Soziale Unterschiede nutzen

Veröffentlicht am 29. März 2005 um 16:58 Uhr von

Soziale Reizthemen werden in den USA ungeniert für kommerzielle Interessen genutzt und beworben. In Kooperation mit dem Verlag Berlitz bietet AOL Latino allen Mitgliedern kostenlosen Englischunterricht an, natürlich online (Quelle: ZDNET.com). AOL gibt an, 78 Prozent der Angesprochenen seien interessiert - was nichts anderes heißt, als daß in diesem Kundensegment massive Sprachbarrieren eher die Regel als die Ausnahme sind. Folgerichtig bietet AOL spanischsprachige Bankdienste, Telefonkarten und einen "optimierten" PC an - was auch immer das heißt.

Hierzulande finden sich ähnliche Probleme, aber keine vergleichbaren Lösungen. Unternehmen scheuen kulturelle Unterschiede. Dazu muß man gar nicht an koschere Burger oder kyrillische Tastaturen denken. Schon die eigenständige ostdeutsche Kultur wird entweder ignoriert oder albern verklärt. Deutschlands Werbung erwartet von ihren Rezipienten eine westdeutsche Sozialisation mit Abitur, soliden Familienverhältnissen und festem Arbeitsplatz. Schade um die schönen Geschichten und  Biographien, die für das differenzierte Antlitz der Unternehmen so hilfreich sein könnten, aber ungenutzt brachliegen.

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