Einestages: Viel Interesse, wenig Inhalt

Veröffentlicht am 16. Oktober 2007 um 15:42 Uhr von Mark Pohlmann

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Das Kapitel "Geschichte zum Mitschreiben", das Spiegel vor wenigen Tagen eröffnet hat, hat in der ersten Woche 8,2 Millionen Klicks erhalten und über 2.000 neu registrierte Community-Mitglieder, die 60 Zeitzeugenberichte geschrieben haben. Das sind wirklich viele Klicks. Aber sechzig Beiträge bei so vielen Registrierungen? Ist das wirklich viel? "Na, jedefalls ist es ein Anfang.", schreibt Peter Turi zu recht. Hieran kann man erkennen, wie schwer es ist, selbst mit einer so starken Marke Leser zu Autoren zu konvertieren.

Wahrscheinlich werden sich die Zahlen schnell bessern, das Interesse für Geschichte von unten ist da. Wichtiger aber für den Erfolg wäre es, sich als Bühne / Promoter / Dienstleister seiner freiwilligen Autoren zu sehen. Das schaffen etablierte Redaktionen aber kulturell nicht richtig, auch Spiegel Online nicht. Wer sich durch einestages.de klickt, findet viele Bilder, viele Themen. Leser als Zeitzeugen findet er nicht. Wie soll man da Lust aufs Mitmachen bekommen? So ist einestages einfach eine Variante des "Low"-Prinzips: Let others work. Wir geben das Thema vor, du ergänzt es. Und da hält sich die Begeisterung, jedenfalls in Woche 1, noch in Grenzen.

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