"Nachricht ist das, was die Leute denken"

Veröffentlicht am 8. März 2006 um 11:22 Uhr von

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Die FAZ berichtet über ein Londoner Treffen der "Online Publisher Association." Zwei Passagen seien hervorgehoben:

Journalisten, meint Tim Glocer, Geschäftsführer von reuters, behielten ihre angestammte Rolle als „Filter und Herausgeber”, nur seien sie auch „Vermittler von Handwerkszeug” und „Seeder of Clouds” (Regenmacher), was soviel heißen soll, daß sie Licht ins Dunkel oder den Nebel bringen, den das Internet bei aller Primärinformationsleistung verbreitet. Dafür müsse man noch schneller und besser als die User sein.

In dieser Aussage immerhin steckt das, was die Medien unausgesprochen am meisten ängstigt: Daß der kollektive Sinn für ihren Mehrwert verloren gehen könnte, wenn sich erst einmal Peer-to-Peer-Kommunikation durchsetzen sollte. Daß das keine Utopie ist, zeigt der koreanische Dienst OhmyNews.com.

OhmyNews basiert auf den Beiträgen von 40.000 lokalen „Citizen Reporters” und weiteren 600 internationale. Fünfzig festangestellte Reporter sortieren die Infoflut. Bei OhmyNews ist Nachricht das, „was die Leute denken”.

Die Sortierfunktion ist bislang sicher gut in den Händen professioneller Journalisten aufgehoben. Google News aber zeigt, daß Algorithmen ein heute schon brauchbares Substitut sind. Aus medialer Sicht hat Peer-to-Peer fatale Folgen. 40.000 Autoren schreiben nicht tausendfach über dieselben Themen, sondern über die eigenen. Im globalen Internet wird die Welt wieder zum Dorf.

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