Le Web, 2. Tag

Veröffentlicht am 12. Dezember 2007 um 9:20 Uhr von Mark Pohlmann

Guten Morgen, es ist kurz vor 9.00, und nach einer kurzen, gutgelaunt wie inhaltslosen Begrüßung von Loic le Meur (Wir haben tolle Sprecher, manche von sehr weit weg), geht es mit einem der Hauptsponsoren, Nokia, los. Positioniert werden die Nokia Handies gegen den Apple iPhone Hype. Kernaussage: Wir können mehr.

Vorgestellt wird der dienst ovi.com. Ovi soll mein digitales Leben im Internet mit meinem Handy verbinden. Geht diese Woche online. Ovi sieht auf dem Desktop so aus wie eine Navigationsleiste, die nach Wunsch von Nokia immer sichtbar ist.

Features:

- Synchronisierung mit Nokia Handies für Adressbuch, Kalender, Entertainment-Zeug wie Bilder und Musik.
- Hier kann ich mein Community-Zeug organisieren, wie Google, Facebook und es auf mein Handy laden.
- Drag & Drop auf dem PC für die Übertragung auf das Handy. Beispielsweise von Photos, die dann über eine Art Time-Tunnel durchforstet werden können.

Fazit: Sieht sehr leistungsfähig, aber auch sehr technisch aus. Wenig Lifestyle. Sorry, Nokia, aber der Weg vom Handy-Hersteller zum Lifestyle-Navigator ist genauso weit wie der vom Computerhersteller dorthin. Ich fürchte, da wird noch ein wenig Coolness vonnöten sein, bis Dienste wie dieser erfolgreich sind.

Nächstes Panel:
Danny Rimer von Index Ventures,
Mark Read, WPP
Oliver Jung, Angel Investor,
J.D. Chamboredon, 3i
Morten Lund, Investor.

Jetzt sitzt also die Kohle da oben. Vorstellungsrunde. Morten Lund ist noch angeschlagen von der Party gestern und hat keine Lust zu reden. Tut es trotzdem. Sollte es sein lassen. "Ich gebe früh Geld und mache was draus, kann von zu Hause arbeiten und dabei Toast essen". Aha.

Danny erklärt die unterschiedlichen Investitionsformen, die alle auf der Bühne vertreten sind: Inkubatoren- und Wachstumsinvestitionen.

Lund hat 15 Business Pläne selbst geschrieben, mit 19 angefangen. Vielleicht sollte ich auch mehr Toast essen. Er liebt es, Unternehmen wachsen zu sehen. Er hat keine Strategie, keinen Plan. Er macht nichts mit Waffen, Porn und Arschlöchern.

Chamboredon: sie beobachten hunderte Projekte, glaubt an die Rationalität bei den Investitionen. Wie alle will er sein Investment verzehnfachen, dafür ist er bereit, früh reinzugehen. Je später, je kleiner wird der Hebel.

Jung: Liebt Start-ups und Deals, kann schwer nein sagen. Die Bausteine für den Erfolg: Das Team, der "genetische Code einer Company". Zweitens: Team muss Problemlöser sein. Referenz: Skype. Drittens: Eine Vorstellung davon, wie man Geld macht. Und das darf nicht nur Werbung sein. Viertens: Reichweite. That's it.

Jung verfolgt zwei alternative Strategien: Bei wenigen viel, bei vielen wenig investieren und dort mehr Networker sein.

Read: Investiert in China. Baut Fonds. Sucht Partner vor Ort, hat 8000 Investoren in China, sagt er. Ist auch streng zahlengetrieben. "Wenn etwas 18 Monate falsch läuft, musst du zusehen, dass es danach vier Jahre gut läuft". Glaubt an Werbung. Und seine strategischen Fähigkeiten zu wissen, was funktioniert. Er glaubt also weniger an das Team als an seinen Einfluss auf das Team.

Chamboredon: Investitionen sind selbst teamentscheidungen.

rimer zitiert eric schmidt von google für das recruiting von mitarbeitern: entweder hast du beim ersten gespräch lust, die nächsten sieben stunden ein projekt aufzusetzen, oder nicht. danach richte ich meine personalentscheidungen.

lund ist das wieder egal. er will geld und profit. egal mit welchem team. "bring mit eine gute idee, seid nett und habt spaß. und nehmt mein geld". mir auch noch ein toast, bitte.

rimer: e-commerce muss neu erfunden werden. was wir heute haben, ist zehn jahre alt - dieses ganze "vertikale zeug". facebook ist die zukunft: handeln auf einer plattform, für jeden offen. wir sollten aber nicht nur an den konsumenten denken, sondern auch an die unternehmen. sie müssen sich neu erfinden. er sieht den schatz im data-center. aus diesem nukleus sollte das geschäft betrachtet werden. warum sagt er leider nicht. rimer hat seinen gedanken leider nicht zuende gebracht...

next speaker: "digital dan" dubno, cbs: "blowing things up"

sein anspruch: radikale dinge in einem traditionellem umfeld machen. deswegen ist er zur cbs gegangen. um dinge neu zusammenzubringen. zum beispiel google maps und die daten aus der erdbebenbeobachtung. in dem umfeld von cbs ist allerdings kein revolutionärer gedanke zu finden. deswegen musste er diese lust am bruch schaffen. das ist sein hauptaufgabe. und auf dem screen laufen bilder von explosionen.

ich habe ehrlich gesagt immer noch keine ahnung, worüber digital dan spricht. merkwürdiger zweiter tag.

ahh, so langsam schwant es mir: wer dinge zum explodieren bringt, ist ein innovativer geist. auch später im berufsleben. der beweis: die meisten der leute aus dem publikum, die die hand hoben bei der frage, ob sie an innovationen beteiligt sind, haben früher mit feuer und so zeug gespielt. genial, ich werde gleich mal rausgehen und was hochjagen. wenns doch hilft!

und in der tat. DAS war der zentrale gedanke: jagd sachen hoch. danke, digital dan, dass du dafür 20 min gebraucht hast.

jetzt auf der bühne: jp rangaswami, british telecom: why web enterprise 2.0 isnt. spannend. gestern noch mit sören stamer von coremedie darüber gefachsimlpelt, der deutsche e2.0-papst.

jp: web 2.0 heißt: das web wird beschreibbar.
unternehmen verweigern sich dem web 2.0 trend. seine these: unternehmen müssen entkoffeiniert werden. digital dan, bist du es?

menschen geben in unternehmen ihre identität ab. chefs sprechen, niemand antwortet. wir müssen zu einer kultur kommen, in der die gedanken geteilt werden. auch in unternehmen. das team ist wichtig, um eine identität zu bilden, um dann aber auch auf individuelle verantwortlichkeiten herunterzukommen. warum wird ein normal sozialisiert mensch zum egozentrischen wesen, sobald er in ein unternehmen tritt? die art, wie ein unternehmen organisiert ist, hat wesentliche auswirkungen auf die frage, wie die mitarbeiter miteinander umgehen. die realität ist, dass die cc/bcc-kultur zur desinformation, verunsicherung und gegenseitigen absicherung benutzt wird.

wir leben in einer welt, die auf den output, nicht auf den input konzentriert ist. google erlaubt seinen mitarbeitern, zu 20 prozent zu tun, was sie wollen. jp will, dass es 100 werden. "badge thinking became bad thinking". statussymbole haben für das arbeitsergebnis keinerlei auswirkungen.

hyperlinks zerstören hierarchien. technologie ist ein demokratisierendes element. wir müssen unseren mitarbeitern zusehen, wie sie technologien in die unternehmen tragen, und ihnen nicht sagen, welche sie benutzen sollen. sein vater hatte einen job, lebenslänglich. er hat sieben jobs. sein sohn auch. der aber gleichzeitig. wir sehen einen war of talents. kunden und mitarbeiter bleiben, weil sie an das unternehmen glauben, und nicht, weil sie nicht wegkönnen. wir müssen mehr auf den input als den output achten.

wir haben die tools für kollaboration. jetzt müssen unternehmen lernen, sie zu nutzen. tools wie wikis können einen wertvollen beitrag leisten, um das silodenken aufzubrechen, denn im web herrscht die demokratie der information.

11.30 uhr

sitze jetzt im startup-panel, tim von törne spricht über den politisch geprägten telce-markt im deutschland und wünscht sich mehr wettbewerb, die trennung von service und zugang im mobilen markt, wie das im festnetz markt schon passiert. angeblich geht es hier um disruptive unternehmen, so hat es auf jeden fall sarik angekündigt. da ich aber die anderen teilnehmer nicht kenne, es ständig um andere themen geht, aber jeder ständig über microsoft, apple, amazon, facebook redet, gebe ich es auf, den tieferen sinn verfolgen zu wolen.

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