Was bringt 2007?

Veröffentlicht am 3. Januar 2007 um 15:40 Uhr von Mark Pohlmann

Nachdem meine kleine angekündigte Jahresend-Serie bereits nach der ersten Ausgabe abrupt endete (nicht dem Web 2.0 hingewendete Personen könnten dazu auch innerfamiliäres Blog- und Internetverbot sagen, dem ich aber für die 10 Tage sehr gerne nachgekommen bin), stattdessen jetzt nun der Blick nach vorne.

Auf meiner Web 2.0-Agenda 2007 stehen drei große Stichpunkte.

1. Mavens. Natürlich. Wir werden in diesem Jahr die ersten meinungsmächtigen Web-2.0-Promis sehen, die auch außerhalb der Blogosphere bekannt sind - und das länger als für einen Tag. Und ich prophezeie, daß dies keine Blogger sind (wobei deren Wunsch nach Öffentlichkeit nur zu begrüßen ist), sondern: Kreative / Künstler. Am naheliegendsten sind wohl Musiker oder Schriftsteller, die sich über das Internet dem Zugriff der klassischen Vermarkter entziehen und alles selbst steuern.

Auch wenn es diese Art der Selbstvermarktung bereits gibt: Neu wird sein, daß diese Personen a) ihre Bekanntheit über das Internet lenken b) hierfür Sponsoren finden oder von diesen Marken überhaupt erst geschaffen werden und c) auch außerhalb des Digitalen Bekanntheit erlangen. Mal sehen.

2007 wird jedenfalls das Jahr, in dem das Internet in vielen Mediensegmenten (eben vor allem: der Unterhaltungsindustrie) durch ebendiese Mavens zum kreativen Führungsmedium wird.

Die Mavens aus der Politik werden wir wahrscheinlich erst zur nächsten Bundestagswahl 2009 begrüßen dürfen.

2. Video. Ich erwarte, daß sich das Internet in seiner Formatentwicklung weiter dem Fernsehen annähert. (Und ich gestehe, daß wir hier an Video-Formaten arbeiten, u.a. für Qype...). Die millionenfachen Schrubbelvideos und Raubkopien auf Youtube sind allerdings höchstens der Startschuß. Wahrscheinlich ist, daß, ähnlich wie bei Blogs, bald eine Vielzahl kleinerer Sendeformate unendlich viele Nischen erschaffen. Auch wenn das Fernsehen 100 Sender hat: Das Internet wird so kreatives Fernsehen zeigen, daß sich das alte Medium in dem neuen nochmal neu erfindet (wenn an dieser Stelle noch jemand folgen kann) - das Internet wird zur Leihmutter von RTL & Co. Denn auch daran darf kein Zweifel bestehen: Das Geld sitzt immer noch bei den Sendern, nicht bei den Machern. Was auf dem Monitor funktioniert, wird in der Röhre zweitverwertet.

3. Social Commerce. An dieser Stelle könnte ich gleich an Jochen Krisch / Exitingcommerce abgeben, deswegen nur soviel: Der produzierende Mensch hinter dem Produkt wird zum Kauffaktor, und das Internet zu einem gigantischen mikroökonomischen Vermittlungsmarkt für Angebot und Nachfrage. Wir erleben 2007 die Renaissance der Heimarbeit, Etsy, Dawanda & Co. sind die Vorreiter einer neuen Dimension dezentralisierter Arbeitsformen.

Ich habe mir vorgenommen, den Trend, gleich ganze Gesellschaften in Spielen nochmal neu zu erfinden, so lang es geht zu ignorieren. Für mich haben Wirklichkeitssimulationen alá Second Life die gleiche Verheißungskraft wie der zweite Arbeitsmarkt: Das sind Trostangebote für Wirklichkeitsverlierer. Ich halte mich erstmal an mein erstes Leben, bevor ich es mit dem zweiten versuche.

In diesem Sinne: Allen Lesern, Mitstreitern und Sympathisanten ein erfolgreiches, ein glückliches und im besten Sinne aufregendes Jahr 2007 ;-)

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Bisherige Kommentare

1 | Claudia Sommer schrieb am 3.01.07 17:42

Nun das Jahr 2007 hat schonmal definitiv 100 Millionen für Studi VZ gebracht.

In diesem Sinne wünsche ich auch allen ein erfolgreiches Jahr!

2 | Mark Pohlmann schrieb am 3.01.07 17:44

ja, aber das stand auch nicht auf meiner agenda ;-)

3 | Sebastian schrieb am 5.01.07 17:10

Das hört sich sehr vielversprechend an. Ich hoffe, du hast noch Zeit für das ein oder andere Lunchdate, jetzt, wo ich wieder permanent in Hamburg bin.

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