Drei richtungsweisende Zukunftstrends für PR und Marketing
Veröffentlicht am 2. September 2008 um 16:21 Uhr von Anna Friedrich
The trend is your friend - das gilt nicht nur am Kapitalmarkt. Wie sich Web 2.0-Medien zukünftig entwickeln werden, ist vor allem wichtig für Kommunikationsabteilungen- und agenturen.
Neue Medien kann man nur verstehen, indem man vorangegangene Trends beobachtet und daraus lernt. Steve Rubel glaubt, dadurch ihre zukünftige Entwicklung erahnen zu können und hat drei Megatrends identifiziert:
1.) Der Aufmerksamkeitscrash
Die täglich auf uns einströmende Informationsflut im Netz können wir nicht mehr verarbeiten. Aus der Überforderung heraus entsteht laut Rubel eine Art Antireaktion: je mehr Inhalte wir wahrnehmen sollen, desto mehr geht unsere Aufmerksamkeit verloren.
Zwar kann die heranwachsende Generation Y, die quasi mit der Maus in der Hand geboren wurde, schon besser mit dem Daten-Wirrwarr umgehen. Viel schwieriger ist es für die Medienmacher und Marketiers. Sie müssen im Irrgarten der Informationen
Etwas schaffen, was sich (trotzdem) einprägt. Dazu gilt die Regel: einfach, kurz und sichtbar.
Inhalte sollten digital so aufbereitet sein, dass sie sich von dem Datenmüll abheben und einfach zu verarbeiten sind. Nur dann können Marken, Medien und Individuen verhindern, dass die Aufmerksamkeit der Konsumenten komplett erlischt. Seiten wie Intel's News für IT-ler oder die Technology Newssite der NYT. Rubel nennt diese Übersichtsseiten "Digital Curators".
2.) Soziale Netzwerke Networks werden zum O2
Soziale Netzwerke befriedigen unser Bedürfnis, digital und global mit Anderen zu kommunizieren. Über die Technologien ist es ein Leichtes für Gleichgesinnte, sich zu vernetzen und zu ihren Interessen auszutauschen. Unabhängig davon, ob ihr Anliegen persönlich oder jobbezogen ist, steht meist das soziale Interesse im Vordergrund.
Zu den drei größten sozialen Netzwerken gehören laut Rubel Facebook, MySpace und LinkendIn. Daneben gibt es noch die kleineren, wie z.B. Twitter oder YouTube. In Deutschland liegen StudiVZ und Xing ganz vorne. Sie alle werden wohl auch weiter wachsen.
Bald aber machen Technologien, wie Open Social, es überflüssig, diese Seiten zu besuchen, um mit seinem Netzwerk zu kommunizieren. So müssen sich Konsumenten und Leute aus ihrem sozialen Umfeld nicht mehr für ein anderes Netzwerk anmelden, um Erfahrungen auf einer (neuen) Website auszutauschen.
Genau das müssen Marketiers auch berücksichtigen: dass Nutzer wenig bis gar nicht motiviert sein werden, sich bei mehr als ein bis zwei Netzwerken anzumelden. Wie verführerisch ein eigenes soziales Netzwerk auch sein mag - um ihre Zielgruppe zu erreichen, sollten die Marketiers vielmehr versuchen, den sozialen "Sauerstoff" aus den großen Netzwerken einzuatmen. So bleiben ihre Konsumenten innerhalb ihres Netzwerkes und die Hemmschwelle, sich irgendwo neu anzumelden, wird genommen.
3.) Google schafft einen guten Ruf
Exponential wächst auch die Wichtigkeit von Suchfunktionen, allem voran Google. Allein in Deutschland hat die Suchmaschine einen Marktanteil von 80 Prozent, in USA sind es mit 70 immer noch mehr als zwei Drittel.
Google is much more than a search engine. It's media.
Was Rubel damit sagen will, ist, dass Google's Macht nicht unterschätzt werden darf. Unsere Entscheidungen basieren häufig auf den Suchergebnissen des Giganten und deren Reihenfolge. Damit wird Google zum Meinungsmacher und Medium zugleich.
Sichtbarkeit auf Google ist zu einem Qualitätsmerkmal geworden, denn die Suchalgorithmen bevorzugen qualitativ hochwertiges Material, das von Medien, Marken und Individuen stammt. Wer nicht in der Hitlist auftaucht, ist also nicht nur gemäß Pagerank wenig wert.
Um nach oben zu kommen, müssen Kommunikatoren Inhalte schaffen, die gut sind. So gut, dass sie Google nicht einfach nur findet, sondern kontinuierlich sichtbar macht. Dann schaffen sie es vielleicht, Aufmerksamkeit zu schaffen.


Bisherige Kommentare
1 | Lukasch schrieb am 2.09.08 19:12
Zwar nicht ganz neu, aber schön wenn es jemand so zusammenfasst. Danke an Themenblog!