Zurück von diversen Web-2.0-Events

Veröffentlicht am 30. Oktober 2006 um 11:57 Uhr von Mark Pohlmann

Ohne genauer darauf eingehen zu wollen, was wann wo genau war, gibt es doch immer wieder eine Kernerkenntnis: Der Kulturbruch der Kommunikation ist offensichtlich leichter zu bereden als zu behandeln. Das liegt garantiert nicht an einem Erkenntnisproblem oder sonstigen intellektuellen Defiziten, im Gegenteil, es ist schon fast ein Zuviel der Reflexion. Das Problem ist vielmehr, daß es immer die anderen sind, die sich vernetzen sollen - die Macher selbst blieben gerne weiter im kontrollierten One-Way-Modus. Community, Vernetzung, Schwarmintelligenz. Gerne die Jungen. Oder die Geeks. Oder die Info-Elite. Ich nicht.

Und so sind an vielen Orten viele Menschen damit beschäftigt, die Buzzwords der neuesten Generation zu rezipieren wie man Vokabeln lernt. Das, liebe Projektleiter und Marketing-Manager, wird nicht reichen. Die Revolution ist nicht theoretisch, nur weil sie digital ist und man selbst ist nicht außen vor, weil man nicht mitmacht. Vernetzte Kommunikation, um die geht es im Kern, ist ein Gewinn an Lebensqualität, keine Marketingmethode. Wer nicht vernetzt denkt und handelt, wird den Trend nicht führen, ja nicht einmal kopieren können.

Zu kompliziert? Dann vielleicht so: Alle reden über Web 2.0, keiner macht es. Menschen besuchen Web 2.0-Kongresse, reden über Web 2.0, aber sie vernetzen sich nicht. Kein Besucher der von mir besuchten Veranstaltungen hat das Gehörte und Gelernte öffentlich reflektiert (die bekannten Blogger einmal ausgenommen, die mehr Informationsgeber als Zielpublikum sind), ist zum Anker der Diskussion geworden, bei dem alle Teilnehmer die eigenen Learnings hätten austauschen und voneinander lernen können. Die Themen waren aus, als die Mikros abgeschaltet wurden.

Daran sind auch die Veranstalter schuld. Nicht nur wird überall sklavisch an Frontal-Unterricht festgehalten. Die Gespräche nach den Vorträgen finden in kleinen Gruppen statt, das sind höchstens vier Personen. Auf der Website beispielsweise, in einem Blog, Wiki oder Forum, hätten alle daran teilhaben können. Diese existieren nicht. Von den übrigen Teilnehmern eines Web-2.0-Kongresses erfahre ich leider auch im Zeitalter des Web 2.0 viel zu wenig.

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DLD 07

Veröffentlicht am 20. Oktober 2006 um 11:46 Uhr von Mark Pohlmann

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Wo ich gerade im Kongreß-Modus bin: Ziemlich beeindruckend, wen Burda Ende Januar auf seinem "Digital Lifestyle Day" zusammentrommelt.

Es sprechen u.a.:

Marissa Mayer (VP Google)
Nicklas Zennström (Founder Skype)
Martin Varsavsky (Founder FON)
Chris Bangle (Chief Designer BMW)
Craig Newmark (Founder Craigslist)
Rolf Sachs (Designer & Artist)
Christiane zu Salm and Oliver Samwer (Entrepreneurs) and
Thierry Antinori (CMO Lufthansa).

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Ich bin ein Fonero

Veröffentlicht am 20. Oktober 2006 um 10:53 Uhr von Mark Pohlmann

fon.jpg
Ich habe wirklich ein Faible für visionäre Medien, geradezu zwangsläufig begeistert mich da Fon. Das Prinzip: Wer seinen Internet-Anschluß über Fon für andere öffnet, darf auch jeden anderen Fon-HotSpot nutzen. Hinter Fon stehen mehrere Internetfirmen, darunter Skype und Google.

Die Idee ist als solche schon gut. Spätestens seit gestern ist Fon allerdings die offizielle Keimzelle des ubiquitären Internets. Um eine möglichst breite Versorgung mit HotSpots zu erreichen, verschenkt jetzt Fon seinen WLAN-Router "La Fonera" kostenlos an Neumitglieder.

Ich bin seit gestern ein Fonerao.

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Picnic für Daheimgebliebene

Veröffentlicht am 20. Oktober 2006 um 10:43 Uhr von Mark Pohlmann

Während sich analoges Mass Media auf den Münchner Medientagen ihrer selbst bestätigt, schwärmen die, die da waren, noch von der Picnic06 in Amsterdam, die allerdings vor drei Wochen stattfand. Für Ahnungslose wie mich, die im Nachhinein äußerst gerne mit dabei gewesen wären, gibt es immerhin Videos der Konferenzvorträge, auf die ich hiermit gerne hinweise.

picnic06.gif

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"Heute schon an morgen denken"

Veröffentlicht am 20. Oktober 2006 um 9:54 Uhr von Mark Pohlmann

Die IT-Messe hat die Werbesprüche der Versicherer und Bestattungsunternehmen entdeckt. Das läßt tief blicken. (Screenshot ist aus einer Werbemail). Daß das "morgen" kein Substantiv sondern ein Adverb ist, also auch noch falsch geschrieben wurde, lasse ich jetzt mal außen vor.

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Gut, daß wir darüber gesprochen haben!

Veröffentlicht am 18. Oktober 2006 um 17:46 Uhr von Mark Pohlmann

Wie hilfreich ein Antwortkanal sein kann, zeigt das kleine Beispiel aus dem Forum zur aktuell angelaufenen Frosta-Kampagne aus der Kreativschmiede Dorten (einige Details dazu auf fischmarkt):
kons_header.jpg

Wie lustig, tanzende Fische! (190 Angeklickt)

geschrieben von: xxx (IP-Adresse bekannt)
Datum: 18. October 2006 13:16

Fische in Todesangst, reflexartiges Massenzucken kurz vorm Erstickungstod zum Takt der Musik passend? Äußerst geschmacklos, denn falls Sie es nicht wissen: Diese Tiere hatten keinen Spaß beim "Tanzen". Geschmackloses Marketing ohne doch angeblich so menschliches Feingefühl.

Inkonsequent gegenüber Achtung vor Leben.

Zur Aufklärung konnte Tommi Brem von Dorten beitragen:

Moi moi! Bei den Fischen handelt es sich übrigens um Nudeln. Pasta. Penne, um genau zu sein. Ich weiß nicht, ob die Probleme mit dem Tanzen hatten, wir haben sie nicht gefragt... schändlicher Weise. Tom PS: Ich dachte ja erst, es seien Pommes. Dem Fritiertod anheimfallend.

Die schon etwas zaghafter formulierte Antwort:

Hmm... Dann tut's mir Leid ;-)

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Talk to Your Mavens

Veröffentlicht am 11. Oktober 2006 um 11:44 Uhr von

Mavens sind die eigenen Multiplikatoren, die es schon seit eh´ und je gibt, jetzt eben auch im Internet. Dass es sich lohnt mit ihnen zu sprechen, zeigt die WAZ-Online-Chefredakteurin Katharina Borchert (formerly known as "Lyssa") in dieser TAZ-Geschichte sehr schön. Lesenswert, auch der Rest.

Erst heute Morgen hat er sich wieder aufgeregt. Unter wazsolls.blognic.net bloggt anonym jemand gegen Katharina Borchert an. Ein WAZ-Angestellter. Warum er das anonym mache, wollte jemand wissen. Und Borchert hat geschrieben: Er könne doch mal zu ihr ins Büro kommen und mit ihr reden. Jaja, hat Albert gedacht, damit der eins auf den Deckel bekommt. "Da hab ich nochmal nachgetreten."


Er hat noch einmal alles zusammengeschrieben, Thema WAZ: Da wird großes Internet-Trara mit Lyssa gemacht. Und währenddessen macht die WAZ sieben Lokalredaktionen dicht. Die Leute haben Angst um ihren Job. Er kennt ein paar von denen. Dieser profitorientierte WAZ-Konzern, der Volontäre unter Tarif bezahlt. Er hat das noch einmal alles vermengt, wie er das schon öfter alles vermengt hat: die Borchert, die Entlassungen, die doofen Blogs auf WAZ.de. Als er es auf seine Seite "Tom's Diner" stellen wollte, hat er aber gedacht: "Irgendwie ist das unfair." Es könnte ja auch ganz anders gemeint sein, was Katharina Borchert da geschrieben hat. "Da war ja auch ein Smiley dabei." Der Dampf war außerdem raus. Also hat er es diesmal unveröffentlicht gelassen.

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Vom Web 2.0-Kongress Offenbach

Veröffentlicht am 11. Oktober 2006 um 10:30 Uhr von

mark_offenbach.jpg
Guter Kongress, interessante Referate, gute Teilnehmer, perfekte Organisation. Sogar mein Vortrag zu früher Stunde (8.30 Uhr) wurde nicht ignoriert. Wie früh es war, sieht man da oben ;-)

Björn wollte kurz im Bademantel vorbeischauen (Kongress ist im selben Hotel), hat sich dann aber doch in Schale geschmissen. Ich habe soeben über die Bombe im Marketing gesprochen. Lohn der Mühe: Eine nächste Einladung. Für eine Zusammenfassung bitte auf dem Fischmarkt vorbeischauen, für die Charts (1.6 MB, aber offenbar zu groß für dieses Blogsystem) kurze Mail an mich.

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Im Dialog mit dem Kunden: Wie eingreifen?

Veröffentlicht am 9. Oktober 2006 um 14:21 Uhr von Mark Pohlmann

Offene Kommunikation wird genauso propagiert wie gefürchtet. Was aber machen, wenn der Kunde, Mitarbeiter oder auch der Wettbewerb wirklich von seiner Möglichkeit Gebrauch macht, seine Meinung zu sagen? Wenn er kritisiert, vor aller Augen, in Blogs oder Foren von Unternehmen oder, schlimmer noch, in den Weiten des Webs. Dort, wo der eigene Arm nicht hinreicht.

Prinzipiell gilt: Es passiert jedem, es passiert jetzt schon, es passiert auch in Zukunft. Kein Grund zur Unruhe. Sie können viel mehr tun als Sie denken.


1. Unliebsame Kommentare im eigenen Reich

Sie betreiben ein Forum oder ein Blog? Gut. Allem voran: Zensieren oder löschen Sie niemals, ohne nachvollziehbar zu sein. Die Folgen einer Meinungsbevormundung werden schnell schlimmer als der zugrundeliegende Anlaß.

Kritik, auch schwer ertragbare, ist immer zuerst ein Gesprächsangebot, das es aufzunehmen gilt. Gesprächsverweigerung wird als Schuldeingeständnis verstanden. Wenn Sie zensieren, wecken Sie die schlafenden Hunde, die nur darauf warten, daß Sie einen Fehler machen, den Sie bereuen werden.

Doch es gibt noch einen anderen Grund: RSS. Dieses unelegante Kürzel sorgt in ihrer Social Software dafür, daß jeder publizierte Inhalt sofort in die Weiten des Internet versendet wird. Beiträge wie Kommentare. RSS hilft Suchmaschinen, ihre Websites zu indizieren und Abonnenten, automatisch von Neuigkeiten unterrichtet zu werden.

Löschen Sie ruhig. Auf Technorati finden Sie es noch Monate später, als wäre nichts gewesen. Das kann schnell zum Albtraum werden.

Sie wollen es gar nicht so weit kommen lassen und Kommentare erst freigeben, bevor sie erscheinen? Das funktioniert, allerdings nur in der Theorie. In der Praxis wird ihr Forum / Blog schnell zu Ghost City, weil die Diskussion dort fortgeführt wird, wo diese Barrieren nicht existieren.

Was also stattdessen?

a) Erstellen Sie einen Code-of-Conduct, in dem Sie ganz genau beschreiben, was erwünscht / erlaubt ist und wann Sie löschen. Verweisen Sie darauf. Wenden Sie ihn an.
Wenn Sie löschen: Erklären Sie, warum Sie wann welchen Beitrag entfernt haben, und geben Sie eine Person an, die für weitere Auskünfte zur Verfügung steht.
b) Aber eigentlich geht es ja um etwas ganz anderes. Sie wollen nicht Dialog vermeiden, sondern anstoßen. Deswegen: Antworten Sie doch einfach erstmal auf die Vorwürfe, sofern sie begründet und konstruktiv vorgetragen sind. Schon das allein, die echte Auseinandersetzung eines Unternehmens mit einem konkreten Problem auf der Gegenseite löst schon in vielen Fällen den Aggressionsstau auf.

Bedenken Sie: Sie haben alle Trümpfe in der Hand. Niemand kennt Ihre Produkte besser als Sie selbst. Machen Sie was draus, erklären Sie, warum eine Situation ist, wie sie ist. Wenn etwas schief gelaufen ist und Sie zu recht am Pranger stehen: Wunderbar - an dieser Stelle gestehen Sie den Fehler einfach ein, geloben Besserung und erklären, was für Sie jetzt zu tun ist.

2. Unliebsames im weiten Netz

Finden unerwünschte Diskussionen auf unbekannten Drittseiten statt, wird alles schwieriger, weil indifferenter.

- Geben Sie sich zu erkennen und reagieren Sie auf die Kritik, soweit sie diskutabel ist. Am besten mit einer guten Argumentation, weiteren sachdienlichen Hinweisen und einem Kontakt, wohin sich jedermann - der Autor wie seine Leser - wenden kann.
- Ist der Beitrag voll mit unappetitlichen Schmähungen, sind Sie fein raus. Ab einem gewissen Zeitpunkt brauchen Sie sachlich nicht mehr zu argumentieren, wenn die Sachebene nicht erwünscht ist. Die Außenwirkung von wirklichen Schmutzschlachten ist meist viel geringer als befürchtet.
- Sollten Inhalte mit dabei sein, die Sie dennoch gerne aus der Welt sähen, können Sie, ohne gleich in juristischen Dimensionen zu denken, "von hinten" Kontakt zum Autor oder dem Betreiber der Website nehmen und um Löschung oder Korrektur bitten.
- Wenn alles nichts hilft, kein Gesetzesarm der Welt den Übeltäter erreichen kann, weil sich alles auf den Seychellen abspielt, gibt es immer noch Plan B.

Plan B heißt: Gegenöffentlichkeit organisieren.

- Beobachten Sie, wer sich auf die betroffenen Seite verlinkt oder über sie schreibt. Nehmen Sie Kontakt auf und überzeugen Sie sie vom Gegenteil.
- Sorgen Sie dafür, daß eine Suche nach den Schlüsselworten über Google und Technorati nicht sofort zum Delinquenten führt. Sprich: Aggregieren Sie eigenen Inhalt zum Thema, der aktueller, reichhaltiger, stichhaltiger und vor allem: reichweitenstärker ist als die Originalquelle, damit diese in den Suchrankings nach hinten fällt. Falls es Videos sind, die im Umlauf sind: machen Sie bessere zum gleichen Thema.

- Beziehen Sie "Ihre" Öffentlichkeit in die Schlacht mit ein. Aktivieren Sie Ihre Multiplikatoren. Zeigen Sie, daß diese wichtig für Sie sind.

Zusammenfassung

Öffentliche Diskurse im Internet sind Teil der Öffentlichkeitsarbeit. 99 Prozent davon ist im besten Falle konstruktiv, im schlechten harmlos. Das restliche 1 Prozent wird nur zum Sprengsatz, wenn Sie falsch reagieren oder es (arrogant) ignorieren. Richtig reagieren Sie immer dann, wenn Sie mit offenem Visier kämpfen, das Gespräch anbieten und mit Leidenschaft und Sachlichkeit das Gegenteil zu belegen suchen. Das wird in der Regel auch honoriert, da dies noch immer eine Ausnahme ist. Wie heißt es so schön? Krisen sind Chancen.

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Transparenz in der Krise

Veröffentlicht am 4. Oktober 2006 um 11:24 Uhr von Mark Pohlmann

Transparenz muß man nicht nur wollen, man muß sie auch aushalten. Einmal eingerichtet, ist der digitale Dialog ein wunderbares Füllhorn für des Volkes Meinung - und der eigenen Mitarbeiter, wie Siemens-Chef Kleinfeld derzeit leidvoll erfährt. Auf die besondere Bedeutung von Social Software, vulgo "Der Blog des Chefs im Intranet" weist die FAZ heute in ihrem Leitartikel auf Seite 1 hin:

"Ihr Unmut richtet sich gegen den neuen Vorstandsvorsitzenden Klaus Kleinfeld, und er entlädt sich im Intranet. Im elektronischen Tagebuch, das der junge Chef so gerne nutzt, kann Kleinfeld nachlesen, wie die Belegschaft auf die Gehaltserhähung von 30 Prozent reagiert. Die Mitarbeiter, die nicht anonym, sondern nur in ihrem Namen schreiben können, werfen dem Vorstand Maßlosikgeit vor, weil viele von ihnen um ihre Arbeitspläze zittern müssen. Die Begründung [...] für den Gehaltssprung zerpflückt ein Mitarbeiter in einem Satz: "Ich habe von der Siemens-Personalabteilung gelernt, daß nur Verweise auf eigene Leistungen das Gehalt rechtfertigen - nicht Vergleiche mit anderen"

Zuallerst gilt das Lob der Siemens-PR, daß sie nicht der Versuchung erliegt, die Wahrheit zu beugen, wie das schon bei dem Kleinfeld-Eintrag in Wikipedia oder dem berühmten Kleinfeld-Foto passiert ist, aus dem die Rolex retuschiert wurde.

Die Wahrheit ist also zugelassen bei Siemens, immerhin. Und sie findet den Weg in die Medien. Damit haben auch die Kommentatoren einen direkten Zugang zu dem Herrschaftsinstrument PR. Der einzelne Mitarbeiter bekommt erstmals eine Stimme, eine, die wesentlich differenzierter zu nutzen ist als die Drei-Wort-Losungen auf den Spruchbändern des DGB ("Nieten in Nadelstreifen").

Das ist eine nicht zu unterschätzende Revolution: Daß der eigene Mitarbeiter im Konflikt nicht mehr als dumpfe Masse, als agitierender Mob auftreten muß, sondern sich auf Augenhöhe mit dem Vorstand artikulieren kann - und gute Argumente findet, auf die wiederum die Führung adäquat reagieren kann. Das nennt man Dialog.

Intranets und Blogs können, wenn sie denn verantwortlich eingesetzt werden, zu einer wirksamen Versachlichung der Diskussion führen. Schon die Möglichkeit zur Meinungsabgabe hilft, den Frust zu verarbeiten. Daß die Identifizierung des Beitragschreibers keine Barriere ist, zeigt, wie wichtig dieses Instrument tatsächlich ist.

Blogs und Wikis sind also ein funktionierendes Kriseninstrument. Man muß sie nur zu nutzen wissen. Allerdings lassen sie sich nicht erst in einer Krise installieren. Kleinfeld war gut beraten, in ruhigen Zeiten den Dialog zu suchen und in in rauhen Zeiten nicht aufzugeben. Nur so kann es funktionieren.

Nachtrag 5.10.06: Die FAZ beschäftigt sich heute nochmals ausführlich mit der schlechten Krisen-PR von Kleinfeld.

Nach Ansicht von Beobachtern macht zudem Kleinfelds Eitelkeit die Öffentlichkeitsarbeit schwer. Auf Kritik reagiert er dünnhäutig. Mit dem Bestreben, sich und den Konzern stets nur im hellsten Licht erscheinen zu lassen, sorgt er bei Journalisten für Kopfschütteln. Auf die schon legendäre Sache mit der Rolex-Uhr ist er überhaupt nicht gut zu sprechen. Auf einem Foto hatte er das goldene Stück nachträglich wegretuschieren lassen. Ein Trost bleibt Kleinfeld. Zumindest die "Bild"-Zeitung wird die Rolex nicht mehr so schnell erwähnen.

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Eva bloggt

Veröffentlicht am 2. Oktober 2006 um 14:16 Uhr von Mark Pohlmann

Es stimmt: Themen bestimmen die Relevanz eines Blogs. Das dürfte für Eva Hermann kein Problem sein. Der vor wenigen Stunden von der Buchmesse gestartete Blog begleitet die Diskussionen um ihre Buchveröffentlichung "Das Eva-Prinzip". Konzept und Umsetzung des Blogs stammen von SinnerSchrader Neue Informatik.

evasblog.png

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