Myspace: Werbung ersetzt Werbung

Veröffentlicht am 24. Juli 2007 um 9:45 Uhr von Mark Pohlmann

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Travis Katz, Manager von Myspace, ist auf Werbetour in Deutschland und erklärt in der FAZ den Unterschied zwischen Bannerwerbung und Community-Building:

Markenkampagnen statt Bannerwerbung

"Die Möglichkeit, auf MySpace zu werben, ist fundamental neu. Das gab es vorher im Internet nicht. Wir erlauben Unternehmen, soziale Gemeinschaften um ihre Marken herum zu bilden, so dass die Nutzer die Marken bekannt machen und mit ihnen verbunden sind. Viele Werber sind inzwischen der Meinung, MySpace sei eine der effektivsten Werbeplattformen im Internet, da der direkte Kontakt mit Kunden möglich sei. Es hat uns allerdings einige Zeit gekostet, den Werbern zu erklären, was sie auf MySpace tun können. In Deutschland müssen wir diese Aufklärungsarbeit erst noch leisten, da sich unsere Werbung doch stark von klassischer Bannerwerbung unterscheidet", sagte Katz. Für eintausend Kontakte müssen Werbekunden zwischen 5 und 25 Euro zahlen.

Wenn wir davon ausgehen, daß Netzwerke die Basisinfrastruktur im Internet werden, ich also nicht mehr nach Informationen suche, sondern mich erst in meinem Bezugssystem informiere, dann müssen die Marken dorthin, wo die Gespräche sind. Und das tun sie auch. Auf Myspace beispielsweise unterhalten hunderte Marken, wie der Toyota Yaris, eigene Portraitseiten. Über 70.000 Myspace-Mitglieder bekennen sich in ihrer Freundschaft zu diesem Auto. Das ist für die Marke aller Ehren wert. Der Grad der Interaktion kennt allerdings klar umrissene Grenzen: "Add to Friend. Add to Group. Add to Favorites." Direkter Dialog sieht anders aus. Das hier ist eine Microsite mit angeschlossenem Gästebuch.

Der Tausenderkontaktpreis von 5 bis 25 Euro ist daher teuer und billig zugleich. Teuer im Vergleich zur klassischen Instant-Bannerwerbung. Die ist eher halb so teuer oder noch weniger. Billig, wenn man bedenkt, daß für 25 Euro tausend Kontakte vornehmlich Jugendliche durch eine standardisierte Massenkommunikation geführt werden, die wenig mehr als ein kurzes "Hallo, ich finde das hier auch alles toll" erlaubt.

Echter Dialog ist nicht für 25 Euro zu haben. Instant-Werbemodelle werden, auch wenn sie im Mäntelchen der Networks kommen, nie die Relevanz bekommen, die Marken in diesen Räumen zukünftig benötigen. Dazu müssen Marken an den Gesprächen teilnehmen. Und dazu braucht es echte Kommunikation in Echtzeit. Solange Myspace - und die Werbetreibenden gleich mit - auf Fakes setzen, ist die (unternehmerische) Zukunft von Myspace unsicher. Denn statische Werbung funktioniert nur als billiger Ablasshandel, in diesem Falle: Sichtbarkeit gegen Geld. Doch die Wertigkeit der Werbung fällt gegenüber den Echtzeitdialogen der Mitglieder derart stark ab, dass sie nicht nur nicht wirkt, sondern in ihrer Anmutung schlichtweg kontraproduktiv ist.

Und so steht´s auch in der FAZ:

Allerdings ist MySpace kein Selbstläufer. Murdoch sagte in einem Interview auf die Frage, ob alle Zeitungsleser zu MySpace abwanderten, die Leser gingen leider alle zu Facebook.

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Bisherige Kommentare

1 | Luis schrieb am 27.07.07 21:01

Die TKP Preise der klassiischen Bannerwerbung bei Myspcae sind eher im Bereich 20-50 Cents anzusiedeln.

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