Zweitleben für Ewiggestrige

Veröffentlicht am 16. März 2007 um 18:05 Uhr von Mark Pohlmann

Wie sagt man so schön? "Couldn't agree more." Mario Sixtus´ Einschätzung zu Second Life.


"... Das Auftauchen von Second Life muss zu einem kollektiven Aufatmen in den Marketing-Abteilungen dieses Planeten geführt haben. Endlich kann man auch im Internet so weitermachen, wie in der guten alten Zeit vor dem Internet. Man kann Plakate aufstellen, Filialen eröffnen, Werbespots auf riesigen Leinwänden ausstrahlen und sogar Verkaufspartys veranstalten. Toll. Ganz, wie damals. Das beste: Sogar die Presse hat man endlich wieder auf seiner Seite. Die Eröffnung eines Zeitschriftenladens in Bad Salzuflen ist wahrscheinlich noch nicht mal der dortigen Lokalzeitung eine Notiz wert, stellt "Vanity Fair" hingegen einen einsamen Zeitungskiosk in Second Life auf, verbreiten die Agenturen das brav als Nachricht – selbstverständlich inklusive Bild, das ebenso selbstverständlich nicht auf die allgegenwärtigen, vollbusigen Avatar-Statistinnen verzichtet.


Das einzig Dumme an der Sache: Second Life befindet sich ebenso wenig "im Internet", wie Bad Salzuflen. Second Life ist ein Biotop, eine abgeschlossene Blase, die das Netz lediglich als Datentransportweg nutzt. Man könnte meinen, der Betreiber Linden Labs hätte Second Life als Beruhigungsmittel für Zukunftsscheue entwickelt: Zu guter Letzt ist das Leben im Netz auch für jene zu begreifen, die das Netz selbst nie begriffen haben. Second Life ist somit die letzte Bastion des 20-ten Jahrhunderts. Ein Asyl für Ewiggestrige und Veränderungsverweigerer. Die Zukunft sieht anders aus."
(Gefunden bei turi2)

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Bisherige Kommentare

1 | Peter Turi schrieb am 16.03.07 18:43

Ja, der traut sich was, der Super-Mario.

Ich weiß über Second Life bisher nur, dass ich, je mehr ich davon lese, desto weniger auch nur Minuten meines First Life hergeben will, um dort einzutauchen. Verbringe eh schon zu wenig Zeit im Keller vorm Computer.

2 | Mark Pohlmann schrieb am 16.03.07 20:50

mir geht es exakt so. nur hoffe ich, dass uns da nicht die unlust auf spiele den blick für das wirklich neue verbaut. ich bin jedenfalls dankbar, dass andere, durchaus innovationslustige menschen ähnlich lustlos sind. manchmal überlege ich, ob man nicht eine playstation mal kaufen sollte, aber mit zwei kleinen kindern holt man sich da sofort auch eine menge streß ins haus. wie ich es drehe und wende: das internet ist für mich weiter das maß aller dinge. bis ich mich mit einem avatar ausstatte, wird noch eine menge wasser die elbe runterfließen.

3 | Basan schrieb am 17.03.07 23:07

Ich sehe nicht wirklich ein argument in dem Artikel. Was gibt es den "im" internet das nicht selbiges als transport mittel verwendet ? Das internet ist nunmal nichts anderes als ein netz. Und Second Life find ich jetzt schon mal moderner als HTML.

Markig geschrieben, vermutlich kommt der Author eben aus der industrie auf die er schimpft, aber ohne inhalt, ebenfalls ein markenzeichen dieser industrie.

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