Mengenlehre
Veröffentlicht am 24. September 2007 um 9:56 Uhr von Mark Pohlmann
Wer an der Diskussion über die Themen und Referenten der Next08 (Mai 2008, genauer Termin wird noch bekanntgegeben) teilnehmen möchte: hier ist der Link. Wahrscheinlich wird aber ein Facebook-Account vorausgesetzt...
Thomas Knüwer brachte mich in der Next08-Diskussion nochmal auf die (eigentlich uralte) Frage, wie sich denn nun die ganzen Web-2.0-Start-ups finanzieren wollen. In neun von zehn Fällen soll es die Werbung sein. Daran haben wir uns so gewöhnt, dass wir dies gar nicht mehr infrage stellen.
Ich stelle hier mal folgende Rechnung an mit der Bitte, mich ggf. zu korrigieren:
Grundannahme 1
Man muß sich reichweitenmäßig ganz schön an die Decke strecken.
Der TKP liegt ungefähr bei 5 Euro, jedenfalls, wenn man Banner und Adwords und Restplätze mal in Quersumme zusammenlegt. Das heißt, bei einem TKP von 5 Euro gibt es für 1 Mio. Sichtkontakte 5.000 Euro.
Grundannahme 2
Für ein funktionierendes Kleinunternehmen im Web-2.0 mit 10 Mitarbeitern braucht bummelig 50.000 Euro im Monat Umsatz, ergo: 10 Mio. Kontakte.
Das ist dann allerdings auch schon der Idealfall, will meinen, hier ist ein Vermarkter an Bord, der die Werbeplätze professionell und zu höheren Kursen vermarketet, als dies bei reiner Suchmaschinenvermarktung möglich wäre.
10 Mio. Kontakte im Monat schaffen derzeit nach ivw 165 Unternehmen. Damit sind dann allerdings Seitenabrufe gemeint. Darunter fallen fast alle Dickschiffe des Verlagswesens und damit Unternehmen, die mit 50.000 Euro Monatsumsatz überhaupt gar nicht auskommen würden (brauchen sie auch nicht, weil viele deutlich mehr Klicks generieren). Die Summe dererer, die wirklich schlank geblieben ist und auf so viele Klicks kommen, liegt vielleicht bei einem Zehntel. Will heißen: Wer 10 Mio. und mehr Klicks hat, ist größer und braucht mehr Geld als 50.000 Euro im Monat.
Grundannahme 3
Bei reinen Google-Adword-Kampagnen würde mich wundern, wenn mehr als 2 Euro pro TKP rauskämen. Hier wären also schon 25 Mio. Seitenabrufe pro Monat notwendig, um eine Chance auf einen Deckungsbeitrag zu haben.
Mal angenommen, die Annahmen oben wären richtig, dann könnten nur sehr wenige Unternehmen sich berechtigte Hoffnungen auf einen werbebasierten Umsatz machen, der zumindest nennenswert ist. Das wiederum müßte heißen, dass die Erklärung, man werden "auf Werbung als Erlösmodell setzen", einen zumindest noch ein wenig skeptischer machen, als es ohnehin schon tut.
Grundannahme 4
Das alles gilt sowieso nur für eine boomende Werbewirtschaft. Was aber, wenn viele Unternehmen mehr online werben WOLLEN, es aber, wie 2002, einfach nicht mehr KÖNNEN?
Meine Frage ans kundige Werber-Fachpublikum: Stimmen die Annahmen dort oben? Was bringen 1 Mio. Kontakte wirklich?
in Web 2.0


Bisherige Kommentare
1 | oliver gassner schrieb am 24.09.07 16:37
Hm, darüber denken die seit heut morgen um 10 nach. oder packen schon Koffer. ;) (jetzt bin ich extra aus dem Greader hierher um die Antwort zu lesen ;) )