Online-Vernetzung macht Firmen produktiver
Veröffentlicht am 30. Oktober 2008 um 18:03 Uhr von Anna Friedrich
60 Prozent der deutschen Internetnutzer sind in mindestens einer Netzwerk-Community aktiv. Dies vermeldet das Marktforschungsinstitut Psychonomics im heute veröffentlichten "Social Network Barometer". Besonders beliebt bei den Befragten sind dabei die Netzwerke StayFriends mit 37 Prozent, studiVZ mit 29 Prozent und MySpace mit 22 Prozent. Die drei Motive, die am häufigsten als Nutzungsgrund genannt werden sind: Unterhaltung, Meinungsaustausch und Arbeitsleben.
In Deutschland sind also fast zwei Drittel in Social Networks. Gleichzeitig verbringen wir aber in der Regel mindestens die Hälfte des Tages (im Wachzustand) auf der Arbeit. Damit, ob Social Networks auch am Arbeitsplatz Sinn machen, hat sich die Studie "Network Citizens" befasst.
Die britischen Marktforscher von Demos belegen darin, dass soziale Netzwerke die Kommunikation innerhalb einer Firma positiv beeinflusst. Außerdem stellen Facebook und Co. laut Studienergebnissen - entgegen der allgemein gültigen Haltung der meisten Arbeitgeber - keine Zeitverschwendung dar. Deshalb sei es mehr als kontraproduktiv, Verbote aufzustellen - dies könnte dem Unternehmen sogar schaden. Besser für die sei es, die Mitarbeiter zu motivieren, soziale Netzwerke stärker zu nutzen. Denn, so die Begründung der Forscher, sowohl im Privat- als auch im Berufsleben teilen sich Menschen bevorzugt über diese Online-Portale mit.
Viele Firmen nutzen die Möglichkeiten des Netzes bereits, z.B. zum Dokumentenaustausch. Dabei werden vor alle Business-Portale wie LinkedIn oder das deutschen Xing genutzt. Die Netzwerke Facebook, MySpace etc. werden meist vernachlässigt. Die Autoren Peter Bradwell und Richard Reeves von Demos glauben, dass hier viel Potenzial brach liegt:These online platforms (...) promote new kinds of connection and exchange. They help encourage more collaboration, and open up new spaces for innovation. They help make our sense of personal identity and our relationship to others more pronounced. The technologies that help this happen have become embedded in everyday life. (...) As this has happened, it has exacerbated the need to look past the question of how networks interrupt or contradict an organisation's way of working. We should ask what the logic of networks, as it unfolds in everyday life, means for how an organisation can and should work.
Diskussionen um die Sinnhafitgkeit sind also laut Demos-Forscher mehr als überflüssig. Im Gegenteil müssten Social Networks als Teil der internen Kommunikation in Unternehmen anerkannt werden. So können die Networks es erleichtern, mit ehemaligen Mitarbeitern oder Kollegen und auch mit Kunden in Kontakt zu bleiben und potenzielle Kunden auf sich aufmerksam zu machen. All das steigert die Produktivität eines jeden Unternehmens.
Werden Networking-Seiten eingesetzt, so raten die Autoren den Firmen aber, klare Regeln zu etablieren. Den Mitarbeitern muss klargemacht werden, dass soziale Netzwerke während der Arbeitszeit in erster Linie beruflich zu nutzen sind. Dennoch sollte auch ein gewisser Freiraum gegeben werden, sich online zu orientieren und zu entwickeln.
Sogar der alteingefahrene Branchenverband BITKOM beginnt, die Vorteile von sozialen Netzwerken für den Geschäftsbereich zu erkennen und lässt in einer Pressemitteilung kommunizieren:
Das Research-Unternehmen Gartner berichtete bereits im Juli von Studienergebnissen, die zeigen, dass das Potenzial von Social Networks im Geschäftsleben stark unterschätzt wird. Gartner-Projektmanagerin Julia Lin zufolge sind die sozialen Netzwerke Ausdruck des sich seit Jahren entwickelten menschlichen Verhaltens, immer mehr Kommunikationstechnologien zu schaffen:Social networking is arguably as old as humanity, not something new that has been invented for so-called 'digital natives'. However, social networking has found new forms of expression on the Internet which has helped to reshape the purpose and protocols of social networking in the online world and beyond. How to apply this in a corporate environment will be the next major challenge.


Bisherige Kommentare
1 | André Wegner schrieb am 3.11.08 21:43
Die Zahlen sind nicht ganz korrekt wiedergegeben. 60% der deutschen Internetnutzer sind in SNs, nicht 60% der Deutschen. Da ergibt dann schon ein wenig andere Zahlen. ;-)
2 | Anna Friedrich
schrieb am 4.11.08 10:12
Simmt... habe ich korrigiert. Das ist in der Tat ein Unterschied. Vielen Dank!