Workshop Wirtschaftspresse, Erkenntnisse I

Veröffentlicht am 13. Dezember 2005 um 15:32 Uhr von

Am vergangenen Freitag fand zum ersten Mal der Workshop Wirtschaftspresse statt. Vielen Dank nochmal an die Teilnehmer, vielen Dank an die Referenten Christian Rickens (Manager Magazin) und Volker Müller (Financial Times Deutschland). Wir planen für das kommende Jahr neue Veranstaltungen, die an dieser Stelle natürlich rechtzeitig bekanntgegeben werden. 

Von heute an werde ich in unregelmäßigen Abständen über die im Workshop gewonnenen Erkenntnisse berichten.

1. Teil: Was Journalisten wirklich brauchen

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Nun ist es ja nicht so, daß ein prinzipieller Erkenntnismangel herrscht. Bloß die Dringlichkeit einiger fundamentaler Gesetze des Redaktionsalltages ist nicht immer klar. Dies gilt beispielsweise für das Themenraster einer Zeitung. Wenn die FTD keine Produktvorstellungen macht ("Noch nie"), dann kann man sich jede Meldung in diese Richtung fortan sparen. Eigentlich. Denn noch immer herrscht eine Art Vollkaskomentalität bei den Aussendern nach dem Motto "Könnte ja doch irgendwie interessant sein". Volker Müller sagt, das Gegenteil sei der Fall. Ein jahrelang penetrierter Journalist ist unzugänglicher für wirklich relevante Meldungen: "Ich zucke dann schon zusammen, sobald ich Ihren Firmennamen lese". Der Ausweg lautet: Mut zum kleinen Verteiler, manchmal sogar der komplette Verzicht auf einen Presseaussand.

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Bisherige Kommentare

1 | andi schrieb am 18.12.05 22:20

Hi, ich bin Medienmanagementstudent und interessiere mich auch brennend für das Thema.
Würdest du mir die Präsentation zuschicken, oder ist das "Verschlußsache" ?! :)

2 | Marketingblogger schrieb am 19.12.05 16:23

"Könnte ja doch irgendwie interessant sein" ist auch meiner Erfahrung nach nur bei wenigen Redakteuren gut. Und wenn überhaupt dann nur, wenn man den Redakteur persönlich kennt und weiß, dass er einem auch mal eine nicht hundertprozentig passende Meldung nicht "übel nimmt". Eine Redakteurin hat mich einmal sogar explizit gebeten, ihr auch die Meldungen zu schicken, die für sie wenn überhaupt nur am Rande von Interesse waren. Das ist aber die Ausnahme.

Aus genau diesem Grund habe ich mir auch vor jeder "Massen-"Aussendung 30 bis 45 Minuten Zeit genommen, um aus meinen Pressekontakten genau den für diese Meldung passenden Verteiler zusammenzustellen. Zugegeben, es macht mehr Arbeit. Aber es lohnt sich.

Und für Ideen zu speziellen Fachartikeln in Zusammenarbeit mit einer Redaktion führt ohnehin kein Weg am persönlichen Kontakt mit dem Redakteur vorbei. Und zwar möglichst immer einer nach dem anderen. Exkluxivität ist nämlich bei vielen ein Thema. Und auch ich musste lernen, dass der Buschfunk zwischen den Redaktionen gut funktioniert. Dann ist es ärgerlich, wenn man fast am Ziel ist und dann hören muss: "Es tut uns leid, aber wir haben erfahren, dass die Zeitschrift XY ebenfalls einen mehrseitigen Artikel über Ihr Projekt bringt. Das ist für uns dann leider uninteressant."

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