In der Krise Verantwortung übernehmen

Veröffentlicht am 15. Februar 2005 um 18:15 Uhr von

Fischer

In Krisen wandelt sich die Bedeutung von Worten. Vorbild Fischer zeigt, wie man Verantwortung übernimmt, um keine Konsequenzen zu ziehen.

Dazu FAZ.NET

"Rhetorisch gesehen, ist der Verantwortungspomp ein versuchter Schlußstrich: Ich habe ja schon die Verantwortung übernommen! Was wollt ihr denn noch? Wer so handelt, bekennt sich zu seiner Verantwortung wie zu einer Eselsmütze, die er für den Zeitraum einer Bundestagsdebatte, eines Untersuchungsausschusses oder einer Aktionärsversammlung tragen muß. Danach ist die Strafe verbüßt und alles wie zuvor.

Daß dieses absurde Verfahren in der Regel funktioniert, liegt an der schwabbeligen Gefühlsdrüse der Mediengesellschaft, die alles und nichts übelnimmt, alles und nichts verzeiht und allenfalls für einen Augenblick zuckt, wenn ein Wort wie Verantwortung mißbraucht wird. Aber ist nicht die moralische Niederlage, die im öffentlichen Eingeständnis einer möglichen Verfehlung bei gleichzeitiger Zurückweisung jeglicher Konsequenzen besteht, für jeden Politiker Strafe genug? Ja, haben wir denn gar kein Herz? Nein, lieber nicht."

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Bisherige Kommentare

1 | Martin Recke schrieb am 16.02.05 9:52

Wird's jetzt politisch hier? Nun gut. Ich vermute stark, dass die Geschichte ihre Halbwertszeit schon überschritten hat. Indiz: Die Töne aus der Opposition, zuletzt heute morgen Markus Söder, werden schriller, um noch auf den letzten Metern des Wahlkampfes in Schleswig-Holstein Kapital aus der Geschichte schlagen zu können. Spätestens nach der Wahl in NRW wird das Thema endgültig im Untersuchungsausschuss verbuddelt und so langsam versickern. Ich kann bislang keinen Rücktrittsgrund erkennen. Wenn hier einer sein soll, dann käme keine Regierung mehr zum Regieren, weil sie wöchentlich ihre Minister austauschen müsste.

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