Pepsi und das neue Logo

Veröffentlicht am 28. Oktober 2008 um 16:47 Uhr von Mark Pohlmann

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Pepsi hat ein neues Logo. Neuerfindungen einer Kultmarke sind immer schwere Erschütterungen, erst recht für eine der ältesten Marken der amerikanischen Kultur.

Früher hätte man Relaunches wie diesen durchgeführt, indem Plakatwände vollgepflastert, TV-Spots geschaltet und der Fachpresse die Beweggründe für den Relaunch erläutert werden. Heute wird das noch genauso gemacht.

Warum auch nicht? Vor dem Fernseher und an den Highways sind die Menschen viel einfacher mit Informationen zu erreichen, die keine Nachrichten sind. Das wird sich selbst auf lange Sicht nicht ändern.

Das Internet nutzt Pepsi natürlich auch. Aber nicht, um Werbung zu schalten. Sondern um sich mit Meinungsmachern zu vernetzen. Hierfür hat Pepsi die PR-Agentur Edelmann in Form des PR-2.0-Gurus Steve Rubel eingekauft und ein Projekt aufgesetzt, das Mavens Dialog nicht hätte schöner umsetzen können ;-)

Zum einen hat das Social Media Team von Pepsi Meinungsmacher identifiziert und ihnen Dosen mit allen bisherigen Pepsi-Designs zugeschickt. Insgesamt wurden 25 Adressaten mit diesen Päckchen bedacht. Nicht mehr, nicht weniger. Damit weiß jeder, woran er ist: ob er zu einem elitären Zirkel zählt, der es wert ist bedacht zu werden. Oder nicht. Die Zugehörigkeit befördert die Gesprächsbereitschaft. Hier oder hier lassen sich die Ergebnisse nachlesen.

Wie einigen Berichten zu entnehmen ist, wurden jedem drei Pakete an einem Tag zugeschickt. Bevor mit dem dritten endlich auch echte Getränke übergeben wurden, kamen zwei mit leeren Dosen plus einer CD und einem "nettem Anschreiben". Die Mehrfachaussendungen an einem Tag sind ein kleiner Kniff, um die Geschichte anzureichern und sich so viral Gehör zu verschaffen.

Spannender aber ist, dass sich um die Blogeinträge tatsächlich rege Diskussionen um das Re-Design entspinnen. Hier muss man einmal neidisch mehr über den Teich blicken. Nicht nur gibt es dort wesentlich mehr und wesentlich bessere, sprich professioneller agierende Blogger, sondern auch eine höhere Kommentarbereitschaft seitens der Leserschaft. All dies hilft natürlich, der Marke das Gefühl zu geben, dass sich diese offene und dezentralisierte Form der Kommunikation auch lohnt.

Dass das Design viele an das von Barack Obama erinnert, dass einige darin eine neue Austauschbarkeit der Marke erkennen wollen - sei's drum, so ist das nunmal, wenn man die Menschen nach ihrer Meinung fragt. Immerhin hat Pepsi es geschafft, dass sich Menschen mit der Brause beschäftigen, die sich sonst nicht dazu äußern würden. So ist die Marke in einem Umfeld präsent, in dem es FMCGs traditionell sehr schwer haben.

Als Ergänzung zur Zusammenarbeit mit Mavens hat sich Pepsi für eine Sammlung aller Aktivitäten bei Friendfeed entschieden. Das ist sehr angenehm, denn nun kann man dort einsehen, wo überall in den weiten des Internets Pepsi selbst oder die Freunde der Marke aktiv sind.

Die Prinzipien der Pepsi-Kommunikation mit Mavens:

- es kommunizieren reale Personen. Alle Beteiligten sind mit ihren Linkedin-Account direkt ansprechbar.
- es herrscht Transparenz über den Anlass und die Ziele der Kampagen sowie Offenheit im Austausch.
- Dezentrale und proaktive Kommunikation: wenn man will, dass die Meinungsführer sich in den Dialog einschalten, muss man sie aktivieren und incentivieren. Dabei geht es weniger um sechs Dosen Brause, sondern um die Wahrnehmung der Öffentlichkeit, dass es sich hier um hochvernetzte Meinungsmacher handelt.
- Keine Pseudo-Aktivität. Pepsi hätte das Geld und die Ressourcen, die ganze Aufmerksamkeit komplett zu initiieren. Das heißt: Blogger und Kommentatoren komplett selbst zu organisieren. Daran, dass auf Friendfeed keine besondere Aktivität zu verzeichnen ist, kann man erkenne, dass Pepsi die Kampagne tatsächlich sich selbst überläßt. Das ist ein Zeichen von Stärke und Selbstvertrauen, zu dem ich dem Unternehmen nur gratulieren kann.
- Steve Rubel ist einer der sogenannten "Hyper-Vernetzten", also ein Mensch, dessen Texte jeden Tag zehntausendfach gelesen werden und der es im Alleingang schafft, Aufmerksamkeit zu schaffen. Dass ein Unternehmen so jemanden wie ihn einkauft, zeigt, wie wichtig solche Multiplikatoren für Unternehmen geworden sind. Gut, dass es diese Menschen gibt.Langfristig zahlt es sich aus, solche Menschen selbst aufzubauen.

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Bisherige Kommentare

1 | Torben schrieb am 13.11.08 8:43

Das neue Logo von Pepsi sieht fast so aus wie das Logo von Obama...

https://donate.barackobama.com/page/smartproxy/www.barackobama.com/images/donate/header_w_logo_skip2.jpg

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