Mobiles Web

Veröffentlicht am 17. August 2007 um 10:55 Uhr von Mark Pohlmann

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Da ich viel unterwegs bin, und mittlerweile meinen Frieden mit meinem Nokia e61 gemacht habe, (ich habe einfach den Blackberry-Account ausgeschaltet, seitdem funktioniert es besser) hier mal eine kurze Auflistung meiner unentbehrlichen Helferlein oder die Antwort auf die Frage: was braucht´s fürs mobile Büro?

1. UMTS
Sitzen ein Gründer eines börsennotierten Internetdienstes, ein Gründer eines größeren CMS-Anbieters (auch eine AG), eine Second-Life- und Datenbankberaterin und ein Online-Conversations-Berater in einer Runde. Nur einer hat UMTS. Wer ist das? Richtig, der letzte. Das bin ich.

Die Herren Vorstände haben natürlich einen Blackberry (noch das lilafarbene, wahrscheinlich von Hyundai designte), die freie Beraterin ein öckeliges uralt-SonyEricsson. Von Internet keine Spur. Dabei ist ein UMTS-Zugang mit ein paar hundert MB mittlerweile für unter 10 Euro zu haben. Am Geld kann es nicht liegen. Woran aber dann? Wahrscheinlich vermissen sie einfach nichts. Und das ist selbstverständlich nicht länger tolerabel.

Ich könnte so nicht mehr leben. Das Internet ist für mich unterwegs genauso wichtig wie die Mail.

Also: Einfach beim Mobilfunker 200 MB für 10 Euro oder so freischalten, und los geht´s. Die neuen BBs haben mittlerweile auch UMTS, ist also auch für E-Mail-Junkies (ich gehöre nicht mehr dazu) gar kein Problem.

2) Das Handy.
Es sollte schon eines mit größerem Display und Tastatur sein. Mir wäre das ansonsten zu fummelig. Muss aber jeder selbst wissen. Ich würde mir heute den Nachfolger meines Handies kaufen, das Nokia e61i.

3. Die Software
Google ist - wie im wahren Leben, also auf dem Notebook - so auch auf dem Handy Partner Nr. eins. Das wichtigste Tool ist zwangsläufig Google Mail, eine kleine Java-Anwendung, die den eigenen Google-Account schnell auf das Handy holt, nicht besonders schnell ist, aber für das Unterwegs-Rummailen sehr hilfreich ist. Wer viel mailt, wird allerdings niemals mit dieser Lösung glücklich. Die Blackberrys sind hierfür um Längen besser.

b) Das zweite Tool aus dem Hause Google auf meinem Handy sind die Maps. Wow - Herz, was willst du mehr. Das Ding ist schnell, präzise, einfach zu bedienen und erfüllt alle meine Anforderungen. Start und Ziel eingeben, los geht´s. Nur muss man damit rechnen, dass eine einzige aufgerufene Seite rund 0,5 MB groß ist - und man lädt gerne viele Seiten. Die Datenrate muss also stimmen.

c) Das Wichtigste mobile Tool ist klar der Webbrowser. Bei meinem Handy ist ein Symbian-Browser vorinstalliert, der vollkommen ausreichend ist. Nein. Eigentlich ist er richtig gut. Von Opera gibt es den Mini. Ich habe aber noch niemanden gehört, der vom vorinstallierten auf Opera umgestiegen ist.

4. Websites.
Generell gilt: Alle guten mobilen Applikationen konzentrieren sich auf die Kernfeatures der "großen Brüder" und sind so rasant einfach, dass das Aufrufen und Benutzen nur wenigen Sekunden braucht. Am besten ist, seine Lieblingssite mal mit der URL mobile.Name.com auszuprobieren - überraschend oft tun sich dort neue Welten auf.

Das ist auch bei folgenden der Fall, und deswegen sind sie bei mir auch ständig in Gebrauch:

a) Google Calender
Den habe ich mit iCalender synchronsiert. Das Tool auf PC-Seite dazu heißt Spanning Sync. So hat man alles immer auf dem aktuellsten Stand: Auf dem Rechner, im Internet, auf dem Handy.

b) Twitter. Wer hätte das gedacht? Aber Twitter macht erst von unterwegs so richtig Spaß. Und die Website m.twitter.com ist so genial einfach, dass ich jetzt richtig gerne twitter. (Anm. Twitter ist eine Art öffentliche SMS, die sich Menschen abonnieren können und so alle SMS ihrer Freunde / sonstigen Menschen auf einer Seite anzeigen lassen können. Hier erfährt man vor allem von den Web-2.0-Kämpen weitaus mehr von ihren Alltagsthemen und -Projekten als in ihren Blogs. Das gilt übrigens auch für mich ;-)

c) Xing. Xing hat ebenfalls eine exzellente Mobile-Applikation, die in ihrer Geradlinigkeit die Website übertrifft. Wirklich gelungen und somit auch oft im Einsatz.

c) Bahn. Sie kann auch anders. Ohne das nervige Zwischenfenster, das nochmal abfragt, ob man auch wirklich das suchen will, was mein gerade eingegeben hat. Einfach den mobilen Zugang nutzen.

d) Wikipedia. Nicht nur zum Nachschlagen, auch zum Lesen. Macht einfach Spaß, gerade unterwegs, beispielsweise in der S-Bahn.

e) Airberlin. Neulich wollte ich von Hamburg nach München bahnfahren, das erste mal nicht fliegen. Natürlich kam um 5:55 Uhr am Hauptbahnhof auf dem Gleis die Ansage, dass durch einen Brückenanfahrschaden (ergo: LKW knallt gegen Zugbrücke) für unabsehbar lange Zeit keine Züge mehr fahren. Ich dann im Bus zum Flughafen auf airberlin.de ein Ticket gebucht für den nächsten Flug. Es war grauenhaft, aber es ging (Das Buchen. Der Flug war ok). Die Rechnung muss man sich dann über die Buchungsnummer und das Call Center holen. Alles sehr mühsam, aber gut zu wissen, dass es geht.

Bloggen. Das mache ich eher nicht. Es geht, aber es macht mir keinen Spaß. Die Tastatur ist für richtige Texte dann doch zu fummelig.

In der Summe ist mein Handy tatsächlich eine Kleinstausgabe meines Laptops, was Kommunikation und Information angeht. Dokumente jeglicher Art halte ich von dem Gerät fern. Was soll ich mit einer PowerPoint-Präsentation auf dem Handy? Soweit geht die Liebe dann doch nicht.

Wünsche? Ich würde mir gerne einen Feedreader einrichten, oder besser, den von Yahoo, den ich derzeit nutze, auch im Handy haben. Das geht noch nicht. Und iGoogle lädt zwar, ist aber nur Suche plus Mailübersicht. Geht also als Feedreader auch nicht. Gibt es hierzu Empfehlungen?

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Bisherige Kommentare

1 | Oliver Schiffers schrieb am 17.08.07 13:52

>Feedreader einrichten ... Gibt es hierzu Empfehlungen?

www.google.com/reader/m

ist für mobilen Zugriff sehr zu empfehlen

2 | Mark Pohlmann schrieb am 17.08.07 15:29

google... da hätte ich irgendwie auch selbst drauf kommen können, wa? danke für den tipp!

3 | Hugo E.Martin schrieb am 19.08.07 6:38

Ich nutze, wie im 'richtigen' Leben Bloglines
www.bloglines.com/mobile/

4 | Tina schrieb am 23.08.07 0:37

So so.
Abgesehen von meinen akuten Schwierigkeiten, die Frage was ich mache zu beantworten und ich mich immer wieder freue, das von anderen zu lesen, muss ich folgendes zu meinem "öckeligen" Handy sagen:

1. Ich genieße es, NOT ALWAYS ON zu sein.

2. Ich finde es furchtbar, mit 3 Typen zusammen zu sitzen, die ihre offensichtlich unentbehrliche digitale Schnittstelle jederzeit einsatzbereit auf dem Tisch oder in der Hose haben...und zwar nicht, um erreichbar zu sein, sondern um schnell mal was zeigen zu können, doch noch mal emails um 22 Uhr in der Kneipe abzurufen oder ultrawichtige Twitter los zu werden...Jungs, das ist nicht charmant, bei einem realen Gespräch...

Ich bin auch *addicted*, aber ich schaue den Menschen lieber in die Augen statt ins Display:)


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