Blogger sind keine Journalisten II

Veröffentlicht am 4. Juni 2007 um 15:40 Uhr von Mark Pohlmann

An dieser Stelle eine kleine Hommage an eine der Perlen der Blogzunft, Anke Groener. Ich lese ihren Blog seit bestimmt drei Jahren mehr oder weniger regelmäßig. Ihr durchgängig hochwertiger Schreibstil, die Mischung aus Substanz und Subjektivität, haben mir geholfen vor rund zwei Jahren selbst den Einstieg in die Bloggerei zu finden- und das Online-Geschreibsel nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, weil da draußen Menschen sind, die die Meßlatte ziemlich hoch gehängt haben. Danke Anke! an dieser Stelle noch einmal dafür.

Anke Gröner äußert sich selten öffentlich, und wenn, dann auf Lesungen, sie erlaubt keine Kommentare in ihrem Blog und hat trotz des ganzen Rummels um das Thema immer der Versuchung widerstanden, sich in der Webszene zu profilieren - obwohl sie zweifelsohne das Zeug dazu hätte. Hier ein aktuelles Interview mit ihr auf politik-digital, bei dem sie auch ihre eigene Definition von dem Unterschied zwischen Blogs und Medien mitbringt.


Ich persönlich habe mit meinem Blog nicht den Anspruch, den Journalismus zu revolutionieren oder Skandale aufzudecken; ich möchte einfach ein bisschen vor mich hin plaudern, so wie ich mit Kollegen an der Kaffeemaschine plaudere, während der Espresso durchläuft: Wie war's im Kino, hast du einen hübschen Link entdeckt, wie geht's denn so, wer hat „Deutschland sucht den Superstar" gewonnen und so weiter.

Manche Blogs haben aber den Anspruch, eher journalistisch zu arbeiten und auf Dinge hinzuweisen, die ihrer Meinung nach in den klassischen Medien zu kurz kommen. Das Bildblog zum Beispiel. Oder Stefan Niggemeier, der nicht müde wird, auf halbgares Zeug wie 9Live hinzuweisen. Oder Don Alphonso und Jörg-Olaf Schäfers, die StudiVZ auf den Zahn gefühlt haben. Derartige Blogs sind für mich weitaus mehr als mal eben weggelesene Witzseiten.

Aber ich glaube, das hängt auch mit der Neuigkeit des Mediums zusammen. Wahrscheinlich gab es bei den ersten Zeitungen auch Diskussionen wie „Du hast ja gar keine Leserbriefseite, du bist ja gar keine richtige Zeitung.“ Oder beim Fernsehen: „Iiiihh, du sendest ja jetzt in Farbe ... wo bleibt die Glaubwürdigkeit?“ Und die Außenstehenden haben sich gewundert, warum die Jungs sich so ernst nehmen. Zum gesamten Interview

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Bisherige Kommentare

1 | Anke schrieb am 4.06.07 20:05

Oh. Dankeschön :-)

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