Hyperconnected III

Veröffentlicht am 9. Juni 2008 um 12:30 Uhr von Mark Pohlmann

Achtung, Ankündigung. Das Phänomen der Hochvernetzten wird zu meinem ganz privaten Sommerlochdauerthema hier auf dem Themenblog, und ich werde in den nächsten Wochen Stück für Stück weitere Informationen zusammenzutragen. Nur jetzt halt nicht, denn ich sitze ich in diesem Moment zwischen drei angefangen und zwei unvollendeten Konzepten / Angeboten / Kundenprojekten und meinem Hirn fehlt die rechte Konzentration für ein weiteres Thema. Deswegen nur mal so ein paar wirre, unsortierte aber umso passendere Gedanken.

- Ein Ex-Kollege sagte bei dem Blick auf meine Kontaktquote bei Xing: "500? Ich dachte du hättest mehr." Brauche ich jetzt mehr sichtbare Kontakte, weil die externen Erwartungen von mehr ausgehen?
- Es gibt Menschen, die bei ihrer persönlichen Vorstellung in einem direkten, analogen Gespräch ihren Rang in den Twittercharts nennen. (Sprich, die Zahl der Menschen als sinnstiftend betrachten, die ihre Beiträgen lesen)
- Im Prinzip geht es mir genauso: Die Zahl der Feed-Abonnenten dieses Blogs ist für mich eine fundamentale Motivation, in diesem Blog Texte wie diesen zu schreiben.
- Das lässt mich zu der Vermutung kommen, dass die meisten erfolgreichen Blogger und Twitterer nach einer Weile mehr von von ihrem Erfolg als von ihrem Mitteilungsdrang getrieben sind.
- Öffentlich hochvernetzte Menschen sind nur ganz selten Mitarbeiter größerer Unternehmen. Im Umkehrschluß heißt das: Konzerntätigkeit behindert Vernetzung. Dies wird für Konzerne zum Problem. Die Frage wird wichtiger, wie ob ein Arbeitgeber Eigenmarketing erlaubt. Und die Abwesenheit von Hochvernetzten in Konzernen ist ein Beweis dafür (Achtung, These!), dass hier die Energie in die Innenpolitik wandert. Nur wer intern den Rücken frei hat, kann sich nach außen wirkungsvoll darstellen.
- Deswegen beschäftigen Konzerne - wenn überhaupt- hauptberuflich Hochvernetzte als Repräsentanten. Microsoft demonstriert diesen Ansatz mit Robert Scoble oder Kris Hoet.
- Der Vorteil hochvernetzter Botschafter: Sie schaffen Sichtbarkeit und Reputation. Der Nachteil: Wenn sie gehen, nehmen sie ihren Ruhm mit. Die Lösung: Ist noch nicht gefunden.

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Bisherige Kommentare

1 | eric schrieb am 9.06.08 16:04

Einspruch!
Du schreibst, dass Konzerne das "Hochvernetzen" behindern. Das ist sicherlich korrekt. Aber dann schlussfolgerst du, dass das zu einem Problem für die Konzerne wird. Hier will ich dir wiedersprechen.
Denn damit unterstellst du indirekt, dass die "Hochvernetzung" per se positiv und - ja - sogar notwendig ist. Das sehe ich nicht so. Im Gegenteil: Twitter, Xing u.s.w. können sehr nützlich sein - aber sie bergen auch ein verdammt hohes Potential an Zeitverschwendung. Wenn mir 1000 Leute auf Twitter folgen, werde ich versuchen, diese zu "bedienen" und aus dieser Verantwortung möglicherweise mehr kommunizieren, als gut für mich ist. Und außerdem gibt es dann auch 1000 Leute, die das dann alles lesen und in dieser Zeit nicht arbeiten.
Ich würde sagen, dass die natürliche Begrenzung, die Konzerne der freien Kommunikation setzen, möglicherweise sogar ein Vorteil ist - weil dann dort die einzigen Menschen sitzen, die noch arbeiten.
Diese ganze Kommunikation kann auch zu einem Perpetuum Mobile werden, bei dem nur doch der Kommunikation wegen kommuniziert wird - und das würde dann sogar Stillstand bedeuten...
Das ist zwar arg plakativ - aber wir müssen drüber diskutieren.

Gruß
eric

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