Jetzt auch Autofahrer: Es ist das Internet, Dummkopf

Veröffentlicht am 19. Juni 2006 um 15:30 Uhr von Mark Pohlmann

Auch wenn die Information vom Ferdinand Dudenhöffer stammt. ("Der Autopapst" genannt. Der Spiegel zerlegt ihn in seiner aktuellen Ausgabe gerade gepflegt, weil er als vorgeblich unabhängiger Professor von DaimlerChrysler bezahlt wird). Die Aussage wird die Automobilbranche noch bewegen.

Das Internet ist die wichtigste Informationsquelle für potenzielle Autokäufer und hat damit zum ersten Mal Familie und Freunde oder auch den herstellergebundenen Händler abgelöst.

Quelle: Stern.de
Ich persönlich warte ja darauf, daß die Hersteller und Händler begreifen, daß mit "dem Internet" nicht zwangsläufig ihre Konfiguratoren gemeint sind, sondern vor allem Foren, Magazine und Preisvergleiche.

Gefragt sind Erfahrungsberichte, Hintergründe und unabhängige Meinungen. Wäre dem nicht so, würde das Internet nicht so eine große Rolle spielen. Dem läßt sich dann nicht mehr mit Verkäuferschulungen, ganzseitigen Anzeigen und ein paar viralen Filmchen begegnen. Diese befriedigen höchstens den Selbstdarstellungstrieb der Hersteller.

Ich verstehe nicht so ganz, warum die Hersteller nicht selbst auf die Idee kommen, diesen Informationsbedarf zu kanalisieren, indem sie selbst die beste (im Sinne von lebendig, reichhaltig, hochwertig und objektiv) Kommunikationsplattform zu ihren Produkten anbieten. Und diese nicht einem Verlag oder, schlimmer noch, einer Privatperson überlassen.

Im Mittelpunkt der Angst steht die Sorge vor Kritik. Und es stimmt: Meinungen zuzulassen bedeutet immer Kontrollverlust. Was das heißen kann, macht Opel gerade vor (Siehe: Interview mit Felix Schwenzel). Aber nur auf der eigenen Website ist es dem Hersteller überhaupt möglich, adäquat auf Meinungen einzugehen und selbst zu argumentieren. Die CEO-Blogs (wie "Fastlane" von General Motors-Vorständen) sind allenfalls ein Anfang. Der Kunde wünscht sich vielmehr produktbezogene Informationen, die ihm im Kaufprozess helfen. Hier sind die gängigen Websites viel zu statisch und unreflektiert.

Sie auch: Die Welt hinter dem Internet: Foren

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Bisherige Kommentare

1 | Marcus schrieb am 21.06.06 13:09

"Ich verstehe nicht so ganz, warum die Hersteller nicht selbst auf die Idee kommen, diesen Informationsbedarf zu kanalisieren, indem sie selbst die beste (im Sinne von lebendig, reichhaltig, hochwertig und objektiv) Kommunikationsplattform zu ihren Produkten anbieten. Und diese nicht einem Verlag oder, schlimmer noch, einer Privatperson überlassen."

Also ich glaub nicht, dass das klappen würde...
Vor allem wegen der Objektivität. Ich glaube nicht, dass der Admin eines Corporate Forums (oder was für einer Plattform auch immer) kritische Beiträge zulassen würde. Und dann gibts bestimmt ein paar findige Gurillia-Marketer der anderen Autohersteller, die über das Forum einfallen würden um kritische Kommentare zu sähen...
etc. etc.

Alles schon dagewesen...

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