Hypervernetzte in der Welt des Micro-Blogging

Veröffentlicht am 23. Juni 2008 um 17:14 Uhr von Anna Friedrich

1,2 Millionen einmalige Besucher allein im Monat Mai. Twitter ist die Innovation unter den Social Networks und offenbar das Lieblingstool der Hypervernetzten. Der banale Micro-Bloggingdienst mit seinen 140 Zeichen sei "eine Steigerung vom Telegrafen über das Telefon über Emails über Instant Messaging", so Jack Dorsey. Der Twitter-Mitbegründer und Geschäftsführer ist überzeugt davon, dass Twitter den Informationsfluss verändert. Es erspart den Nutzern die Konversation untereinander, indem es sich auf simple Status-Updates fokussiert.

Die Grenze zwischen Sinn und Unsinn ist fließend. Kritiker glauben, dass nur Freaks Lust auf diese Art von Interessensgruppen und -austausch haben. Twitterer berichten vom Suchtfaktor und dem Mehrwert, den ihnen das Tool liefert. Ein Jetzt.de-Autor schreibt hierzu passenderweise:

"Menschen suchen nach Zugehörigkeit. Wir möchten von Menschen, die wir mögen und schätzen auch gemocht und geschätzt werden. Wir suchen Gefühle der Zugehörigkeit und möchten sie aufrechterhalten. Wir wollen positive Beziehungen mit anderen."

Längst sind Twitter-Walls auf Konferenzen üblich, über die sich Teilnehmer dann wortlos austauschen können. So auch beim Internetkongress next08 im Mai.

Seinen Ruf verteidigt hat Twitter aber auch bei der Berichterstattung während des Erdbebens in der chinesischen Provinz Sichuan. Schneller als jeder Nachrichtendienst übermittelten Twitter-Nutzer die Erbebenwarnungen durch die (Netz-)Welt. Die Twitter-Feeds können, wie in China geschehen, wichtige Botschaften übermitteln und die Schwarmintelligenz wirkt.

Trotzdem ist nicht alles, was getwittert wird, für jeden gleich interessant. Aber wir kaufen uns auch keine Tageszeitung, um jeden einzelnen Artikel zu lesen - sondern wir schenken unsere Aufmerksamkeit wenigen spannenden Ressorts bzw. Artikeln.

Was interessiert es beispielsweise, wer was wann und wo (vielleicht auch noch mit wem) zu Mittag isst? Hierfür gibt es sogar FoodFeed auf Twitter: mit diesem Service kann Jeder seine Essgewohnheiten mitteilen. Und das immer und von überall. Wozu? Diese Fragen kann auch FoodFeed selbst nicht beantworten:

It's not really useful. It's just fun. And if you can make something useful out of it, we would be happy ;)

Ahhhja.

Laut einem Heise-Artikel sind die "Informationshäppchen" allerdings alles andere als nur eine Modeerscheinung. Vor allem, weil Twitter sich in Unternehmen und sogar Nachrichtendiensten als Tool zum täglichen Kommunikationsfluss etabliert hat. Und, weil Twitter in andere Softwaredienste leicht integrierbar ist. Facebook ist hier nur ein Beispiel. Alles in Allem ist Twitter also ein wichtiger Bestandteil der hypervernetzten Generation, die immer weiter wächst (siehe auch Hyper, Hyper immer weiter???).

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