Hohn und Spott für Premiere

Veröffentlicht am 22. Dezember 2005 um 11:46 Uhr von

Fussi_2 Jaaa, das Bezahlfernsehen allgemein und Premiere ganz direkt sind die Verlierer der Woche. Das Medienurteil ist einstimmig. Gewinner ist "der Fan". Denn er bekommt Fussi im "Free TV". Die journalistische, vor allem gegen den Selbstvermarkter Kofler gerichtete Häme zeigt, a) wie emotional Medien die Materie, die sie nur vermitteln sollen, behandeln und b) eine wirtschaftliche Verweigerungshaltung. Anders als die ARD hat Premiere nach bekunden der DFL das bessere und damit das einzig wirtschaftlich funktionierende Angebot gemacht. Die 100 Mio. Euro, die die ARD jährlich zahlt, werden nur zur Hälfte durch Werbung gegenfinanziert. Den Rest schießen die Gebührenzahler nach, egal, ob sie Bundesliga-Fußball sehen oder nicht. Wir haben also eine Fußball-Flatrate bekommen. Daß staatliche Intervention freie Märkte kaputtmacht, an denen nebenbei bemerkt allein 1.600 Arbeitsplätze bei Premiere hängen, ist der hiesige Regelfall. Und wird, wie gesagt, von den Medien noch zelebriert. Daß hierbei wenigstens gleich die europäische Wettbewerbsfähigkeit flöten geht, merkt immerhin noch Der Spiegel an.

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Bisherige Kommentare

1 | Martin Recke schrieb am 22.12.05 21:41

Die DFL hatte - nicht zu Unrecht - nackte Angst, dass ihr das Modell Kofler auf die Füße fällt. In der Gemengelage, wie wir sie in Deutschland haben, wäre dieses Modell extrem riskant. Man denke nur an das Kurzzeit-Experiment mit "ran" nach 20 Uhr - hat auch nicht funktioniert.

Und Wettbewerb wird es doch gerade geben, wenn mit Arena ein zweiter potenter Spieler im Bezahlfernsehmarkt entsteht. Diese Entwicklung ist extrem wünschenswert, weil nur so das ganze Thema Digital-TV und Kabelnetz in Schwung kommen kann. Und dafür sind die Bundesligarechte der Schlüssel.

Langfristig hat diese Entscheidung eine Menge Vorteile, auch für die DFL. Mal sehen, was Premiere und Arena in drei Jahren bieten...

2 | Martin Recke schrieb am 22.12.05 21:45

Das Gebührenzahlerargument kann man auch umdrehen: Wir zahlen Gebühren, also wollen wir auch Fußball dafür...

Die Rede von "staatlicher Intervention" verrät mangelnde Grundkenntnis des dualen Rundfunksystems in diesem unserem Lande.

Und Premiere wird daran nicht sterben, ganz im Gegenteil. Die freiwerdenden Mittel müssen und werden halt anders eingesetzt werden.

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