Soziale Netzwerke machen das Arbeiten effizienter

Veröffentlicht am 14. November 2008 um 11:07 Uhr von Anna Friedrich

Die Begeisterungen um das Web 2.0 dreht sich immer um den B2C-Bereich, dabei liegt gerade im Einsatz von solchen Applikation innerhalb von Unternehmen großes Potential. Damit, ob und wie soziale Netzwerke in Firmen Einsatz finden, hat sich eine Studie von Dynamic Markets befasst. Die vom US-Telekommunikationsunternehmen AT&T in Auftrag gegebene Untersuchung beweist, dass Unternehmen mit dem Einsatz von sozialen Netzwerken ihre Effizienz steigern.

Dies ergab die Auswertung der Antworten von 2.500 teilnehmenden Angestellten aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Ähnliche Ergebnisse lieferten auch schon Studien von Psychonomics und Demos (s. Blogeintrag Online-Vernetzung macht Firmen produktiver).

Am häufigsten an europäischen Arbeitsplätzen eingesetzt werden demnach:

  • Firmeneigene Plattformen zur Zusammenarbeit im Intranet (39 Prozent)
  • Foren innerhalb des Unternehmens (20 Prozent)
  • Vom Unternehmen produziertes Videomaterial, das über Intranet zugänglich ist (16 Prozent)
  • Online-Netzwerke wie LinkedIn, Facebook etc. (15 Prozent)
  • Externe Kooperations-Tools wie Wikis und interne Blogs (jeweils 11 Prozent)

Laut Ergebnissen sehen rund zwei Drittel der teilnehmenden Angestellten soziale Netzwerke als Teil ihrer Arbeitskultur an. Außerdem zeigte die Studie, dass gerade in deutschen Unternehmen am häufigsten Web 2.0-Technologien im Arbeitsalltag eingesetzt werden - und zwar von 72 Prozent der Befragten. Von den Briten hingegen nutzen nur 59 Prozent die Plattformen am Arbeitsplatz. Insgesamt sehen 74 Prozent der befragten Europäer soziale Netzwerken und Online-Communities große Vorzüge für die Arbeit.

1CC8FF27DEFA382A4872C8DAB4D1E342_800x600.jpgAls besonders vorteilhaft nennen sie zu je 38 Prozent die Erweiterung des Wissenshorizonts und der Zugang zu Problemlösungen. 36 Prozent sehen Vorteile in der Nutzung des kollektiven Wissens von Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten und weitere 32 Prozent geben an, dass soziale Netzwerke die Teambildung und die interne Zusammenarbeit erleichtern.

Aber kein Trend hat nur gute Seiten: 79 Prozent der Befragten sehen auch die Nachteile der neuen Arbeitsweise mit sozialen Netzwerken. Knapp die Hälfte der europäischen Arbeitnehmer nennt hier die Punkte. 45 Prozent äußern zudem Bedenken zur Sicherheit, da über soziale Netzwerke vertrauliche Daten aus dem Unternehmen in die Öffentlichkeit gelangen können. 30 Prozent der befragten deutschen Angestellten geben an, negative Erfahrungen gemacht zu haben. Verglichen mit anderen europäischen Ländern ist die Gefahr damit in Deutschland am größten. Dabei muss berücksichtigt werden, dass in Deutschland soziale Netzwerke am stärksten genutzt werden (72 Prozent).

Der AT&T Vice President für Deutschland und Zentraleuropa, Joachim Kathmann, betont, dass in Europa ein klarer Trend vorherrscht, soziale Netzwerke im Arbeitsalltag einzusetzen. Sie fördern, so der Vice President, die Zusammenarbeit im Unternehmen und steigern die Leistungsfähigkeit und Produktivität der Arbeitnehmer:

Die Nutzung von sozialen Netzwerken und anderen Kollaborations-Tools verändert die Art und Weise, wie Unternehmen kommunizieren. Es ist wichtig, genau zu analysieren, für welche Bereiche diese Anwendungen in Unternehmen einen Nutzen bringen.

An welchen Kriterien kann man aber messen, ob die Arbeit mit den neuen Anwendungen wirklich einen Mehrwert bringt? Ein Viertel der Studienteilnehmer ist sich da nicht sicher. Kathmann sagt weiter:

Die Veränderung ist eher soziologisch als technologisch, deshalb ist es schwierig, die Kriterien traditioneller ROI-Berechnungen auf die Arbeit mit sozialen Netzwerken anzuwenden.

IT-Manager bezweifeln häufig, dass sich der Einsatz der Web-2.0-Techniken positiv auf das operative Geschäft auswirkt. Einer Forrester-Untersuchung zufolge, werden nicht nur soziale Netzwerke, sondern auch der Einsatz von Wikis für Unternehmen eine Rolle spielen. "Wikis haben mehr als alle anderen Web-2.0-Tools bewiesen, wie viel ihr Einsatz bewirken kann", so der Autor der Studie, Gil Yehuda.

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