OMD... und nächstes Jahr?
Veröffentlicht am 18. September 2008 um 9:34 Uhr von Mark Pohlmann
Der Besuch der OMD (Online Marketingmesse Düsseldorf, die Leitmesse für die digitale Werbeindustrie) hat sich gelohnt. Sie war exzellent besucht, inhaltlich differenziert und von den Ausstellerzahlen groß wie nie. Es waren alle da. Und tatsächlich spürte man überall den Wunsch nach besserer Werbung, und manche bemühen sich auch tatsächlich, Lösungen zu zeigen. Und das allerbeste: Sogar der Eingang war ausgeschildert - im letzten Jahr irrte ich noch mit vielen anderen hilflos auf dem Gelände herum.
Der OMD geht es also gut. Wenn... ja, wenn da nicht die DMEX wäre, die nächstes Jahr in Köln ins Rennen geht. Die AGOF und der OVK, die beiden Hauptorganisationen der Online-Vermarkter, werden mit ihren angeschlossenen Unternehmen nächstes Jahr der OMD den Rücken kehren und die DMEX als ihre Leitmesse nutzen. Damit fallen wohl rund 40 Prozent der jetzigen Aussteller auf der OMD weg.
Die restlichen 60 Prozent der Branche reiben sich verwundert die Augen, wie es hinter den Kulissen, ohne große öffentliche Diskussion, zu einer so entschiedenen Abkehr vom Vertrauten kommen konnte. Niemand hat Lust, innerhalb weniger Tage auf zwei ähnlich gelagerten Messen vertreten zu sein. Es ist eine Zerreißprobe, die herzlich überflüssig erscheint.
Man würde gerne die Gründe verstehen, warum die OMD nicht mehr gut genug für die Online-Vermarkter ist. Wir alle haben uns den Hintern gewärmt in den OMD-Hallen, während der dunklen Jahre, nach dem Platzen der Blase. Zwischen 2002 und 2004 gab es niemanden sonst, der noch einen Pfifferling auf die Onliner gegeben hat. Ist die Igedo zu teuer gewesen? Zu unflexibel? Geht es um Pfründe, Macht oder eben doch nur um den schnöden Mammon? Und warum musste es ausgerechnet Köln werden? Köln ist kein Werbestandort, die dortige Messe ohne Profil am Markt.
Wahrscheinlich wird man es nicht erfahren. Sicher hingegen ist, dass der OVK der Branche mit Ihrer Entscheidung einen schlechten Dienst erweist. Ohne Not wird eine funktierende Messe fallengelassen und eine neue mit unsicherer Akzeptanz unterstützt. Das Internet ist größer als der Teil, den die etablierten Vermarkter repräsentieren. Ziehen die restlichen 60 Prozent mit oder bleiben sie in Düsseldorf? Es droht die Spaltung.
Und was macht die OMD? Sie hat jetzt die Chance zur Neuausrichtung. Ich wünsche mir, dass sie noch viel stärker zu einer Messe wird, die sich die Formatfrage statt der Plazierungsfrage stellt. Alle Nutzerdaten der Vermarkter helfen nichts, wenn die Werbebotschaft den Kunden nicht interessiert. Das ist noch immer viel zu oft der Fall. Die Werberelevanz ist jedoch nichts, was in den Händen der Vermarkter liegt. Das Problem haben zuallererst die Werbetreibenden.
Vielleicht erleben wir ja dank der Teilung der Szene eine Renaissance der Inhalte und Formate. Manchmal weitet sich der Blick ja ganz wunderbar, wenn die Alten die Bühne verlassen.
Ergänzung:
Für alle, die sich zwischen Köln und Düsseldorf nicht entscheiden mögen, steht im nächsten Jahr im Mai auch die Next09 in Hamburg bereit. Nachdem die Sponsorenstände in diesem Jahr so gut besucht waren, werden wir erstmalig einen eigenen Ausstellerbereich anbieten.
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Bisherige Kommentare
1 | Benedikt schrieb am 18.09.08 11:33
Heißt die Messe nicht DMEX? Oder haben die schon wieder den Namen geändert?
2 | Martin Recke schrieb am 18.09.08 11:34
Kleine Korrektur: Die Kölner Messe heißt dmex. Schon der Verschreiber zeigt einen Teil des Problems.
3 | Mark Pohlmann schrieb am 18.09.08 11:40
danke für den hinweis. ist korrigiert.