Mit Dove über Magersucht diskutieren

Veröffentlicht am 1. November 2006 um 10:44 Uhr von Mark Pohlmann

Wieder einmal ist es die Marke Dove von Lever-Faberge, die ihr selbstgewähltes gesellschaftspolitisches Thema geschickt instrumentalisiert ohne sich anzubiedern und damit eine echte Diskussion initiiert. Dieser virale Spot geht ähnlich wie die Cinderella-Kampagne von Otto den Wunsch vieler Frauen nach, schön zu sein, blickt aber mehr hinter die Kulissen: Was braucht es, um aus jeder Frau eine Schönheitskönigin zu machen? Viele Visagisten - und Photoshop.

dove_gesicht06.gif

Viel interessanter ist aber das, was sich hinter dem Spot im schlichten Forum abspielt: Frauen erzählen von ihrer Magersucht und anderen Problemen rund um den Schönheitswahn. Daß der Hersteller das falsche Spiel mit der Inszenierung von Schönheit geschickt nutzt, um selbst Schönheitsprodukte zu verkaufen, stört nicht, im Gegenteil. Die Kampagne ist in sich schlüssig, eine eigene Stiftung begleitet die wechselnden Themen seit vielen Jahren und sorgt so für Vertrauen und Präsenz. Gratulation, geschickter kann man es als Hersteller von Seifen und Cremes nicht machen.

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Bisherige Kommentare

1 | ZAF schrieb am 2.11.06 0:57

"Daß der Hersteller das falsche Spiel mit der Inszenierung von Schönheit geschickt nutzt, um selbst Schönheitsprodukte zu verkaufen, stört nicht, im Gegenteil."

Das sehen aber auch nur verblendete Werbefuzzis so oder Personen, die das Unilever-Konglomerat diverser Marken nicht durchschauen. Es stört sehr wohl, daß Unilever einerseits etwas zu kritisieren versucht (gut, wir wissen alle, daß ist nur ein weiterer Marketinggag; erst erschafft man ein manipuliertes Zerrbild magersüchtiger Menschen mit glatter Haut, um dieses dann mit einer Marke wie Dove als eben jenes Zerrbild hinzustellen und all den durch die Werbung angeknacksten Seelchen zu sagen "Auch du bist schön!"), was auf der anderen Seite für andere Marken des Hauses praktiziert wird. Glaubwürdigkeit ist was anderes.

Aber wahrscheinlich erntet Nestle für den Kauf von Jenny Craig hier ebenfalls Beifall. Können doch nun all die mit fetten Nestle Produkten gemästeten Menschen endlich abnehmen...und eine fette Scientologin macht das als Werbeikone sogar vor.

2 | plumpaquatsch schrieb am 2.11.06 11:39

Ein Thema mit dem ich mich bereits intensiv beschäftigte: Schlank um jeden Preis?

Dennoch rätsle ich: kann auch eine Werbekampagne positives bewirken oder ist sie aufrund ihres PR-Charakters von vornherein abzulehnen?

3 | Sally schrieb am 7.11.06 11:16

Dove und die Magermodels - oder auch nicht?!

Die Idee ist ja gut gemeint, die Magermodels als Vorbild abzuschaffen. Aber die pummeligen Dove Frauen sind doch auch keine Alternative! Und sind auf dem besten Wege, ein neues Frauenbild zu kreieren!

Sollte man den Frauen nicht ihr eigenes Maß lassen? Und Ihr Selbtsbewusstsein so stärken, dass sie sich nicht allein über Äußerlihchkeiten definieren müssen?

Darum geht es doch wohl.

Sally

4 | deny schrieb am 30.03.07 7:46

Wie kann man beweisen,das man essgestört ist,wenn die Waage beim Arzt ein "falsches Gewicht"anzeigt?!
Bei mir ist deutlich das Schlüsselbein zu sehen. Schulterblätter und jede Rippe einzeln kann man auch bald sehen! Aber so die Waage zeigt mir ein Gewicht an,was im Bereich vom gesunden Untergewicht liegt.
Ich bin kurzatmig und merke das ich Schmerzen im Herz-und
Lungenbereich habe.
Eure Deny

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