamkeit ein kleines Stück nach oben. Evangelisten-Marketing ist Arbeit mit Mavens. Man könnte auch ganz ohne Denglisch sagen: Die Zukunft der Werbung sind persönliche Empfehlungen.

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Meinungen sind Tatsachen

Veröffentlicht am 7. November 2006 um 11:51 Uhr von Mark Pohlmann

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"Dreißig Prozent der deutschen Internetnutzer haben bereits ein Produkt nicht gekauft, weil sie negative Kommentare von anderen Nutzern im Internet gelesen haben. Im Gegenzug geben 56 Prozent an, sich von positven Kommentaren beeinflussen zu lassen." Robert Kerschensteiner, Hotwire in FAZ vom 6.11.2006

Man kann es auf eine einfache Formel bringen: Käufer sind in der Selbstorganisation den Anbietern um Lichtjahre voraus. Während hüben noch darüber sinniert wird, was das alles bedeuten könnte, vernetzen sich die Konsumenten munter drauflos.

Worauf ich an dieser Stelle kurz hinweisen möchte (weil ich ein längeres Pamphlet dazu bereits in Arbeit habe): Blogs sind es nicht (unbedingt). Ja, Blogger beeinflussen Meinungen, sind bestens vernetzt und sehr gut recherchierbar. Aber hier werden selten bis gar nicht Kaufentscheidungen über Autos, Fotoapparate, Kinderwagen, Restaurants oder Kosmetikartikel gefällt. Das passiert eher in den hunderten Foren, die einem erfahrenen Marketier Augenkrebs schon vom Hinschauen verursachen. Doch es hilft nichts: Hier erhält jeder, der eine echte Meinung oder tatsächliche Erfahrung zu einem Produkt sucht, meist innerhalb weniger Minuten (und immer kostenlos), und das auch am Sonntagabend, eine fundierte, ehrliche Antwort. Über die sich diskutieren läßt, was dann auch meistens geschieht. Am Ende sind alle klüger - klüger vor allem als der von seinem Hersteller meist vollkommen falsch geschulte Verkäufer, der einem ob der oft exzellent informierten Kaufinteressenten schon fast leid tun kann.

Kurzum: Wer es bislang noch nicht wahrhaben wollte, wie stark das Web 2.0 bereits in den elitären Trotzburgen des Marketings marodiert, für den sollte die der Aussage zugrundeliegende Hotwire-Studie ein Weckruf sein. Die Freiheit der Selbstinformation ist gerade im Konsumumfeld ein so wertvolles Gut, daß niemand, der davon genossen, dies freiwillig wieder aus der Hand gibt.

Passend dazu ein Erfahrungsbericht zu Hotlines
"Die Angst des Kunden vor der Hotline ist allgegenwärtig. Selten gibt es hilfreiche Antworten, häufig kostet ein Anruf mehr als ein Euro pro Minute."

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Bloggen hilft

Veröffentlicht am 1. November 2006 um 10:27 Uhr von Mark Pohlmann

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Das ist das Schöne am Bloggen - und so schwer zu verstehen, wenn man es selbst nicht macht: Interessenten für die eigenen Themen finden von selbst hierhin, jede Kontaktaufnahme fällt fortan viel leichter, weil das Gegenüber über den Blog schon viel mehr über die eigene Expertise weiß, als man in den längsten Telefonaten, Meetings, Websites oder Pressepublikationen je hätte erzählen können.

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Ich bin ein Fonero

Veröffentlicht am 20. Oktober 2006 um 10:53 Uhr von Mark Pohlmann

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Ich habe wirklich ein Faible für visionäre Medien, geradezu zwangsläufig begeistert mich da Fon. Das Prinzip: Wer seinen Internet-Anschluß über Fon für andere öffnet, darf auch jeden anderen Fon-HotSpot nutzen. Hinter Fon stehen mehrere Internetfirmen, darunter Skype und Google.

Die Idee ist als solche schon gut. Spätestens seit gestern ist Fon allerdings die offizielle Keimzelle des ubiquitären Internets. Um eine möglichst breite Versorgung mit HotSpots zu erreichen, verschenkt jetzt Fon seinen WLAN-Router "La Fonera" kostenlos an Neumitglieder.

Ich bin seit gestern ein Fonerao.

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Im Dialog mit dem Kunden: Wie eingreifen?

Veröffentlicht am 9. Oktober 2006 um 14:21 Uhr von Mark Pohlmann

Offene Kommunikation wird genauso propagiert wie gefürchtet. Was aber machen, wenn der Kunde, Mitarbeiter oder auch der Wettbewerb wirklich von seiner Möglichkeit Gebrauch macht, seine Meinung zu sagen? Wenn er kritisiert, vor aller Augen, in Blogs oder Foren von Unternehmen oder, schlimmer noch, in den Weiten des Webs. Dort, wo der eigene Arm nicht hinreicht.

Prinzipiell gilt: Es passiert jedem, es passiert jetzt schon, es passiert auch in Zukunft. Kein Grund zur Unruhe. Sie können viel mehr tun als Sie denken.


1. Unliebsame Kommentare im eigenen Reich

Sie betreiben ein Forum oder ein Blog? Gut. Allem voran: Zensieren oder löschen Sie niemals, ohne nachvollziehbar zu sein. Die Folgen einer Meinungsbevormundung werden schnell schlimmer als der zugrundeliegende Anlaß.

Kritik, auch schwer ertragbare, ist immer zuerst ein Gesprächsangebot, das es aufzunehmen gilt. Gesprächsverweigerung wird als Schuldeingeständnis verstanden. Wenn Sie zensieren, wecken Sie die schlafenden Hunde, die nur darauf warten, daß Sie einen Fehler machen, den Sie bereuen werden.

Doch es gibt noch einen anderen Grund: RSS. Dieses unelegante Kürzel sorgt in ihrer Social Software dafür, daß jeder publizierte Inhalt sofort in die Weiten des Internet versendet wird. Beiträge wie Kommentare. RSS hilft Suchmaschinen, ihre Websites zu indizieren und Abonnenten, automatisch von Neuigkeiten unterrichtet zu werden.

Löschen Sie ruhig. Auf Technorati finden Sie es noch Monate später, als wäre nichts gewesen. Das kann schnell zum Albtraum werden.

Sie wollen es gar nicht so weit kommen lassen und Kommentare erst freigeben, bevor sie erscheinen? Das funktioniert, allerdings nur in der Theorie. In der Praxis wird ihr Forum / Blog schnell zu Ghost City, weil die Diskussion dort fortgeführt wird, wo diese Barrieren nicht existieren.

Was also stattdessen?

a) Erstellen Sie einen Code-of-Conduct, in dem Sie ganz genau beschreiben, was erwünscht / erlaubt ist und wann Sie löschen. Verweisen Sie darauf. Wenden Sie ihn an.
Wenn Sie löschen: Erklären Sie, warum Sie wann welchen Beitrag entfernt haben, und geben Sie eine Person an, die für weitere Auskünfte zur Verfügung steht.
b) Aber eigentlich geht es ja um etwas ganz anderes. Sie wollen nicht Dialog vermeiden, sondern anstoßen. Deswegen: Antworten Sie doch einfach erstmal auf die Vorwürfe, sofern sie begründet und konstruktiv vorgetragen sind. Schon das allein, die echte Auseinandersetzung eines Unternehmens mit einem konkreten Problem auf der Gegenseite löst schon in vielen Fällen den Aggressionsstau auf.

Bedenken Sie: Sie haben alle Trümpfe in der Hand. Niemand kennt Ihre Produkte besser als Sie selbst. Machen Sie was draus, erklären Sie, warum eine Situation ist, wie sie ist. Wenn etwas schief gelaufen ist und Sie zu recht am Pranger stehen: Wunderbar - an dieser Stelle gestehen Sie den Fehler einfach ein, geloben Besserung und erklären, was für Sie jetzt zu tun ist.

2. Unliebsames im weiten Netz

Finden unerwünschte Diskussionen auf unbekannten Drittseiten statt, wird alles schwieriger, weil indifferenter.

- Geben Sie sich zu erkennen und reagieren Sie auf die Kritik, soweit sie diskutabel ist. Am besten mit einer guten Argumentation, weiteren sachdienlichen Hinweisen und einem Kontakt, wohin sich jedermann - der Autor wie seine Leser - wenden kann.
- Ist der Beitrag voll mit unappetitlichen Schmähungen, sind Sie fein raus. Ab einem gewissen Zeitpunkt brauchen Sie sachlich nicht mehr zu argumentieren, wenn die Sachebene nicht erwünscht ist. Die Außenwirkung von wirklichen Schmutzschlachten ist meist viel geringer als befürchtet.
- Sollten Inhalte mit dabei sein, die Sie dennoch gerne aus der Welt sähen, können Sie, ohne gleich in juristischen Dimensionen zu denken, "von hinten" Kontakt zum Autor oder dem Betreiber der Website nehmen und um Löschung oder Korrektur bitten.
- Wenn alles nichts hilft, kein Gesetzesarm der Welt den Übeltäter erreichen kann, weil sich alles auf den Seychellen abspielt, gibt es immer noch Plan B.

Plan B heißt: Gegenöffentlichkeit organisieren.

- Beobachten Sie, wer sich auf die betroffenen Seite verlinkt oder über sie schreibt. Nehmen Sie Kontakt auf und überzeugen Sie sie vom Gegenteil.
- Sorgen Sie dafür, daß eine Suche nach den Schlüsselworten über Google und Technorati nicht sofort zum Delinquenten führt. Sprich: Aggregieren Sie eigenen Inhalt zum Thema, der aktueller, reichhaltiger, stichhaltiger und vor allem: reichweitenstärker ist als die Originalquelle, damit diese in den Suchrankings nach hinten fällt. Falls es Videos sind, die im Umlauf sind: machen Sie bessere zum gleichen Thema.

- Beziehen Sie "Ihre" Öffentlichkeit in die Schlacht mit ein. Aktivieren Sie Ihre Multiplikatoren. Zeigen Sie, daß diese wichtig für Sie sind.

Zusammenfassung

Öffentliche Diskurse im Internet sind Teil der Öffentlichkeitsarbeit. 99 Prozent davon ist im besten Falle konstruktiv, im schlechten harmlos. Das restliche 1 Prozent wird nur zum Sprengsatz, wenn Sie falsch reagieren oder es (arrogant) ignorieren. Richtig reagieren Sie immer dann, wenn Sie mit offenem Visier kämpfen, das Gespräch anbieten und mit Leidenschaft und Sachlichkeit das Gegenteil zu belegen suchen. Das wird in der Regel auch honoriert, da dies noch immer eine Ausnahme ist. Wie heißt es so schön? Krisen sind Chancen.

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Transparenz in der Krise

Veröffentlicht am 4. Oktober 2006 um 11:24 Uhr von Mark Pohlmann

Transparenz muß man nicht nur wollen, man muß sie auch aushalten. Einmal eingerichtet, ist der digitale Dialog ein wunderbares Füllhorn für des Volkes Meinung - und der eigenen Mitarbeiter, wie Siemens-Chef Kleinfeld derzeit leidvoll erfährt. Auf die besondere Bedeutung von Social Software, vulgo "Der Blog des Chefs im Intranet" weist die FAZ heute in ihrem Leitartikel auf Seite 1 hin:

"Ihr Unmut richtet sich gegen den neuen Vorstandsvorsitzenden Klaus Kleinfeld, und er entlädt sich im Intranet. Im elektronischen Tagebuch, das der junge Chef so gerne nutzt, kann Kleinfeld nachlesen, wie die Belegschaft auf die Gehaltserhähung von 30 Prozent reagiert. Die Mitarbeiter, die nicht anonym, sondern nur in ihrem Namen schreiben können, werfen dem Vorstand Maßlosikgeit vor, weil viele von ihnen um ihre Arbeitspläze zittern müssen. Die Begründung [...] für den Gehaltssprung zerpflückt ein Mitarbeiter in einem Satz: "Ich habe von der Siemens-Personalabteilung gelernt, daß nur Verweise auf eigene Leistungen das Gehalt rechtfertigen - nicht Vergleiche mit anderen"

Zuallerst gilt das Lob der Siemens-PR, daß sie nicht der Versuchung erliegt, die Wahrheit zu beugen, wie das schon bei dem Kleinfeld-Eintrag in Wikipedia oder dem berühmten Kleinfeld-Foto passiert ist, aus dem die Rolex retuschiert wurde.

Die Wahrheit ist also zugelassen bei Siemens, immerhin. Und sie findet den Weg in die Medien. Damit haben auch die Kommentatoren einen direkten Zugang zu dem Herrschaftsinstrument PR. Der einzelne Mitarbeiter bekommt erstmals eine Stimme, eine, die wesentlich differenzierter zu nutzen ist als die Drei-Wort-Losungen auf den Spruchbändern des DGB ("Nieten in Nadelstreifen").

Das ist eine nicht zu unterschätzende Revolution: Daß der eigene Mitarbeiter im Konflikt nicht mehr als dumpfe Masse, als agitierender Mob auftreten muß, sondern sich auf Augenhöhe mit dem Vorstand artikulieren kann - und gute Argumente findet, auf die wiederum die Führung adäquat reagieren kann. Das nennt man Dialog.

Intranets und Blogs können, wenn sie denn verantwortlich eingesetzt werden, zu einer wirksamen Versachlichung der Diskussion führen. Schon die Möglichkeit zur Meinungsabgabe hilft, den Frust zu verarbeiten. Daß die Identifizierung des Beitragschreibers keine Barriere ist, zeigt, wie wichtig dieses Instrument tatsächlich ist.

Blogs und Wikis sind also ein funktionierendes Kriseninstrument. Man muß sie nur zu nutzen wissen. Allerdings lassen sie sich nicht erst in einer Krise installieren. Kleinfeld war gut beraten, in ruhigen Zeiten den Dialog zu suchen und in in rauhen Zeiten nicht aufzugeben. Nur so kann es funktionieren.

Nachtrag 5.10.06: Die FAZ beschäftigt sich heute nochmals ausführlich mit der schlechten Krisen-PR von Kleinfeld.

Nach Ansicht von Beobachtern macht zudem Kleinfelds Eitelkeit die Öffentlichkeitsarbeit schwer. Auf Kritik reagiert er dünnhäutig. Mit dem Bestreben, sich und den Konzern stets nur im hellsten Licht erscheinen zu lassen, sorgt er bei Journalisten für Kopfschütteln. Auf die schon legendäre Sache mit der Rolex-Uhr ist er überhaupt nicht gut zu sprechen. Auf einem Foto hatte er das goldene Stück nachträglich wegretuschieren lassen. Ein Trost bleibt Kleinfeld. Zumindest die "Bild"-Zeitung wird die Rolex nicht mehr so schnell erwähnen.

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Kann ich mir direkten Dialog leisten?

Veröffentlicht am 22. September 2006 um 12:40 Uhr von Mark Pohlmann

Zu "Cords-Gate" ist eigentlich alles schon gesagt. Nur noch nicht von jedem.

Abseits aller Polemik ist ein Punkt wirklich essentiell: Kann ich mir direkten Dialog leisten, oder: wie bekomme ich die Atomisierung der Zielgruppen in den Griff, ohne mir Heerscharen von Bloggern, Call-Center-Agents und Öffentlichkeitsarbeitern in die eigenen Reihen zu stellen?

Wo ich vorher über die Vermittlung über die Werbung oder über die Journalisten in der Lage war, eine 1:n Kommunikation zu betreiben, kann ich das Dialogangebot der Variante 2 nur durchhalten, wenn ich das Potential n:n biete. Also eine erhebliche Vergrößerung der Anzahl der handelnden Personen.
(Zitat Lars Cords, GF der PR-Agentur FischerAppelt, in den Kommentaren von basicthinking.de)

Was Cords umtreibt, entspricht dem Geist des klassischen Marketings. Werbung und PR basiert auf gesicherter Reichweite zu präzisen berechenbaren TKPs, kampagnengerecht auf einen fest definierten Zeitraum ausgelegt. Für diese Sicherheit wird Geld gezahlt.

Sie ist teuer erkauft: Durch die Unsicherheit, ob der Konsument tatsächlich diese Werbebotschaften wahr- und aufnimmt. Nicht nur viele Blogs sind irrelevant, verehrter Herr Cords, die meisten Werbebotschaften und Pressemitteilungen sind es auch.

Blogs & Co. funktionieren anders. Ihre Inhalte sind Gesprächsangebote, die nicht nur gelesen, sondern auch aufgenommen und weitergetragen werden. Die interaktive, kleinteilig vernetzte Internetwelt ist für ein Unternehmen, das Millionen Menschen erreichen will, nach wie vor kein Hauptkanal zum Konsumenten. Da gebe ich Ihnen recht. Aber es ist ein Multiplikatorenmedium.

Multiplikatoren, die werbliche Botschaften weitertragen, gibt es seit eh und je. Dazu reicht ein Stichwort: Apple.

Mit Blogs & Co. werden diese Multiplikatoren jetzt sichtbar. Und ansprechbar. Diese Chance des Dialoges zu vertun, heißt, auf den Einfluß und die Reichweite zufriedener Kunden sträflich zu verzichten. Ich finde es mutig von Ihnen, dies Ihren Kunden zu empfehlen.

Lieber Herr Cords, lange Rede kurzer Sinn: Das Internet ist kein Sack Flöhe, sondern eine Chance, mit den 50 wichtigsten Multiplikatoren unter den Kunden ihrer Kunden zu kommunzieren. 1:n=50. Darum geht es.

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Mein Fotoalbum und der Weltkonzern

Veröffentlicht am 28. August 2006 um 10:07 Uhr von Mark Pohlmann

tcommunity.gif


"Die T-Community ist eine intelligente Kommunikationsplattform. Und ich lade Sie ein, ganz neue Möglichkeiten für sich zu entdecken. Hier finden Sie neue Kontakte, Experten oder Bekannte. Sie können Erfahrungen und Interessen mit anderen Mitgliedern austauschen. Und das Beste: Die T-Community dient gleichzeitig als multimediale Kommunikationsplattform." (O-Ton aus dem T-Community-Werbefilm)

Ich sach´ es mal so. Wenn die Telekom auf einen Trend aufspringt, ist das wie mit einem Taxifahrer, der einem ungefragt Aktientipps gibt: Höchste Zeit, auszusteigen. (Ok, ok. Nur weil ein Vergleich hinkt, muß er noch lange nicht stimmen.)

Und warum eigentlich? Hat die Telekom nicht ausnahmsweise alles richtig gemacht? Ich teile die Einschätzung, daß Communities in naher Zukunft ein bedeutender Wirtschaftsfaktor sind. Wer sich und seine Kunden nicht vernetzt, dem entgehen in einer Welt zersplitterter Zielmärkte wichtige Multiplikatoreneffekte.

Doch die T-Community ist, anders als die neue Sony-Community, nicht um die eigene Produktwelt herum gebaut, sondern begreift sich als markenunabhängiges "Portal", auf dem "jeder alles kostenlos und rund um die Uhr" kommunizieren und publizieren kann.

Es ist jetzt schon abzusehen: der Plattform fehlt die Initialzündung für ein echtes Eigenleben. Wer soll sie nutzen? Die Werbung spricht alle an. Also niemanden. Wer soll sich hierfür begeistern, wer hier Gleichgesinnte finden? Der Telekom-Kunde? Die Nicht-Kunden? Für was? Tagebücher? Für Bauhaus-Sparmodelle? Tierfotografie? Hochzeitsviedaos? Die Infrastruktur, so ausgereift sie auch sein mag, macht nicht den Unterschied. Es sind die Menschen, die dieser Infrastruktur einen Sinn geben. Und das jeden Tag wieder. Bei aller Marktmacht wird diese Plattform wahrscheinlich nicht aus dem irrelevanten Me-too-Umfeld von Flickr, Myspace & Co hinauskommen.

Denn die haben alle am Anfang etwas Entscheidendes richtig gemacht: Sie haben ihre Angebote um eine (von oben gesehen) sehr kleine, sehr scharf umrissene Zielgruppe herum gebaut, die mit wachsender Nutzung für immer weitere Zielgruppen interessant wurden. Myspace war zu Beginn - und ist bis heute - ein Marketingtool für Bands, Flickr für Hobby-Fotografen, Facebook für amerikanische Studenten an B-Class-Unis, OpenBc für Medienmenschen... die Liste ließe sich beliebig weiterführen. Nichts davon aber hätte der Telekom gereicht. Mit dem Ergebnis, daß sie jetzt nichts in den Händen hält.

Genauso lang ist die Liste ehrgeizig gestarteter und vorerst gescheiterter Communities:Yahoo 360°. Google Talk. AOL Aktiv. Allesamt Giganten im Web, aber eben ohne spezifische Ansprache, ohne Stallgeruch. Gleichgesinnte treffen heißt aber eben: Sich Zuhause fühlen. Kleinteiligkeit. Unperfektion. Wissen, wer der andere ist. Daran hapert es bei den Weltmarken eben gewaltig. Sie haben keine Zeit, Dinge entstehen zu lassen, sondern akzeptieren nur große Tore für ein Millionenpublikum. Murdoch war gut beraten, das Chaos bei Myspace weitestgehend zu belassen. 80 Millionen Menschen, die sich Myspace als ihre Plattform ausgesucht haben, haben dies getan, weil sie von außen weder gestört noch belehrt werden wollen.

Dementsprechend verständlich ist die Kritik an der Sony-Strategie, die die Video-Community Grouper gekauft haben. Nicht, um eine eigene Community zu haben, sondern um dort das eigene Programm zu versenden. Aber, hey, laut New York Times hat Grouper 430.000 User im Juli gehabt. Die haben schneller eine Alternative gefunden, als Sony senden kann.

Mein Wunsch an die Marken dieser Welt: Macht es selbst. Behandelt eure Kunden als das, was sie sind: Etwas Besonderers. Hört ihnen zu, entdeckt die Sehnsüchte, die sie haben und versucht, Antworten hierauf zu finden. Gebt ihnen Platz, sich zu entfalten. Sprecht mit ihnen. Lobt sie. Schlagt ihnen was vor, unternehmt etwas zusammen. Unter eurem Namen, auf euren Websites. Das braucht wenig Geld, nur Zeit, ist aber wahrscheinlich der einzige Weg, etwas Bleibendes aufzubauen, für das euch eure Kunden auch noch lieben.

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Mediennutzung zur Selbstervermarktung

Veröffentlicht am 5. Juli 2006 um 11:20 Uhr von Mark Pohlmann

Bekanntlich liegt die Mediennutzung bei rund 10 Stunden am Tag (wenn auch mit viel Parallelkonsum). Zeit, die heute verkonsumiert wird, morgen aber aktives Eigenmarketing wird. So jedenfalls macht es heute schon eine kleine Truppe von Meinungsbildnern, die Blogger und Myspacer. Und morgen werden es alle machen: Sich nur noch mit Medieninhalten / Werbung beschäftigen, wenn man selbst Teil von ihnen ist. Medien mutieren zu Projektionsflächen des eigenen Egos. Darauf werden sich auch Werber einstellen dürfen, wenn sie wollen, daß ihre teuren Kampagnen von vorlauten, selbsternannten Werbeexperten nicht zerredet werden.

Die einzige, schmerzhafte Lösung heißt: Partizipation. Laßt die Leute mitmachen und sie sich dafür begeistern, in ihrem Umfeld meinungsführender Teil einer großen Bewegung zu sein. Aktuell wunderschön zu verfolgen bei der Umsetzung der Internetpläne einer großen westdeutschen Zeitungsgruppe. Gut gemacht & viel Erfolg!

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Reboot = Klassentreffen

Veröffentlicht am 31. Mai 2006 um 15:02 Uhr von Mark Pohlmann

Ich mache mich gleich auf den Weg zur Reboot nach Kopenhagen. Wer sich die Teilnehmerliste anschaut, sieht, daß wieder das "Who is Who" der Bloggerszene vor Ort ist. Bis gleich also ;-)

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Lernfähig

Veröffentlicht am 19. April 2006 um 12:05 Uhr von Mark Pohlmann

Erzähle es mir, und ich werde es vergessen.
Zeige es mir, und ich werde mich erinnern.
Laß´ es mich machen, und ich werde es verstehen.

(Hängt bei uns an der Wickelkommode)

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Managing bei Mailing around

Veröffentlicht am 13. April 2006 um 14:33 Uhr von Mark Pohlmann

Es wird Zeit für jeden Manager, sich zu fragen, was seine Mitarbeiter wirklich denken, über das, was er von sich gibt. Die Antwort werden sie nur finden, wenn sie nicht von oben herab Sitzungen im kleinen Kreis abhalten, sondern reden, reden, reden. Auch die E-Mail kann kein Management by Walking Around ersetzten - selbst wenn es das ist, was so mancher denkt, wenn er am Rädchen der Plastiktoastscheibe namens Blackberry dreht und sich als Bestandteil der Kommunikation im 21. Jahrhundert fühlt.
Quelle: Indiskretionen Ehrensache

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Das kommentierende Unternehmen

Veröffentlicht am 5. April 2006 um 15:31 Uhr von Mark Pohlmann

Immer wieder kommt in Diskussionen über zuhörende Unternehmen die Frage, wie Organisationen auf Blogger und Foren überhaupt reagieren sollen. Ganz einfach: So, wie Hanno Müller von E-Publica auf den Eintrag von Martin Röll reagiert (erster Kommentar).

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o2 startet Wiki für mobile Mac-User

Veröffentlicht am 29. März 2006 um 10:30 Uhr von Mark Pohlmann

mobile-macs.gif

Mit tatkräftiger Unterstützung von Björn Ognibeni hat o2 ein Blog samt Wiki ins Leben gerufen. mobile-mac.de ist noch sehr beta, zu sehen ist aber schon der Wille des Unternehmens, Mittel und Wege aufzuzeigen, wie das mobile Office für jeden Macianer Wirklichkeit werden kann.

In den Worten Deutschlands führenden Viral-Marketers klingt das dann so:

[Wir wollen] die Technik zur Verfügung stellen, ein Problem für die User lösen, mit den Usern kooperieren, statt In-Your-Face-Marketing. Wir haben also überlegt, bei welchen Problemen O2 zur Lösung beitragen kann und kamen dabei auf die Idee von mobile-macs. Denn auch auf o2-Seite sitzt ein alter Mac-User, der, genau wie ich, die Probleme kennt, die man hat, wenn man seinen Mac mobil nutzen will. Wo findet man Treiber für UMTS Datenkarten? Wie kann man das neue Handy mit dem Mac synchronisieren? Die Antworten findet man natürlich auch heute schon im Netz, aber nur sehr mühsam. Die Idee von mobile-macs.de ist nun, diese Antworten zentral in einem Blog und einem Wiki zu sammeln.
Quelle und das ganze Interview: trndblg

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Der Kunde, das unbekannte Wesen

Veröffentlicht am 24. März 2006 um 17:23 Uhr von Mark Pohlmann

Seien Sie auf selbstbewußte Kunde vorbereitet! (via Christian Rothe)

Ja, auch dabei hilft Zuhören ungemein: Mehr Respekt vor dem Kunden. Beispielsweise wenn Foren-Nutzer die im Forum eingeblendete Telekom-Werbung zum Anlaß nehmen, auf billigere Alternativen zu verweisen und so den Sinn von Werbung ad absurdum führen, wie Martin Röll berichtet.

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MaFo versus Peer-to-Peer

Veröffentlicht am 15. März 2006 um 12:16 Uhr von Mark Pohlmann

Das Gespräch mit dem Inhaber eines größeren Online-Anbieters drehte sich gestern um die Frage, ob Web 2.0 auch sein Geschäft berühren wird. Er ist seit vielen Jahren am Markt und führt das auch darauf zurück, daß er in dieser Zeit immer wieder die Prozesse und Produkte seiner Site verbessert und verschlankt hat. Sein Credo: Seine Kunden wollen nicht konfigurieren oder kommunizieren, sondern mit wenig Klicks zum Ziel. Marktforschung liefere seit vielen Jahren genau das, was wir PR-Frizzis ihm jetzt mit Web 2.0 vom Himmel versprächen. Und E-Mails würden bei ihm in 24 Stunden beantwortet. Alles andere sei Spaßprogramm für Minderheiten.

Ich habe vor wenigen Tagen geschrieben, Unternehmen, die nicht in Dialog treten, würden "hinweggefegt" werden. Stimmt das auch in Fällen wie diesem? Wahrscheinlich nicht. Wenn es nichts zu sagen gibt, ist alles andere nur hohles Gefasel. Das heißt aber nicht, daß nichts bedroht ist.

Was, wenn eine starke Marke wie, sagen wir: Apple, anfängt das gleiche wie mein Gesprächspartner anzubieten? Dann wird es vermutlich eng für ihn. Die Idee, seinen USP auf möglichst wenige Klicks zu bauen, ist zwar nicht falsch, aber auch leicht kopierbar.

Was also tun? Ich würde fragen, WARUM eigentlich es so wenig Bedarf am Dialog gibt. Denn für meinen Gesprächspartner ist sein Geschäft sehr wohl spannend und tiefgründig - schließlich ist "nichts spannender als Wirtschaft" - ganz gleich, in welchem Segment. Und man könnte sich sehr wohl überlegen, welche Bereiche davon auch den Kunden interessieren. Dabei geht es nicht darum, daß sich ALLE IMMER für ALLES begeistern müssen, sondern die richtigen: mal die Multiplikatoren, mal die Loyalen oder auch die Wankelmütigen. Je mehr diese von mir wissen, umso eindeutiger wird ihre Wahl des richtigen Anbieters sein.

All dies ist wiederum kaum in ein in sich geschlossenes Projekt zu gießen, sondern im Kern eine Frage der Mentalität und Bereitschaft zur Kommunikation. Mit Mafo ist das Problem nicht zu verhaften. Und wer sich zu lange den Bedürfnissen der Kunden verweigert, der wird hinwegge.... aber das hatten wir schon.

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SZ über Myspace, Tribe & Co.

Veröffentlicht am 14. März 2006 um 10:00 Uhr von Mark Pohlmann

Soziale Netzwerke sind digitale Städte, deren Informations-Architektur zunehmend mit Straßenzügen und Stadtteilen der Wirklichkeit synchronisiert wird - in Städten wie New York oder L. A. ist beinahe jeder zweite Einwohner auch Bewohner des MySpace-Universums.

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Die Sinnfrage

Veröffentlicht am 26. Mai 2005 um 18:45 Uhr von

Eine große Frage: Was ist das Interesse der Gesellschaft, der Kunden, eines Unternehmens? Und warum ist diese Sinnfrage bei einem Stellenangebot für Lobbyarbeit wichtig, aber so gut wie nie in der Selbstdarstellung eines Unternehmens?

"Sie berichten direkt an den zuständigen Director und kümmern sich schwerpunktmäßig um die Themen „Sustainable Regulation“. Ziel ist die kooperative Einflussnahme auf Regulierungsbehörden im Interesse der Gesellschaft, der Konsumenten und unseres Unternehmens."

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Self-Portrait Day

Veröffentlicht am 19. Mai 2005 um 6:39 Uhr von

SelfportraitdayViel schöner kann Peer-to-Peer Marketing dieser Tage gar nicht sein. Ein einzelner Webdesigner, der eine Vermarktungsplattform für Webdesign betreibt, ruft den "Self-Portrait-Day" aus, und unzählige Menschen schicken Fotos von sich ein, erklären, was sie so umtreibt und ziehen so wieder neue Interessenten an. Die Aktion trägt als Eldorado zufälliger Begegnungen den Geist von flickr.com. Einfach schön zum Durchstöbern.

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Mercedes I: Werbung mit Podcasting

Veröffentlicht am 17. Mai 2005 um 16:09 Uhr von

Mb_microsite_bklasse"Mercedes in neuer Dimension" lautet die Eigenwerbung. Das kann man wohl behaupten. Denn die aktuell laufende Kampagne bietet außer einer sehr schönen Microsite (Agentur: Scholz & Volkmer) sage und schreibe elf Stunden Unterhaltung zum Herunterladen: Musik, Hörstücke und Videofilme.

Wie schon bei den mittlerweile legendären "Mixed Tapes" des Herstellers werden vor allem unbekannte Künstler vorgestellt (ich hoffe, ich sage hier nichts falsches. Mir sind sie jedenfalls nicht bekannt), was den Rechteeinkauf günstig macht und für die noch brotlosen Künstler selbst eine gigantische Vermarktungsplattform darstellt.

Was das alles mit der Vermarktung des Produktes zu tun haben könnte, erschließt sich mir nicht so ganz. Sicher ist es eine Form der Kundenbindung, wenn ich mein iTunes mit Inhalt "sponsored by Mercedes" befülle und sich darin jetzt dank meiner Tochter auch das Märchen "Der Däumeling" befindet. Und es macht wirklich Spaß, die Zeichentrickanimationen von Nachwuchsregisseuren anzusehen. Doch mir ist das zu weit weg vom Produkt. Auch für diese Website gilt: Vom Auto selbst gibt es viel zu wenig zu sehen und zu erfahren.

Letztlich wirken trotz trendigem Inhalt Kampagnen wie diese doch sehr statisch. Wer sie einmal gesehen hat, wird hier auch bei größtem Interesse an dem Auto nie wieder auch nur eine neue Information erhalten. Da muß man schon den Newsletter abonnieren und warten, bis dieser versendet wird - ohne zu wissen, was einen erwartet. Ich würde mir mehr Informationen und mehr Aktualität wünschen, und zwar über so viele Monate, wie ich brauche, das Geld für ein so hochpreisiges Produkt zusammenzubekommen.

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wofür der Papst alles gut ist Teil II: PR per Ebay

Veröffentlicht am 7. Mai 2005 um 20:51 Uhr von

wow. 190.000 Euro für weltweite Medienpräsenz durch einen gebrauchten VW Golf. Für ein Online-Casino sicher kein besonderes Budget. Ob die neuen Besitzer der Ratzinger-Devotionalie wenigstens Katholiken sind?

Goldenpalace_ratzinger_golf

Wenn [bei Ebay] wieder einmal etwas besonders Abseitiges im Angebot ist, sind stets die gleichen Bieter zur Stelle: Die PR-Truppen des offenbar sehr gewinnbringenden Internet-Kasinos GoldenPalace.com. Die Online-Spielhalle benutzt eBay weniger zum Einkaufen denn als Werbeplattform. Publizitätsträchtiges wird, oft für viel Geld, ersteigert – und damit ist gesichert, dass der Name des Kasinos wieder einmal in den Medien auftaucht. Quelle: Spiegel Online

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Reden, nicht werben

Veröffentlicht am 25. April 2005 um 14:40 Uhr von

„Marke ist keine Fiktion, keine Erfindung der Kommunikation. Werbung ist wichtig, aber nicht das Wichtigste. Auch wenn viele glauben, das müsste ganz vorn stehen. Die Erfahrung lehrt anderes. Bei vielen Kunden herrscht heute eine ausgeprägte Allergie gegen Reklame. Sie schalten auf Durchzug. (...)  Von Angesicht zu Angesicht ist immer noch die überzeugendste Form der Kommunikation“.
Quelle: Brandeins

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Audi USA lädt zur digitalen Schnitzeljagd

Veröffentlicht am 20. April 2005 um 12:52 Uhr von

Audi_stolena3 Audi USA bittet in seiner Einführungskampagne des neuen A3 Sportback um Unterstützung bei der Suche nach dem auf einer New Yorker Autoschau angeblich gestohlenen Exemplar. Hierfür brennt Audi ein hochvernetztes multimediales Feuerwerk ab, das Events, PR, Online-Media, Weblogs, Videos und Spiele integriert.

Alles begann mitte April mit einer Party in New York, umfangreicher PR und zieht jetzt immer weitere Kreise. Derzeit sind mehrere Weblogs involviert, über die täglich neue Hinweise zu erfahren sind. Nächste Stufe sind allem Anschein nach Online-Spiele, in denen der Nutzer aktiv über den Ausgang der digitalen Schnitzeljagd mitentscheidet. "Alternatives Realitätsspiel" nennt Audi seine vielfach vernetzte Werbeform und rät fröhlich-lapidar auf stolena3.com: "have fun". Alle Infos inklusive FT-Bericht auf adland.com.

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Der Kampf um Aufmerksamkeit

Veröffentlicht am 19. April 2005 um 9:47 Uhr von

TrenddiagrammAuch wenn alles noch ein wenig chaotisch aussieht: Dieses Chart (dessen Quelle/Urheber mir leider nicht bekannt ist) zeigt das aktuelle Spannungsverhältnis kommerzieller Kommunikation. Der Informationsüberfluß wird begünstigt durch denkbar einfache Publikationsprozesse und leidet unter knappen Budgets. Das  Mißverhältnis von Quantität und Relevanz verschärft sich dadurch immer weiter.

Der Befreiungsschlag des Konsumenten heißt: ich verweigere mich allem, was mich nicht interessiert, gebe dafür aber weiter, was mir wichtig ist. Im Ergebnis erlebt Kommunikation eine digitale Renaissance von Sippenführern. Verlierer im Kampf um Aufmerksamkeit ist die artifizielle Kommunikation von Unternehmen und Medienhäusern.

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Gesprächige Unternehmen

Veröffentlicht am 1. April 2005 um 15:48 Uhr von

SEI EIN MARKEN-MODERATOR
Marken-Moderatoren wissen, dass die Zeit der "Markenwächter" vorbei ist und diese für den Markt nicht länger von Bedeutung sind. Der Verbraucher von heute will von großen, aufregenden und attraktiven Marken involviert werden, in ein Gespräch verwickelt, aber auf seine Weise. Marken können die Party schmeißen und versuchen, sie für die Verbraucher attraktiv zu gestalten, aber sie müssen erkennen, dass der neue Verbraucher einen vollen Terminkalender und viele Angebote hat.

Vom Kollegen geklaut. Wobei "Marke" auch mit "Unternehmen" oder "Produkt" ersetzt werden kann. Das Gespräch, das nunmal auch das Zuhören meint, fällt Unternehmen (oder Marken) noch immer verdammt schwer. Mit dem Internet könnte man den Dialog jetzt endlich händeln. Doch es schreitet niemand voran, so daß der Konkurrenzdruck fehlt. Oder hat jemand Positivbeispiele parat?

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Soziale Unterschiede nutzen

Veröffentlicht am 29. März 2005 um 16:58 Uhr von

Soziale Reizthemen werden in den USA ungeniert für kommerzielle Interessen genutzt und beworben. In Kooperation mit dem Verlag Berlitz bietet AOL Latino allen Mitgliedern kostenlosen Englischunterricht an, natürlich online (Quelle: ZDNET.com). AOL gibt an, 78 Prozent der Angesprochenen seien interessiert - was nichts anderes heißt, als daß in diesem Kundensegment massive Sprachbarrieren eher die Regel als die Ausnahme sind. Folgerichtig bietet AOL spanischsprachige Bankdienste, Telefonkarten und einen "optimierten" PC an - was auch immer das heißt.

Hierzulande finden sich ähnliche Probleme, aber keine vergleichbaren Lösungen. Unternehmen scheuen kulturelle Unterschiede. Dazu muß man gar nicht an koschere Burger oder kyrillische Tastaturen denken. Schon die eigenständige ostdeutsche Kultur wird entweder ignoriert oder albern verklärt. Deutschlands Werbung erwartet von ihren Rezipienten eine westdeutsche Sozialisation mit Abitur, soliden Familienverhältnissen und festem Arbeitsplatz. Schade um die schönen Geschichten und  Biographien, die für das differenzierte Antlitz der Unternehmen so hilfreich sein könnten, aber ungenutzt brachliegen.

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UMTS-Tagebuch auf Spiegel Online

Veröffentlicht am 16. Februar 2005 um 16:11 Uhr von

Spon_umts_2 Eine Serie auf Spiegel Online zeigt, wie Content-Kooperationen aussehen können, die das Unternehmen initiiert, aber inhaltlich nicht steuert - und dabei trotzdem gewinnt. An Statur. Und Relevanz.

Spiegel Online liefert derzeit eine mehrteilige Serie über die Erfahrungen zweier SPON-Redakteure mit UMTS-Handys. Der einzige Verweis auf den Initiator ist ein Foto der Handys mit Vodafone-Branding. Sonst wird der Themenlieferant nicht erwähnt. Das ist auch nicht notwendig, denn das Bild ist prominent in jedem Artikel plaziert und sagt mehr als tausend Worte. Wunderbarerweise nehmen die Redakteure trotz der offensichtlichen Kooperation kein Blatt vor den Mund: Da werden die Tücken der Funklöcher auf der Hamburger Mönckebergstraße genausowenig verschwiegen wie der Kampf mit pubertierenden Töchtern um kostenpflichtige Klingeltondownloads. Um am Ende doch zum Ergebnis zu kommen: UMTS lohnt sich schon jetzt. So muß Produkt-PR sein, auch wenn sie als Content-Koop daherkommt: wie ein guter Freund, der überzeugt, weil er nichts verschweigt.

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