Medien als religiöse Tragödie

Veröffentlicht am 12. Februar 2007 um 18:37 Uhr von Mark Pohlmann

Der französische Philosoph Michel Serres, in der FAZ zitiert aus dem Magazin Médias.

"Das Wesen der Show ist die Tragödie, wir wissen das seit Aristoteles." Das Fernsehen inszeniert das ewige "Erschrecken und Erbarmen". Leichen beleben den Bildschirm. "Wenn man sich an Millionen von Menschen wendet, kann es nur um Gewalt gehen." Serres meint die sakrifizielle Gewalt der primitiven Gesellschaften: "Die Medien schaffen den Monotheismus ab und werden zu einer polytheistischen, heidnischen Religion. Diese beruht auf dem Menschenopfer." Menschen werden - meist auch noch freiwillig - geopfert und verehrt.

"Dieses Ritual bringt die Einschaltquoten", es wird von der Talkshow und dem Reality-TV gepflegt. Und "die Tagesschau ist das Gebet des Abendlandes. Die Menschen halten inne und versammeln sich vor einem Altar. Unsere Gesellschaft ist durch und durch religiös - so, wie es die Antike war: Mit unserer Spitzentechnologie reproduzieren wir primitive - ursprüngliche - Inhalte, die drei- bis viertausend Jahre alt sind."

in

Trackbacks

TrackBack-URL für diesen Eintrag:
http://blog.sinnerschrader.de/mt/mt-tb.cgi/1424

Bisherige Kommentare

1 | as schrieb am 13.02.07 9:23

Und das Kommentieren und Raten und Voten und Taggen im Web ZWEINULL ist das ritualisierte Steinigen ... (Samstagnachmittag vor der Sportschau)

2 | Shaddam IV schrieb am 16.02.07 9:41

Das Volk will bessere Übersetzungen. Das Wort "sakrifiziell" ist gepflegter Blödsinn.

Kommentar schreiben





powered by SinnerSchrader

next08 - register