Corporate Branding gibt es gar nicht

Veröffentlicht am 25. Juli 2005 um 14:47 Uhr von

So ist das mit dem Buzzword-Bingo: Am Ende weiß man wenigstens, daß es das heiß umtanzte Phänomen gar nicht gibt. So geht es dem Schlag- und Modewort "Corporate Branding". Das ist nur ein Mittel zum Zweck, entdeckte die Strategieberatung Monitorgroup.

Nur 42 Prozent der befragten Top-Manager in Europa geht es [bei Corporate Branding] um die Vermittlung von Werten. Mehr als doppelt so viele wollen vor allem Kunden und Geschäftsaussichten beeinflussen.

Wer hätte das gedacht: Manager fühlen sich mehr dem Umsatz als der Kulturvermittlung verpflichtet.

Corporate Branding ist also der Aufbau von Fassade. Mogeln ist erlaubt, solange man nicht erwischt wird. Reputation hingegen ist "geprägt dadurch, wie wir handeln - nicht, was wir behaupten zu tun", wird der Aufsichtsratsvorsitzende eines Ölkonzerns zitiert. Tatsächlich bestätigt die Studie, dass die Diskrepanz zwischen Sagen und Tun sich negativ auf die Reputation auswirkt.

Ja, weh tut es immer erst, wenn man erwischt wird. Eigentlich. By the way: Wer fährt jetzt noch VW, hat ein Konto bei der Commerzbank oder guckt ARD? Und läßt sich vom Klingeltonkauf bei Jamba abhalten? Brent Spar und Shell, das ist lange her.

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