Personen-PR: Einer für alle?

Veröffentlicht am 20. Juni 2005 um 18:33 Uhr von

In den wenigsten Unternehmen ist die Welt so schön geordnet, daß jeder weiß: der Chef ist der Frontmann. Da gibt es neben dem CEO noch den CFO, CTO, COO oder CMO. Und jeder hält ein beträchtliches Stück Verantwortung in der Hand, das jeder von ihnen öffentlich wahrgenommen wissen möchte.

Die Frage, die sich an dieser Stelle regelmäßig stellt: Ist es vom Ergebnis nun besser, alle Themen auf eine Person zu projizieren, die den Alleinunterhalter gibt, oder jedem sein thematisches Feld zu überlassen. Die Chancen und Risiken scheinen gleichmäßig verteilt. Auf eine Person zugespitzte Themen entfalten eine bessere öffentliche Wahrnehmung. Dafür bleiben viele Themen liegen, weil die katalytische Wirkung nur begrenzte Kapazität verträgt. Umgekehrt zeugt Teamarbeit zwar von großer Harmonie, inhaltlich nutzt sie aber immer nur den kleinsten gemeinsamen Nenner, weil sich ein Orchester nunmal auf die (vorgegebenen) Noten konzentrieren muß, um zu klingen.

Ich empfehle in dieser Diskussion, die Mentalitäten der handelnden Personen nicht ganz außer acht zu lassen. Es gibt wahre Rampensäue, die einen Draht zur Außenwelt herstellen, wo noch gar keine Verbindung ist. Das sind meist die Generalisten, nicht die Experten. Dazu ist die persönliche Belastbarkeit ein nicht zu unterschätzender Faktor. Öffentlichkeit ist nicht nur Lust, sondern auch Last. Denn dieser Mensch wird nicht nur die schöne Umsatzsteigerung in guten Zeiten, sondern auch die Entlassungen und gestrandeten Strategien vertreten müssen - mit seiner Person, mit seinem Namen.

Wenn sich einer in der Führungsmannschaft findet, der Gesprächpartner lebendig für sich einzunehmen weiß und dennoch von geerdeter Erscheinung ist, ist dies auch der richtige Mann für die Medien. Wenn so einer fehlt, sollten es lieber alle machen. Dann ist es gut, wenn die Verantwortung auf vielen Schultern verteilt wird.

Wer ein wirklich gutes Thema hat, braucht eigentlich keine PR. Die Funktion von PR entscheidet sich dann, wenn der Wind von vorne bläst. Das gilt auch für die Frontfiguren, die diese zu vertreten haben. Wetterfest sollte man dann schon sein. Man muß eine Krise schon selbst einmal öffentlich ausgestanden haben, um zu wissen, was das heißt.

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