Original und Fälschung

Veröffentlicht am 2. August 2007 um 20:15 Uhr von Mark Pohlmann

Nach langer Zeit mal wieder ein fundierter Artikel, der versucht, das verlorene Image von Second Life zu reanimieren. Und in der Tat kann man an dem Umgang mit Second Life - dem ungehemmten Hochjubeln, dem ein genauso vehementer Verriss folgt - verfolgen, wie schnell wir Dinge in unseren Köpfen an- oder wegklicken.

Über Second Life die Nase zu rümpfen ist reine Angeberei. Das gilt auch für die Überheblichkeit, mit der man auf Menschen hinabblickt, die sich mangels realer Reichtümer in Second Life endlich mal den Aston Martin leisten, von dem sie schon immer geträumt haben, oder den von Frank Lloyd Wright gestalteten Bungalow direkt am Strand bewohnen wollen. Nicht Second Life ist hässlich, sondern das reale Leben. Wem diejenigen suspekt erscheinen, die dort aussteigen wollen, der soll bitte ein Konzept vorlegen, wie er im ersten Leben die mit seiner stillschweigenden Zustimmung erzeugten Bedürfnisse der Millionen befriedigen will, denen er diese im Zweiten Leben verächtlich macht. Oder anders ausgedrückt: Die Kritik an Second Life scheint in Wirklichkeit eine Flucht aus der Kritik der realen Welt zu sein.

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