Veröffentlicht am 22. Dezember 2005 um 11:46 Uhr von
Jaaa, das Bezahlfernsehen allgemein und Premiere ganz direkt sind die Verlierer der Woche. Das Medienurteil ist einstimmig. Gewinner ist "der Fan". Denn er bekommt Fussi im "Free TV". Die journalistische, vor allem gegen den Selbstvermarkter Kofler gerichtete Häme zeigt, a) wie emotional Medien die Materie, die sie nur vermitteln sollen, behandeln und b) eine wirtschaftliche Verweigerungshaltung. Anders als die ARD hat Premiere nach bekunden der DFL das bessere und damit das einzig wirtschaftlich funktionierende Angebot gemacht. Die 100 Mio. Euro, die die ARD jährlich zahlt, werden nur zur Hälfte durch Werbung gegenfinanziert. Den Rest schießen die Gebührenzahler nach, egal, ob sie Bundesliga-Fußball sehen oder nicht. Wir haben also eine Fußball-Flatrate bekommen. Daß staatliche Intervention freie Märkte kaputtmacht, an denen nebenbei bemerkt allein 1.600 Arbeitsplätze bei Premiere hängen, ist der hiesige Regelfall. Und wird, wie gesagt, von den Medien noch zelebriert. Daß hierbei wenigstens gleich die europäische Wettbewerbsfähigkeit flöten geht, merkt immerhin noch Der Spiegel an.
in Medien 2.0
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Veröffentlicht am 20. Dezember 2005 um 11:37 Uhr von
Jahresenddepression, anders kann ich es mir nicht erklären, warum hunderte Medien, auch FAZ, FTD oder Stern, so begeistert wie unreflektiert die vermeintliche Erfolgsmeldung übernehmen, Aldi habe in der ersten Woche "schon" 60.000 Mobilfunkverträge verkauft. Ein Erfolg? Vielleicht. Kein Medium jedoch stellt die Vertriebsmacht von Aldi in Relation: über 4.000 Läden haben die Karte im Sortiment. Das macht also ganze 15 Karten pro Laden, bei sechs verkaufsoffenen Tagen sind es 2,5 pro Filiale und Tag. Der Wahnsinn. Der nur zu erklären ist mit dem Reflex, daß alles, was von Aldi kommt, ein Abräumer zu sein hat. Hierfür wiederum gebührt dem Unternehmen voller Respekt.
in Journalisten
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Veröffentlicht am 13. Dezember 2005 um 15:32 Uhr von
Am vergangenen Freitag fand zum ersten Mal der Workshop Wirtschaftspresse statt. Vielen Dank nochmal an die Teilnehmer, vielen Dank an die Referenten Christian Rickens (Manager Magazin) und Volker Müller (Financial Times Deutschland). Wir planen für das kommende Jahr neue Veranstaltungen, die an dieser Stelle natürlich rechtzeitig bekanntgegeben werden.
Von heute an werde ich in unregelmäßigen Abständen über die im Workshop gewonnenen Erkenntnisse berichten.
1. Teil: Was Journalisten wirklich brauchen
Nun ist es ja nicht so, daß ein prinzipieller Erkenntnismangel herrscht. Bloß die Dringlichkeit einiger fundamentaler Gesetze des Redaktionsalltages ist nicht immer klar. Dies gilt beispielsweise für das Themenraster einer Zeitung. Wenn die FTD keine Produktvorstellungen macht ("Noch nie"), dann kann man sich jede Meldung in diese Richtung fortan sparen. Eigentlich. Denn noch immer herrscht eine Art Vollkaskomentalität bei den Aussendern nach dem Motto "Könnte ja doch irgendwie interessant sein". Volker Müller sagt, das Gegenteil sei der Fall. Ein jahrelang penetrierter Journalist ist unzugänglicher für wirklich relevante Meldungen: "Ich zucke dann schon zusammen, sobald ich Ihren Firmennamen lese". Der Ausweg lautet: Mut zum kleinen Verteiler, manchmal sogar der komplette Verzicht auf einen Presseaussand.
in Journalisten
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Veröffentlicht am 1. Dezember 2005 um 10:03 Uhr von
Wegen Antworten wie dieser.
"Vodafone-Sprecherin Bettina Donges sagte SPIEGEL ONLINE, die sogenannte
Vodafone-live-Taste sei auf Wunsch der Kunden eingeführt worden, "damit
man nicht mehr so lange im Menü suchen muss". Versehentliches Einwählen
könne schon mal passieren, am besten solle man immer die Tastensperre
aktivieren, empfiehlt sie. "Oder besser noch einen Tarif mit Flatrate
wählen, da kann nichts passieren."
Der Spiegel-Artikel
beschäftigt sich mit dem Ärger von Handy-Besitzern, die sich ständig
versehentlich in die Portale der Provider einwählen, weil diese den
Einwahl-Knopf ebenso prominent plazieren wie die Taste für die
Gesprächsannahme.
in PR 1.0
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